Bonn im April 2016. Kunstexperte Lennard Lomberg erhält einen rätselhaften Anruf. Ein Mann namens Dupret drängt ihn, die Rückgabe eines verschollenen kubistischen Gemäldes zu organisieren. Kurz darauf wird Dupret tot aufgefunden. Von dem Gemälde fehlt jede Spur. Die Ermittlungen der toughen Kriminalrätin Sina Röhm zeigen, dass das einst von den Nazis geraubte, möglicherweise gar von Picasso stammende Gemälde unmittelbar mit der Geschichte von Lombergs Vater verbunden sein könnte. Lomberg senior hatte sich seinerzeit verblüffend zügig vom Wehrmachts-Leutnant zum Generalbundesanwalt der Bonner Republik hochgearbeitet. Die sich anbahnende kunsthistorische Sensation ruft außerdem skrupellose Gegenspieler auf den Plan, die über Leichen gehen, um vor Lennard Lomberg an das Kunstwerk zu gelangen.
Julian Mehne ist ein meisterhafter Sprecher, der es vermag, historische Sachbücher genauso spannend zu gestalten wie blutige Thriller. Er ist die perfekte Stimme für diesen vielschichtigen Raubkunst-Krimi.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Elchi130
5/5
16.10.2022
Hörbuch-Download
Krimi-Highlight 2022
Im Jahr 2016 erhält der Kunstexperte Lennard Lomberg das Angebot, ein Gemälde zu beurteilen, das angeblich den Kunstverbrennungen der Nazis zum Opfer gefallen ist. Bevor es zu einem Treffen zwischen seinem Auftraggeber Dupret und Lomberg kommen kann, wird Dupret ermordet. Bei den Ermittlungen der Kriminalrätin Sina Röhm führen die Spuren auch zu Lomberg. Dieser beginnt daher selbst zu ermitteln, wer Dupret war und was es mit dem Gemälde auf sich hat.
Der Autor Andreas Storm hat mich in jeglicher Hinsicht von seinem Kriminalroman „Das neunte Gemälde“ überzeugt. Bereits seine Sprache habe ich als wohltuend wortgewandt und sprachgewaltig empfunden. Die Kunst, aus Wörtern, stilvolle Sätze zu bilden, scheint mir immer mehr verloren zu gehen. Umso mehr genieße ich es, wenn ich unverhofft auf einen Autor treffe, der offensichtlich mit der Sprache derart umzugehen versteht.
Doch auch der Inhalt des Buches hat mich begeistert. Das Buch spielt in der Gegenwart im Jahr 2016. Hier begibt sich der Kunstexperte Lennard Lomberg auf die Spuren eines verschwundenen Gemäldes. Verschwunden ist es im Jahr 1943 in Paris. Die Nazis haben sogenannte „entartete Kunst“ aus ganz Frankreich zusammengetragen und lagern sowie katalogisieren diese nun in einem Pariser Museum. In ein paar Tagen soll eine große publikumswirksame Verbrennung von Teilen der Kunstgegenstände stattfinden. Dieses Ereignis nutzen ein paar Nazis aus, um sich an wertvollen Gemälden zu bereichern. Den Bogen zwischen den beiden Zeitebenen schlägt der Autor, indem er uns von 1943 über die politischen Entwicklungen des Nachkriegsdeutschlands in Bonn bis ins Jahr 2016 führt.
Das erfordert eine hohe Aufmerksamkeit vom Leser. Aber es lohnt sich! Gekonnt verknüpft der Autor die Ereignisse und Szenen miteinander. Von den vielen Figuren, die uns im Laufe der Geschichte begegnen, müssen wir uns nicht nur die Namen merken. Vielmehr tauchen auch Personen auf, die im Laufe des Buches ihre Identität oder auch nur ihren Namen ändern. Doch gerade das macht den Reiz des komplexen, vielschichtigen Kriminalromans aus. Die Personen entwickeln sich, werden zu jemand ganz anderem – wortwörtlich, beruflich oder auch nur durch eine Heirat.
