Mattes ist fast 17 und hat noch nie ein Mädchen geküsst. Für die Sommerferien hat er deshalb einen ehrgeizigen Plan gefasst: Er will sich in Katrin verlieben. Dabei kreisen seine Gedanken eigentlich um den geheimnisvollen Yashar, der jeden Morgen in der alten Eiche am Waldweg sitzt. Und das, obwohl er bisher kein einziges Wort mit ihm gewechselt hat. Bis er eines Nachts seinen Mut zusammennimmt, zu ihm auf den Baum klettert und eine völlig neue Welt in sich entdeckt. Bei Yashar kann Mattes endlich er selbst sein. Zumindest fast. Denn ob Yashar seine Gefühle erwidert, da ist Mattes sich nicht so sicher. Doch während er noch mit der Frage kämpft, ob und wie er über sein verwirrendes Innenleben sprechen kann, nehmen im Dorf gefährliche Gerüchte über den Fremden ihren Lauf, die nicht nur Mattes' Leben aus der Bahn zu werfen drohen ...
Leseempfehlung: ab 14 Jahren
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Ich hatte nicht erwartet, dass mich dieses Buch emotional und mental so mitnehmen würde.
Sophia's Bookplanet aus Leipzig am 03.08.2023
Bewertungsnummer: 1993730
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Einen Sommer später…
Als Jana Maris mich fragte, ob ich ihre damalige Neuerscheinung besprechen wollen würde, war ich eigentlich vollkommen ausgebucht. Das hat sich auch bis heute nicht groß verändert, weshalb das Buch ein dreiviertel Jahr bei mir Staub fangen konnte. Nichtsdestotrotz hat mich der Klappentext und Janas Beschreibungen vom ersten Moment an begeistert. Es ist eine Schande, dass ich dieses Buch erst zum nächsten Sommer begonnen habe. Dann jedoch beendete ich es innerhalb weniger Tage. Ich las die letzten 160 Seiten sogar in einem Rutsch, der mir lange so nicht mehr unter gekommen ist. Obwohl das Buch nicht nur Sommer, Sonne, Sonnenschein bietet, habe ich mit ihm eine wundervolle Auszeit von meinem Alltagsstress genossen. Mattes und Yashar haben mich vollkommen gefangen genommen.
Ein Sommer voller Neuanfänge
Die ersten 50 Seiten konnten mich zugegebenermaßen nicht direkt packen. Dafür war mir das Leben des Protagonisten noch zu fremd und das sehr deutsche Setting zuerst zu wenig einladend. Doch sobald ich Mattes‘ Gedankengänge eine Weile verfolgt habe, verfiel ich seiner Geschichte immer mehr. Seine erste Begegnung mit Yashar weckte mein Interesse, doch ihr erster Wortwechsel weckte zudem mein Herz. Danach genoss ich jede einzelne ihrer Konverationen und die Slot-Burn-Liebesgeschichte, die sich entspann. Zugleich stellt sich Mattes aber auch ganz unabhängig den Gefühlen, die er für bestimmte Menschen empfindet und für andere nicht. Ich konnte die entstehende Distanz zwischen ihm und seinen Freunden nur allzu gut nachvollziehen, war aber zugleich auf kommende Auseinandersetzungen gespannt. Dieser eine Sommer würde Mattes‘ Leben und Lieben auf die Probe stellen, ebenso seine Freundschaften und seine Integrität trotz seines jungen Alters.
