Produktbild: Montaigne

Montaigne Philosophie in Zeiten des Krieges. Eine Biographie

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.01.2023

Abbildungen

mit 23 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

330

Maße (L/B/H)

22,3/15,2/2,8 cm

Gewicht

569 g

Farbe

Mokka

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-79741-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.01.2023

Abbildungen

mit 23 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

330

Maße (L/B/H)

22,3/15,2/2,8 cm

Gewicht

569 g

Farbe

Mokka

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-79741-5

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • LichtundSchatten

    5/5

    04.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Jeder Tag am Schreibtisch in…

    Jeder Tag am Schreibtisch in seiner Bibliothek konnte der letzte sein. Montaigne schrieb in Zeiten des Bürgerkrieges zwischen Katholiken und Calvinisten, man hasste und befehdete sich, der Riss ging quer zu allen Bereichen, er trennte Obrigkeit, Nachbarn, Verwandte und auch Familien. Wurde man überfallen, was Montaigne auch geschah, war am Ende das größte Geschenk die Freiheit, die Abkehr von äußerem Zufall und Willkür hin zum inneren Gleichmaß. „Verteidigung zieht den Angriff auf sich. Angst erzeugt Aggression“, so Montaigne. Wenn jeder gegen jeden kämpft und keine Frontlinien sichtbar werden, ist Überleben das Maß aller Dinge und höchst schwierig. Montaigne verlässt sich auf den klugen, gewaltlosen, offenen Weg, er brüskiert andere mit seiner Hilfe und einer radikalen Offenheit, die ihm überraschenderweise verblüffende Erfolge bringt. Moralpredigten mit erhobenem Zeigefinger stoßen ab, wirkungsvolle Überzeugungsarbeit wird am besten im lockeren Plauderton geleistet, dies war didaktisches Prinzip seiner berühmten Essays. Montaigne ging jeden Tag hoch zu seinem Turmzimmer, der Bibliothek, die Treppen schon Meditation und Genuss. Er hat gelernt, auf die Feinde zu hören, ihnen mit anderen Mitteln zu begegnen als Hass. „Wenn man mir widerspricht, weckt man meine Aufmerksamkeit, nicht meinen Zorn. Ich gehe auf denjenigen zu, der anderer Meinung ist als ich, denn er bereichert mich.“ Volker Reinhard, der Autor dieser hervorragenden Biografie bemerkt, dass Montaigne für das 21. Jahrhundert höchst aktuell sei, sind in diesen Jahren doch die unduldsame Korrektheit und Ausblendung unliebsamer Meinungen ähnlich virulent wie damals, im 16. Jahrhundert in Frankreich. Ich habe nahezu alle Bücher über Montaigne gelesen, hier liegt etwas ganz Besonderes vor, spannend zu lesen, für mich mit vielen neuen Einsichten, am Ende mit einer biografischen Zeittafel.

  • Wedma

    5/5

    29.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zugängliche Aufbereitung des Lebens und Werkes Montaignes.

