1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist Französisch, und Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nur wenig später, als er wieder in Freiheit ist, trifft eine rätselhafte Postkarte bei ihm ein, die 90 Jahre zu ihm unterwegs war. Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm auf einer Insel mit dem Namen Eilean Mor abgebildet, auf der Rückseite steht ein kurzer Text: "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M." Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich und wie kann ein Mann mittleren Alters aus einer neunzigjährigen Vergangenheit heraus vermisst werden? Und wer ist M.? Joe macht sich schließlich auf die nicht ungefährliche Reise nach Schottland, um den Leuchtturm zu suchen und findet stattdessen einen Weg in die Vergangenheit.
Jonas Minthes Interpretation von Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit von der jungen Bestsellerautorin Natasha Pulley entwickelt Sogwirkung.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Luzi
5/5
07.02.2023
Hörbuch-Download
Eine außergewöhnliche und äußerst durchdachte Geschichte!
Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit hat mir unheimlich gut gefallen; eine extrem komplexe Geschichte, in der am Ende alles ein geniales Gesamtbild ergibt!
Zu Beginn hat sich das Buch leider ein wenig gezogen, sodass ich ehrlich gesagt nach den ersten Kapiteln keine besonders hohen Erwartungen mehr hatte. Wie schnell sich das völlig ändern sollte! Plötzlich hat die Geschichte an Fahrt aufgenommen und es sind völlig unerwartete Dinge passiert. Außerdem konnte ich so langsam immer mehr die Zusammenhänge durchblicken und mir ist das komplexe Gesamtbild nach und nach bewusst geworden. Sobald ich also die ersten Kapitel überwunden hatte, hat mich das Buch wider Erwarten völlig gefesselt, ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und wollte unbedingt herausfinden, ob ich mit meiner Vermutung, die ich etwa ab der Hälfte des Buches hatte, richtig liege!
Und neben der Handlung konnten mich auch die vielschichtigen und interessanten Charaktere sowie der angenehme Schreibstil überzeugen!
Allerdings würde ich empfehlen, die Geschichte eher zu lesen als sie zu hören. Ich habe es beim Hörbuch als schwierig empfunden, die vielen verschiedenen Handlungsstränge in den zahlreichen Zeitebenen nicht durcheinander zu würfeln.
Fazit: Eine sehr gelungene Geschichte mit vielen verschiedenen Zeitsträngen, die sich nach und nach zu einem überzeugenden Gesamtbild verknüpfen!
Claudia R.
aus Berlin
4/5
13.11.2022
Hörbuch-Download
hörenswert ...
Klappentext / Inhalt:
1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist Französisch, und Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nur wenig später, als er wieder in Freiheit ist, trifft eine rätselhafte Postkarte bei ihm ein, die 90 Jahre zu ihm unterwegs war. Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm auf einer Insel mit dem Namen Eilean Mor abgebildet, auf der Rückseite steht ein kurzer Text: »Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M« Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich und wie kann ein Mann mittleren Alters aus einer neunzigjährigen Vergangenheit heraus vermisst werden? Und wer ist M.? Joe macht sich schließlich auf die nicht ungefährliche Reise nach Schottland, um den Leuchtturm zu suchen und findet stattdessen einen Weg in die Vergangenheit.
Cover:
Hervor sticht hier ein Leuchtturm und die kleinen Verzierungen runden das Gesamtbild ab. Farblich sind hier blau und grün Töne vorherrschend.
Meinung:
Die Geschichte ist spannend gestaltet und auch der Sprecher macht seine Sache gut. Ich beziehe mich hier auf das Hörbuch, wodurch man die Geschichte meist etwas anders wahrnimmt als beim Lesen.
Ich kam recht schnell und gut in die Geschichte hinein. Die verschiedenen Zeitsprünge bringen Spannung hinein, machen es aber auch verwirrender, weswegen man sich schon sehr konzentrieren muss. Anfangs war das gar nicht so leicht, da die Sprechstimme durchaus auch zum abschweifen einlädt, da sehr angenehm und seicht.
