Es ist das Jahr 1938. Die Brüder Fritz und Kurt leben mit ihrer Familie in Wien. Wie alle Juden geraten sie nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Lebensgefahr. Der Vater Gustav und Fritz werden zunächst ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Als Gustav nach Auschwitz verlegt wird, folgt Fritz dem Vater freiwillig.
Kurt erhält die Möglichkeit, nach USA auszureisen und wächst bei einer amerikanischen Familie auf.
Fritz und seinem Vater Gustav gelingt es, die Hölle von Auschwitz zu überleben – durch ihren außerordentlichen Mut und ihr Durchhaltevermögen und die Hilfe von Freunden. Sie kehren beide nach Wien zurück. Kurt folgt ihnen im Jahr 1956.
Kein Roman – sondern das Schicksal der jüdischen Familie Kleinmann. Recherchiert und aufgeschrieben hat diesen erschütternden Bericht der Historiker Jeremy Dronfield. Die Lebensgeschichte von Gustav und Fritz wurde zunächst als Buch für Erwachsene veröffentlicht (in Deutschland unter dem Titel „Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte“). Die vorliegende Ausgabe wurde ergänzt durch das Schicksal des jüngeren Bruders Kurt und mit vielen Zeichnungen des renommierten Illustrators David Ziggy Greene versehen.
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Sehr gutes Buch!
Emmsl aus Musterstraße 1 am 13.03.2024
Bewertungsnummer: 2153599
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich finde es unfassbar schlimm, was für grausame Taten im Holocaust begangen wurden. Deshalb finde ich es umso wichtiger, dass es Filme und Bücher gibt, die darüber aufklären und dafür sorgen, das diese schreckliche Zeit und deren Opfer nicht vergessen wird.
Dieses Buch ist sehr berührend und erzählt die Geschichte von Fritz Kleinmann, seinem Vater und seiner Familie aus nächster Nähe. Durch dieses Buch kann man sich besser vorstellen, wie es damals war. Man muss diese Lektüre unbedingt gelesen haben, sie ist spannend und herzergreifend. Man erkennt nochmal deutlicher wie grausam die Konzentrationslager waren, aber es werden auch Momente der Hoffung beschrieben.
Unheimlich bewegend!
lesenmitausblick am 16.02.2024
Bewertungsnummer: 2132665
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wie viel kann ein Mensch verkraften? Wie groß muss der Überlebenswille sein, um wieder und wieder dem Tod zu entkommen, ohne Aussicht, dass es aufhören wird.
Ich möchte euch ein weiteres Buch zum Thema Holocaust vorstellen. Weil es nicht oft genug wiederholt werden kann, weil es wichtig ist, weil es dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus dient. Weil sie so in Erinnerung bleiben.
„Kurt und Fritz – Zwei Brüder überleben den Holocaust – Eine wahre Geschichte“ wurde von Historiker Jeremy Dronfield recherchiert und aufgeschrieben. Sein Buch „Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte“ richtete sich an Erwachsene. Doch ihm wurde klar, dass er auch Kindern die Möglichkeit geben wollte, die Geschichte von Kurt und Fritz in einer Form zu lesen, die sie nachempfinden und verstehen können. So ist gerade im Cbt Verlag das Taschenbuch zu einem sehr fairen Preis erschienen. Illustriert wurde das Buch von David Ziggy Greene. Seine schwarz-weiß Illustrationen geben dem Erzählten Nachdruck, helfen, das Gelesene einzuordnen und besser zu verstehen. Empfohlen wird das Buch ab 12 Jahren, der Empfehlung kann ich mich anschließen. Übersetzt aus dem Englischen hat Birgit Franz.
Jeremy Dornfield erzählt die Geschichte der Brüder Fritz und Kurt aus beiden Perspektiven. Das Cover verrät, wohin das Schicksal die Brüder verschlägt. Die Familie Kleinmann lebt 1938 in Wien. Ausgehend von Schilderungen zu ihrem anfänglich glücklichen Familienleben zusammen mit Mutter Tini, den Schwestern Edith und Herta sowie dem Vater Gustav, erzählt Dronfield, wie sich das Leben mit dem Einmarsch der Nazis in Österreich und Wien erst schleichend, dann Schlag auf Schlag verändert. Das Monster Hitler wird die Familie am Ende zerrissen haben. Jedes Familienmitglied macht grausame Erfahrungen.
Fritz wird zunächst mit seinem Vater Gustav nach Buchenwald verschleppt. Was sie dort erleben müssen, ist kaum zu ertragen. Das Leben im Konzentrationslager ist ein täglicher Überlebenskampf, alle Häftlinge wissen, dass jeder Tag ihr Tod sein kann.
Dronfield erzählt in einem recht sachlichen Erzählstil und erklärt immer wieder auch die geschichtlichen Hintergründe oder unbekannte Wörter. Die Geschichte bedarf keiner bildlichen Ausschmückungen, denn sie ist so schon erschütternd genug. Trotzdem entfaltet sich ein Sog, ich konnte das Buch kaum noch weglegen. Immer wieder die Frage, wie es so weit kommen konnte? Wie Menschen solche unmenschlichen Gräueltaten aushalten konnten? Wie grausam die Nazis gewesen sind? Was bin ich für ein Mensch, wenn ich anderen Menschen so ein Martyrium antun kann? Wie bin ich dazu geworden?
Besonders stark empfand ich Fritz’ Vater Gustav, der Widerstand gegen die Nazis leistete, indem er „nicht krepierte“, indem er immer voller Hoffnung auf Freiheit war. So gab er Fritz immer wieder Kraft. Die jüdischen Häftlinge wurden immer besser in ihren Überlebensstrategien. Sie wussten genau, was zu tun war, um nicht den Unmut der SS auf sich zu ziehen. Völlig erschütternd fand ich, dass das Schicksal immer schlimmere Qualen für Fritz bereit hielt. Es wurde von Station zu Station immer härter zu überleben. Freiwillig folgt er seinem Vater nach Auschwitz, anders kann er nicht überleben. Dass es am Ende über sechs Jahre waren, die Fritz in Konzentrationslagern verbrachte, ist schier unvorstellbar. Ob er und sein Vater überlebt haben, verrate ich an dieser Stelle nicht. Derweil verschlug es Kurt als Kind völlig allein nach Amerika. Was aus ihm und den anderen Familienmitgliedern geworden ist, lege ich euch sehr ans Herz, selbst herauszufinden.
„Fritz und Kurt“ ist trotz des sachlichen Erzählstils eine unheimlich bewegende Geschichte, die sehr detailliert schildert, was Juden und andere Minderheiten unter den Nationalsozialisten erleiden mussten. Gleichzeitig bietet das Buch sehr verständlich geschrieben für Kinder und auch Erwachsene viel geschichtliches Hintergrundwissen. Ein Nachwort des Autors sowie eine Zeittafel ergänzen das Buch. Ich empfehle es von Herzen und empfinde es auch als Klassenlektüre ab Klasse 6/7 geeignet.
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