    Ein lesenswertes Sachbuch, vor allem für Einsteiger, das das Werk Montaignes und seine Zeit den heutigen Lesern nahebringt. Die Menschen im 21 Jh. begreifen und erleben das Leben deutlich anders zu den Zeiten Montaignes. Und gerade deshalb ist es gut, wenn es Kenner gibt, die damalige Zeit mit ihren Eigenarten und das Werk des Philosophen den heutigen Lesern verständlich erklären können. Insbesondere die Erläuterungen zu den Gegebenheiten in Frankreich fand ich interessant und bereichernd, denn diese Regeln gelten, wenn auch in leicht abgewandelter Form, bis heute, wenn man etwas genauer schaut: Wer und wie zum Adeligen „befördert“ werden konnte und warum. Wie hatte sich der Adelige zu verhalten, wie hatte er sein Leben und das Leben seiner Familie, seiner Untergebenen zu gestalten und warum uvm. Montaignes Essays kamen oft genug zu Sprache: Essays von 1580 im Dritten Kapitel und vom 1588 im Fünften. Klar, es ist ein Versuch einer Interpretation, eine Annäherung. Die Essays müsste man am besten selbst lesen. Aber das Interesse, die Motivation, diese sich bei Gelegenheit zu Gemüte zu führen, wurde durch dieses Buch nochmals bestätigt, und die zusätzlichen Anhaltspunkte geliefert, warum man die Essays heute lesen sollte. Auch der biographische Aspekt spricht dafür: Wie Montaigne als Mensch war, was ihm wichtig erschien, welche Freunde und Feinde, welche Leiden und Freuden im Leben er hatte, wie er damit umging uvm. Dass er vielen Vorgaben nicht folgen mochte und dies auch oft nicht tat, macht ihn nicht nur zum sympathischen philosophierenden Querdenker. Das kritische Hinterfragen der Taten der Mächtigen, wie er es zu tun pflegte, hätte auch uns heute nicht geschadet. Es gibt noch mehr Aspekte, die für die Lektüre dieses Buches sprechen, die den Rahmen hier sprengen würden. Die Buchgestaltung: Festeinband, mit 23 s/w Abbildungen und 2 Karten, fällt hochwertig aus, wie so oft bei C.H. Beck, was das Buch zu einem guten Geschenk macht. Fazit: Eine sehr gute Adresse vor allem für Einsteiger. Aber auch leicht Fortgeschrittene können hier für sich einiges Neues, Interessantes, Bereicherndes entdecken.

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  • Produktbild: Montaigne
  • Einleitung: Schreiben gegen die Gewalt

    Erstes Kapitel: HERKUNFT UND JUGEND 1533–1548
    Selbstbildnis als Aristokrat
    Von Eyquem zu Montaigne
    Experimentelle Erziehung
    Auf dem Collège

    Zweites Kapitel: KARRIEREHOFFNUNGEN, KARRIEREBRÜCHE 1549–1570
    Landleben und natürliche Theologie
    Jurist wider Willen
    Freundschaft mit Etienne de la Boétie
    Das Geschäft der Ehe
    Der König und die Kannibalen
    Der Austritt aus dem parlement
    Abrechnung mit der Justiz

    Drittes Kapitel: DER EDELMANN ALS SCHRIFTSTELLER 1571–1580
    Schlossherr im Bürgerkrieg
    Vier Widmungen, ein Ziel
    Der Ritter mit der goldenen Kette
    Vermittlungsarbeit zu Pferd und am Schreibtisch
    Die Essais von 1580 I : Anleitung zum Zweifel
    Die Essais von 1580 II : Anleitung zum Leben
    Die Essais von 1580 III : Das Ich und die anderen
    Die Essais von 1580 IV : Strategien des Überzeugens

    Viertes Kapitel: DIE REISE NACH ROM 1580–1581
    Das «Reisetagebuch» und seine Rätsel
    Die Reise des Standesherrn
    Der Todessprung
    Römische Exkursionen I: Der Mörder, der Papst und der Exorzist
    Römische Exkursionen II: Jüdische und christliche Riten
    Die Zensur
    Der Körper und seine Rechte

    Fünftes Kapitel: BÜRGERMEISTER VON BORDEAUXUND EHRLICHER MAKLER 1581–1588
    Die Mühen der Politik
    Die Wiederwahl
    Eine untertänige Mahnung, viel Routine und ein königlicher Besuch
    Schreiben im Zeichen der Bedrohung
    Im Elend
    Auf gefahrvoller Mission
    Die Essais von 1588 I: Entstehung und Umrisse
    Die Essais von 1588 II: Wider den Wahn
    Die Essais von 1588 III: Die Methode der Selbsterkenntnis
    Die Essais von 1588 IV: Selbstbildnis als Biedermann

    Sechstes Kapitel: RUHE UND RESIGNATION – DIE LETZTEN JAHRE 1588–1592
    Eine Tochter im Geiste und drei illustre Todesfälle
    Briefe an Heinrich IV.
    Stille Tage auf Schloss Montaigne

    Anhang
    Zeittafel
    Anmerkungen
    Literatur
    Bildnachweis
    Personenregister