Worüber Sie schreiben wollen, wissen Sie genau: über Ihr Leben oder das eines anderen Menschen. Doch vieles andere ist unsicher. Darf ich etwas dazuerfinden? Muss ich mit meiner Geburt beginnen? Welche Perspektive und Zeitform sind angemessen? Wie mache ich meine Aufzeichnungen für Leser und Leserinnen zugänglich?
Diese und zahlreiche weitere Fragen, die sich beim Schreiben einer Autobiografie oder Biografie ergeben, beantwortet dieser Ratgeber. Er stellt neben den bewährten Mustern auch ungewöhnliche Alternativen vor. Warum nicht mal die Zeit rückwärtslaufen lassen, Unordnung zum Strukturprinzip erklären, Wahrheit und Dichtung absichtsvoll kombinieren oder besondere Spannung erzeugen.
Sie erhalten einen Fahrplan für Ihr biografisches Projekt: Er führt Sie von der Idee und den ersten Planungsschritten bis hin zur Veröffentlichung. Beispiele aus der Literatur veranschaulichen die allgemeinen Grundsätze.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Klaus
aus Kamp-Lintfort
5/5
23.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Anleitung zum Dichten
Vom Leser zum Autor - oder: Wie ich ein Buch las und dadurch zum Schreiben kam
Es gibt Bücher, die einem im richtigen Moment begegnen. So geht es mir mit diesem Buch über das Schreiben von Memoiren und ähnlichem. Isa Schikorsky kennt sich damit bestens aus und hat jede Menge Tipps und Anregungen auf Lager.
Bevor ich mit dem Lesen begann, hatte ich eine Idee: ich wollte wichtige Erlebnisse meines Lebens festhalten und daraus nach und nach eine Autobiographie machen. Während des Lesens verwarf ich diese Idee zwischenzeitlich. Nach der Lektüre weiß ich, dass mein Ansatz funktionieren kann, kenne aber noch viele andere.
Die Vielfalt der Vorgehensweisen erschlägt einen zunächst ein wenig. Am Ende wird jeder sich das für ihn passende herausgreifen und etwas mitnehmen. Und sei es die Motivation, gleich zu beginnen! Gut, dass ich das Buch vor einem voraussichtlich relativ ereignislosen Herbst las…
Meine Favoriten unter den zahlreichen Tipps sind die Heldenreise und die Landkarte. Beides zusammen geht nicht, aber vielleicht finde ich ja einen Weg, der beides verknüpft.
Was fehlt? Vielleicht ein Hinweis zum Umgang mit den Datenmengen, damit auch nichts verloren geht und das Werk am Ende eine einheitliche Struktur hat.
Auf die zur Verfügung stehenden Tools wird aber schon eingegangen. Für mich war auch das Kapitel zu den Publikationsmöglichkeiten sehr hilfreich, so übersichtlich hatte ich das noch nirgends gefunden. Und einige Varianten kannte ich noch gar nicht.
Sehr hilfreich sind die Zusammenfassungen am Schluss jedes Kapitels, sie erleichtern das Wiederfinden ungemein.
Ein sehr empfehlenswertes Werk für alle, die ihre Erinnerungen festhalten wollen! Das Buch bekommt nun einen Ehrenplatz neben meinem Schreibtisch, damit ich es demnächst beim Schreiben stets griffbereit habe.
