Abschied und Aufbruch. Worauf noch warten? Ein zerrissenes Foto bringt die Wahrheit ans Licht. Es ist die Momentaufnahme eines Verrats, der vier Schicksale miteinander verbindet, sie zusammenführt und mit den unbequemen Fragen der Lebensmitte konfrontiert: Loslassen oder Festhalten? Wer bin ich, wenn ich niemandem mehr gefallen will, und wo will ich hin, wenn ich mir von niemandem mehr sagen lasse, wo es langgeht? Ruth flieht mit dem Foto und ihrem viel zu großen Hund in die alte Villa der Großeltern. Dort trifft sie nach Jahren des Schweigens auf ihre Schwester, erkennt die Lüge, die sie entzweit und das Verbrechen, das ihr Leben bestimmt hat. Ruth tritt aus dem Schatten ihrer Vergangenheit. Und das Ende ist eigentlich erst der Anfang.
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Morgen kann kommen
Bewertung am 03.06.2022
Bewertungsnummer: 1723791
Bewertet: Hörbuch-Download
Ich habe schon einige Hör-/Bücher der Autorin gelesen oder gehört, und wenn Ildiko von Kürthy selbst vorliest, kann man ganz entspannt knapp achteinhalb Stunden zuhören. Bei ihr hat jeder Charakter die richtige Tonlage. Die Geschichte um Ruth, Gloria/Maria, Fatma und Karl sowie den Guten Sozi Rudi klingt nicht nach Erfindung, sondern so, als seien deren Schicksale, Begegnungen und Verbindungen wirklich jemandem in nächster Nähe passiert. Es wird (manchmal etwas zu) direkt und schonungslos miteinander umgegangen, im positiven und im negativen Sinne. Der Mann, der dachte, er hat Macht über alles und jeden, nicht nur über seine Frau und Freundinnen, muss feststellen, dass er über sich selbst keine Gewalt mehr hat. Die Frauen drehen den Spieß um - richtig so.
Ruth und Gloria trauern über verlorene 15 Jahre, die ihnen ebendieser Mann nahm - doch jetzt wird es anders werden. Fatma zieht ihrerseits Konsequenzen und entscheidet, wer und was für sie wichtig ist (nein, es ist kein Mann!). Rudi setzt seinen letzten Willen in die Tat um, doch er ist nicht allein; so wie er und die anderen nie wirklich alleine waren. Es war immer jemand für die anderen da, eben nur nicht Ruth für Gloria und umgekehrt. An sich Themen, über die man nicht gerne lesen oder hören möchte, begonnen mit relativ Harmlosem wie den Wechseljahren, aber auch Kinderlosigkeit, gefolgt vom Betrug des Partners, Kontrollverlust durch die Macht des Partners, Krankheit und den nahenden Tod. Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, der man einfach immer weiter zuhören möchte, den Frauen und Rudi zur Seite stehen will. Es gibt witzige Szenen (Blutegelkur, Fangopackungen, Online-Fitness-Kurse), brutale Stellen (gebrochene Nasen und Arme, Platzwunden), aber auch einfach schöne Momente (Luftballonsteigen und Lieder am Geburtstag). Keine/r weiss, was als Nächstes kommt (ausser Rudi), aber egal, was der nächste Tag bringt, man schafft es und Morgen kann kommen; es wird immer weitergehen und man hat es selbst in der Hand, was man daraus macht. Mir hat das Hörbuch gut gefallen; es wird aus der Sicht der unterschiedlichen Charaktere vorgelesen, jeweils namentlich angekündigt, und hat 4 Sterne und eine Hörempfehlung verdient.
Morgen kann kommen
Bewertung am 29.07.2025
Bewertungsnummer: 2552887
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Das Leben ist kein Neuanfang – aber eine Einladung, weiterzugehen.
Mit „Morgen kann kommen“ knüpft Ildikó von Kürthy an „Es wird Zeit“ an und erzählt erneut aus dem Leben von Judith, die sich nach dem Chaos der vergangenen Jahre nun dem widmet, was bleibt: Freundschaft, Familie, das eigene Altwerden – und die Frage, wie man ein gutes Leben lebt, wenn es nicht mehr um Anfang, sondern um Tiefe geht.
Die Geschichte:
Judith hat einiges hinter sich – und einiges vor sich. Sie zieht mit ihrer Tochter und ihrer besten Freundin in ein Mehrgenerationenhaus, irgendwo zwischen Hoffnung und Realität, Patchwork und Poesie. Zwischen Abschieden, ersten Malen (wieder einmal) und dem Mut, sich mit all den Brüchen zu zeigen, wächst eine Geschichte über das Ankommen in sich selbst.
Was dieses Buch so besonders macht:
Ildikó von Kürthy schafft es wie keine andere, Alltag in Literatur zu verwandeln. Ihre Worte sind klug, einfühlsam und ehrlich – mit der typischen Portion Humor, die nicht ablenkt, sondern tröstet. Es geht um Alter, Krankheit, das Loslassen – aber auch um Liebe, Selbstfürsorge und das tiefe Wissen: Ich bin noch da. Und ich bin nicht allein.
Fazit:
„Morgen kann kommen“ ist ein Buch voller Leben – leise, weise und herzlich. Für alle, die spüren, dass das Glück oft in kleinen Momenten liegt. Für alle, die schon viel erlebt haben – und trotzdem neugierig bleiben auf das, was noch kommt.
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