Selten hat mich die Entwicklung von Personen so in ihren Bann gezogen. Schnell ist klar geworden, dass es auch einen persönlichen Bezug zwischen dem Kunstexperten Lennard Lomberg und dem Kunstraub des Jahres 1943 gibt. Die Aufdeckung dieser Zusammenhänge in Verbindung mit der geschichtlichen und politischen Entwicklung des Nachkriegsdeutschlands ist dem Autor unglaublich gut gelungen. Mich hat das Buch von Anfang an bis zum Schluss gefesselt und auch immer wieder aufgrund des Einfallsreichtums des Autors begeistert. Daher ist es mein Jahreshighlight 2022 im Genre Krimi/Thriller.
Dieses detailreiche und vielschichtige Buch als Hörbuch zu genießen, stellte für mich noch einmal eine besondere Herausforderung dar. Denn ich konnte nicht einfach zurückblättern, um mir im Laufe der Geschichte noch einmal zu vergegenwärtigen, wer denn nun wer ist. Aber mit einer geschärften Aufmerksamkeit war das gut machbar. Geholfen hat dabei auf jeden Fall der sehr gute Sprecher Julian Mehne. Er liest sehr lebendig, hat eine tolle Stimme und besitzt das Potential, einer meiner Lieblingssprecher zu werden.
Leagrichbooks
4/5
10.11.2022
Hörbuch-Download
Interessante Story
Dieses Hörbuch aus dem Argonverlag wurde eingesprochen von Julian Mehne.
Wir springen in 3 Jahrzehnten umher: 2016, 1966 und 1943.
Was hat es also mit diesem neunten Gemälde, das 1943 verschwand, auf sich?
Der Kunstexperte Lennard Lomberg rutscht ungewollt in diese Geschichte, nachdem ein Toter aufgefunden wurde, der zuvor mit ihm telefonierte.
Eigentlich weiß Lomberg gar nicht, worum es sich dreht, doch zusammen mit der Polizei begibt er sich auf die Spuren dieses Rätsels.
In dem Buch kommen unheimlich viele Namen, Daten, Fakten vor. Teilweise zuviel für mich, trotzdem war es spannend zu hören, was der Verlust dieses ominösen neunten Gemäldes auslöste und wie auch politische Entscheidungen und Verstrickungen damit zu tun haben. Faszinierend.
Das Buch ist in sich abgeschlossen.
Wenngleich auch im August 2023 ein weiteres Buch mit Lennard Lomberg erscheint.
bookloving
4/5
14.10.2022
Hörbuch-Download
Spannender Beutekunst-Krimi
"Das neunte Gemälde" des deutschen Autors Andreas Storm ist der fesselnde Auftakt einer neuen Raubkunst-Krimi-Reihe, in deren Mittelpunkt der Kunsthistoriker Lennard Lomberg steht.
Andreas Storms vielschichtiger Krimi rund um einen spektakulären Fall von Nazi-Beutekunst ist in verschiedene, sich abwechselnde Handlungsstränge angelegt, die uns mal nach Bonn, Paris und ins Rheingau führen und auf drei Zeitebenen angesiedelt sind - mit Rückblicken in die 1940er Jahre, ins Jahr 1966 sowie in die Gegenwart von 2016.
Basierend auf bis heute unbelegten Hinweisen und immer wieder neu befeuerten Spekulationen unter Kunsthistorikern, dass 1943 im Pariser Kunstmuseum Jeu de Paume einige wertvolle, von den Nazis der „entarteten Kunst“ zugerechnete Gemälde kurz vor ihrer Verbrennung heimlich durch wertlose Bilder ersetzt worden seien, entwickelte der Autor die Ausgangsidee für seinen hochinteressanten Roman rund um das Thema organisierter Kunstraub der Nationalsozialisten im Dritten Reich. Gekonnt entführt er uns nicht nur in die spannende Welt der Kunst und Provenienzforschung, sondern gibt uns auch aufschlussreiche Einblicke in wichtige Hintergründe zu den Kunstraubzüge in Frankreich durch Hitlers Schergen und Auswirkungen bis in die Gegenwart. Denn viele der damals Involvierten gelang es dank ihrer alten Seilschaften in höchsten Positionen ihre skrupellosen Machenschaften auch in der noch jungen BRD nahezu unbehelligt weiterzuführen.
