Siu-Man, ein Hongkonger Schulmädchen, begeht Selbstmord, indem sie sich aus einem Fenster im zwanzigsten Stockwerk stürzt. Aufgezogen wurde sie von Nga-Yee, ihrer älteren Schwester. Diese ist der festen Überzeugung, dass es irgendein falsches Spiel gegeben haben muss. Siu-Man wurde einige Zeit vor ihrem Tod Opfer eines sexuellen Übergriff s in der U-Bahn und in der Folge auf einer Online-Klatschplattform von einer anonymen Person verleumdet. Nga-Yee setzt alles daran, herauszufinden, wer es war – und wer die Schuld an Siu-Mans Tod trägt. Sie nimmt Kontakt zu einem Hacker auf, der nur als N bekannt ist. Doch der exzentrische Mann nimmt noch lange nicht jeden Auftrag an. Kann Nga-Yee ihn ausreichend für ihren Fall interessieren – und kann sie es sich leisten, wenn er Ja sagt?
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
15.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannendste Buch
Ich bin so erstaunt von japan. (& asiatische) Literatur. Es wird anders erzählt resp. geschrieben, vor allem Thriller wie die Zweite Schwester.
Das fesselt einen von der 1. Seite an und das Thema ist ganz originell (für Computerfans)....
Bewertung
5/5
08.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alles drin! Von Crime, Cyberthriller bis zu Gesellschaftsroman!
Bei Kriminalromanen haben ich einen sehr eigenwilligen Geschmack, würde ich sagen. Es ist selten klassisch oder Mainstream und so bin ich auf den Krimi von Chan Ho-Kei gestoßen.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Mix aus Detektivstory, Cyberthriller und Gesellschaftsroman.
Der chinesische Autor erzählt zunächst die Geschichte einer Familie, die vom Unglück gezeichnet ist und deren Kinder, zwei Töchter, früh zu Vollwaisen werden. Dabei gibt es viele Andeutungen zu Problemen in der Gesellschaft und das behält der Autor auch im Laufe des Buches bei. Was bedeutet, dass man schnell einen Blick für das derzeitige Hong Kong bekommt, wo der Roman spielt.
An der Stelle haben wir den Gesellschaftsroman über China und weiter geht es mit dem detektivischen Teil: Siu-Man beginnt Selbstmord zu Beginn des Buches und ihre Schwester Nga-Yee ist sich sicher, dass mehr hinter der Sache steckt und möchte Ermittlungen in die Wege leiten.
Ohne Beweise natürlich schwer, daher engagiert sie den Hacker N. So kommen wir zum Cyberthriller und einem sehr eigenwilligen “Helden”. Ein exzentrischer Einsiedler, der nur einen Fall annimmt, wenn er interessant genug ist. Und siehe da, er nimmt ihn an… und es stellt sich die Frage, was ist an einem vermutlichen Selbstmord so interessant?
Der Roman ist mit seinen fast 600 Seiten wahrlich nicht schlank und als ich es in den Händen hielt, hatte mich die Wucht zunächst auf Abstand gehalten. Als ich jedoch die ersten paar Kapitel gelesen hatte, war ich so tief in der Geschichte drinnen, dass die Seiten sich von selbst haben blättern lassen. Und auch wenn ich es mal zur Seite gelegt hatte, so musste ich immer wieder an die Charaktere denken. Ich wollte wissen, was das Geheimnis ist.
Der Clou an der Sache ist, immer wenn ich dachte “Ich weiß es, es ist so offensichtlich was hier passiert.”, kam eine Wendung. Immer wieder. Und wieder.
Daher packt einen das Buch, trotz vielen Seiten, unaufhörlich und kaum hat man sich versehen, ist man am Ende und hofft, dass der Autor doch bitte ein weiteres Buch über dieses Traumpaar schreibt.
Sprachlich gesehen ist der Kriminalroman hier ein Volltreffer (Übersetzerin: Sabine Längsfeld), da es leicht zu lesen ist, trotz allem ein gewisses Niveau zeigt und die Exkurse in die Cyberkriminalität waren interessant. Wobei ich da nicht immer sehr aufmerksam mitgelesen hatte. An sich waren sie sehr zugänglich geschrieben, der Autor gab sich viel Mühe, bzw. Ermittler N gab sich viel Mühe der unbedarften Nga-Yee, die Dinge zu erklären, die er tut. Mich interessierte das jedoch nur bis zu einen gewissen Grad. Womöglich könnte ich den Buch einen Punkt abziehen, weil die Erklärungen teilweise tief, aber das kann jemand anderen erst recht gefallen.
