Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet. Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
4/5
01.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Porträt einer Ehe
Aufgrund eines Brandes in ihrem Ferienhaus können Rahel und Peter nicht ihren eigentlichen Urlaub in Oberbayern antreten. Stattdessen verschlägt es sie in die Uckermark, auf den Hof von Rahels langjähriger Freundin Ruth und deren Ehemann Viktor.
Seit 30 Jahren sind Peter und Rahel nun schon verheiratet, die Kinder sind aus dem Haus, beide arbeiten viel in ihrem Beruf und haben sich dabei als Paar ein wenig aus den Augen verloren.
In der Einsamkeit der Uckermark stellen sie sich, mal mehr, mal weniger intensiv, ihren Problemen, Empfindungen, Ängsten und Sorgen. Vieles können sie klären, einiges bleibt aber auch im Verborgenen und ungesagt.
Daniela Kriens Roman ist ein ruhiger, unaufgeregter Roman über die Liebe und deren möglichen Verlust im Alltag.
Noelli
4/5
26.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein ruhiges aber einnehmendes Buch
Von noelli
Rahel und Peter sind seit über 30 Jahren verheiratet und wollen nun einen gemeinsamen Urlaub verbringen. Doch das Haus, in dem sie ihren Urlaub verbringen wollen, brennt ab. Eine Freundin namens Ruth hilft ihnen jedoch aus, und sie können ihren Urlaub auf dem Hof eben jener Freundin antreten. Dort angekommen müssen sich Rahel und Peter einigen Problemen stellen, insbesondere was ihre über 30-jährige Ehe betrifft.
Wie schafft man es die Liebe nach all der Zeit aufrechtzuerhalten? Wie geht man mit Dingen aus der Vergangenheit um? Wie stellt man sich die Zukunft vor? Daniela Krien entfaltet in ihrem Roman ein feines Psychogramm dieser Ehe und der beiden Hauptprotagonisten Rahel und Peter. Im Vordergrund dieses Romans stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und auch Rahel und Peters Kinder spielen eine zentrale Rolle.
Ich fand das Buch sehr gelungen und spannend, da es Daniela Krien schafft, die Bandbreite aller menschlichen Emotionen in diesem Buch auszuloten, ohne das der Roman dabei völlig überfrachtet wird.
Für mich war dieser Roman ein kleines Juwel und ich möchte unbedingt mehr von Daniela Krien lesen.
typomanin
3/5
04.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Brennende Zeiten Rahel und…
Brennende Zeiten Rahel und Peter, ein Ehepaar, seit fast 30 Jahren verheiratet, sind unsere Protagonisten, die wir auf einen dreiwöchigen Urlaub in die Uckermark begleiten. Dort hüten sie das Bauernhaus eines älteren befreundeten Ehepaares, passen auf die Tiere auf und kümmern sich um den Garten. Die beiden schätzen und achten einander, aber die Liebe hat sich aus ihrer Ehe verabschiedet. Reicht das aus, um weiterhin zusammenzubleiben? Peter ist Literaturliebhaber und ein Germanistikprofessor an der Uni. Rahel arbeitet als Psychotherapeutin. Aus ihrer Perspektive ist der Roman geschrieben. Sie leidet unter dem distanzierten Miteinander. Die Charaktere, später spielen auch die erwachsenen Kinder der beiden noch eine Rolle, sind wunderbar beschrieben und man kann sich ein gutes Bild von jedem machen. Ich für mich habe das Gefühl, dass dieser Roman sehr vielschichtig ist mit vielen Parallelen und Dynamiken, Emotionen und ungesagten Worten. Ich hatte etwas mehr Klarheit und Geradlinigkeit erwartet. Es plätschert dahin, wir dürfen an diesem Urlaub teilhaben, aber es ist nicht sehr spannend und teilweise fast langweilig (wobei Langeweile auch etwas Gutes sein kann).
Esther N.
