Kreta, um das Jahr 1450 v. Chr. Das Volk der Minoer hungert und von Norden breiten die Achäer ihren Einfluss aus und drohen die Insel zu überfallen. Ide, Tochter des Archons von Phaistos, soll als Handelspfand mit Agathon, dem Prinzen von Pylos, vermählt werden und so ein starkes Bündnis sichern. Obwohl ihr Herz Geros, dem Flottenkapitän von Phaistos, gehört, muss sie ins ferne Pylos aufbrechen. Auf der gefährlichen Reise kommen ihr Zweifel, ob die Hochzeit tatsächlich dem Bündnis dient. Kann sie Agathon trauen? Oder ist die Vermählung Teil eines hinterhältigen Plans, mit dem die Achäer selbst die Herrschaft über Kreta erringen wollen? Nach und nach ereignen sich in Phaistos befremdliche Dinge, die Ides Verdacht erhärten. Ein historischer Roman, geprägt von einer spannenden, mitreißenden und detailreichen Erzählweise, die das Eintauchen in das bronzezeitliche Griechenland zu einem Vergnügen macht.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Münster
5/5
25.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Konnte mich begeistern
Nach langer Zeit habe ich mal wieder nach einem historischen Roman gegriffen. Die Geschichte um Ide, Tochter des Archons von Phaistos, spielt im 1450 v. Chr. Bisher habe ich noch nichts aus der Geschichte Kretas gelesen. Umso gespannter war ich.
Ide ist so etwas wie eine griechische Prinzessin, die einen Mann heiraten soll, den sie nicht liebt, der aber wichtig ist, um ihrem Volk, welches seit langer Zeit Hunger leidet, zu retten.
Die Autorin hat die Zeit und vor allem auch die Landschaft sehr gut und bildlich dargestellt. Es ist mir leicht gefallen, mich in die Vergangenheit hineinfallen zu lassen. Ide ist zu Beginn ein wenig naiv. Im Grunde ist ihr Leben recht unbeschwert, auch wenn sie einen Mann liebt, der vermutlich nicht von ihrem Vater an ihrer Seite und damit als zukünftiger Herrscher gesehen werden will. Aber im Laufe der Geschichte wächst Ide an ihren Aufgaben und wandelt sich vom naiven Mädchen zu einer taffen Frau. Sie muss sich vielen Widrigkeiten entgegenstellen. Angefangen bei einem Volk, welches zusehends unzufriedener wird, hin zu einer Hochzeit, die sie nicht will und den intriganten Spielen ihrer älteren Schwester.
Der Schreibstil der Autorin ließ mich tief in die Geschichte eintauchen. Sie beschreibt sehr bildlich, aber nicht zu detailreich. An den richtigen Stellen gelingt es der Autorin auch, Spannung aufzubauen, um dann wieder emotional die Geschehnisse in Worte zu fassen. Zwischendurch war die Story recht ruhig, aber nie langweilig. Es ist eben kein Thriller, der von Spannung nur so triefen muss. Die Figuren waren der Zeit, in der die Geschichte spielt, angepasst und entsprechend charakterisiert. Das mag bei manchen Figuren oberflächlich erscheinen, aber es ist einfach dem jeweiligen Stand der Figur zur Zeit 1450 v. Chr. geschuldet.
Insgesamt eine Geschichte, die ich gerne gelesen habe und die mich inspiriert hat, wieder häufiger zu historischen Romanen zu greifen.
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