Alles an Mr Chase ist ein wenig mittelmäßig: angefangen mit seinem Aussehen, sein Versicherungsjob, das Dorf, in dem er lebt und erst recht seine Wohnung.
Und dann passiert ihm etwas, das man nur aus hochge- spannten Wunschträumen kennt: Eine alte Lady, von deren Verwandtschaft er bisher kaum etwas wusste, verstirbt, und er erbt Ländereien, verpachtete und vermietete Häuser, Grundstücke in verschiedenen Grafschaften, einen großen Garten mit über fünfzig Pfauen und ein Tudor-Haus ohne Elektrizität, fließend Wasser und Heizung. Der Testamentsvollstrecker empfiehlt ihm, alles so schnell wie möglich unter den Hammer zu bringen.
Wie Mr Chase trotz der Verkaufsabsichten immer mehr dem Charme des alten Hauses erliegt und wie er begreift, dass dieses Haus zu ihm gehört, beschreibt die Autorin ebenso spannend wie amüsant.
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Bewertung
4/5
22.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Peregrinus chase
GELESEN: Vita Sackville-West "Das Erbe"
Erschienen 1922
Neuerscheinung 2023 bei Schöffling & Co Verlagsgesellschaft
127 Seiten
190g (L/B/H 188/123/15)
Übersetzung aus dem Englischen durch Irmela Erckenbrecht
Neuerscheinungen interessieren mich sehr, und hier hat mich nicht nur der Klappentext, sondern auch das besonders hübsche Cover angesprochen, welches allerdings bei der Erstveröffentlichung anders aussah. Es wurde von zwei Pfauen geschmückt. Diese Vögel spielen eine Rolle in der Handlung.
In einem Vorwort aus dem Jahr 1949 erfahren wir, wie die damals 57 Jahre alte Autorin (*09. März 1892 † 02.0.1962) überlegt, ob man das von ihr im Jahr 1922 oder sogar schon ein Jahr davor Geschriebene so stehen lassen kann. Siebenundzwanzig Jahre hatte sie diesen Text nicht mehr gelesen. Man wollte ihn neu drucken. Zum Glück blieb er in der Originalfassung.
Ein großartiges kleines Büchlein, das mich wirklich überrascht hat. Es ist die formvollendete Sprache, die den Leser in den Bann zieht, ebenso wie die Spannung, die um den Erben aufgebaut wird. Man ist versucht zur letzten Seite zu blättern, um zu erfahren, was man sich von Herzen für ihn wünscht.
Ein kleiner, zarter Mann, alleinstehend, seit Jahren in einem möblierten Zimmer hausend, während er tagsüber seiner Bürotätigkeit nachgeht und der durch dieses Erbe in eine Welt katapultiert wird, die ihm bislang fremd war. Von Tieren und Pflanzen hatte er keine Ahnung und von Villen, Häusern und Grundstücken ebenso wenig.
Vierundzwanzig Stunden liegt die über achtzig Jahre alte Phillida Chase bereits im Herrenhaus „Blackboys“ aufgebahrt. Der Sarg kann noch nicht geliefert werden, und nur die Trauergäste im näheren Umland konnten bislang unterrichtet werden, dass sich die Trauerfeier verschiebt. Die aus London Anreisenden haben keine Kenntnis.
In der fünfhundert Jahre alten Villa, die sich in beklagenswertem Zustand befindet, mit angrenzendem Park, der unzählige Pfauen beherbergt, die frei umherstolzierten, Räder auf den Fenstersimsen schlagen, tummelten sich drei Herren, die mit Mr. Chase über den Nachlass sprechen wollen.
Da gibt es den übereifrigen Rechtsanwalt Nutley, Colonel Standfort, der engste Freund, den die Verblichene je hatte, sowie ihr Treuhänder Farebrother, der Seniorpartner Nutleys.
Peregrinus Chase, ein kleiner Versicherungsangestellter, der Alleinerbe, wohnhaft in Wolverhampton, kannte seine verstorbene Tante nicht und soll nun „Blackboys“, Ländereien, Nebengebäude, verpachtete und vermietete Häuser sowie Grundstücke in den Grafschaften Sussex und Kent neben allen anderen beweglichen und unbeweglichen Gütern erben.
Dies alles ist mit Hypotheken belastet, somit hochverschuldet. Nutley rät unter allen Umständen zum Verkauf. Längst hat er den Ablauf einer Auktion in seinem Kopf manifestiert.
Als die drei Herren gegangen sind, beginnt Chase das Haus und den Park mit seinen Augen zu sehen. Augen, die angstvoll umherblickten
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