Das kleine Björnstadt mitten in den skandinavischen Wäldern musste erleben, was es heißt, wenn ein ganzer Ort auseinanderbricht. Nun sieht sich die Stadt einer neuen Herausforderung gegenüber. Denn nicht nur ist der geliebte örtliche Eishockeyverein von der Schließung bedroht – fast noch schlimmer ist, dass der Klub der Nachbarstadt Hed, Erzrivale Björnstadts, als neuer Stern am Himmel des Sports gefeiert wird. Der gemeinsame Feind schweißt viele Björnstädter wieder zusammen, und aus der sportlichen Rivalität zweier Städte wird bald ein verbissener Kampf, der mit allen Mitteln geführt wird. Und in einem dramatischen Finale gipfelt ...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Marcus Hübner
aus Marburg
5/5
06.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Roman, der nicht tröstet. Und gerade deswegen trifft!
Wie ich das Buch fand:
Volle Transparenz: Dieses Buch ist vielleicht schon ganz am Anfang mein Roman des Jahres. Es ist nahezu perfekt: die Stimmung, die Sprache, die Figuren. Ich bin kein Leser, der ein Buch „nicht weglegen kann“. Aber dieses Buch hat es nahe daran herangebracht.
In diesem zweiten Band einer Trilogie kommen wir noch einmal in die Kleinstadt Björnstadt im Norden Schwedens. Im ersten Band lernt die Stadt die Realität kennen, als der größte Held des alles bestimmenden lokalen Eishockeyvereins ein schweres Verbrechen begeht. Der zweite Band zeigt nun, wie auch nach der Flucht des Übeltäters die Konsequenzen einer Tat verbleiben.
Das Buch ist ernüchternd auf so vielen Ebenen. Es kommt nur selten moralisierend oder predigend herüber. In fast allen Fällen arbeitet es mit Ankündigungen, um Spannung aufzubauen, und löst die Ankündigung dann meistens anders auf, als Lesende erwarten würden.
Was ich gelernt habe:
Schuld und Sünde bleiben, auch wenn sich die Schuldigen aus dem Staub machen.
In diesem Fall ist es nicht nur das dämonische Übel von Kevin aus dem ersten Band. Es ist auch banales Böses, das sich durch Loyalitäten, eigene Ambitionen, uralte Beziehungswunden oder Geheimniskrämerei in das Leben schleicht und dort festsetzt, vergiftet und abtötet.
Es ist ein grauenhaftes Schauspiel, dem zuzusehen.
Dass es dem Autor gelingt, gerade den Teenagern des Buches eine Art trotzige Hoffnung abzuringen, verleiht dem Ganzen noch eine andere Art von Tiefe, die nicht kitschig ist.
Außerdem ist mir der Wert des treffsicheren Satzes deutlich geworden. Das ist der Stil von Backman. Immer wieder findet er einzelne Sätze, die so aussagekräftig sind, dass man an das moers’sche Orm zu glauben beginnt.
Was mir gefehlt hat:
Eigentlich nichts. Das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite ein Genuss. Eine Warnung sei trotzdem genannt: Die Stimmung des Buches ist düster. Und es wird auch nicht besser. Selbst die trotzige Hoffnung, von der ich spreche, ist eher ein Durchhalten als ein Lichtblick. Stell also sicher, dass du in der richtigen Stimmung bist, um das Buch zu lesen.
Bewertung
5/5
23.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Nur empfehlenswert!
Es ist ein wirklich sehr sehr schönes Buch und nur zu empfehlen. Auch wenn es der zweite Band der Björnstadt Trilogie ist es mein erstes gelesene Buch von Frederik Backman überhaupt und sein feinfühliger und tiefsinniger Schreibstil hat mich nicht nur mitgerissen, sondern auch verzaubert. Die Geschichte spielt in Björnstadt, einem Kleinen Städtchen,welches in Schweden liegt. Dort dreht sich die Welt der Bewohner nur um eines - und zwar Eishockey. Obwohl ich selbst nie viel für diese Sportart übrig hatte, konnte ich die Leidenschaft stark nachvollziehen. Auch geben die vielen Perspektiven jener beschriebenen Charaktere eine tiefe Einsicht auf die Geschehnisse und Probleme, der Stadt und sie scheinen so realistisch, dass man meinen könnte, die Personen sind real. Das Buch ist wunderschön, traurig und regt zudem sehr stark zum nachdenken an. Ich werde es auf jeden Fall nochmal lesen!
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