In "Utopia" entwirft Thomas Morus eine fiktive Inselgesellschaft, die als Modell für eine gerechte und harmonische Gemeinschaft dient. Durch den Einsatz einer dialogischen Form, in der ein Reisender seine Erlebnisse und Erkenntnisse teilt, bleibt das Werk sowohl literarisch eingängig als auch philosophisch tiefgründig. Morus' Text ist im Kontext der politischen und sozialen Umwälzungen des 16. Jahrhunderts zu verstehen und spiegelt die Ideen der Humanisten wider, die eine bessere Welt durch Bildung und moralische Reformen anstreben. Diese utopische Gesellschaft, frei von Eigentum und geprägt von sozialer Gleichheit, regt den Leser zum Nachdenken über die gesellschaftlichen Strukturen seiner eigenen Zeit an. Thomas Morus, ein prominenter Humanist und Berater von König Heinrich VIII., war nicht nur ein praktizierender Politiker, sondern auch ein tiefgründiger Denker. Seine Zeit als Jurist und seine interkulturellen Erfahrungen in Europa könnten ihn dazu inspiriert haben, ein ereignisreiches Modell der Utopie zu entwerfen. Morus' kritischer Blick auf die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit und sein eigenes Schicksal als Märtyrer für den Glauben verleihen seinem Werk zusätzliches Gewicht und Tiefe. "Utopia" ist eine herausfordernde Lektüre für all jene, die an sozialen Gerechtigkeitsthemen interessiert sind und sich mit den Fragen nach dem Ideal des menschlichen Zusammenlebens auseinandersetzen möchten. Morus' Werk regt zur Reflexion über die eigenen Werte und die Strukturen der heutigen Gesellschaft an und lädt ein, die Vision einer besseren Welt zu erforschen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Muntelier
5/5
30.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein sehr interessantes Büchlein.
Muss sagen, dass der Inhalt sehr interessant, wenn, logischerweise, auch nicht mehr aktuell ist.
Bories vom Berg
aus München
5/5
20.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Triumph der Vernunft Das…
Triumph der Vernunft Das unter dem Namen «Utopia» publizierte Buch von Thomas Morus weist bereits im Titel auf seinen satirischen Charakter hin, ein im Englischen homophones Sprachspiel um die griechischen Begriffe Outopia und Eutopia, deutsch ‹Nichtort› und ‹Glücksort›. Das im Original auf Latein verfasste Werk wurde auf Betreiben seines Freundes Erasmus von Rotterdam erstmals 1516 in den Niederlanden herausgegeben. Morus hatte bei ihm während einer diplomatischen Mission mehrere Wochen als Gast gewohnt und bei dieser Gelegenheit den entscheidenden Teil dieses Werkes geschrieben, das den thematisch zentralen Reisebericht umfasst, hin zu jener unbekannten, wundersamen Insel. Mit dem später entstandenen ersten Teil fügte der Autor trickreich eine Rahmengeschichte hinzu, in der er in persona als Gesprächspartner eines Seefahrers namens Hythlodeus auftritt. Der erzählt von seinen weiten Reisen und schwärmt insbesondere von der unbekannten Insel Utopia, die südlich des Äquators liege. Morus nimmt dabei, aus gutem Grund, nur die Rolle eines kritischen Gesprächspartners ein, der aus reiner Höflichkeit dem euphorischen Lobgesang nicht widerspricht. Die staatskritische Thematik seines Buches nämlich war sehr gefährlich, er musste deswegen offenbar literarisch deutliche Merkmale einbauen, um das Fiktionale des Ganzen zu betonen. Denn wie sich später zeigte, wurde er als Lordkanzler unter Heinrich VIII wegen Aufmüpfigkeit ja kurzerhand zum Tode verurteilt, - Rübe ab, schon war er Märtyrer, so schnell ging das! Seine vorsorglich manifestierte, ironische Distanz drückt sich bereits im Namen des Seemannes aus, der übersetzt ‹Possenreiter› bedeutet. Andererseits ist Thomas Morus aber auch neugierig und bedeutet Hythlodeus, ihm die gesamte Geschichte von seinem fünfjährigen Aufenthalt in Utopia zu erzählen. Mit seinem ausführlichen Bericht, der den zweiten Teil dieses