Produktbild: Lieblingstochter

Lieblingstochter Roman

8

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.02.2023

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

221

Maße (L/B/H)

21,7/13,1/2,4 cm

Gewicht

319 g

Farbe

Cognac / Anthrazit

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Sa préférée

Übersetzt von

Theresa Benkert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04197-7

Beschreibung

Rezension

»Großartiges Buch« (Elke Heidenreich) ("SPIEGEL Online")
»Jollien-Fardel erzählt direkt und atemlos. Die Wucht, mit der sie die Verheerungen entfaltet, packt.« ("Neue Zürcher Zeitung am Sonntag")
»Ein Buch, das unter die Haut geht.« ("Altmühl Bote / Wochenanzeiger")
»Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen so perfekten Erstlingsroman gelesen zu haben. Konzentriert, dicht und sprachlich sehr sorgfältig.« Carol Forster (Buchhändlerin Bücherladen Appenzell) ("SRF 2 Kultur")
»Eindrucksvoll beschreibt die Schweizer Autorin Sarah Jollien-Fardel in ihrem Roman ›Lieblingstochter‹, wie schwierig es ist, eine schreckliche Kindheit zu überwinden.« ("Ruhr Nachrichten")
»Der Roman beeindruckt mit den Schilderungen der Gewalt innerhalb einer Familie in einer Walliser Landgemeinde in den 1970er-Jahren. Die Ereignisse prallen durch die direkte und explizite Sprache wuchtig auf die Leserinnen und Leser.« ("SRF 2 Kultur")
»Sobald der Roman aufs reine Beschreiben vertraut, gewinnt er an Intensität. Die Beschädigungen der jungen Frau brauchen keine Erklärung.« ("Neue Zürcher Zeitung")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.02.2023

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

221

Maße (L/B/H)

21,7/13,1/2,4 cm

Gewicht

319 g

Farbe

Cognac / Anthrazit

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Sa préférée

Übersetzt von

Theresa Benkert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04197-7

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@aufbau-verlag.de

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Eine Geschichte mit Sogwirkung

MarieOn am 11.01.2024

Bewertungsnummer: 2106840

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Ich-Erzählerin Jeanne ist acht Jahre als ihr Vater sie fast totprügelt. Sie hätte es wissen können, es wissen müssen, weil sie nichts anderes tut, als ihn zu beobachten, zu erspüren, wann er neben sich tritt, sich vergisst, zum Monster wird. Aber Jeanne war unaufmerksam. Sie hat mit der stolzen Freude eines Kindes ein kleines Büchlein gebastelt, es mit Worten gefüllt und mitten hinein einen Tiger gemalt. Plötzlich steht er hinter ihr und fragt, was das wird. Jeanne, mit diesem großen Gefühl in der Brust, sagt: “Ein Tiger mein Lieber.” Mein Lieber, hörte sie den Herrn Doktor zu einem Nachbarn sagen. Sie bewunderte den großen, ruhigen, gebildeten Mann, bis zu dem Tag, als sie, übersät mit Blessuren, in der Klinik vor ihr steht, ihm sagt, dass habe der Vater ihr angetan und der Doktor Augen und Ohren verschließt. Seitdem verachtet sie ihn. Jeanne ist fünfzehn als sie den Absprung schafft und in ein Internat geht. Jedes laute Geräusch lässt ihr den Schrecken in die Glieder fahren, den Rücken krümmen und den Kopf einziehen. Sie verleugnet ihre Herkunft und bricht den Kontakt ab. Die hübsche Kommilitonin Charlotte aus reichem Hause, ist die einzige, die ihr näher kommen darf. Charlotte verführt Jeanne und sie werden ein ungleiches Paar. Sie macht mich ganz wahnsinnig, weil sie sich mehr für die Umgebung interessiert als für meinen Zustand, die Angst nicht wahrnimmt, die mir schwer im Magen liegt. S. 74 Fazit: Eine Geschichte mit Sogwirkung. Zuerst ist man neben Jeanne, mitten in ihrem Elternhaus und erlebt den tobsüchtigen, psychopathischen Vater. Sieht erschrocken mit an, dass ihr niemand hilft. Mutter und Schwester geht es nicht besser. Später wird klar, wie traumatisiert sie ist. Ihre Introvertiertheit, spricht man ihrer Wallisischen Herkunft zu. Die Protagonistin hat ein feineres Gespür für ihre Mitmenschen als für sich selbst. Die Beziehung zu Charlotte und deren Persönlichkeit, wird von der Protagonistin so gut analysiert. Jeanne hat sich ein eigenes Leben geschaffen, weit weg von ihrer Herkunft, ist autark, kommt jedoch aus ihrer Wut nicht raus. Sie schafft es nicht zu verzeihen. Sie wird ihrem Anspruch, ehrlich, loyal und integer zu sein, nicht gerecht, bleibt zerrissen und auf der Strecke. Sarah Jollien-Fardels Debüt wurde völlig zurecht mehrfach ausgezeichnet.