berka
5/5
23.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Anleitung zum Dichten Vom…
Anleitung zum Dichten Vom Leser zum Autor - oder: Wie ich ein Buch las und dadurch zum Schreiben kam Es gibt Bücher, die einem im richtigen Moment begegnen. So geht es mir mit diesem Buch über das Schreiben von Memoiren und ähnlichem. Isa Schikorsky kennt sich damit bestens aus und hat jede Menge Tipps und Anregungen auf Lager. Bevor ich mit dem Lesen begann, hatte ich eine Idee: ich wollte wichtige Erlebnisse meines Lebens festhalten und daraus nach und nach eine Autobiographie machen. Während des Lesens verwarf ich diese Idee zwischenzeitlich. Nach der Lektüre weiß ich, dass mein Ansatz funktionieren kann, kenne aber noch viele andere. Die Vielfalt der Vorgehensweisen erschlägt einen zunächst ein wenig. Am Ende wird jeder sich das für ihn passende herausgreifen und etwas mitnehmen. Und sei es die Motivation, gleich zu beginnen! Gut, dass ich das Buch vor einem voraussichtlich relativ ereignislosen Herbst las… Meine Favoriten unter den zahlreichen Tipps sind die Heldenreise und die Landkarte. Beides zusammen geht nicht, aber vielleicht finde ich ja einen Weg, der beides verknüpft. Was fehlt? Vielleicht ein Hinweis zum Umgang mit den Datenmengen, damit auch nichts verloren geht und das Werk am Ende eine einheitliche Struktur hat. Auf die zur Verfügung stehenden Tools wird aber schon eingegangen. Für mich war auch das Kapitel zu den Publikationsmöglichkeiten sehr hilfreich, so übersichtlich hatte ich das noch nirgends gefunden. Und einige Varianten kannte ich noch gar nicht. Sehr hilfreich sind die Zusammenfassungen am Schluss jedes Kapitels, sie erleichtern das Wiederfinden ungemein. Ein sehr empfehlenswertes Werk für alle, die ihre Erinnerungen festhalten wollen! Das Buch bekommt nun einen Ehrenplatz neben meinem Schreibtisch, damit ich es demnächst beim Schreiben stets griffbereit habe.
Bewertung
aus Quickborn
4/5
22.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein Ratgeber für angehende Schriftsteller
Isa Schikorsky ist bereits seit vielen Jahren mit der Thematik des Schreibens befasst, als promovierte Germanistin und Historikerin bestens vertraut mit dem Metier. So ist ein über 200-seitiges Buch entstanden, das den Leser durch alle Höhen und Tiefen seines ersten Buches begleitet und für ein weiteres wichtige neue Anregungen vermittelt. Denn der Ratgeber richtet sich an alle, die mit dem Gedanken spielen, eine Biografie oder Autobiographie zu verfassen. Wobei ich die Meinung der Autorin nicht in jedem Falle teilen kann, dass Biografien „vorrangig wohlwollend, rechtfertigend bis glorifizierend ausfallen“. Ich lese sehr viele Biografien, auch Autobiografien und stelle oft eher das Gegenteil fest.
Einige Details, die mir besonders gefallen haben, möchte ich noch einmal hervorheben: Kapitel 2: gut und praxisnah. Kapitel 3 lädt ein, Erinnerungen zu sammeln und Assoziationen zuzulassen, ich denke, schon die Arbeit daran kann gut ein Jahr dauern. Mein Mann und ich haben ein „Erzähl aus Deinem Leben“-Buch bekommen, das war vor zwei Jahren, es ist immer noch leer wie am ersten Tag. Es ist schwierig, sich den Enkeln und Kindern zu öffnen, Dinge zu beschreiben, die sie weder verstehen noch selbst miterlebt haben. Erinnerungen zu sammeln à la Proust oder Brainard, das ist eine tolle Idee. Und die „Sprachmagie“ verbessert sich wie von selbst, wenn man es zulässt. Auch die Clustering-Anleitung ist perfekt umsetzbar.
Im Gegensatz zu diesen mir weiterhelfenden Empfehlungen finde ich, dass das Abecedicum doch sehr bemüht wirkt, zu jedem Buchstaben ein passendes Pendant zu finden. Auch das Impuls-Schreiben (automatischen Schreiben) scheint für einen Pragmatiker wie mich nicht geeignet. Die Autorin schreibt dazu auf S. 65: „Wenn am Ende eine logisch aufgebaute, durchgängig verständliche Geschichte entstanden ist, haben Sie den Rationalismus in Ihrem Kopf nicht besiegen können.“ Das trifft wohl auf mich zu, also werde ich andere Strategien nutzen. Beim Lesen von Kapitel 3 bemerkte ich immer wieder, dass ich nur wenig kreative Fantasie habe, ich brauche für jede Erinnerung ein „festes“ Bild. Ich muss definitiv mehr SUCHEN. Den kurzen Abschnitt zum Ghostwriter finde ich in diesem Ratgeber eher deplatziert, da ist wohl eine andere Zielgruppe gefragt.
