Eine junge Hebamme ermittelt vor mittelalterlicher Kulisse.
Konstanz, 1327: Während zwei Morde die Stadt in Atem halten, wird die junge Hebamme Hanna ins Haus des Tuchhändlers Eberlin gerufen. Dessen hochschwangere Frau Martha berichtet von einer seltsamen Veränderung ihres Gatten, der in mysteriöse Machenschaften verstrickt zu sein scheint. Hanna versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, und muss schon bald erkennen, dass sie es mit gefährlichen Männern zu tun hat, die bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Eliza
5/5
17.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Der harte Alltag einer Wehmutter in Konstanz
Eine junge Wehmutter in der Ausbildung im Konstanz des 13 Jahrhunderts erlebt den harten Alltag im Mittelalter. Unverblümt und mit einer dem damaligen Wortlaut versehener Sprachfärbung erlebt der Leser eine spannende Geschichte um die mutige Hanna. In der Handlung geht es um die junge Hanna die bei der Lehrmutter Wendelgart die Ausbildung zur Hebamme absolviert. Diese wird eines Tages in das Haus des Tuchhändlers Eberlin gerufen. Dort geschehen seltsame Dinge und Eberlin ist Hanna direkt unsympathisch. Hanna hat Angst um die schwangere Ehefrau des Tuchhändlers und versucht alles um dieser zu helfen. Doch dabei begibt sie sich in große Gefahr. Hanna ist nicht auf den Mund gefallen und ist ein sehr hilfsbereiter Mensch. Sie hat den Traum „Hebamme“ zu werden und ist fleißig, aufmerksam und demütig. Aber sie beweist auch Mut und ist bereit über ihre eigenen Grenzen zu gehen, wenn es um Gerechtigkeit geht. Ebenfalls erwähnenswert ist die Lehrmutter und Hebamme Wendelgart. Diese ist eine sehr weise Frau, welche Hanna stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie ist die vermeintlich heimliche Heldin der Geschichte.
Die Handlung spielt in Konstanz im Jahr 1327 und ist zeitlich sehr gut einordbar. Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig, tragend und dem damaligen Zeitgeschehen angepasst. Als Leserin oder Leser findet man sich mitten im mittelalterlichen Konstanz wieder. Gerade die vielen Details aus der damaligen Arbeit der Hebammen, mit denen für uns heute begrenzten medizinischen Möglichkeiten hat, mir sehr gut gefallen. Mangelnde Ernährung und Hygiene gerade bei der oft ärmlichen Bevölkerung brachten sehr viele Probleme für die Alltagsarbeit mit sich.
Die Spannung der Handlung ist gut und wird sukzessive in dem Roman aufgebaut. Ich hätte mir noch ein zwei spannendere Wendungen gewünscht, aber dies ist der einzig kleine Kritikpunkt an dem ansonsten sehr schön erzählten historischen Roman. Als Besonderheit ist ein Personenregister am Anfang des Buches zu erwähnen. Die Sprachfärbung sowie die schön detaillierte Erzählung ist eine absolute Stärke dieses Buches. Das Fazit ist positiv. Schön und abwechslungsreich erzählt ist dieser Krimi aus dem Mittelalter eine schöne Alternative für die kalten und dunklen Wintertage.
clematis
5/5
07.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Die Wehmütter von Konstanz
Konstanz, 1327: Die junge Hanna lernt eifrig bei der alten Wehmutter Wendelgart und steht bereits kurz vor ihrer Prüfung als die Frau des Tuchhändlers Eberlin hochschwanger davon erzählt, dass sich ihr Gatte Ulrich in letzter Zeit recht seltsam verhält. Doch dieser Eindruck wird auf ihre besonderen Umstände zurückgeführt, nur Hanna glaubt Martha und versucht, der Angelegenheit nachzugehen. Schon bald aber muss sie erfahren, dass es gar keine gute Idee ist, den Männern in der Stadt nachzuspionieren.
Mit interessanten Einblicken in die Tätigkeit der Wehmutter im Mittelalter und dem Leben in Konstanz ganz allgemein beginnt Doris Röckle diesen Kriminalroman. Anfangs eher beschaulich und ruhig, wendet sich alsdann das Blatt. Finstere Gesellen schließen sich einem Anführer an und zwei Tote sorgen für Aufruhr, auch wenn es sich dabei nur um eine Dirne und einen kleinen Handwerkslehrling handelt. Auch mit Ulrich Eberlin scheint nicht alles zu stimmen und schon stecken Hanna und ihre Freundinnen in einem gefährlichen Abenteuer.