Neben der wendungsreichen Geschichte, waren die Charaktere ebenso aufregend, besonders unser zynischer Ermittler N. Ich konnte ihn mir schon nach wenigen Beschreibungen und Dialogen ganz genau vorstellen.
Der Autor zeichnet seine Figuren nämlich sehr treffend, sodass sich bei mir schnell ein Kopfkino abspielte. Es tauchen noch zahlreiche weitere Personen im Laufe der Handlung auf, die ebenso gut dargestellt werden und mit jeder Seite fühlt sich die Tragweite von Siu-Mans Selbstmord oder Mord?
Der Kriminalroman von Ho-Kei kommt auf jeden Fall zu meinen TOP 10 Büchern aus dem Jahr 2021 und ich freue mich schon auf weitere Bücher von ihm. Seinen anderen Roman “Das Auge von Hong Kong” habe ich schon bestellt!
Eine aufregende Detektivgeschichte mit modernen Hacker-Szenario aus dem lebendigen und dich besiedelten Hongkong. Ein eigenbrötlerischer Ermittler mit unglaublichen Fähigkeiten und eine Frau, die mit Technik wenig am Hut, aber das Herz am rechten Fleck und ihn ergänzt!
Gemixt wird alles mit einer guten Portion kritischen Gesellschaftsblick auf Hongkong, modernen Themen, Problemen und Ironie! Ein richtiger Genuss!
Bewertung
aus Dresden
5/5
07.05.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nga-Yee
Klappentext:
Siu-Man, ein Hongkonger Schulmädchen, begeht Selbstmord, indem sie sich aus einem Fenster im zwanzigsten Stockwerk stürzt. Aufgezogen wurde sie von Nga-Yee, ihrer älteren Schwester. Diese ist der festen Überzeugung, dass es irgendein falsches Spiel gegeben haben muss. Siu-Man wurde einige Zeit vor ihrem Tod Opfer eines sexuellen Übergriff s in der U-Bahn und in der Folge auf einer Online-Klatschplattform von einer anonymen Person verleumdet. Nga-Yee setzt alles daran, herauszufinden, wer es war – und wer die Schuld an Siu-Mans Tod trägt. Sie nimmt Kontakt zu einem Hacker auf, der nur als N bekannt ist. Doch der exzentrische Mann nimmt noch lange nicht jeden Auftrag an. Kann Nga-Yee ihn ausreichend für ihren Fall interessieren – und kann sie es sich leisten, wenn er Ja sagt?
Inhalt & Meinung:
Ein sehr spannendes Buch, welches bis zum Ende hin so manche überraschende Wendung bietet. Siu-Man die Schwester von Nga-Yee hat sich das Leben genommen. Und Nga-Yee kann sich einfach nicht vorstellen, dass ihre Schwester so etwas jemals aus eigenem Antrieb getan hätte. Die beiden haben recht zeitig ihren Vater und später auch ihre Mutter verloren. Dann fand vor kurzem noch ein sexueller Übergriff, während der nach Hause fahrt in der U-Bahn, auf Siu-Man statt, so dass schon so einiges zusammen kommt, was das junge Mädchen abfedern muss. Nach dem Vorfall in der U-Bahn tauchte im Internet ein sehr gemeiner Artikel auf und dort wurde Siu-Man beschimpft und der ganze Vorgang heruntergespielt und ihr die Schuld daran gegeben. Nach ihrem Tod, glaubt ihre Schwester, dass es da einen Zusammenhang geben muss und jemand sie in den Tod getrieben hat. Durch einen Privatdetektiv bekommt sie Kontakt zu dem Hacker N, er ist sehr gut in dem was er macht und verlangt dafür auch einen hohen Preis. Gemeinsam mit ihm versucht sie herauszufinden, was mit ihrer Schwester passiert ist und wer der bzw. die Verantwortlichen für die Hass-Posts und den Shitstorm sind. Dabei legen sie ihren Fokus nicht nur auf ihre Mitschüler, sondern finden sehr bald heraus, dass sich hinter allem viel mehr verbirgt als sie jemals erwartet hätten. Nga-Yee muss sich am Ende entscheiden, wie weit sie für ihre Rache gehen möchte. Wir bekommen tiefe und spannende Einblicke in die Hackerszene und erfahren so manches über Hong Kong. Ein sehr spannendes Buch, welches einen in seinen Bann zieht und man bis zum Schluss rätselt, wer sich hinter allem verbirgt und dann doch überrascht wird.