Zum Kapitel 4, Quellen, habe ich eine Anmerkung. Unter Wichtigstes sollte darauf hingewiesen werden, dass Quellenzitate eindeutig gekennzeichnet werden müssen. Archive geben dazu Anleitung, das Bundesarchiv verlangt Angaben wie z. B. „Quelle: BArch, DY 01/I 1/ 11/ v. 0123“ (exemplarisch). Außerdem sind bei Verwendung von öffentlichen Archivquellen Belegexemplare einzureichen, wenn das Buch mit ISBN für den Buchhandel erscheint. Für Privatdrucke nur für Familienmitglieder oder Freunde trifft das aber nicht zu, da kann man auch auf die Quellenangaben verzichten.
Das Buch bietet ausreichend Ideen für mehrere praktikable Ansätze, um zu einer fertigen (Auto)-Biografie zu kommen. Im Kapitel 5 zur Erzählstruktur findet der interessierte Leser umfassende Erläuterungen zu den Ordnungskriterien Zeit, Raum und Thema. Letzteres hat mich zu vielen Gedankengängen angeregt und vor meinem inneren Auge direkt ein kleines Erinnerungsbuch entstehen lassen. Schön!
Die Kapital 6 und 7 geben Hinweise zu Darstellungsarten und zu Gestaltungsaspekten, wobei diesen ein angemessen größerer Raum gegeben wird, was auf fast zwei Seiten zu „Das Wichtigste in Kürze“ bei Kap. 7 führt. Schon allein dieser Extrakt könnte gut als Wegweiser durch den eigenen Gedankenirrgarten dienen.
Allein mit den Anmerkungen und Literaturhinweisen war ich tatsächlich einige Stunden beschäftigt. Es lohnt sich. Auch wenn man am Ende doch kein Buch schreibt, ist die Lektüre dieses Ratgebers ein Gewinn, und das wiederum trifft aufs ganze Buch zu. Aber ich glaube auch, dass die Fülle der Informationen manchen potenziellen Biografen davon abhalten könnte, ein eigenes Buch zu schreiben. Das macht sehr viel Arbeit und kostet Zeit und Nerven, sowie ein gutes Durchhaltevermögen über einen langen Zeitraum.
Die Gestaltung des Buches einschließlich Cover gefällt mir sehr, die Marginalspalte für stichpunktartige Überschriften zu nutzen, ist wirklich hilfreich. Man findet recht schnell, was man sucht. Außerdem bietet dieser weiße Raum etwas Platz für Notizen. Zusätzlich hätte ich mir einen Index gewünscht, im gedruckten Buch findet man bestimmte Textstellen dann besser. Für die E-Book-Ausgabe wäre das nicht unbedingt nötig, da man ja in den Apps immer eine Suchfunktion hat.
Hier wäre meine Rezension eigentlich am Ende angelangt, wäre da nicht ein Problem, dass mir die Sterne-Bewertung sehr schwer macht. Die Autorin ist Germanistin, hat eine berufliche Entwicklung genommen, die mir größten Respekt abfordert, sie kann gut und einprägsam formulieren, alles in diesem Buch macht Sinn, aber nicht der Versuch, die Texte auf Biegen und Brechen geschlechtergerecht zu schreiben. Mag sein, dass ich altmodisch, konservativ und intolerant bin, aber ich habe Deutsch gelernt, das ist meine Muttersprache und bin nicht bereit, eine Verschlechterung der deutschen Sprache unwidersprochen zu akzeptieren.
Fazit: Ich empfehle das Buch, es ist ein sehr ausführlicher Einsteigerratgeber für angehende (Auto)-Biografen, der leider nach intensivem Gebrauch fast auseinanderfällt. Für ein so mit Informationen und Tipps angefülltes Buch, das man oft benutzt und in dem man hin und her blättert, wäre eine Fadenheftung praktischer.
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