Eine Geschichte mit Sogwirkung

MarieOn am 11.01.2024
Bewertungsnummer: 2106840
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Ich-Erzählerin Jeanne ist acht Jahre als ihr Vater sie fast totprügelt. Sie hätte es wissen können, es wissen müssen, weil sie nichts anderes tut, als ihn zu beobachten, zu erspüren, wann er neben sich tritt, sich vergisst, zum Monster wird. Aber Jeanne war unaufmerksam. Sie hat mit der stolzen Freude eines Kindes ein kleines Büchlein gebastelt, es mit Worten gefüllt und mitten hinein einen Tiger gemalt. Plötzlich steht er hinter ihr und fragt, was das wird. Jeanne, mit diesem großen Gefühl in der Brust, sagt: “Ein Tiger mein Lieber.” Mein Lieber, hörte sie den Herrn Doktor zu einem Nachbarn sagen. Sie bewunderte den großen, ruhigen, gebildeten Mann, bis zu dem Tag, als sie, übersät mit Blessuren, in der Klinik vor ihr steht, ihm sagt, dass habe der Vater ihr angetan und der Doktor Augen und Ohren verschließt. Seitdem verachtet sie ihn. Jeanne ist fünfzehn als sie den Absprung schafft und in ein Internat geht. Jedes laute Geräusch lässt ihr den Schrecken in die Glieder fahren, den Rücken krümmen und den Kopf einziehen. Sie verleugnet ihre Herkunft und bricht den Kontakt ab. Die hübsche Kommilitonin Charlotte aus reichem Hause, ist die einzige, die ihr näher kommen darf. Charlotte verführt Jeanne und sie werden ein ungleiches Paar. Sie macht mich ganz wahnsinnig, weil sie sich mehr für die Umgebung interessiert als für meinen Zustand, die Angst nicht wahrnimmt, die mir schwer im Magen liegt. S. 74 Fazit: Eine Geschichte mit Sogwirkung. Zuerst ist man neben Jeanne, mitten in ihrem Elternhaus und erlebt den tobsüchtigen, psychopathischen Vater. Sieht erschrocken mit an, dass ihr niemand hilft. Mutter und Schwester geht es nicht besser. Später wird klar, wie traumatisiert sie ist. Ihre Introvertiertheit, spricht man ihrer Wallisischen Herkunft zu. Die Protagonistin hat ein feineres Gespür für ihre Mitmenschen als für sich selbst. Die Beziehung zu Charlotte und deren Persönlichkeit, wird von der Protagonistin so gut analysiert. Jeanne hat sich ein eigenes Leben geschaffen, weit weg von ihrer Herkunft, ist autark, kommt jedoch aus ihrer Wut nicht raus. Sie schafft es nicht zu verzeihen. Sie wird ihrem Anspruch, ehrlich, loyal und integer zu sein, nicht gerecht, bleibt zerrissen und auf der Strecke. Sarah Jollien-Fardels Debüt wurde völlig zurecht mehrfach ausgezeichnet.