Schon der Einstieg in diesen hochinteressanten Krimi mit dem ominösen Auftrag eines mysteriösen Anrufers, ein geheimnisvolles, verschollen geltendes Gemälde seinen rechtmäßigen Besitzern zurückzugegeben, ist äußerst packend gestaltet. Bald wird klar, dass Protagonist Lennard Lomberg als Kunsthistoriker und -experte nicht nur die Hintergründe eines dreisten Kunstraubs aufzudecken hat, sondern sich auch mit einem lang gehüteten Geheimnis rund um seinen verstorbenen Vater und dessen Vergangenheit auseinanderzusetzen hat. Nach und nach schält sich heraus, dass das geheimnisvolle verschollene Gemälde eng verbunden mit Lombergs Familiengeschichte ist. Während der Autor sich zunächst Zeit nimmt, die Story aufzubauen und seine Charaktere inklusive Hintergrundgeschichten einzuführen, zieht die Spannung mit immer neuen Details und zutage tretenden Puzzleteilchen allmählich an. Es entspinnt sich schließlich eine komplexe, sehr raffiniert verwobene und überaus wendungsreiche Handlung mit zahllosen Charakteren und einer Unzahl an bedeutsamen Informationen, die für packende Unterhaltung sorgt. Dennoch wird es zeitweise recht anstrengend, um den roten Faden nicht zu verlieren und den Überblick noch zu behalten. Erschwerend für den Lesefluss kommt hinzu, dass der anspruchsvolle Schreibstil des Autors etwas umständlich und sehr detailverliebt ist. Hervorragend ist es Storm jedoch gelungen, die vielen gut recherchierten historischen Fakten und politischen Hintergrundinformationen in seine packende Geschichte einzuflechten. Storm beherrscht es recht gut, seinen Protagonisten Leonard Lomberg mit seinen Ecken und Kanten aber auch die vielen Nebenfiguren vielschichtig auszuarbeiten, so dass sie ausreichend dreidimensional und lebendig wirken.
Nach dem überraschenden Ende, bin ich schon sehr gespannt, auf einen neuen Fall für Kunsthistoriker Lennard Lomberg.
ZUM HÖRBUCH:
Mit Julian Mehne als Sprecher für dieses Hörbuch wurde eine sehr gute Wahl getroffen. Mit seiner angenehm tiefen, und ausdrucksstarken Stimme versteht er es hervorragend, uns sofort in die fesselnde Geschichte hinein zu ziehen und an die unterschiedlichen Handlungsorte mitzunehmen. Mit leichten Temposteigerungen und Verändern der Sprechlautstärke sorgt er für Abwechslung und lässt er immer wieder geschickt Spannung aufkommen. Bei Gesprächen differenziert er die Stimmen der Figuren bewusst nur mit feinen Nuancen, wobei man dennoch stets den jeweils Sprechenden erkennt. Aufgrund der vielen, abwechselnden Handlungsstränge und unzähligen Figuren sowie der vielen bedeutsamen Details bedarf es allerdings einer großen Disziplin und hoher Aufmerksamkeit dieser komplexen und wendungsreichen Geschichte als Zuhörer zu folgen.
FAZIT
Ein packender, vielschichtiger Krimi rund um Beutekunst und Familiengeheimnisse – hervorragend recherchiert, mit einer fesselnden Mischung aus Fiktion und Fakten und überraschenden Wendungen!
Ein sehr anspruchsvolles, aber lohnendes Hörerlebnis!
Magnolia
4/5
14.09.2022
Hörbuch-Download
Vielschichtige Story
Es geht um Beutekunst. „Das neunte Gemälde“ wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Den Wechsel zwischen dem Gestern und dem Heute hat mir Julian Mehne sehr bildhaft und spannend vorgelesen. So einige Personen gilt es auseinanderzuhalten, auch die wechselnden Örtlichkeiten verlangen schon nach konzentriertem Zuhören, um dem Geschehen folgen zu können.
Durch einen mysteriösen Anruf wird Lennard Lomberg, seines Zeichens Kunstexperte, auf ein verschollenes Gemälde aufmerksam. Im Laufe der Recherchen blitzt immer wieder Picasso auf – das gesuchte Kunstwerk sollte von ihm stammen.