satirischen Romans bildet, kommt der ‹Possenreiter› diesem Wunsch erkennbar gerne nach. Geschildert wird ein idealtypisches Staatsgebilde, das man als basisdemokratisch organisierten Kommunismus freier Bürger bezeichnen könnte. Der ganz ohne Geld auskommt, in dem alles allen gehört und jeder gerechterweise das zugeteilt bekommt, was er benötigt. Es gibt also kein Eigentum, aber auch keine Privilegien, alle herausgehobenen Ämter werden, nach einem Rotationsprinzip ständig wechselnd, nur auf Zeit verliehen. Alle arbeiten als Bauern oder Handwerker sechs Stunden am Tag, werden gemeinsam verpflegt und tragen einheitlich eine zweckmäßige Kleidung aus eigener Produktion. Da das viele Gold, das sie besitzen, als Material für sie keinerlei praktischen Nutzen hat, fertigen sie ihr Nachtgeschirr daraus. Es gibt noch viele weitere derart wunderliche Verhaltensweisen und soziale Regeln, dass seit Erscheinen des Buches immer wieder allerlei Deutungen und philosophische Dispute heraufbeschworen wurden über die faszinierende Ideenwelt von Utopia. Unwillkürlich stößt man beim Lesen dieses inzwischen fünfhundert Jahre alten Textes häufig auf Gedanken, die eigentlich naheliegend sind und viele Probleme mit einem Schlage lösen könnten, auch die unserer heutigen Welt. Wenn dem nicht jener aus dem Selbsterhaltungstrieb resultierende Eigennutz unausrottbar im Wege stände. Genau das hatte auch Karl Marx nicht berücksichtigt. Das Glück der Utopier nämlich liegt im Ideellen, nicht im Materiellen. Sie nutzen die reichlich vorhandene Zeit, um den Geist zu bereichern, für alles andere ist ja bestens gesorgt, alle sind gleichermaßen zufrieden mit dem, was sie haben. Die liebevoll editierte Menasse-Ausgabe von 2004 lässt sich in der Übersetzung von Jacques Laager trotz der anspruchsvollen Thematik sehr flüssig lesen. Dabei hilft zum Verständnis der umfangreiche, erschöpfend Auskunft gebende Anmerkungsapparat. Als zeitloser Klassiker kann man diesen Roman, wie ich es getan habe, auch wiederholt lesen, man wird immer wieder erneut bereichert von diesem utopischen Triumph der Vernunft.
Daniela Ammann
aus Wien
3/5
12.02.2013
Buch (Taschenbuch)
Der Beginn der Utpoie
Jeder der sich mit Utopien beschäftigt, liest die ganzen großen Namen: Bacon, Platon, Campanella. Doch Thomas Morus ist der Schöpfer der Utopie. Das Genre wurde nach seiner erdachten Insel Utopia benannt und prägte eine ganze Ära an Schriftstellern bis hinein in die Fantasy-Literatur der Gegenwart.
Und wenn man nur einmal im Leben eine Utopie lesen will/sollte, nimmt man die von Thomas Morus. Diese gehört zur Weltliteratur. In dieser Ausgabe finden sich lateinische und deutsche Fassung nebeneinander.
Daniela Ammann
aus Wien
3/5
12.02.2013
Buch (Taschenbuch)
Der Beginn der Utpoie
Jeder der sich mit Utopien beschäftigt, liest die ganzen großen Namen: Bacon, Platon, Campanella. Doch Thomas Morus ist der Schöpfer der Utopie. Das Genre wurde nach seiner erdachten Insel Utopia benannt und prägte eine ganze Ära an Schriftstellern bis hinein in die Fantasy-Literatur der Gegenwart.
Und wenn man nur einmal im Leben eine Utopie lesen will/sollte, nimmt man die von Thomas Morus. Diese gehört zur Weltliteratur.
Zitronenblau
3/5
07.05.2009
Buch (Taschenbuch)
Wahrlich utopisch
Morus' "Utopia" ist politische Philosophie. Bemerkenswert ist die Abschaffung des Privateigentums. Jedoch bleibt diese vorsozialistische Utopie eben eine Utopie, die mehr wirkt wie ein humanistischer Scherz als eine ernsthafte Theorie des möglichen, besten Staates. Tief ist die Vorstellung nicht und zugleich auch bis heute nicht endgültig interpretiert. Ein Buch, welches zwar gelesen werden sollte, eben als ehrbare Ur-Utopie, jedoch wer sich mit wirklicher politischer Philosophie auseinandersetzen will, gebraucht da doch ernsthaftere Literatur.
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