Produktbild: Der Mauersegler

Der Mauersegler Roman

77

13,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

48659

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.02.2023

Verlag

Eichborn

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,4/12,4/2 cm

Gewicht

238 g

Farbe

Seidengrau / Rost

Auflage

1. Auflage 2023

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8479-0137-2

Beschreibung

Rezension

"DER MAUERSEGLER fühlt sich nach Heimkehren an. So, als könnte man endlich die frierenden Hände vors prasselnde Kaminfeuer halten. Einfach schön." Emotion "Intensiv, beklemmend, großartig." Grazia "So heiter-traurig wie Jasmin Schreiber hat schon lange niemand mehr über den Tod geschrieben. Auch ihr Roman DER MAUERSEGLER hat eine Trostbotschaft: Manchmal wird nie wieder alles gut - aber vielleicht ganz okay." Tagesspiegel "Weit weg von rosaroter Romantik und Heiler-Welt-Metaphorik findet die Autorin Worte, die trösten und Hoffnung machen." Münchner Merkur

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Verkaufsrang

48659

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.02.2023

Verlag

Eichborn

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,4/12,4/2 cm

Gewicht

238 g

Farbe

Seidengrau / Rost

Auflage

1. Auflage 2023

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8479-0137-2

Herstelleradresse

Eichborn Verlag
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln
DE

Email: [email protected]

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Ungewöhnlich, traurig, aber so schön

Bewertung am 26.02.2023

Bewertungsnummer: 1888690

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Im Jahr 2021 hatte ich Ihnen das Buch „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber vorgestellt – ein absolutes Lieblingsbuch der Buchhändler. Ich hatte es mir als Hörbuch angehört, da ich beim Lesen merkwürdigerweise nicht über den Anfang hinausgekommen bin. Dieses Mal habe ich das neue Buch von Jasmin Schreiber gelesen, weil ich gerade nicht zum Hörbuch hören komme. Ich habe es aber auch als Hörbuch und werde mit Ihnen meine Eindrücke am Ende der Besprechung teilen. Denn bei Hörbüchern kommt es ja auch immer auf die Stimme des Erzählers an. In diesem Fall ist es Jona Mues. Jasmin Schreiber scheint ein sehr spezielles Verhältnis zum Tod und zu Roadmovies zu haben, denn auch in „Der Mauersegler“ geht es wieder um einen Tod, der verarbeitet werden will. Und es ist zwar kein direktes Roadmovie, aber die Hauptperson fährt am Anfang des Buches ziellos mit dem Auto bis nach Dänemark. Dort endet dann seine Reise. Doch nun zu dem Buch: Prometheus – so heißt die Hauptperson tatsächlich – hatte schon seit Kindheitstagen einen besten Freund – Jakob. Doch nun ist Jakob tot und Prometheus gibt sich die Schuld daran. In seiner Trauer, mit seinen Schuldgefühlen und seiner Angst flieht er einfach vor den Menschen, die ihm etwas bedeuten. Er muss das Geschehene erst einmal selbst verarbeiten, bevor er sich den anderen Menschen stellt. Oder er muss seinem Freund Jakob folgen. So ganz genau weiß er es am Anfang der Geschichte noch nicht. Doch was ist eigentlich passiert? Jasmin Schreiber baut ihre Geschichte sehr geschickt auf. Das Buch beginnt damit, dass Prometheus im Auto sitzt und einfach vor sich hinfährt. Im zweiten Kapitel gibt es dann die erste Rückblende auf das gemeinsame Leben der beiden Freunde Prometheus und Jakob. Und so bewegen wir uns sowohl in der Vergangenheit als auch in Gegenwart immer weiter fort. Wir erfahren, dass Prometheus in Dänemark bei zwei alten Frauen in einer kleinen Pension mit Pferdebetrieb unterkommt. Die eine der beiden, die schroffere, hat ihn in seinem Auto am Strand entdeckt und nimmt ihn einfach mit. Prometheus hat keine Kraft mehr, um ihr zu widersprechen. Die zweite Frau ist redselig, offen, aber auch ein wenig verrückt. Auf jeden Fall in den Augen von Prometheus. Die beiden Frauen ahnen, dass ihm eine sehr schwere Last auf der Seele liegt, stellen aber keine Fragen und beziehen ihn einfach in ihr Leben ein. Sie sind aber für ihn da, wenn er von sich aus reden möchte. Und wir erfahren, dass Prometheus Arzt geworden ist. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Dieser Roman besticht wieder wie auch der Roman „Marianengraben“ durch seine warmherzige, nachdenkliche aber auch teilweise verrückte und skurrile Erzählweise. Allerdings ist er dieses Mal noch ein wenig trauriger als der Vorgänger. Denn Prometheus hat nicht nur seinen Freund verloren, sondern er ist daran nicht unschuldig. Ich mochte es, wie Prometheus sich zurückerinnert, wie er selbst immer tiefer in einen Teufelskreis hineinrutscht und nicht mehr daraus herauskommt. Dabei wollte er erst gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Sein Freund und die Familien der beiden haben ihn dazu überredet. Doch dann ist alles aus dem Ruder gelaufen. Wie kann man mit dieser Schuld umgehen? Was macht es mit einem, wenn man merkt, dass man einen Fehler gemacht hat? Und wenn man aus diesem Fehler nicht wieder herauskommt, sondern sich immer weiter darin verstrickt. Und nun noch kurz zum Hörbuch. Wie immer musste ich mich erst einmal an die Stimme des Sprechers gewöhnen. Aber Jona Mues macht es wirklich sehr gut. Er bringt die Nachdenklichkeit und Zerrissenheit von Prometheus super rüber, aber er schafft es auch die beiden Frauen glaubhaft darzustellen. Und er spricht mit dem herrlichen Zungenschlag, mit dem Dän:innen Deutsch sprechen. Wer also lieber hört als selbst zu lesen, dem kann ich das Hörbuch ebenfalls sehr empfehlen. Ein wirklich schönes Buch/Hörbuch über eine Freundschaft, die auf einer großen Liebe und tiefem Vertrauen der beiden Freude aufbaut. Eine Freundschaft, die wirklich nur der Tod trennen konnte. Aber auch ein sehr kluges Buch über Trauer und Schuld, aber auch Vergebung. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Wie hätte ich an Prometheus Stelle reagiert?

