Akribisch recherchiert und packend erzählt: Ein historischer Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Über den Mut zum Widerstand und die Rettung vieler jüdischer Kinder, die in der Schule Beauvallon in den 1940er-Jahren überlebten.
Dieulefit, 1965:¿Im Auftrag ihres Freiburger Radiosenders¿reist die Moderatorin Agnes in einen kleinen französischen Ort, wo im Zweiten Weltkrieg mehr als tausend Flüchtlinge Schutz fanden. Darunter viele jüdische Kinder, die in der Schule Beauvallon von den mutigen Dorfbewohnern versteckt wurden. Könnte auch Agnes' Freundin Lily überlebt haben, von der seit zwanzig Jahren jede Spur fehlt? Welche Antworten hat ein damals ranghoher Résistance-Offizier? Agnes' Recherche wird zu einer aufwühlenden Reise in die Vergangenheit, die sie mit der Macht des Schweigens und¿einem¿Versprechen von einst konfrontiert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
5/5
01.01.2025
eBook (ePUB)
Packende Erzählung über das Schicksal der Kinder von Beauvallon
Die Erzählerin wechselt spannungsaufbauend zwischen den Nachkriegsjahren (1960er) und den Jahren des Krieges im besetzten Frankreich. Mit Spannung werden die Schicksale der Kinder, deren Ängste, Wünsche und Hoffnungen, sowie das gefährliche Leben der Menschen in der Résistance anschaulich geschildert.
Fotofeder
aus Barmstedt
5/5
04.12.2023
eBook (ePUB)
Eine wahre Geschichte, die unter die Haut geht
https://fotofeder.de/die-kinder-von-beauvallon/
Eine wahre Geschichte, verpackt in einen fesselnden Roman mit Tiefgang.
Die Kinder von Beauvallon erzählt eine Geschichte über die furchtbaren Verbrechen des zweiten Weltkrieges, über die Schicksale von Kindern und über die ungebrochene Menschlichkeit und Güte Derjenigen, die sich in ihrem Selbstverständnis die Rettung von Kindern zur Lebensaufgabe gemacht haben.
Das Wunder von Dieulefit war Realität und ist es bis heute, so wie die Schicksale der Menschen die während des zweiten Weltkriegs ihrer Existenzgrundlage beraubt, in die Flucht geschlagen, erniedrigt und ermordet worden sind.
Umso wichtiger ist es darüber zu schreiben, darüber zu lesen und darüber zu sprechen. Denn wer die Vergangenheit verdrängt, vergiss und als abgeschlossen betrachtet, kann aus dieser auch nichts lernen – und das ist ein unabdingbares Muss.
Während ein zweiter Erzählstrang sich mit der Recherche einer Journalistin in den 60er Jahren befasst, die in jene Vergangenheit eintaucht, nimmt uns die eigentlich entscheidende Geschichte mit in die Vergangenheit. Keine Zeile dieses Romans lässt einen unberührt. Bei der Vorstellung ähnliches Geschehen, könnte unsere Realität erreichen, stockt einem das Herz.
Lesen und Nachdenken.
Hoelzchen
aus Bad Oldesloe
5/5
24.05.2023
eBook (ePUB)
Zwei Freundinnen finden sich wieder
„Die Kinder von Beauvallon“ von Bettina Storks beruht auf authentische Hintergründe.
Der Roman hat zwei Erzählstränge. 1940: Lily und Agnes sind beste Kinderfreundinnen, doch Lily ist Jüdin und wird mit ihren Eltern deportiert. Agnes hört und sieht nie wieder etwas von ihnen und kann das Geschehene nicht einordnen. Währenddessen erfahren wir Leser und Leserinnen, was Lily erleiden musste. Lilys Eltern fanden einen Weg und gaben ihre einzige Tochter in die Hände der französischen Resistance, die Lily und viele andere Menschenleben retten konnten. Im französischen Dieulefit konnten diese Menschen ein fast normales Leben führen.
1965: Agnes ist eine moderne Frau und arbeitet für einen Rundfunksender. Dort eckt sie immer mal wieder mit – für diese Zeit – brisanten Themen an. Ihr Vorgesetzter Wolfgang meint es gut mit ihr und legt ihr eine Reportage über den Ort Dieulefit nahe. Agnes macht sich auf den Weg nach Frankreich, trifft dort auf Zeitzeugen und erfährt von Lilys Schicksal. Danach begibt sie sich auf die Suche nach ihrer alten Freundin. Zwischenzeitlich muss sie erkennen, dass ihre Arbeit nicht von allen wohlwollend anerkannt wird, so dass sie am Ende eine Entscheidung treffen muss.
