Als die lang geplante Nordreise platzt, lässt die Arktis-Sehnsucht ihn nicht los. Und so versucht der für seine Romane bekannte Autor ihr anders nachzugehen als an Bord eines Schiffes: träumend – und lesend. Er liest über frühe Polarhelden und heutige Arktisforschende, er vergegenwärtigt sich die Erhabenheit, aber auch die Gefährdung der Natur, er imaginiert eisige Weiten und ewige Dunkelheit, Eisberge und Eisbären, und er erinnert sich an persönliche Begegnungen: mit dem Nordwind auf dem zugefrorenen Meer, mit freiheitlichen Gesellschaften, mit Fjällbirken und Stürmen, mit Polarlichtern und Elfenbeinmöwen. So entsteht nach und nach ein Buch, das auf einzigartige Weise Fantasie, Sehnsucht und Arktis-Wissen miteinander verbindet. Nach der Lektüre wird jeder sofort aufbrechen wollen – muss es aber nicht, denn nach dieser Lektüre war man schon dort.
Stefan Mosters persönlichstes Buch und eine Arktis-Reise der besonderen Art.
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Sehnsuchtsziel Arktis „Wenn…
Circlestonesbooks.blog am 14.09.2023
Bewertungsnummer: 2819793
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehnsuchtsziel Arktis „Wenn ich in mich gehe und suche, was den Reiz der Arktis für mich verkörpert, stoße ich nicht auf ein mathematisches Resultat, sondern auf das Bild einer weißbauen Eisformation bei Windstille und gutem Wetter. Ich sehe kaltglattes Meer, auf dem Eis in unterschiedlicher Gestalt treibt, illuminiert von einer Sonne, deren Strahlen von keinem Feinstorbkorn gebrochen werden.“ (Zitat Seite 66) Thema und Inhalt Dieses Buch behandelt die vielfältigen Aspekte der geheimnisvollen Anziehung, welche die eisigen Landschaften rund um die beiden Pole seit Jahrhunderten auf die Menschen haben, wobei es hier, wie schon der Titel sagt, um die Arktis geht. Von den authentischen Berichten der berühmten Entdecker über Reiseberichte und literarische Annäherungen bis zu den Daten der Arktis-Expedition des Forschungsschiffs Polarstern 2019/2020 reicht der Bogen, den Stefan Moster als Erzähler zwischen seiner eigenen Sehnsucht und seinen Erfahrungen und fundiertem Wissen und Fakten spannt. Umsetzung In sieben großen Abschnitten lesen wir Ausschnitte aus den Berichten der Polarforscher über die Suche nach dem Nordpol, das oft mehrjährige Driften, monatelang umgeben von Dunkelheit und undurchdringbarem Eis. Dazu erzählt der Autor von seinen eigenen Annährungen an die Arktis, von der Weite, dem einzigartigen Licht und den Farben. Wir blicken mit Amundsen aus der Luft auf den Pol, lernen die Vielfalt der Vogelwelt und die eindrückliche Tierwelt kennen, das Leben der frühen Jäger und Walfänger in diesem Gebiet, verfolgen die Entwicklung des Arktistourismus von den Anfängen bis zu den heutigen Kreuzfahrten, Spitzbergen mit seinen einst einsamen Bergarbeiter-Siedlungen wurde zum neuen, vielbesuchten Sehnsuchtsziel. Doch auch mit den Fakten und den zahlreichen Auswirkungen der Klimaveränderungen, nicht nur auf die Eisbären, sondern auf das gesamte ökologische Gefüge der Erde, beschäftigt sich dieses Buch. Interessant, packend und eindrücklich stellt Stefan Moster dabei die Berichte der früheren Polarforscher und Entdecker den Berichten und Erfahrungen der Polarstern-Expedition gegenüber, denn deutlicher lassen sich diese Veränderungen nicht beschreiben. „Naturschutz ist für den Planeten unverzichtbar. Im Hinblick auf die Arktis kann man es auf die Formel bringen: Naturschutz ist das Fundament des Eisbergs.“ (Zitat Seite 304) Fazit Stefan Moster hat schon in seinen Romanen gezeigt, dass er ein wunderbarer, poetischer Erzähler ist und genau das spiegelt sich auch in diesem Buch wider. Wer bereits im hohen Norden unterwegs war, taucht sofort ein in Erinnerungen und die alte Sehnsucht erwacht. Eine Sehnsucht, die beim Lesen, Eintauchen in die eindrücklichen Beschreibungen und persönlichen Gedanken des Autors, in Verbindung mit dem interessanten Wissen, sicher auch in Lesern erwacht, die noch nicht dort waren und nun ihre Gedanken auf die Reise schicken, lesend einen Blick auf die Schönheit der Arktis und unseres Planeten zu werfen.
Ich fühle mich mit Stefan…
Buchperlenblog aus Leipzig am 20.11.2022
Bewertungsnummer: 2787488
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich fühle mich mit Stefan Moster und seiner Faszination nach dem Eis der Arktis auf erstaunliche Weise verbunden. Zwar hege ich nicht den Wunsch, selbst einmal in diesen Schnee- und Eismassen zu stehen, aber die von ihnen ausgehende Faszination, die bestandenen Abenteuer in dieser unwirtlichen Gegend, die interessieren mich immer wieder. Ob nun Nord- oder Südpol, ein literarischer Ausflug lohnt sich immer wieder aufs Neue. Eigentlich wollte Stefan Moster selbst das ewige Eis des Nordens besichtigen, nähert sich ihm auch immer wieder in kleineren Etappen und landet doch nie direkt dort, wo es ihn hinzieht. Und auch, wenn ihm diese letzte Erfahrung fehlt, schafft er es doch, diese kalte Welt vor unseren Augen auferstehen zu lassen. Er erzählt von früheren Entdeckern, insbesondere von George DeLong, einem Seefahrer des 19. Jahrhunderts, und dessen gefährlichen Reisen Richtung Norden. Auch erzählt er uns über die nördlichsten bewohnten Gebiete der Erde, über die Menschen und ihre Eigenheiten, über die eigene Angst, die ihn befiel, als er an den nördlichsten Punkt seiner Reise gelangte. Er zeigt uns die Schönheiten und Gefahren des Eises, von der Bedrohung und dem Zerfall dieses ewigen Eises, das scheinbar nicht mehr ewig nicht. In teilweise wirklich humorvoller Weise weckt er verborgene Sehnsüchte in uns Lesern, diese Welt zu beschützen, die Augen zu öffnen, und behutsamer mit unserer Umwelt umzugehen. Kurzweilig sind die vielen Kapitel, die uns auf eine Reise mitnehmen, die wohl die wenigsten von uns jemals antreten würden – und deswegen ist dieses Buch ein echter Schatz. Denn wer liest nicht gern von der eisigen Kälte da oben im Norden, während er selbst gemütlich unter einer Decke sitzen kann?
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