Ungewöhnlich, traurig, aber so schön

Bewertung am 26.02.2023
Bewertungsnummer: 1888690
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Im Jahr 2021 hatte ich Ihnen das Buch „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber vorgestellt – ein absolutes Lieblingsbuch der Buchhändler. Ich hatte es mir als Hörbuch angehört, da ich beim Lesen merkwürdigerweise nicht über den Anfang hinausgekommen bin. Dieses Mal habe ich das neue Buch von Jasmin Schreiber gelesen, weil ich gerade nicht zum Hörbuch hören komme. Ich habe es aber auch als Hörbuch und werde mit Ihnen meine Eindrücke am Ende der Besprechung teilen. Denn bei Hörbüchern kommt es ja auch immer auf die Stimme des Erzählers an. In diesem Fall ist es Jona Mues. Jasmin Schreiber scheint ein sehr spezielles Verhältnis zum Tod und zu Roadmovies zu haben, denn auch in „Der Mauersegler“ geht es wieder um einen Tod, der verarbeitet werden will. Und es ist zwar kein direktes Roadmovie, aber die Hauptperson fährt am Anfang des Buches ziellos mit dem Auto bis nach Dänemark. Dort endet dann seine Reise. Doch nun zu dem Buch: Prometheus – so heißt die Hauptperson tatsächlich – hatte schon seit Kindheitstagen einen besten Freund – Jakob. Doch nun ist Jakob tot und Prometheus gibt sich die Schuld daran. In seiner Trauer, mit seinen Schuldgefühlen und seiner Angst flieht er einfach vor den Menschen, die ihm etwas bedeuten. Er muss das Geschehene erst einmal selbst verarbeiten, bevor er sich den anderen Menschen stellt. Oder er muss seinem Freund Jakob folgen. So ganz genau weiß er es am Anfang der Geschichte noch nicht. Doch was ist eigentlich passiert? Jasmin Schreiber baut ihre Geschichte sehr geschickt auf. Das Buch beginnt damit, dass Prometheus im Auto sitzt und einfach vor sich hinfährt. Im zweiten Kapitel gibt es dann die erste Rückblende auf das gemeinsame Leben der beiden Freunde Prometheus und Jakob. Und so bewegen wir uns sowohl in der Vergangenheit als auch in Gegenwart immer weiter fort. Wir erfahren, dass Prometheus in Dänemark bei zwei alten Frauen in einer kleinen Pension mit Pferdebetrieb unterkommt. Die eine der beiden, die schroffere, hat ihn in seinem Auto am Strand entdeckt und nimmt ihn einfach mit. Prometheus hat keine Kraft mehr, um ihr zu widersprechen. Die zweite Frau ist redselig, offen, aber auch ein wenig verrückt. Auf jeden Fall in den Augen von Prometheus. Die beiden Frauen ahnen, dass ihm eine sehr schwere Last auf der Seele liegt, stellen aber keine Fragen und beziehen ihn einfach in ihr Leben ein. Sie sind aber für ihn da, wenn er von sich aus reden möchte. Und wir erfahren, dass Prometheus Arzt geworden ist. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Dieser Roman besticht wieder wie auch der Roman „Marianengraben“ durch seine warmherzige, nachdenkliche aber auch teilweise verrückte und skurrile Erzählweise. Allerdings ist er dieses Mal noch ein wenig trauriger als der Vorgänger. Denn Prometheus hat nicht nur seinen Freund verloren, sondern er ist daran nicht unschuldig. Ich mochte es, wie Prometheus sich zurückerinnert, wie er selbst immer tiefer in einen Teufelskreis hineinrutscht und nicht mehr daraus herauskommt. Dabei wollte er erst gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Sein Freund und die Familien der beiden haben ihn dazu überredet. Doch dann ist alles aus dem Ruder gelaufen. Wie kann man mit dieser Schuld umgehen? Was macht es mit einem, wenn man merkt, dass man einen Fehler gemacht hat? Und wenn man aus diesem Fehler nicht wieder herauskommt, sondern sich immer weiter darin verstrickt. Und nun noch kurz zum Hörbuch. Wie immer musste ich mich erst einmal an die Stimme des Sprechers gewöhnen. Aber Jona Mues macht es wirklich sehr gut. Er bringt die Nachdenklichkeit und Zerrissenheit von Prometheus super rüber, aber er schafft es auch die beiden Frauen glaubhaft darzustellen. Und er spricht mit dem herrlichen Zungenschlag, mit dem Dän:innen Deutsch sprechen. Wer also lieber hört als selbst zu lesen, dem kann ich das Hörbuch ebenfalls sehr empfehlen. Ein wirklich schönes Buch/Hörbuch über eine Freundschaft, die auf einer großen Liebe und tiefem Vertrauen der beiden Freude aufbaut. Eine Freundschaft, die wirklich nur der Tod trennen konnte. Aber auch ein sehr kluges Buch über Trauer und Schuld, aber auch Vergebung. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Wie hätte ich an Prometheus Stelle reagiert?