Dieser Roman ist eine Mischung von authentischen Hintergründen und fiktiven Geschehnissen. So gab es einige – hier im Roman erwähnte Personen- wirklich, das macht das Buch noch wertvoller. Man merkt dem Roman auf jeder Seite an, dass Bettina Storks viel Zeit in eine gute Recherche investiert hat. Das Gelesene hat mich wirklich sehr berührt und beschäftigt mich noch immer. Man kann gar nicht genug über diese Zeit lesen und alles daransetzten, dass so etwas nie wieder passiert. Der Ort Dieulefit und das dort zugetragene waren mir völlig unbekannt, umso interessanter empfinde ich es, in Romanform darüber gelesen zu haben und auch die Arbeit der Resistance gebührt meine größte Anerkennung. Ein großes Dankeschön an Bettina Storks, uns mit diesem tollen historischen Roman die Geschichte näher zu bringen.
Unbedingt 5 Sterne zur Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
16.05.2023
eBook (ePUB)
Das Wunder von Dieulefit
Wenn Sie gut recherchierte Romane mit einem fundierten geschichtlichen Hintergrund mögen, dann werden Sie bei Bettina Storks fündig. „Die Kinder von Beauvallon“ ist jetzt nach „Das geheime Lächeln“ und „Leas Spuren“ der dritte Roman, den ich von ihr gelesen habe. Dass ich von diesen Romanen begeistert war, weil sie so spannend sind, fällt mir etwas schwer zu schreiben, weil die Themen jeweils zurück in die Zeit des 3. Reichs reichen. Die Frage ist, ob man damit dem Thema gerecht wird oder aber den schwierigen und traurigen Hintergrund einfach als spannende Kulisse degradiert. Aber ja – ich war von allen drei Romanen begeistert. Und nein – ich habe nicht das Gefühl, dass die Autorin diese tragischen Geschehnisse als Kulisse missbraucht. Und ich habe, wie so oft bei dieser Art Roman, etwas über die Deutsch-Französische Geschichte der jüngeren Vergangenheit lernen dürfen.
Zu dem Roman muss ich Ihnen gar nicht viel erzählen, da die Geschichte hier gut wiedergegeben wurde. Bettina Storks erzählt sie auf zwei Zeitebenen. Der Roman beginnt am 22.Oktober 1940 in dem badischen Ort Sulzbach. Die jüdischen Einwohner des Dorfes werden nach Frankreich deportiert. Mit dabei ist die neunjährige Lily Blum mit ihren Eltern. Und ihre beste Freundin Agnes wird Zeugin dieser Aktion. Agnes verspricht ihrer Freundin, dass sie auf Lily warten wird, bis sie zurückkommt. Dann springt das Buch in das 1965. Agnes arbeitet inzwischen beim Rundfunk in Freiburg. Dort wird ihr eine tolle Story in Aussicht gestellt. Sie soll etwas recherchieren. In einem französischen Dorf namens Dieulefit sollen unzählige Flüchtlinge, darunter auch Kinder aus Baden überlebt haben. Dies ist die Gelegenheit, sich als Journalistin einen Namen zu machen. Aber es ist auch eine Chance, endlich etwas über den Verbleib ihrer Kindheitsfreundin Lily herauszufinden. Und so wechselt die Geschichte zwischen der Geschichte Lilys ab 1940 und der Geschichte Agnes 1965 hin und her.
Es ist also zum einen die Geschichte der jüdischen Kinder, die in der Schule Beauvallon in Dieulefit untergekommen sind. Damit eng verbunden ist die Geschichte der Résistance, denn ohne die Résistance hätte es dieses Wunder gar nicht gegeben. Hier hat die Autorin einige Persönlichkeiten in ihren Roman integriert, die es wirklich gegeben hat.
Das Ganze ist aber auch ein sehr interessanter Einblick in die Zeit um 1965. 20 Jahre sind seit dem Ende des verlorenen 2. Weltkriegs vergangen. Und viele Unterstützer des 3. Reichs sind inzwischen reingewaschen und wieder in hohe Ämter aufgestiegen. Eine Aufarbeitung der Vergangenheit ist nicht erwünscht. Agnes macht sich also keine Freunde damit, dass sie in der Vergangenheit herumschnüffelt.
Mir hat an diesem Roman besonders gut gefallen, dass die Autorin einige Themenkomplexe anspricht, die vielen vielleicht nicht bekannt sind. Dies sind:
- das Internierungslager Gurs, in dem zuerst politische Flüchtlinge aus Spanien und ehemalige Kämpfer des Spanischen Bürgerkriegs leben mussten. Später nutzten es die Nationalsozialisten, um die Juden aus Süddeutschland dorthin zu deportieren. Das Lager wurde allerdings nicht von den Nationalsozialisten betrieben, sondern in deren Auftrag von der Vichy-Regierung.
