»Eine erzählerische Wundertüte. ... Das ist spannend, berührend und liest sich wie im Rausch.« NDR Kultur
Gibt es das, eine Seelenverwandtschaft zwischen bislang Unbekannten?
Ist es manchmal leichter, mit einer Fremden zu sprechen als mit den Menschen, die man schon lange kennt und liebt? Als die junge Fotografin Nico zufällig zwischen den Jahren der Schauspielerin Ellen Kirsch auf den nächtlichen, winterlichen Straßen Berlins begegnet, fühlt sie fast unmittelbar eine unheimliche Nähe, die sie sich nicht erklären kann. Was haben sie schon gemeinsam, der inzwischen weltberühmte Hollywoodstar und die noch um Anerkennung ringende Fotografin? Was sieht Ellen in ihr, was sie selbst nicht erkennen kann? Vor allem aber: Warum schert sich Nico darum, dass Ellen eines Tages einfach wieder aus ihrem Leben verschwindet? Und zwar so plötzlich, wie sie gekommen ist? Als Nico endlich begreift, warum sie nicht loslassen kann, macht sie sich auf die Suche – nicht nur nach Ellen, sondern auch nach ihrer Mutter und ihrer eigenen Geschichte.
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eine besondere Geschichte
Booklover am 03.07.2024
Bewertungsnummer: 2236634
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Kann eine einzige Begegnung ein ganzes Leben verändern? Das ist die zentrale Frage im Roman „Die Kunst des Verschwindens“ von Melanie Raabe. Die Geschichte handelt von den beiden Frauen Ellen und Nico. Ellen Kirsch ist Anfang 30, eine berühmte Schauspielerin und kehrt gerade von Dreharbeiten aus New York nach Berlin zurück.
Nico (eigentlich Nicolette) Roba ist eine Fotografin, die ebenfalls in Berlin lebt und im selben Alter wie Ellen ist. Durch Zufall zieht Ellen in das Penthouse gegenüber von Nicos Wohnung und die beiden beobachten einander oft, ohne dass die andere es merkt. Allgemein begegnen sich Ellen und Nico anfangs häufig in der Stadt; erst durch Zufall, dann immer beabsichtigter. Dabei entsteht von Anfang an eine Bindung zwischen den Frauen, eine Art Seelenverwandtschaft, die sich beide nicht richtig erklären können, die sie aber miteinander umgehen lässt, als seien sie schon immer Freundinnen.
Gemeinsam mit Ellen ist alles ganz leicht und Nico erlebt magische Dinge, traut sich mehr zu und wird allgemein mutiger. Bis es schließlich soweit kommt, dass Ellen verschwindet. Nico sucht sie und startet dabei eine Reise durch halb Europa, bei dem sie nicht zuletzt die Geschichte um den Tod ihrer Mutter und deren verschwundener Kette löst. Doch beide Frauen bergen noch mehr Geheimnisse, die sie bisher niemandem anvertraut haben …
Ein unglaublich interessantes und spannendes Buch über die Freundschaft zweier Protagonistinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber doch mehr gemeinsam haben als man zunächst annimmt. Die Frage, wie eine einzelne Begegnung Einfluss auf unser Leben nehmen und es schließlich verändern kann, ist die zentral behandelte Frage, anschaulich beschrieben am Beispiel von Protagonistin Nico.
Eine besondere Geschichte über Mut, Freundschaft, Geheimnisse, ein bisschen Magie und die Veränderung eines ganzen Lebens durch eine einzige Begegnung mit einer besonderen Person.
Der Titel „Die Kunst des Verschwindens“ zielt tatsächlich gerade auf diese ab. Er deutet wohl auf Ellens angekündigtes Verschwinden hin und wie es ist, einfach von heute auf morgen ohne große Ankündigung z. B. eine Auszeit von Social Media zu nehmen und somit „nicht mehr existent“ zu sein. Und dies alles genau geplant und von ihr so gewollt.
Das Cover zeigt die Gesichter zweier Frauen, die mit eher schwerem Blick an den rechten Bildrand schauen. Die Antlitze befinden sich dabei leicht versetzt nebeneinander und sind nur von der Seite zu sehen. Ihre Augen haben die beiden Damen entweder geschlossen oder niedergeschlagen. Beide Köpfe sind in den Farben Pink, Gelb, Weiß und Schwarz gehalten, wobei Pink den größten Farbanteil einnimmt.
Der Buchtitel ist ebenfalls in Pink geschrieben, das Wort „Verschwindens“ ist dabei von einer feinen weißen Linie durchzogen. Dies soll die langsame Auflösung, das langsame Verschwinden, symbolisieren. Der Name der Autorin dagegen ist in Schwarz gehalten.
Einen richtigen Bezug vom Bild des Einbands zur Geschichte konnte ich nicht erkennen, außer dass die beiden abgebildeten Gesichter Frauen sind und wohl Ellen und Nico darstellen sollen. Die schweren Blicke könnten eine Anspielung auf die Geheimnisse der beiden Frauen sein, die man im Roman nach und nach erfährt. Das Cover gefällt mir richtig gut.
Der Roman ist in moderner Sprache verfasst und „ein Buch von heute“. Er behandelt aktuelle Themen wie Social Media, Mobbing und Hetzkampagnen in den sozialen Medien, sexuelle Belästigung, Rassismus etc. Die Kapitel haben genau die richtige Länge, was das Lesen sehr angenehm macht.
Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und man kann sich super in sie hineinversetzen. Die Kapitel werden anfangs abwechselnd aus der Sicht von Ellen oder von Nico jeweils in der ich-Form erzählt. Später übernimmt dann Nico den Großteil der Erzählungen allein. Daher baut man zu Nico auch die größere Beziehung auf, da sich der Roman hauptsächlich mit ihr und ihrer Entwicklung durch die schicksalhafte Begegnung mit Ellen beschäftigt.
Eigene Meinung:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es unheimlich gerne gelesen. Am Anfang kann man nicht erahnen, in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickelt und die Story wurde zunehmend spannender. Aufgrund der großen Themenvielfalt und der aufgelösten Geheimnisse bleibt es bis zum Ende interessant. Alle offenen Fragen werden am Schluss aufgelöst, sodass man nicht im Unklaren bleibt.
Auch die Tatsache, dass ganz am Ende der Geschichte ein Bogen zum Anfang geschlagen wird, hat mir sehr gut gefallen.
Die Autorin Melanie Raabe war mir persönlich vorher unbekannt. Dies liegt wohl auch daran, dass sie zuvor mehrere Krimis veröffentlicht hat, was nicht meinem Genre entspricht. Mit „Die Kunst des Verschwindens“ wagt sie sich zum ersten Mal in einen neuen Bereich vor, was ihr nach meinem Empfinden gut gelungen ist.
Da es sich bei diesem Roman um etwas ganz Besonderes handelt, er mir wirklich Freude beim Lesen bereitet hat und ich ihn so schnell nicht mehr vergessen werde, vergebe ich vier von fünf Sternen.
Guter Schreibstil, inhaltlich war es Okay
Jade (Mitglied der Book Circle Community) am 07.01.2026
Bewertungsnummer: 2694686
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Anfangs dachte ich es geht um ein Buch, welches zwischen den Jahren spielt. Zu Beginn war es auch so. Aber ich hatte mir ein inspirierendes Buch vorgestellt. Leider entpuppte es sich als eine Art “light Thriller” in dem aufs Mal ein Stalker vorkam. Irgendwie konnten mich die Geschehnisse und die Wendungen nicht ganz abholen. Dennoch war der Schreibstil gut und es hat sich flüssig lesen lassen.
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