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
29.05.2026
eBook (ePUB 3)
Ein Sommer zwischen Nähe und Distanz
Daniela Kriens Roman Der Brand erzählt von Rahel und Peter, einem Paar, das nach fast dreissig gemeinsamen Jahren scheinbar im Leben angekommen ist. Sie haben zwei Kinder grossgezogen, teilen Alltag und Erinnerungen – und doch schleicht sich leise ein Verlust ein: die Liebe verschwindet, erst unmerklich, dann mit Wucht. Ein gemeinsamer Sommerurlaub soll klären, was zwischen ihnen noch besteht und wie ihre Zukunft aussehen kann.
Der Roman lebt weniger von äusserer Spannung als von seiner intensiven, nahbaren Sprache. Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin es schafft, ihre Figuren mit wenigen, präzisen Beobachtungen lebendig werden zu lassen. Ich hatte beim Lesen durchgehend das Gefühl, Rahel und Peter sehr nahe zu sein und ihre Gedanken nachvollziehen zu können. Gerade diese sprachliche Direktheit macht die Geschichte so überzeugend – sie wirkt realistisch und hätte sich genau so ereignen können. Für mich lag darin der eigentliche Sog des Buches, obwohl ich sonst eher spannungsgetriebene Geschichten bevorzuge.
Das Cover hingegen hat bei mir Erwartungen geweckt, die der Inhalt nicht erfüllt – ich ging zunächst von einer ganz anderen Art von Geschichte aus, was irritierend war, dem Leseerlebnis jedoch letztlich keinen Abbruch getan hat.
Insgesamt ist Der Brand ein stiller, fein beobachteter Roman über Liebe, Verlust und Neuanfang, der vor allem durch seine Sprache überzeugt. Empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die psychologisch dichte, lebensnahe Geschichten schätzen.
Bewertung
5/5
30.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch mit Tiefgang
Der Brand ist ein ruhiges, atmosphärisch dichtes Buch, das sich schnell und flüssig lesen lässt – und dabei doch lange nachhallt. Daniela Krien versteht es, mit feinem Gespür die leisen Zwischentöne einer langjährigen Beziehung einzufangen. Die Dynamik zwischen Rahel und Peter hat mich besonders berührt: eine partnerschaftliche, reife Verbindung mit all ihren Rissen, Enttäuschungen, aber auch Momenten tiefer Verbundenheit. So stellt man sich eine ehrliche, gewachsene Beziehung vor – geprägt von Höhen und Tiefen, Nähe und Entfremdung, aber auch dem Wunsch, sich nicht zu verlieren.
Neben der privaten Ebene entfaltet das Buch einen gesellschaftlichen Resonanzraum, der besonders nachdenklich macht. Die Beschreibung einer jungen Generation, die vermeintlich alles hat und dennoch an innerer Leere leidet – weil jegliche Motivation, etwas selbst zu erarbeiten, fehlt – trifft einen wunden Punkt. Es ist ein kritischer, aber nie plakativer Blick auf das, was wir als Gen Z verhandeln: Orientierungslosigkeit trotz Überfluss.
Ebenso eindrücklich ist Peters Rückzug aus gesellschaftlichen Diskursen, die er zunehmend als konfrontativ und ausschließend erlebt – etwa im Kontext von Genderfragen oder binären Weltbildern. Kriens Stärke liegt darin, diese Haltung nachvollziehbar zu machen, ohne sie zu werten. Sie zeigt, wie wenig Raum für echten Austausch bleibt, wenn jede:r nur noch auf der eigenen Insel verharrt.
Umso schöner ist das Ende, das keine große Versöhnung verspricht, aber eine Annäherung – zwischen zwei Menschen, die sich nicht aufgegeben haben.
Ein stilles, kluges Buch über Beziehungen, gesellschaftliche Brüche und die Sehnsucht nach einem Platz, an dem man wieder atmen kann.
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