- die Verhaftung der Juden in Paris, die im Velodrome d’Hiver zusammengepfercht und später deportiert wurden.
- die Geschichte der Stadt Lyon während des 2. Weltkriegs. Zum einen war Lyon der Ort in dem Klaus Barbie, der Gestapo-Chef, der als „Schlächter von Lyon“ in die Geschichte eingegangen ist, seine Zentrale hatte. Zum anderen war Lyon aber auch der Hauptsitz der Résistance in Frankreich.
- der Versuch der Aufarbeitung der Vergangenheit der Deutschen in den 60er Jahren. 1963 -1965 fanden in Frankfurt die Auschwitzprozesse unter der Leitung des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer statt, wurden aber von der Bevölkerung weitestgehend ignoriert.
- und natürlich die Geschichte des Ortes Dieulefit, der Internatsschule Beauvallon und der sogenannten „Stillen Held*innen“, denen ihr Handeln selbstverständlich war.
Wie bereits eingangs erwähnt, liest sich die Geschichte ausgesprochen spannend. Aber dabei schafft es die Autorin immer, dass sie den Menschen die gebührende Achtung entgegenbringt. Am Ende des Buches gibt es ein Nachwort der Autorin, eine Auflistung der historischen Figuren und historischen Ereignisse, sowie weiterführende Hinweise zu Literatur, Radiosendungen und Filmen.
Bewertung
aus Troisdorf
5/5
07.05.2023
eBook (ePUB)
Mut und Hoffnung in den dunkelsten Zeiten
Dieulefit 1965: Agnes, die Moderation eines Radiosenders reist nach Frankreich in einen Ort, wo während des 2. Weltkrieges mehr als tausend Flüchtlinge Schutz fanden. Darunter auch viele jüdische Kinder, die von mutigen Dorfbewohnern versteckt wurden. Vielleicht auch Agnes' jüdische Kinderfreundin Lily, die seit mehreren Jahrzehnten verschollen ist? Ihre Aufarbeitung führt Agnes in eine aufwühlende Reise in die Vergangenheit, was mit einem Versprechen verbunden ist.
Mir hat der neue Roman „ Die Kinder von Beauvallon“ von Bettina Storks bestens gefallen. Die Seiten flogen nur so dahin und mir fiel es schwer, das Buch beiseite zu legen. Die Autorin hat es geschafft, mich tief mit in ihr Buch zu nehmen und somit konnte ich in die Geschichte tief ein-, und abtauchen.
Besonders hervorzuheben ist die tiefgründige detailgenaue Recherche der Autorin. Sie hat mit viel Einfühlungsvermögen ein großartiges Werk nach wahrer Begebenheit erzählt.
Das Buch wurde in verschiedenen Zeitebenen verfasst und aus Sicht der jeweiligen Hauptfiguren. Es spielt in den 40er und 60er Jahren.
Bettina Storks konnte mich mit ihrem flüssigen, emotionsgeladenen und spannenden Schreibstil total begeistern und ich hatte beim lesen die Bilder vor Augen.
Das Buchcover passt sehr gut zur Handlung und zeigt die Kinder von Beauvallon.
Die Figuren habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich habe zu jeder Zeit mit den Figuren mitgelitten und mitgefiebert und musste an vielen Stellen mit den Tränen kämpfen. Ich habe den Mut von den Mitgliedern des Widerstandes bewundert, die ihr eigenes Leben für die Rettung vieler jüdischer Kinder auf das Spiel setzten und sich vielen Gefahren aussetzten.
Agnes setzt alle Hebel in Bewegung, um ihre jüdische Kinderfreundin Lily, die 1942 mit ihrer Familie von Sulzburg deportiert worden war, wieder zu finden.
Auch die Fluchthelferin Jolie hat mein Herz im Sturm erobert. Sie hat den Kindern so viel Liebe und Geborgenheit in den dunkelsten Zeiten geschenkt und ich habe sie für ihren Mut bewundert.
Bettina Storks hat Gegenwart und Vergangenheit sehr gut miteinander verwoben und ein wichtiges geschichtliches Kapitel, die Résistance in Frankreich erwähnt. Es geht auch um Hoffnung, Mut und Zusammenhalt, ein ganzes Dorf, das jüdische Kinder versteckt.
Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem neuen Roman ein großartiges Meisterwerk mit deutsch- französischer Geschichte nach wahrer Begebenheit gelungen. Sie hat eine sehr packende, aufwühlende Geschichte mit historischen Hintergrund in zwei verschiedenen Zeitebenen geschrieben. Diese Zeiten dürfen nie in Vergessenheit geraten werden. Ich empfehle das Buch vom ganzen Herzen weiter und vergebe mehr wie 5 Lesesterne.
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