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Was nicht alles

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.09.2022

Herausgeber

Josefine Haubold

Verlag

Aviva

Seitenzahl

280

Maße (L/B/H)

21,6/12,7/2,6 cm

Gewicht

441 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

What not

Übersetzt von

Josefine Haubold

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-949302-07-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.09.2022

Herausgeber

Josefine Haubold

Verlag

Aviva

Seitenzahl

280

Maße (L/B/H)

21,6/12,7/2,6 cm

Gewicht

441 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

What not

Übersetzt von

Josefine Haubold

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-949302-07-7

Herstelleradresse

AvivA Berlin
Emdener Str. 33
10551 Berlin
DE
info@aviva-verlag.de

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  • Bewertung

    5/5

    10.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herausragende Dystopie einer vergessenen Autorin

    Wer kennt sie nicht, die prägenden Dystopie-Autor*innen des 20. Jahrhunderts – Aldous Huxley, George Orwell und..Rose Macaulay? Ja, der Name war mir auch unbekannt. Und das, obwohl diese feministische Autorin (*1881-1958) zu Lebzeiten preisgekrönt und von Queen Elizabeth II geadelt wurde. Wie das im männlich geprägten Kanon so ist, wurde sie "vergessen" - obwohl Literaturwissenschaftler*innen ihr "What Not" von 1919 als Inspiration für Huxleys Brave New World betrachten. Der Aviva Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus dem Kanon herauskorrigierte AutorINNEN wieder ans Tageslicht zu holen. Und so erschien dort nun besagter Roman als "Was nicht alles", herausgegeben und großartig übersetzt von Josefine Haubold. Wer Huxley und Orwell kennt, staunt ob der Ähnlichkeiten. So antizipiert Macaulay die huxleysche Einteilung der Gesellschaft – in Kategorien von A-C auf Basis der Intelligenz. Heiraten darf nur, wer dadurch intelligente Kinder zeugt. Denn nach Ende des Großen Krieges scheint klar: menschliche Dummheit war schuld. Drum sollen auch Schulungen die Intelligenz fördern. Außerdem werden friedensgefährdende Begriffe direkt mit verboten, nur zur Sicherheit (ja, das klingt auch für mich nach einem Vorläufer von Orwells Newspeak). Wir begleiten die A-klassifizierte Ministeriumsangestellte Kitty Grammond, die im Ministerium für Verstand arbeitet und von all dem recht überzeugt ist. Zumindest bis sie sich in ihren Minister verknallt. Die Einstufung einiger seiner Verwandten als geistig zurückgeblieben verbietet seinen eigenen Gesetzen nach die Heirat. Und so stellt sich auch Kitty die Frage, welche Rechtfertigung es für ein solches System gibt. Mit vielen Spitzen, Witz und Klugkeit ist dieses Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich großartig zu lesen. Besonders gefiel mir die Schilderung subversiver Einstellungen der Bevölkerung - auch hier feministisch geprägt. Denn wo sollen Hausfrauen die Zeit hernehmen, auch noch ihren Verstand zu schulen, wenn sie Stunden am Tag auf Reproduktionsarbeit aufwenden? "Was nicht alles" ist eine feministische Dystopie mit allem, was dazugehört. Sehr lesenswert ist auch Haubolds Nachwort, das den Roman nicht nur einordnet, sondern auch problematische Elemente - etwa den subtilen Antisemitismus - benennt und kommentiert. Denn wo es um Intelligenz geht, sollen Jüdinnen_Juden nach Ansicht des Ministeriums für Verstand besser nicht noch klüger werden, als sie es schon sind. Diese seltsamen Kommentare sind zwar selten, eine kritische Kontextualisierung ist aber wichtig und gut. Deshalb möchte ich diese Übersetzung gerade auch wegen der sensiblen Herausgabe besonders empfehlen. Ich habe dieses Buch sehr geliebt und durfte auf der Buchmesse sogar ein Autogramm der Übersetzerin abstauben. Die - hatte ich das schon erwähnt? - wirklich ganze Arbeit geleistet hat.

