Produktbild: Gelingendes Unternehmertum

Gelingendes Unternehmertum Mit Herz und Verstand statt Gewinnmaximierung

Aus der Reihe Haufe Fachbuch
1

29,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Nein

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

13.12.2022

Verlag

Haufe Lexware eBooks

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

2954 KB

Auflage

1. Auflage 2023

Sprache

Deutsch

EAN

9783648168431

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Produktdetails

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PDF

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Erscheinungsdatum

13.12.2022

Verlag

Haufe Lexware eBooks

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

2954 KB

Auflage

1. Auflage 2023

Sprache

Deutsch

EAN

9783648168431

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  • Bewertung

    2/5

    16.05.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Grundsatzkapitel: Im Historischen oberflächlich, im Politischen weit über das Ziel hinaus

    Als Verfasser theoriegeschichtlicher Arbeiten mit Schwerpunkt Ordoliberalismus interessierte mich, was ein renommierter Praktiker der Personalwirtschaft über mein publizistisches Feld, auf das er sich grundsätzlich dankens- und begrüßenswerterweise begibt, denkt und nahm mir daher das öffentlich einsehbare Grundsatzkapitel vor. Das Ergebnis des Kapitels "Grundsätzliches zu Wirtschaft und Gesellschaft" fällt aber in Relation zu der Ankündigung, dass im Buch im Gegensatz zu "Kalli von der Würstchenbude" (S. 12) hohe intellektuelle Kost geboten werde, eher enttäuschend aus. Das mag vielleicht auch den Grund darin haben, dass das Lektorat bei einer Verwaltungsbetriebswirtin (VWA) lag. Wenn der Rezensent wie der Buchautor von übermäßiger linksalternativer Systemkritik genervt ist, so muss man sich fragen, ob hier nicht der freiheitlichen Wirtschaftsordnung mit der mE polemischen Behandlung des Themas ein Bärendienst geleistet wird. Kommt denn in den Medien der Kapitalismus wirklich "gleich nach Hitler" (S. 13)? In diesem mE holzschnittartigen Sinne kommt der Autor auch auf die historischen Wurzeln der Gegenwart zu sprechen. "Um zu verstehen, was hier in unserer Marktwirtschaft gesellschaftlich abgeht", nennt er folgende historische Größen: "Luther, Liberalismus, Französische Revolution und Bismarck." (S. 15) War Luther nicht in erster Linie ein (vom Rezensenten hoch geschätzter) Theologe, den es um die pers. Rechtfertigung vor Gott ging, denn ein Umstürzler kirchlicher Strukturen (letzteres nur als Ableitung)? Trifft nicht zumindest auf seine wirtschaftsethischen Schriften das Urteil Ernst Troeltschs zu, dass er eher dem Mittelalter denn der Neuzeit zuzurechnen ist? Ist nicht, um mit dem Troeltsch-Freund Max Weber zu reden, der Calvinismus (s. die von Christoph Nehring hoch gelobten USA) weitaus eher die konfessionelle Triebkraft des Kapitalismus? In puncto des durchaus heterogenen philosophischen wie ökonomischen Liberalismus geht mE Nehring trotz Anspielung auf die unsichtbare Hand von Adam Smith auf keinen einzelnen Autoren (für einen Ökonomen böten sich zB die britischen Klassiker, die Österreicher oder die Chicagoer an) ein. Einzig im Kontext der Kapitalismuskritik fällt der Name des Schweizer Marxisten Jean Ziegler. Hinsichtlich der französischen Revolution dürften die Auswirkungen auf den Kapitalismus ambivalent sein (die Volkswirtschaft Frankreichs gilt ja auch heute noch als verhältnismäßig etatistisch). Kann man denn Robespierre oder gar Babeuf ernsthaft als Kapitalisten bezeichnen? Hinsichtlich Bismarck gibt der Autor selbst zu, dass dieser, was ja so ab etwa 1878 zutreffend ist, eher sozialreformerisch gewirkt hat. Bezüglich der vielen Spielarten des wirtschaftlichen Liberalismus scheint dem Autoren - im Widerspruch zum Titel - eine sehr puristische Variante sympathisch zu sein. Die in jeder Gesellschaft übliche Belohnung der Erfolgreichen mit "Achtung oder Furcht, Macht, höhere(m) Wohlstand und eine(m) besseren Zugriff auf Lebenspartnerschaften (Frauen, Männer, Sex)" (S. 15) würde hier durch das Leistungsprinzip gerecht erfolgen. Der bundesdeutschen Version der Sozialen Marktwirtschaft scheint er dagegen eher skeptisch gegenüberzustehen. Die ihr eigene soziale Alimentierung vertiefe nur die Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern und verführe zum "Abschied von der erwerbsmäßigen Anstrengung" (S. 14), was teilweise in Alkoholismus münde. Im Zusammenhang mit dem an anderer Stelle gepflegtem Duktus - besagte unsichtbare Hand zB verpasse "gerne und häufig schallende Ohrfeigen" (S. 8.) - verspürt der Rezensent hinsichtlich der ihm mutmaßlich durchschimmernden impliziten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Orientierung des Buches ein gewisses Unbehagen. Der jüngst von Wendula von Klinckowstroem portraitierte Walter Eucken mit seiner in dunkelster Zeit formulierten Forderung nach einer "funktionsfähigen und menschenwürdigen Wirtschaftsordnung" ist ihm da weitaus lieber.

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