Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland 1946 verschlägt es einen Zweig der Familie Neumann nach Westdeutschland, den anderen nach Ostdeutschland. Während sich auf der westlichen Seite bescheidener Wohlstand einstellt, entscheiden sich in der DDR die Söhne der Familie zur Flucht in den Westen. Neben der Mühsal im Alltag prägen die Sehnsucht nach der verlassenen Heimat sowie die Suche nach dem Ich den Neubeginn der Aufbaujahre. Ankommen. Bleiben. nimmt uns mit in diese Zeit des Neubeginns und erzählt uns die Geschichte von drei starken Frauen, die, jede auf ihre Art, couragiert ihre teils schwierigen Lebensumstände im Nachkriegsdeutschland meistern.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Lindau
5/5
02.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Überraschend fesselnder Familienroman
Eigentlich sind solche Familiengeschichten nicht so mein Ding. Doch hier war ich seltsam gefesselt und konnte das Buch gar nicht mehr weglegen. Die Ereignisse werden sehr unaufgeregt, gelassen und matter of fact geschildert, das gefällt mir sehr. Keine Sentimentalitäten, kein Kitsch, einfach nur der (manchmal banale - aber auch das ist schön), Fluss des Lebens. Es ist klar (auch wenn ich es nicht sicher weiß), dass die Autorin hier die Story ihrer eigenen Familie fiktionalisiert hat. Da passiert nicht wirklich etwas Spektakuläres, und vielleicht hat es mich gerade deshalb wirklich gepackt. Für Freunde des Genres (und solche die es werden wollen) unbedingt empfehlenswert!
Bewertung
5/5
10.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Authentisch erzählt mit bestem Unterhaltungswert
Als Vertreterin der frühen Nachkriegsgeneration ziehen mich Romane in ihren Bann, die schwerpunktmässig im Deutschland der Fünfzigerjahre angesiedelt sind.
Rita Fischer erzählt hier anschaulich und sehr fundiert eine Geschichte jener Zeit. Vor dem Hintergrund der politischen Veränderungen und in der ganzen Bandbreite der Ost-West-Problematik.
Damit berührt sie nicht nur Leserinnen wie mich, die bis zu einem gewissen Grad selbst Zeitzeugen sind, sondern bestimmt auch interessierte Vertreter:innen nachfolgender Generationen.
Wer nun aber denkt, es könnte sich um einen trockenen Geschichtsabriss handeln, der irrt sich. «Ankommen.Bleiben» ist nämlich ein lebendig und dynamisch erzählter Roman.
Wir lernen die Mitglieder der Familie Neumann kennen, von denen einige ihr Glück im Westen Deutschlands suchen, während sich andere im Osten ansiedeln. Das Spannungsfeld dieser beiden unterschiedlichen Realitäten wird authentisch dargelegt, was nicht zuletzt durch die von der Autorin sehr lebensnah gezeichneten Charaktere gelingt.
Humorvolle Passagen wechseln sich mit ernsthaften, nachdenklichen Elementen ab. Lustiges ist genauso möglich wie Momente voller Sehnsucht. Sehnsucht nach dem verlorenen Leben. Träumen von der einen Chance, die sich einem geboten hätte, wäre da nicht der Krieg gewesen, der alles zunichte gemacht hat.
Eine anregende Lektüre, bei der sich die Seiten wie von selbst umblättern.
Vollumfängliche Leseempfehlung!
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