Trauer, Schuld und Weiterleben

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 10.03.2025

Bewertungsnummer: 2434045

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der freie Fall ist eine gute Metapher für den Ort, an dem sich die Hauptfigur, Prometheus, in der Zeit nach dem Tod seines besten Freundes befindet. Das Buch beginnt seiner Flucht Richtung Norden, und wir begleiten ihn auf seiner Heldenreise sowie in seinen Gedanken, Selbstvorwürfen und Erinnerungen. So erfahren wir, wie es zum freien Fall in der Gegenwart gekommen ist. Was das Buch lesenswert macht, ist die sprachliche Fähigkeit Jasmin Schreibers, die Fehlbarkeit der Menschen sowie die Themen der Schuld, des Gewissens und des Weiterlebens ungeschönt und gleichzeitig liebenswürdig auszubreiten. Ich mag die direkte Sprache und wie sie den Charakteren in Dialogen, Gedanken und Bildern scheinbar nebenher Persönlichkeit verleiht – von bestechender Einfachheit. Etwas spannender wird es vor allem im zweiten Teil des Buches. Bis zur Hälfte ist es die etwas langatmige Geschichte eines erfolgssüchtigen, leicht infantilen Mitt-Dreißigers, bei dem zum ersten Mal im Leben etwas gründlich schiefgeht und der in seiner Verzweiflung erst mal verschwindet. Er landet auf dem Ponyhof zweier naturverbundenen Frauen, denen Schuld und Sühne nicht unbekannt sind. Die Tiere werden als Ressource skizziert, die wenig über die “Menschlein” nachdenken, höchstens, dass deren Verhalten unverständlich und auch nicht wichtig sei.

Trauer, Schuld und Weiterleben

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 10.03.2025
Bewertungsnummer: 2434045
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der freie Fall ist eine gute Metapher für den Ort, an dem sich die Hauptfigur, Prometheus, in der Zeit nach dem Tod seines besten Freundes befindet. Das Buch beginnt seiner Flucht Richtung Norden, und wir begleiten ihn auf seiner Heldenreise sowie in seinen Gedanken, Selbstvorwürfen und Erinnerungen. So erfahren wir, wie es zum freien Fall in der Gegenwart gekommen ist. Was das Buch lesenswert macht, ist die sprachliche Fähigkeit Jasmin Schreibers, die Fehlbarkeit der Menschen sowie die Themen der Schuld, des Gewissens und des Weiterlebens ungeschönt und gleichzeitig liebenswürdig auszubreiten. Ich mag die direkte Sprache und wie sie den Charakteren in Dialogen, Gedanken und Bildern scheinbar nebenher Persönlichkeit verleiht – von bestechender Einfachheit. Etwas spannender wird es vor allem im zweiten Teil des Buches. Bis zur Hälfte ist es die etwas langatmige Geschichte eines erfolgssüchtigen, leicht infantilen Mitt-Dreißigers, bei dem zum ersten Mal im Leben etwas gründlich schiefgeht und der in seiner Verzweiflung erst mal verschwindet. Er landet auf dem Ponyhof zweier naturverbundenen Frauen, denen Schuld und Sühne nicht unbekannt sind. Die Tiere werden als Ressource skizziert, die wenig über die “Menschlein” nachdenken, höchstens, dass deren Verhalten unverständlich und auch nicht wichtig sei.

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