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Doppelleben Roman

9

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

18504

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.09.2023

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,7/12,2/2,4 cm

Gewicht

303 g

Farbe

Tabak / Khaki

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00533-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

18504

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.09.2023

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,7/12,2/2,4 cm

Gewicht

303 g

Farbe

Tabak / Khaki

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00533-2

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: [email protected]

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Beste Unterhaltung

Bewertung aus Villach am 02.03.2023

Bewertungsnummer: 1891934

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Romantitel wird dem Buch in zweierlei Hinsicht gerecht: Einmal sind da die Brüder Goncourt, die sich alles im Leben teilen: Haus, Geliebte und die Leidenschaft zur Literatur. Heute sind sie die Namensgeber des Prix Goncourt, des renommierten französischen Buchpreises. Gerne sind die beiden wohlhabenden Brüder Gäste der Intellektuellen und Reichen im Frankreich des 19. Jahrhunderts, auch dann noch als Jules an der Syphilis erkrankt und eher peinlichen Unsinn von sich gibt. Edmond will weder wahrhaben, dass sein Bruder noch vor seinem 40. Lebensjahr sterben wird, noch dass es Syphilis ist – Überarbeitung und Erschöpfung vom vielen Denken und Schreiben, erklärt den Freunden und Bekannten wortreich und ausweichend. Ein Doppelleben führt in anderer Hinsicht auch deren treue und loyale Haushaltshilfe Rose Malingre. Nach deren Tod entdecken die beiden Brüder, dass Rose nicht die ist die sie vorgab zu sein, sondern die beiden Brüder hinters Licht geführt hat. Jules und Edmond können es kaum glauben, was sich vor ihren Augen abspielte, sie jedoch blind dafür waren, wo ihnen doch sonst nichts entgeht. Ein großartiger Roman über die Brüder und deren Haushälterin, der mir unglaublich gut gefallen hat. Fazit: lesen, Unterhaltung der besten Art.

Beste Unterhaltung

Bewertung aus Villach am 02.03.2023
Bewertungsnummer: 1891934
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Romantitel wird dem Buch in zweierlei Hinsicht gerecht: Einmal sind da die Brüder Goncourt, die sich alles im Leben teilen: Haus, Geliebte und die Leidenschaft zur Literatur. Heute sind sie die Namensgeber des Prix Goncourt, des renommierten französischen Buchpreises. Gerne sind die beiden wohlhabenden Brüder Gäste der Intellektuellen und Reichen im Frankreich des 19. Jahrhunderts, auch dann noch als Jules an der Syphilis erkrankt und eher peinlichen Unsinn von sich gibt. Edmond will weder wahrhaben, dass sein Bruder noch vor seinem 40. Lebensjahr sterben wird, noch dass es Syphilis ist – Überarbeitung und Erschöpfung vom vielen Denken und Schreiben, erklärt den Freunden und Bekannten wortreich und ausweichend. Ein Doppelleben führt in anderer Hinsicht auch deren treue und loyale Haushaltshilfe Rose Malingre. Nach deren Tod entdecken die beiden Brüder, dass Rose nicht die ist die sie vorgab zu sein, sondern die beiden Brüder hinters Licht geführt hat. Jules und Edmond können es kaum glauben, was sich vor ihren Augen abspielte, sie jedoch blind dafür waren, wo ihnen doch sonst nichts entgeht. Ein großartiger Roman über die Brüder und deren Haushälterin, der mir unglaublich gut gefallen hat. Fazit: lesen, Unterhaltung der besten Art.

