Markus Orths mitreißender Roman über die Schriftstellerinnen Mary Shelley und Claire Clairmont - eine sprudelnde Geschichte über die Literatur, das Leben und die Liebe Nach einer wahren Begebenheit: Die Stiefschwestern und Schriftstellerinnen Mary Shelley und Claire Clairmont lieben Percy. Und Percy liebt Mary & Claire. An seiner Seite entfliehen die Frauen der Londoner Enge. Sie wollen atmen, reisen, lesen, wollen verrückt sein, lieben und schreiben. Und sie nehmen den schillerndsten Popstar der Literatur Anfang des 19. Jahrhunderts in ihre Gemeinschaft auf: den jungen Lord Byron. Bei heftigen Gewittern treffen sie sich am Genfer See. Opiumberauscht schlägt Byron um Mitternacht ein Spiel vor: Wer von uns schreibt die schaurigste Geschichte? Für Mary & Claire wird nach dieser Nacht nichts mehr so sein wie zuvor. Ein mitreißender Roman, der Geschichte lebendig macht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Gavroche
4/5
29.03.2023
eBook (ePUB)
Eigenwillig
Wer sich etwas näher mit der Entstehungsgeschichte von "Frankenstein" beschäftigt, dem ist das Treffen am Genfer See im Jahr 1816 wohl bekannt. Die vier Schriftsteller*innen, die sich dort treffen, waren das Paar Mary Godwin und Percy Shelley sowie Marys Schwester Claire Clairmont und Lord Byron. Mary und Claire sind Stiefschwestern, die allerdings ein gutes Verhältnis zueinander haben. Nicht selbsteverständlich, denn beide haben schriftstellerische Ambitionen und beide haben sich in Percy Shelley verliebt. Abseits der Konventionen leben und reisen sie zusammen. Bis sich Claire in Lord Byron verliebt, den sie jedoch noch nie getroffen hatte. Byron liebte aber nicht nur die Frauen, sondern auch Männer.
Ein Roman, der mit den historischen Fakten spielt, sie ausbaut und etwas ganz Eigenes schafft. Wer die Bücher von Marcus Orths kennt, weiß, worauf er sich einlässt und mir gefallen seine Romane, so auch dieser.
Gavroche
4/5
29.03.2023
eBook (ePUB)
Wer sich etwas näher mit der…
Wer sich etwas näher mit der Entstehungsgeschichte von "Frankenstein" beschäftigt, dem ist das Treffen am Genfer See im Jahr 1816 wohl bekannt. Die vier Schriftsteller*innen, die sich dort treffen, waren das Paar Mary Godwin und Percy Shelley sowie Marys Schwester Claire Clairmont und Lord Byron. Mary und Claire sind Stiefschwestern, die allerdings ein gutes Verhältnis zueinander haben. Nicht selbsteverständlich, denn beide haben schriftstellerische Ambitionen und beide haben sich in Percy Shelley verliebt. Abseits der Konventionen leben und reisen sie zusammen. Bis sich Claire in Lord Byron verliebt, den sie jedoch noch nie getroffen hatte. Byron liebte aber nicht nur die Frauen, sondern auch Männer. Ein Roman, der mit den historischen Fakten spielt, sie ausbaut und etwas ganz Eigenes schafft. Wer die Bücher von Marcus Orths kennt, weiß, worauf er sich einlässt und mir gefallen seine Romane, so auch dieser.
Lesesaite
5/5
14.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
… Liebe - Leben - Literatur …
„Nachdem Byron in der Villa Diodati seine Frage gestellt hatte, wer die schaurigste Gruselgeschichte schreiben werde, war Mary sofort ein Name in den Sinn gekommen: Frankenstein. Frankenstein, flüsterte sie unhörbar.“ (Seite 275)
Und so beginnt es …
„[…] Sommersonnenwende. Draußen zog ein neuerliches Gewitter auf. Sie fiel in einen zittrigen Schlaf, und als sie die Augen öffnete, irgendwann, da stand - im alles erhellenden Blitz - eine Kreatur an ihrem Bett, zusammengeflickt aus Menschenteilen, aus Knochen und Fleisch, die Augen wässrig gelb und starr, ohne Haare, die Zähne schräg im Mund, die Nase mit nur einem einzigen, zerfledderten Nasenloch, über die blanke Stirn kroch eine Narbe zur linken Wange, und jetzt streckte das Wesen seine Hände nach Mary aus, und Mary schrie und schloss die Augen sofort […].“ (Seite 276).