Intensives Leseerlebnis

lese_freiheit am 30.05.2023

Bewertungsnummer: 1951697

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In der Familie von Jeanne ist häusliche Gewalt an der Tagesordnung. Der Vater drangsaliert seine Ehefrau und Töchter, während das Umfeld sämtliche Anzeichen für die Misshandlungen ignoriert und wegschaut. Jeanne kann Dank eines Stipendiums auf ein Internat und damit der häuslichen Hölle frühzeitig entfliehen. Für die Mutter und ihre Schwester Emma gibt es jedoch kein Entkommen, keine Hilfe. Sie sind weiter den Aggressionen ihres Vaters schutzlos ausgeliefert. Welche privilegierte Stellung Jeanne mit dem Wegzug tatsächlich zuteil wurde, erfährt sie erst viel später. Trotzdem wirken sich die Erlebnisse auf toxische Weise in ihrem Liebesleben aus, die erst in der Beziehung zu Freundin Marine langsam anzukommen scheint. Dann fühlt sie plötzlich aber auch eine starke Anziehung zu ihrem Kollegen Paul, der sie aber nicht nachgeben kann. Obwohl die Handlung zahlreiche ungeschönt beschriebene, verstörende Gewaltexzesse beinhaltet, bannt mich die Geschichte von der ersten Seite an. Mich berühren gerade die Schicksale der Frauen sehr, die durch die Augen von Protagonistin Jeanne beinahe sachlich und nüchtern geschildert werden. Genau diese Erzählweise wirkt allerdings um so intensiver auf mich und verursacht von Beginn an eine Gänsehaut, die über das ganze Buch hinweg bestehen bleibt. Realistisch wird das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Opfer und Peiniger beschrieben und wie schnell aus Opfern Täter werden können. Ich bin gefangen zwischen Wut, Mitleid und der vergeblichen Hoffnung auf ein gutes Ende für die Beteiligten. Sicherlich kein Buch für schwache Gemüter, aber trotzdem ein nachhallendes Highlight für das ich eine Leseempfehlung geben möchte.

Intensives Leseerlebnis

lese_freiheit am 30.05.2023
Bewertungsnummer: 1951697
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In der Familie von Jeanne ist häusliche Gewalt an der Tagesordnung. Der Vater drangsaliert seine Ehefrau und Töchter, während das Umfeld sämtliche Anzeichen für die Misshandlungen ignoriert und wegschaut. Jeanne kann Dank eines Stipendiums auf ein Internat und damit der häuslichen Hölle frühzeitig entfliehen. Für die Mutter und ihre Schwester Emma gibt es jedoch kein Entkommen, keine Hilfe. Sie sind weiter den Aggressionen ihres Vaters schutzlos ausgeliefert. Welche privilegierte Stellung Jeanne mit dem Wegzug tatsächlich zuteil wurde, erfährt sie erst viel später. Trotzdem wirken sich die Erlebnisse auf toxische Weise in ihrem Liebesleben aus, die erst in der Beziehung zu Freundin Marine langsam anzukommen scheint. Dann fühlt sie plötzlich aber auch eine starke Anziehung zu ihrem Kollegen Paul, der sie aber nicht nachgeben kann. Obwohl die Handlung zahlreiche ungeschönt beschriebene, verstörende Gewaltexzesse beinhaltet, bannt mich die Geschichte von der ersten Seite an. Mich berühren gerade die Schicksale der Frauen sehr, die durch die Augen von Protagonistin Jeanne beinahe sachlich und nüchtern geschildert werden. Genau diese Erzählweise wirkt allerdings um so intensiver auf mich und verursacht von Beginn an eine Gänsehaut, die über das ganze Buch hinweg bestehen bleibt. Realistisch wird das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Opfer und Peiniger beschrieben und wie schnell aus Opfern Täter werden können. Ich bin gefangen zwischen Wut, Mitleid und der vergeblichen Hoffnung auf ein gutes Ende für die Beteiligten. Sicherlich kein Buch für schwache Gemüter, aber trotzdem ein nachhallendes Highlight für das ich eine Leseempfehlung geben möchte.

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Lieblingstochter

von Sarah Jollien-Fardel

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