Ein emotionaler Sommer
Ich hatte nicht erwartet, dass mich dieser Roman über so viele kleine und große Momente hinweg bewegen würde. Mit Yashar und Aleyna, seiner Mutter, lässt Jana Maris eine bewegende Geschichte anklingen, die nicht viel mit Mattes zu tun hat. Zugleich ist es seine Perspektive, die uns einen angemessen gefilterten Einblick in das Leben einer Immigrantin und ihres bikulturellen Sohnes ermöglicht. Je näher Mattes Yashar kommt, desto mehr kämpft er nicht nur mit den Vorurteilen, die ihm selbst potentiell begegnen werden, sondern auch mit denen, die Yashar und seine Mutter plagen. Auch die Repräsentation des Tourette-Syndroms heiße ich sehr willkommen und fand ich durch Mattes‘ Blick und Yashar’s Erzählungen gut vermittelt. Insgesamt bringt die Autorin zahlreiche Komponenten ins Spiel, balanciert diese jedoch mit viel Feingefühl und Offenheit, die Mattes‘ junger und forschender Art gerecht wird.
Fazit
Ich hatte nicht erwartet, dass mich dieses Buch emotional und mental so mitnehmen würde. Jana Maris gibt sich nicht mit einer bewegenden Geschichte zufrieden, sondern verleiht ihren Figuren überzeugende und zum Nachdenken anregende Hintergründe. Ich kann dieses Buch allen nur ans Herz legen, da es mit viel Fein- und Wortgefühl definitiv in Erinnerung bleibt.
Tiefgründiges Jugendbuch über Freundschaft und das Erwachsenwerden
Bewertung am 05.01.2023
Bewertungsnummer: 1854654
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Diese jugendliche Liebesgeschichte wird aus der Perspektive von Mattes erzählt.
Mattes fühlt sich unter Druck gesetzt, weil er noch nie ein Mädchen geküsst hat und nun alle von ihm erwarten, dass er etwas mit Katrin beginnt, die hübsch und offensichtlich an ihm interessiert ist. Obwohl Mattes schon länger bemerkt hat, dass er einen Jungen aus seinem Freundeskreis zu oft und zu lange anstarrt, will sich sein Kopf nicht eingestehen, was sein Herz schon lange weiß. Dies ändert sich, als ein neuer Junge und dessen Mutter im Dorf auftauchen. Der Junge, der nie spricht und über den es zahlreiche negative Gerüchte im Ort gibt, übt eine extreme Faszination auf Mattes aus, sodass er irgendwann beginnt, sich ihm zu nähern.
Bei diesem Buch handelt es sich in erster Linie um eine Geschichte über Freundschaft und über das Erwachsenwerden, mit all seinen positiven und negativen Facetten. Es ist eine emotional mitreißende, sanfte und süße Freundschafts- und Liebesgeschichte, aber es werden auch viele wichtige gesellschaftliche Themen wie Ausgrenzung, Diskriminierung, Mobbing, Krieg, Tod, Verlustängste, psychische und neurologische Erkrankungen sowie körperliche, psychische und sexuelle Gewalt angesprochen.
Ich habe Mattes sehr schnell ins Herz geschlossen und auch wenn ich mich manchmal über sein Verhalten geärgert habe, war es für mich aufgrund der Umstände und seiner Gefühle und Ängste doch immer nachvollziehbar, wieso er so handelte. Ich habe die vorsichtige und zarte Freundschaft, die zwischen ihm und Yashar entstand, geliebt und über das gesamte Buch hindurch mit ihm mitgelitten und mitgefiebert. Mir hat gefallen, dass auch die Nebencharaktere intensiv ausgearbeitet waren und eine wichtige Rolle in der Handlung spielten, und dass immer wieder Gesellschaftskritik angesprochen wurde. Auch wenn in dieser Coming-of-Age-Geschichte viele ernste Themen eine wichtige Rolle einnahmen, so wirkte die Stimmung dennoch nie bedrückend. Das Ende war bittersüß - wobei das Süße doch etwas überwiegt -, realistisch und sehr passend zur gesamten Geschichte, sodass ich damit sehr glücklich bin.
Fazit:
Ein tiefgründiges Jugendbuch über Freundschaft und eine zarte Liebe zwischen zwei Jungen, das viele wichtige Themen aufgreift. Ich vergebe sehr empfehlenswerte 4,5 Sterne.
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