Liebevoll skizziert die Autorin die Berufe der Wehmutter, des Apothekers und des Medicus und beschreibt detailreich die Figuren, welche diese Tätigkeiten ausüben. Daneben gibt sie auch allen anderen Personen vorstellbare Züge und holt den Leser rasch in eine lebendige Welt in Konstanz. Das Leben der Mehrheit ist hart und karg, der Gegensatz zu den reichen Händlern und Handwerksmeistern kann kaum größer sein. Die einen fressen buchstäblich Dreck, die anderen hausen in prächtigen Villen, Standesunterschiede und Abhängigkeiten prägen den Alltag. Inmitten dieser Zustände erfreut sich Hanna ihres Lebens, hat ihre Berufszulassung vor Augen und einen charmanten Stallmeister, der ihr den Hof macht. Dennoch treiben sie ihre Neugier und ihr Gerechtigkeitssinn dazu, dem Geheimnis des Tuchhändlers auf die Spur zu kommen und Martha beizustehen.
Langsam aber stetig steigt die Spannung, möchte der Leser die waghalsige Wehmutterschülerin zurückhalten und beschützen, während diese immer tiefer in Verstrickungen und alte Geschichten eintaucht, dem kriminellen Gesindel immer näher auf den Fersen. Die Atmosphäre in der Stadt am Bodensee ist wahrlich gut eingefangen, sodass man sich selbst ein präzises Bild machen kann. Die sprachgewandten Beschreibungen tun ihr Übriges dazu, wenn alte, passende Ausdrücke in den Text eingewoben werden.
Eingerahmt ist dieser Kriminalroman von einem wunderschönen Titelbild, einer übersichtlichen Darstellung der vorkommenden Personen und einer spannenden Leseprobe am Ende zu einem früheren Abenteuer mit Hanna. Ich kann die Kriminalgeschichte in Konstanz jedenfalls empfehlen!
Titel Der Tod in den Gassen von Konstanz
Autor Doris Röckle
ASIN B0BMMKVZXF
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Taschenbuch (320 Seiten)
Erscheinungsdatum 23. Februar 2023
Verlag Emons
Bewertung
aus Oberursel
5/5
24.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Hebamme Hanna ermittelt wieder!
Wir sind in Konstanz im Jahre 1327. Hanna, die ich schon im Vorgängerband „Die Wehmutter vom Bodensee“ kennengelernt habe, ist mittlerweile offiziell in der Ausbildung zur Hebamme und kurz vor ihrer Prüfung zur Konstanzer Stadtwehmutter. Ihren Verlobten Ursus will sie im Anschluss heiraten. Ihre Freundinnen, die Begine und ehemalige Prostituierte Alma und die Müllersfrau Leni sieht sie regelmäßig. Wer also den Teil davor kennt, merkt, die „alten Gesichter“ sind alle wieder mit dabei, und sowas finde ich ja immer sehr schön . Man kann dieses Buch allerdings auch wunderbar ohne jegliche Vorkenntnisse lesen, die Story ist in sich abgeschlossen und es wird auch nur sehr wenig Bezug auf Vergangenes genommen.
Selbstredend ist das Verbrechen nicht weit, wo Hanna sich aufhält, und so stolpert sie erneut in dunkle Machenschaften: Im Hause des Tuchhändlers Eberlin betreut sie die hochschwangere Tuchhändlersgattin Martha, und die berichtet vom merkwürdigen Verhalten ihres Mannes, der seit einiger Zeit nicht er selbst zu sein scheint. Dessen Betragen ist in der Tat sehr dubios, und schon bald fragt sich Hanna, ob Eberlin in Zusammenhang mit einer Mordserie steht, die Konstanz gerade erschüttert. Alma und Leni unterstützen sie natürlich bei ihren Gedanken…und Taten, die dann folgen…..und wir folgen der angehenden Stadtwehmutter erneut durch das mittelalterliche Konstanz und ihren Ermittlungen.