Ungewöhnliche Bruderliebe

Bewertung am 27.09.2022

Bewertungsnummer: 1794642

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wir landen im Frankreich des 19. Jahrhunderts, in dem die Brüder Goncourt als Bohèmes und Bonvivants leben. Als kongeniales Autorenduo werkeln sie seit dem Tod ihrer Mutter als wohlhabende Erben an ihren Texten und Romanen. Umsorgt werden sie von Rose, der Hausangestellten seit ihren Jugendjahren. Die profanen Dinge wie Einkäufe, Wäsche, Putzen und Kochen erledigt die dienstfertige Seele, und die Brüder sind ihr so dankbar dafür, dass sie die mässigen Kochkünste mit oft überraschenden und kaum geniessbaren Geschmackserlebnissen stoisch ertragen. Doch die Stütze des Künstlerhaushalts verbirgt ihr privates Drama vor den Brüdern. Sie ist einem Mann aus der Nachbarschaft verfallen. Dem schönen Boxer Alexandre hat sie eine Werkstatt als Handschuhmacher eingerichtet, und dafür reihum Leute um Geld gefragt. Obwohl Alexandre sie demütigt, benutzt und sie sogar für seine Mutter putzt, schiebt sie ihm Geld zu. Um ihm den Kriegsdienst zu ersparen, greift sie in die Haushaltskasse ihrer Herren. Schuldgefühle und Verzweiflung ob der Erniedrigung betäubt sie mit Alkohol. Erst als es zu spät ist, realisieren die Brüder, welch Drama das Leben von Rose war. Schon früh spürt Jules, der jüngere der Brüder, dass er wohl Syphillis aufgelesen hat. Sein Bruder führt das zunehmende Erkranken seines Bruders auf eine Überlastung seines Geistes zurück, und lange kann Jules das zunehmende Verfallen in der Gesellschaft verstecken und übertünchen. Doch dann setzt die Krankheit ihr Zerstörungswerk unbarmherzig fort und Jules degeneriert zu einem Schatten seiner selbst. Gemeinsam führten die Brüder ein akribisch geführtes Tagebuch, das den Verfall von Jules dokumentiert, am Schluss von Edmond, der den einstigen Ästheten Jules, der mit Esprit und Benehmen die besten Kreise von Paris beeindruckt hatte, zu einem stammelnden, dementen und unflätigen Schatten seiner früheren Existenzv verfallen sieht. Edmond verliert mit dem Tod des Bruders seine Inspirationsquelle, seinen Glauben und seinen Daseinszweck. Etwas stirbt in ihm beim elenden Siechtum und Sterben seines geliebten Bruders. Später wird sein Namen als Stifter eines Literaturpreises unsterblich. Claude Alain Sulzer gelingt es meisterhaft, dieses menschliche Drama der Brüder zu erzählen. Die Erzählweise passt zum Stoff, eher altmodisch und oft mit Sprachbildern versetzt, die auch mal aufgesetzt wirken. Dafür entschädigt der Roman mit Szenen, die unmittelbar berühren, mit präzis recherchierten Details, packender Dramaturgie und atmosphärischer Dichte, Claude Alain Sulzer beweist sich einmal mehr als Meister seiner Zunft.

Ungewöhnliche Bruderliebe

Bewertung am 27.09.2022
Bewertungsnummer: 1794642
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wir landen im Frankreich des 19. Jahrhunderts, in dem die Brüder Goncourt als Bohèmes und Bonvivants leben. Als kongeniales Autorenduo werkeln sie seit dem Tod ihrer Mutter als wohlhabende Erben an ihren Texten und Romanen. Umsorgt werden sie von Rose, der Hausangestellten seit ihren Jugendjahren. Die profanen Dinge wie Einkäufe, Wäsche, Putzen und Kochen erledigt die dienstfertige Seele, und die Brüder sind ihr so dankbar dafür, dass sie die mässigen Kochkünste mit oft überraschenden und kaum geniessbaren Geschmackserlebnissen stoisch ertragen. Doch die Stütze des Künstlerhaushalts verbirgt ihr privates Drama vor den Brüdern. Sie ist einem Mann aus der Nachbarschaft verfallen. Dem schönen Boxer Alexandre hat sie eine Werkstatt als Handschuhmacher eingerichtet, und dafür reihum Leute um Geld gefragt. Obwohl Alexandre sie demütigt, benutzt und sie sogar für seine Mutter putzt, schiebt sie ihm Geld zu. Um ihm den Kriegsdienst zu ersparen, greift sie in die Haushaltskasse ihrer Herren. Schuldgefühle und Verzweiflung ob der Erniedrigung betäubt sie mit Alkohol. Erst als es zu spät ist, realisieren die Brüder, welch Drama das Leben von Rose war. Schon früh spürt Jules, der jüngere der Brüder, dass er wohl Syphillis aufgelesen hat. Sein Bruder führt das zunehmende Erkranken seines Bruders auf eine Überlastung seines Geistes zurück, und lange kann Jules das zunehmende Verfallen in der Gesellschaft verstecken und übertünchen. Doch dann setzt die Krankheit ihr Zerstörungswerk unbarmherzig fort und Jules degeneriert zu einem Schatten seiner selbst. Gemeinsam führten die Brüder ein akribisch geführtes Tagebuch, das den Verfall von Jules dokumentiert, am Schluss von Edmond, der den einstigen Ästheten Jules, der mit Esprit und Benehmen die besten Kreise von Paris beeindruckt hatte, zu einem stammelnden, dementen und unflätigen Schatten seiner früheren Existenzv verfallen sieht. Edmond verliert mit dem Tod des Bruders seine Inspirationsquelle, seinen Glauben und seinen Daseinszweck. Etwas stirbt in ihm beim elenden Siechtum und Sterben seines geliebten Bruders. Später wird sein Namen als Stifter eines Literaturpreises unsterblich. Claude Alain Sulzer gelingt es meisterhaft, dieses menschliche Drama der Brüder zu erzählen. Die Erzählweise passt zum Stoff, eher altmodisch und oft mit Sprachbildern versetzt, die auch mal aufgesetzt wirken. Dafür entschädigt der Roman mit Szenen, die unmittelbar berühren, mit präzis recherchierten Details, packender Dramaturgie und atmosphärischer Dichte, Claude Alain Sulzer beweist sich einmal mehr als Meister seiner Zunft.

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Doppelleben

von Alain Claude Sulzer

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