Wangerooge im Dauerregen, Eltern im Dauerstreit: Bernd Eilerts erster Kindheitsurlaub führte zunächst nicht zu einer Leidenschaft für Inseln. Erst viel später findet er in der Île de Ré doch noch »seine« Insel, die mit ihrem diskreten Charme und dem Mangel an offensichtlichen Sehenswürdigkeiten der ideale Ort für Müßiggänger und Entdeckungen ist. Als säßen wir mit ihm bei einer Portion Austern, unterhält uns der Autor mit Beobachtungen französischer Ferienroutine und Betrachtungen alter Inselorte. Er nimmt uns mit auf Radtouren entlang der Salzbecken, in denen die Pyramiden aus Fleur de Sel in der Morgensonne funkeln. Er präsentiert uns seine Apologie der Schickimickis oder sinniert über Rés Besucher und Besatzer - vor allem aber über ein Kunstwerk, das er von der Insel mitgebracht hat: das Porträt eines Knaben im Matrosenanzug, dessen rätselhafter Herkunft er schließlich auf die Spur zu kommen glaubt.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Buchstabenfestival
4/5
10.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehnsuchtsort Insel
Was für ein spannendes und geschichtsreiches Porträt von der Île de Ré.
Bernd Eilert erzählt von seiner Suche nach der perfekten Sehnsuchtsinsel, "seiner" Insel. Er bereist viele Inseln, um sie zu entdecken und erzählt kurz, warum sie nicht seine Insel werden konnten. Was macht eigentlich diesen Sehnsuchtsort aus? Warum kehren viele Menschen zu einem bestimmten Ort (meistens aus ihrer Kindheit) zurück?
Bernd Eilert entdeckt seinen Sehnsuchtsort durch seine Frau. Es ist Île de Ré. Eine Insel, die von den meisten Touristen übersehen wird, was wohl an der Ruhe und das Fehlen von Parties, Aufregung und klassischen Sehenswürdigkeiten liegt. Der Insel fehlen die spannenden Punkte, auf die sich die Touristen normalerweise stürzen. Die Festivals, Feste und andere besondere Aktivitäten sind nicht vorhanden. Was die Insel allerdings mehr als genug hat, sind geschichtliche Anekdoten, viele Stunden zum Fahrrad fahren, Bücher lesen und schreiben, Malen und Sinnieren und vor allem Nichtstun. Also Entspannung und Abschalten.
Das wird auf viele Lesende wahrscheinlich schrecklich langweilig wirken, aber wenn man sich auf die Geschichte von dem Autoren einlässt, erfährt man viele geschichtliche Anekdoten, den ein oder anderen bekannten Künstler- und Autorennammen. Seine unterhaltsame Art die Geschichte wiederzugeben, ließ mich die Zeit beim Lesen vergessen lassen.
Am Ende klappte ich das Buch zu und wusste, das ist nicht mein Sehnsuchtsort, aber schön war es trotzdem.
Bewertung
3/5
09.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Na ja...
Ich hatte die Erwartung, der Autor würde mir Lust auf die Reise machen. Stattdessen musste ich mich mit vielen Fremdwörtern rumschlagen und von Personen lesen, die ich bislang nicht kannte, deren Dasein aber für Herrn Eilert scheinbar Allgemeinbildung ist. Für mich leider eine Spur zu "abgehoben", wenngleich mir der Schreibstil grundsätzlich gefiel. Das Buch ist alles andere als eine leichte Urlaubsvorfreudelektüre. Keine Ahnung, ob der Autor mit dieser Wortkonstruktion einverstanden wäre...
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