370 Seiten und 29 Kapitel fasst die Printausgabe, und ich war bestens unterhalten! Die Autorin schreibt flüssig und bildhaft, und man merkt, wie detailgenau dieses Buch recherchiert sein muss. Das mittelalterliche Konstanz ist vor meinem inneren Auge auferstanden, das mittelalterliche Leben wurde perfekt portraitiert. Das Zunftwesen, der Alltag der Bürger, das Leben in einer mittelalterlichen aufstrebenden Stadt – all das wurde en passant wunderbar in die Geschichte eingewoben. Natürlich ist die Hebamme die Hauptperson, und kurz vor ihrer Abschlussprüfung geht ihrer Lehrmutter mit ihr das Wissen noch mal durch – und dabei fallen häppchenweise auch ein paar interessante Infos für den Leser mit ab.
Spannend fand ich auch, wie auf die Stellungen der Frauen eingegangen wurde. Frauen hatten zu diesen Zeiten offiziell keinerlei Rechte, sie waren ihrem Ehemann komplett unterstellt, und trotzdem: als Stadtwehmutter wird Hanna demnächst sozusagen angestellt sein bei der Stadt, ein jährliches Gehalt und ein Häuschen beziehen. Fand ich interessant, wusste ich nicht. Und verwitwete Damen konnten durchaus das Geschäft ihres verstorbenen Gatten führen - zwar brauchten sie einen männlichen Gesellen an ihrer Seite, aber Eigenständigkeit war durchaus gegeben.
Aber zurück zur Story: es war spannend, der Fall war richtig fesselnd, mich hat der Roman abgeholt. Coole weibliche Protagonistinnen, die sich in einer Zeit, die es ihnen nicht leicht gemacht hat, durchsetzen und ihren Weg gehen.
Ah, und bevor ich es vergesse: beim Lesen bitte den Prolog nicht vergessen - ich habe tatsächlich eine Weile gebraucht, um ihn zeitlich richtig einzusortieren, und am Ende noch einmal gelesen – anscheinend bin ich kriminaltechnisch doch nicht so versiert, wie ich dachte . Aber egal, Hanna hat auch eine Weile für die Auflösung gebraucht!
Grosse Leseempfehlung!!
Bewertung
5/5
12.03.2023
eBook (ePUB)
Roeckle, Doris Der Tod in den Gassen von Konstanz
Konstanz im Jahr des Herrn 1327.
Hanna ist in der Ausbildung zur Hebamme und will danach ihren Verlobten Ursus heitraten. Beide kenne ich aus dem Band
„Die Wehmutter vom Bodensee“.
Die Autorin flüssig und bildhaft. Das Leben in einer mittelalterlichen Stadt wird fast deteilgenau wiedergegeben.
Vor allem das Frauen in dieser Zeit keinerlei Rechte hatten.
Der Fall war spannend und hat mich gefesselt.
Die beiden Teile haben wir in einem Altenwohnheim vorgelesen und es war ein voller Erfolg.
Shilo
aus Ulm
5/5
23.02.2023
eBook (ePUB)
Spannender mittelalterlicher Kriminalroman
Dieser Kriminalroman führt den Leser nach Konstanz in das Jahr 1327. Hier bereitet sich die junge Hebamme Hanna auf ihr Examen vor dem Hohen Rat vor. Sie wird zu Martha Eberlin, der hochschwangeren Frau des Tuchhändlers Eberlin, gerufen. Dieser hat sich seit seiner Reise nach St. Gallen seltsam verändert. Auch scheint er in düstere Machenschaften verwickelt zu sein. Da geschehen auf den Straßen von Konstanz zwei Morde. Während Hanna versucht hinter das Geheimnis des Tuchhändlers zu kommen, muss sie erkennen, dass sie es mit sehr gefährlichen Männern zu tun bekommt. Und schon bald schwebt sie selbst in Lebensgefahr.
Dieser Roman mit seiner fesselnden Handlung ließ mich tief in das Mittelalter eintauchen. Bildhaft sind die verschiedenen Orte beschrieben, so dass ich stets das Gefühl hatte, die engen Gassen von Konstanz vor meinen Augen zu haben. Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht zu lesen.
Mein Fazit:
Freunde von mittelalterlichen Kriminalromanen kommen hier auf ihre Kosten. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
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