Die Geschichte hat etwas mysteriöses und spannendes und ist an sich auch toll aufgebaut, aber nicht einfach zum Zwischendurch hören, sondern schon mit Bedacht.
Besonders gut haben mir auch die Hintergrundbeschreibungen gefallen. es wird sehr bildlich beschrieben, so dass man sich auch die Orte und Schauplätze, aber auch die Handlungen gut vorstellen kann.
Fazit:
Alles in allem unterhaltsam, spannend und hörenswert.
Bewertung
4/5
28.10.2022
Hörbuch-Download
Schaurig schöne Fantasy.
Zeitreise-Geschichten sind ja schon ziemlich anspruchsvoll, wenn es darum geht, dass sich Autoren nicht in den verschiedenen Strängen der Geschichte verhaspeln. Pulley schafft es ganz gut, die Protagonisten nicht über sich selbst stolpern zu lassen. Oder eben doch, wenn man so möchte. Die Beschreibung der Seeschlachten und sonstigen Grausamkeiten des Krieges jagen einem kalte Schauer über den Rücken. Ansonsten habe ich ab und an den Faden verloren, da ich das Buch als Hörbuch gehört habe und Jonas Minthe mich als Sprecher hier leider nicht wirklich vom Hocker gerissen hat. Ich würde das Buch lesend und nicht hörend empfehlen. Und wer den Platz hat: Lieber als Buch im Regal und nicht als E-Book, weil die Aufmachung sehr gelungen ist.
Bewertung
aus Eisenach
4/5
21.09.2022
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Auf der Suche nach Madelain
Joe steht mitten auf einem Bahnsteig in London, ohne zu wissen, wer er ist oder wie er dorthin kommt. Und wieso ist hier alles französisch beschriftet? Erst nach und nach findet er heraus, dass ganz England seit der verlorenen Schlacht von Trafalgar französisch besetzt ist. Dann muss er auch noch erfahren, dass er ein Leibeigener ist, aber Erinnerungen an seine Vergangenheit kommen einfach nicht zurück. Als er auch noch eine Postkarte erhält, die vor 90 Jahren geschrieben wurde und erst an diesem Tag zugestellt werden sollte, begreift er, dass irgendwas nicht stimmen kann. Damals konnte doch noch niemand von ihm wissen. Und der auf der Karte abgebildete Leuchtturm wurde erst vor 2 Jahren erbaut …
Dass es bei Natasha Pulleys Buch um Zeitreisen geht, kann man nach dem Klappentext natürlich schon erahnen. Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass mit der Name der Autorin nichts mehr sagte. Dabei kenne ich von ihr bereits das Buch „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ – und fand es relativ enttäuschend. Um es aber bereits vorwegzunehmen: Dieses Buch gefällt mir deutlich besser, obwohl man auch dieses wieder als außergewöhnlich beziehungsweise unerwartet bezeichnen muss. Obwohl Zeitreisen eine Rolle spielen, sind sie nämlich nicht wirklich das Thema, und der titelgebende Leuchtturm erweist sich mehr oder weniger als Randerscheinung. Im Fokus der Geschichte steht viel mehr, zu welchen Veränderungen der Einfluss durchgeführter Zeitreisen führt. Die Protagonisten werden immer wieder in unterschiedlichen Zeiten begleitet, in denen sich die Verhältnisse grundlegend unterscheiden.
Der Autorin gelingt es, den Stil der Literatur der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert überzeugend zu treffen, was durch den Vortrag des Sprechers der Hörbuch-Ausgabe passend umgesetzt wird. Was allerdings verbesserungswürdig wäre, ist die Vermarktung, die dem potenziellen Leser beziehungsweise Hörer deutlicher machen sollte, dass es sich hier nicht um eine klassische Zeitreise-Fantasy handelt.