Sehr anschaulich wird der Weg dieses neunten Gemäldes nachgezeichnet. Dass so manch strammer Nazi in der jungen Bundesrepublik die Karriereleiter hochklettert, ist nichts Neues.
Um die Kunstwerke, die NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden, in diesem speziellen Fall um das neunte Gemälde, rankt Andreas Storm seine Kriminalgeschichte vor historischem Hintergrund, der von Bonn in etliche europäische Städte führt. Lennard Lomberg ist nicht nur im Kunstmilieu unterwegs, er erfährt auch die unrühmliche Geschichte seiner Vorfahren.
Eine vielschichtige, fiktive Story, die sich so oder so ähnlich durchaus hätte zutragen können. Die anfangs nicht sehr nahbaren Charaktere werden zunehmend greifbarer. Ein Streifzug beginnend im besetzten Paris anno 1943 mit Rückblicken zu Picassos Zeiten über die unruhigen 1966er Jahre hin zum Heute – hier sind wir im Jahre 2016 angelangt. Ein Hörbuch vom Argon-Verlag, perfekt in Szene gesetzt von Julian Mehne. Der erste Fall für Lennard Lomberg, auf „Die Tirade von Madrid“ muss ich noch ein Weilchen warten.
Tanja
aus Bayern
4/5
19.08.2022
Hörbuch-Download
Dieser Kunstkrimi lohnt sich
Das Hörbuch erfordert eine große Aufmerksamkeit, da aufgrund der großen Anzahl von Personen eine Verwirrung auftreten kann.
Mir viel es etwas schwer, der Geschichte zu folgen. Die Jahre 1914, 1943, 1966 und 2016 werden durcheinander erzählt.
Es ist sehr zu empfehlen, das Buch zügig zu lesen oder zu hören. Pausen zwischendurch bringen einen vom Weg ab. Der Handlung zu folgen viel mir nicht leicht.
Die Szenen sind miteinander verknüpft, daher ist auch hier eine hohe Aufmerksamkeit gefragt.
Ein Personenregister wäre hilfreich. Vielleicht ist im festen Buch eins enthalten.
Beim Hörbuch habe ich es vermisst.
Die Thematik dreht sich um die Zerstörung von Gemälden in der Nazizeit.
Die Kunst handelt vom Kubismus.
Ein extravaganter Themenkomplex mit
Spielorten u.a. in Deutschland und Frankreich.
Die Verstrickungen lösen sich allmählich wieder auf. Mir kam Klarheit rein.
Die Kombination aus fiktiven Szenen und geschichtlichem Hintergrund sind ein spannender Mix dieses Kriminalromans.
Dem Kunstexperte Lennard Lomberg mochte ich gleich zu Beginn. Er ist ein angenehmer Mensch.
Sein Auftrag vom einem Mann namens Dupret läuft ins Leere, da dieser tot aufgefunden wird.
Das gesuchte Gemälde ist nicht zu finden.
Die Polizei schaltet sich ein mit der engagierten Kriminalrätin Sina Röhm.
Bei dem Gemälde, welches Lennard Lomberg für Dupret auffinden sollte, handelt es sich möglicherweise um ein Picasso Werk.
Lombergs Vater ist irgendwie mit der Geschichte des Gemäldes verbunden.
Eine interessante und verzwickte Geschichte nimmt seinen Lauf.
Der Sprecher Julian Mehne hat mich am Ball gehalten. Ohne seine charismatische Stimme wäre ich mit meinen Ohren abhanden gekommen.
Er hat gekonnt die Spannung hoch gehalten und auch in ruhigen Szenen den Unterhaltungswert erhöht.
Insgesamt fand ich die Geschichte um das neunte Gemälde gut geschrieben. Es hätte etwas weniger an der Sprunghaftigkeit sein können. Die Szenenwechsel waren mir manchmal zu stark.
Es wird vor jedem Kapitel gesagt, wann und wo die folgenden Szenen stattfinden. Dies ist hilfreich und wichtig. Gerade da ist zuhören gefragt.
Dieser Kunstkrimi lohnt sich dennoch, da
Julian Mehne für einen großartigen Hörgenuss sorgt.
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