War es tatsächlich ein Traum? Oder war es vielleicht mehr als ein Traum? Eins war ihr klar „Genau diese Angst muss es sein.“ (Seite 277)
Wir begleiten in diesem mitreißenden Roman von Markus Orths die beiden Schriftstellerinnen und Stiefschwestern Mary Shelly und Claire Clairmont in ihren ungewöhnlichen Beziehungen zu den Männern Lord Byron sowie Percy und wie 1818 ein Klassiker der Weltliteratur entstanden ist.
In den Bemerkungen des Autors erfahren wir, der Roman „[…] folgt der Spur von Menschen, die wirklich gelebt haben. Das Bekannte, das Nachlesbare bildet den Hintergrund dieses Romans. Sein Vordergrund ist das Verborgene, das nie wieder Auffindbare […]. Der Roman nimmt sich die Freiheit, Unbekanntes zu erfinden und Bekanntes auszusparen.“ (Seite 302)
Aischa
aus Kissing
5/5
28.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Polyamorie unter leidenschaftlichen Literat*innen
Nach "Max" und "Picknick im Dunkeln" greift Markus Orths auch für seinen aktuellen Roman wieder zu prominenten Figuren: Die titelgebenden Protagonistinnen sind die Stiefschwestern Mary Shelly und Claire Clairmont. Während letztere vor allem als Geliebte des schillernden Pop-Literaten Lord Byron bekannt wurde, ist Mary als Autorin von "Frankenstein" in die Literaturgeschichte eingegangen.
Orths zeichnet die vielfältig verflochtenen Lebensläufe der ungewöhnlichen Frauen mit viel Liebe zum Detail, es entsteht eine mitreißende Geschichte, die die Ménage-à-trois mit dem jungen Schriftsteller (und späterem Ehemann Marys) Percy Shelly als abenteuerlich und dennoch völlig glaubwürdig darstellt. Gut gefällt mir, dass auch Claires Talent zum Schreiben gewürdigt wird; ist sie doch landläufig weniger als Schriftstellerin der Romantik sondern vielmehr als Gouvernante und für Ihre Liebschaften bekannt.
Es fällt auf, dass in diesem Roman nahezu alle Figuren für die Literatur brennen, ja dass sie dem Schreiben eine zentrale Bedeutung für ihr Sein zuweisen. Und Markus Orths verfügt glücklicherweise selbst über die nötige Leidenschaft für Sprache, um diese Hingabe ans Schreiben in faszinierende Wortbilder zu kleiden. So etwa, wenn es über Marys Vater heißt: "William muss Gedanken aus dem Kopf pflücken oder meißeln und anschließend zu Papier bringen."
Ein mitreißender Roman voller Sprachwucht, der mich für Stunden beinahe alles um mich herum vergessen ließ. So muss Literatur sein.
Aischa
5/5
28.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach "Max" und "Picknick im…
Nach "Max" und "Picknick im Dunkeln" greift Markus Orths auch für seinen aktuellen Roman wieder zu prominenten Figuren: Die titelgebenden Protagonistinnen sind die Stiefschwestern Mary Shelly und Claire Clairmont. Während letztere vor allem als Geliebte des schillernden Pop-Literaten Lord Byron bekannt wurde, ist Mary als Autorin von "Frankenstein" in die Literaturgeschichte eingegangen. Orths zeichnet die vielfältig verflochtenen Lebensläufe der ungewöhnlichen Frauen mit viel Liebe zum Detail, es entsteht eine mitreißende Geschichte, die die Ménage-à-trois mit dem jungen Schriftsteller (und späterem Ehemann Marys) Percy Shelly als abenteuerlich und dennoch völlig glaubwürdig darstellt. Gut gefällt mir, dass auch Claires Talent zum Schreiben gewürdigt wird; ist sie doch landläufig weniger als Schriftstellerin der Romantik sondern vielmehr als Gouvernante und für Ihre Liebschaften bekannt. Es fällt auf, dass in diesem Roman nahezu alle Figuren für die Literatur brennen, ja dass sie dem Schreiben eine zentrale Bedeutung für ihr Sein zuweisen. Und Markus Orths verfügt glücklicherweise selbst über die nötige Leidenschaft für Sprache, um diese Hingabe ans Schreiben in faszinierende Wortbilder zu kleiden. So etwa, wenn es über Marys Vater heißt: "William muss Gedanken aus dem Kopf pflücken oder meißeln und anschließend zu Papier bringen." Ein mitreißender Roman voller Sprachwucht, der mich für Stunden beinahe alles um mich herum vergessen ließ. So muss Literatur sein.
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