Liselottchen
aus Rankweil
5/5
07.05.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nichts ist so, wie es scheint
Als ihre jüngere Schwester Siu-Man sich mit fünfzehn Jahren aus dem Fenster stürzt, weil sie die Mobbing-Attacken in ihrer Schule nicht mehr aushält, verlangt Nga-Yee eine Aufklärung der Hintergründe. Doch die Polizei hat keine Ressourcen frei, daher gibt der Onkel einer Arbeitskollegin Nga-Yee den Tipp sich an den geheimnisvollen N zu wenden. Der soll herausfinden, wer hinter den Attacken steckt. Zuerst möchte er Nga-Yees Auftrag nicht annehmen, schließlich verlangt er ihr gesamtes Vermögen, das sie ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, überschreibt. Doch seine Nachforschungen bringen Dinge zutage, die Nga-Yee nie für möglich gehalten hätte und sie selbst vor einige Gewissensfragen stellen …
Ich kam nicht ganz leicht in die Geschichte hinein. Der Autor verrät die Lebensgeschichte von Ngy-Yee, die nach dem Verlust ihrer Eltern nun auch ihre kleine Schwester verliert. Die für mich fremdklingenden Namen, zudem noch mit ähnlichen Buchstaben, erschwerten mir den Einstieg. Doch mit zunehmenden Lesen gelang es mir, in die andersartige Welt einzutauchen. Eine Welt, in der beispielsweise eine Wohnung weggenommen werden kann, weil man als Einzelperson keinen Anspruch auf großen Wohnraum hat. Es war interessant, wie der Autor seine Figuren mit der Handlung reifen lässt. Wie eine Zwiebel, die geschält wird, erfährt man immer mehr und mehrfach drehte sich das Bild, die Mosaiksteinchen vervollständigen sich erst ganz zum Schluss zum gesamten Bildnis. Ich wurde oft in die Irre geführt und flog nur so durch die 590 Seiten des Buches.
Die formvollendete Sprache beeindruckte mich genauso, wie die Geschichte selbst, dem Autor gelang es, den Spannungsbogen hochzuhalten. Man erfährt bereits nach zwei Drittel der Handlung, wer hinter dem Cyber-Mobbing steckt. Doch das »Warum« hielt mich noch mehr in Atem. Nga-Yee steht auf einmal vor schwierigen Entscheidungen und ich fragte mich unwillkürlich, was ich selbst an ihrer Stelle getan hätte.
Ein atemberaubend spannender Thriller in einem fremdländischen Lebensbereich, hochinteressant und für alle Internet-Freaks sehr zu empfehlen. Aber auch andere, die nicht wirklich viel von der digitalen Welt verstehen (wie ich), werden an dem Buch ihre Freude haben. Absolut empfehlenswert.
Bewertung
aus Wien
5/5
07.05.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Gefahren des Internets…
Nga-Yees Alltag dreht sich nach dem Tod ihrer Eltern hauptsächlich um Arbeit und Geldsorgen, um ihrer Schwester Siu-Man eine Zukunft ermöglich zu können. Als sich Siu-Man plötzlich das Leben nimmt, glaubt Nga-Yee keine Sekunde daran, dass hinter ihrem Selbstmord nicht mehr steckt. Mit der Hilfe eines äußerst talentierten Hackers soll Siu-Mans wahrer Bewegrund sich das Leben zu nehmen aufgedeckt werden. Doch in den tiefen des Internets schlummern noch ganz andere Geheimnisse…
Die Aufmachung des Buches alleine hat mich schon extrem angesprochen: das Cover ist sehr schön und hochwertig gestaltet, man hat sofort Lust, sich auf die Geschichte einzulassen. Meine Vorfreude wurde nicht zerstört, ganz im Gegenteil: Der Autor Chan Ho-Kei schafft es in seinem Kriminalroman eine Geschichte zu erzählen, die einerseits hochaktuelle Themen beinhaltet und aufzeigt, wie schnell das Internet zum Feind werden kann, und die andererseits den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrechterhält und mit geschickt unvorhersehbaren Wendungen punktet. Die detaillierten Beschreibungen wirken dabei nie langwierig, sondern geben dem Leser/ der Leserin alle wichtigen Hintergrundinformationen, die für die Geschichte benötigt werden. Die teilweise sehr komplexen IT-Kenntnisse werden so erklärt, dass sie auch für Laien nachvollziehbar sind und man nicht den Faden verliert. Und auch die Hauptcharaktere werden mit Leben gefüllt und glänzen durch ihren ganz eigenen Charakter. Mir hat das Buch wirklich super gefallen, vor allem, da auch ein wirklich wichtiges Thema perfekt umgesetzt wurde und auch nach Beendigung des Buches zum Nachdenken anregt.
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