  • ausgebucht.blog

    5/5

    02.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopische Utopie

    Es ist die Zeit nach dem sogenannten Großen Krieg. Die Regierung ist bemüht, das Land wieder auf die Beine zu bringen und aus Fehlern zu lernen - am besten werden erst gar keine Fehler mehr begangen! Ein Ministerium für Verstand wird gegründet und Mithilfe von Propaganda, Manipulation und rigorosen Konsequenzen soll die Bevölkerung intelligenter gemacht werden. Heiraten darf man lediglich innerhalb eines ausgeklügelten Systems - nicht etwa aus Liebe - und wer mit einem nicht als geeignet zertifizierten Partner Kinder bekommt, muss mit hohen Strafen rechnen. Es dauert erwartungsgemäß nicht lange, bis sich Unmut auf den Straßen regt und auch im Ministerium selbst zeigt sich nach und nach, dass die menschliche Natur ihre eigenen Gesetze macht.  "Was nicht alles" entstand während des Ersten Weltkrieges. 1918 war es bereits gebunden, da bedurfte es doch noch einer Änderung, so dass es letztendlich erst 1919 veröffentlicht wurde - nach Ende der Kampfhandlungen. Da es keine genauen Zeitangaben macht blieb Rose Macauley trotz verspäteter Veröffentlichung dabei, es als prophetisch zu bezeichnen. Im Vorwort beschreibt die englische Autorin, man könne in diesen Zeiten nicht immer nur über den Krieg schreiben, doch über die Zeit vor dem Krieg zu schreiben erschien ihr unmöglich. So kam es, dass sie es mit einer "Erzählung nach dem Krieg" versuchte.  Das Ministerium mag eine sinnvolle Institution sein, Vorschriften, Gesetze und Resolutionen mögen im Großen einen Sinn machen, ist man jedoch selbst davon betroffen und beeinträchtigt ist es mit dem Verständnis nicht mehr weit her. Der Instinkt des Menschen ist nunmal so beschaffen, dass er nicht selten unvernünftig handelt.  Gefühle, das müssen die beiden Mitarbeiter des Ministeriums Kitty Grammont und Nicolas Chester am eigenen Leib erfahren, lassen sich nicht reglementieren, nicht unterdrücken und beiseite schieben, auch nicht für ein höheres Ziel. Inwieweit darf sich eine Regierung in das Privatleben ihrer Bürger einmischen?  Welches Leben ist lebenswert?  Rose Macauley spricht mithilfe von Dialogen einige ethische Themen an. Insgesamt ist die von Macauley gewählte Erzählperspektive sehr ungewöhnlich, irgendwie undeutlich, nicht greifbar. Anhand von Ivy Delmer, einer kleinen Angestellten des Ministeriums, erfährt der Leser eine einzelne, persönliche und somit moralisierte Sicht, wobei eigentlich auktorial erzählt wird. Einen solchen Erzählstil habe ich zum ersten Mal gesehen, finde ihn aber ziemlich genial, da er den ProtagonistInnen so viel Raum gibt und gleichzeitig - allerdings wechselnd - parteiisch erscheint. Auch die absurde Unflexibilität der Beamten des Ministeriums wird nicht vom klassischen Erzähler beschrieben, sie zeigt sich anhand der Korrespondenz mit Vorgesetzten und Anträgen von Bürgern, die es zu bearbeiten gilt und ist dadurch umso wirkungsvoller inszeniert.  Dieses Buch ist Vieles. Utopie, Dystopie, Komödie, Gesellschaftsstudie und Liebesgeschichte. Alle diese Ebenen finden ihren Platz in diesem großartigen Stück Literatur. 

  • Bewertung

    3/5

    08.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Utopisch

    GELESEN: Rose Macaulay „Was nicht alles“ (Eine prophetische Komödie) Erschienen 2022 bei Aviva Verlag Berlin Erstveröffentlichung 1918 in englischer Sprache 241 Seiten zuzüglich Anhang 25 Seiten Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Josefine Haubold, die im Anhang in 25 Seiten ein wenig über das Leben und Gesamtwerk von Rose Macaulay (* 01.08.1881 † 30.10.1958 sehr interessant berichtet, welcher etwas mehr Informationen beinhaltet, als uns Wikipedia mitteilt. Mit diesem Anhang habe ich begonnen und so einen guten Einstieg gefunden. Wie viele andere Schriftsteller zählt auch Rose Macaulay zu den fast Vergessenen. Wenn dann ein solches Buch nach Jahrzehnten neu aufgelegt wird, verdient es Beachtung. Man muss schon genau hinschauen, was Rose Macaulay hier 1918 mit Witz und Komik geschrieben hat. Diese Zeilen böten Diskussionsstoff, der so schnell nicht versiegen würde. Nach dem großen Krieg sind kluge Menschen übereingekommen, dass solche Kriege und auch anderes Unheil allein der Dummheit der Menschheit geschuldet sind. Aus diesem Grunde hat man ein Ministerium aufgebaut, welches die Menschen in Klassen unterteilt. Wer die Klasse A besitzt, hat großes Glück. Da es von A aber einfach viel zu wenige gibt, ist es nicht erlaubt, sich mit einem weiteren A fortzupflanzen. Ein A sollte sich nur mit B1 oder B3 zusammentun, denn auch diese waren durchaus intelligent. Zwei „A“ wurden als Verschwendung angesehen. Kinder von C1-, C2-, C3-Personen erhielten keine Förderung. Es sei denn, ein Elternteil hätte Kategorie A. Kinder aus Nur-C-Verbindungen wurden mit einer hohen Geldstrafe belegt. Wer unterhalb von C Kinder in die Welt setzte, musste sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Doch wie könnte es anders sein, der perfide Plan geht aus mehreren Gründen nicht auf. Kitty Grammont, die im Ministerium für Verstand in hoher Position beschäftigt ist, verliebt sich „dummerweise“ in den Minister Nicholas Chester. Diese Liebe darf laut Klassifizierung nicht sein. Dumm wie sie sind, können sie nicht gegen ihre Liebe ankämpfen, obwohl sie es wirklich ernsthaft versuchen. Bei diesem Roman hat mich zuallererst das Cover angesprochen, danach der Klappentext. Anschließend habe ich ein wenig über Rose Macaulay nachgelesen und erfahren, dass nur vier ihrer Bücher jemals in die deutsche Sprache übersetzt wurden. Leider ist ihr letztes und bekanntestes Buch, „The Towers of Trebizond“ aus dem Jahr 1956, sowie „Tante Dot, das Kamel und ich“, welches 1958 in deutscher Sprache erschien, auch antiquarisch, soweit ich das sehen konnte, nicht mehr erhältlich, anders als „Zauber der Vergänglichkeit“, welches 1966 in Deutschland erschien und „Ein unerhörtes Alter“ aus dem Jahr 1921. Interessant ist weiterhin, dass „Was nicht alles“ Aldous Huxley als Inspiration für seinen Roman „Schöne neue Welt“ diente.         

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