Fazit:
Im Mittelpunkt dieses Buches stehen eher die durch Zeitreisen hervorgerufenen Veränderungen als die Zeitreisen selbst.
Astrid Wergen
3/5
11.02.2025
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Zeitreisen im viktorianischem Kleid
Als Joe Tournier den Zug am Gare du Roi in Londres verlässt, ist er irritiert. Vollster Überzeugung, dass in England englisch gesprochen wird, muss er erkennen: nein, in London wird französisch gesprochen, die Ortsbezeichnungen sind ebenso französisch. Während er erst noch an einen Scherz glaubt, wird er von einem Mann vor Ort angesprochen. Der will ihm helfen, und Joe muss erkennen: er weiß nicht mal mehr, wie er heißt. Der Mann bringt ihn in eine Klinik, und doch merkt Joe schnell: hier stimmt was gar nicht, und alles fühlt sich falsch an. Als er bei einer fremden Familie landet, die ihn als vermeintlich vermissten Leibeigenen behält, bekommt er eine Karte zugestellt mit dem Hinweis, er solle nach Hause kommen, wenn er sich erinnert. Er macht sich zeitnah auf die Suche nach dem Leuchtturm, der auf der Karte abgebildet ist. Der Zufall will es, dass er sogar Leuchtturmwärter wird auf der kleinen Insel, auf der der Leuchtturm steht. Am Strand findet er eines Tages einen seltsamen Mann, der Joes Leben für immer verändern wird, und ihn auf die Spur seines Geheimnisses bringt. Doch dafür muss Joe mehrfach in der Zeit reisen. Es beginnt ein Abenteuer, das seines Gleichen sucht.
Dieses Buch über den Leuchtturm an der Schwelle der Zeit hat mir bisher von Natascha Pulley am Besten gefallen. Und doch hatte ich Schwierigkeiten mit der Geschichte. Der Beginn des Buches hat mich angelockt, und mich abtauchen lassen in eine Welt, die mir sehr angenehm erscheint. Die Welt, die wir als erstes erleben, ist sehr viktorianisch angehaucht. Die Verzweiflung, die Joe begleitet, ist fast persönlich spürbar. Was passiert, wenn wir unsere eigene Identität verlieren? Als sich Joe auf die Reise begibt, um mit seinem neuen Begleiter sich auf die Suche nach seinem wahren ich zu begeben, bin ich leider aber auch wieder ausgestiegen. Das Setting selbst ist immer noch für mich eine Wohlfühlatmosphäre, und doch hat mich die weitere Reise fast schon gelangweilt. Der Beginn der Reise, bis Joe mit aufs Schiff steigt, ist für mich noch interessant. Die Reise, aber die Abenteuer, die zur Aufklärung des Falles beitragen, ziehen sich für mich wie Kaugummi, und ich hatte das Gefühl, die zweite Hälfte des Buches hätte man deutlich einkürzen können. Ich bin gedanklich ausgestiegen. Ich konnte auch zum Schluss aufgrund der Zeitsprünge, die durch das Tor vor der Insel entstanden sind, irgendwann nicht mehr folgen und habe so den Faden verloren, wer wann zu wem wurde. Was ich jedoch mitgenommen habe aus dieser Geschichte, dass Joe seine wahre Liebe findet, auch wenn dies unter einem schweren Stern steht, da die Zeitreisen zur Folge haben, dass Joe immer wieder das Gedächtnis verliert.
Der Hörbuchsprecher Jonas Minthe hat für mich dennoch das Hörbuch besonders gemacht. Seine Stimme fängt die Stimmung im Buch sehr gut ein, und er erzählt besonnen und sehr angenehm Natasha Pulleys Geschichte. Vermutlich hätte ich ohne ihn das Buch nach der Hälfte abgebrochen. Ein Buch, das für mich gut gestartet ist, aber dessen Sog mich nicht einholen konnte.
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