Niemand im deutschen Fernsehen ist so verspottet und beschimpft worden wie Markus Lanz. Spätestens nach dem Ende von „Wetten, dass ..?“ schien der Moderator erledigt, „einer wie er dürfte eigentlich nie eine Talkshow moderieren“, schrieb die Frankfurter Rundschau noch 2019. Wenige Jahre später hat Markus Lanz aus seiner Talkshow eine der wichtigsten politischen Bühne des Landes gemacht, ohne ihn wäre Karl Lauterbach wahrscheinlich nie Bundesgesundheitsminister geworden. Was ist da passiert? Wie wurden aus Lanz viel kritisierten Schwächen („er fällt seinen Gesprächspartnern immer ins Wort“) viel gelobte Stärken („endlich fragt mal einer nach“)? Was hat das alles mit den Demütigungen seiner Kindheit und seiner Bewunderung für Deutschland zu tun? Und wieso kommen so viele Politikerinnen und Politiker gern zu Lanz, obwohl sie dort viel härter rangenommen werden als in anderen Talkshows? Spiegel-Bestseller-Autor Lars Haider beschreibt in seinem neuen Buch, für das er mit 50 Politikern, Journalisten, Wissenschaftlern und Weggefährten von Markus Lanz gesprochen hat, den Fall und Aufstieg eines Mannes, der niemandem eine Schwäche verzeiht. Am wenigsten sich selbst. „Das Leben ist ein brutales Gemetzel.“ Markus Lanz „Hast du denn wirklich das Gefühl, dass dein Leben von so vielen schweren Niederlagen gezeichnet wird?“ Richard David Precht zu Markus Lanz „Nie werde ich so bemitleidet wie vor und nach meinen Besuchen bei Markus Lanz.“ Kevin Kühnert, SPD-Generalsekretär „Ich schaue selbst übrigens nie fern.“ Karl Lauterbach
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Ausgesprochen interessant
Werner L. aus Baden-Baden am 21.02.2023
Bewertungsnummer: 1884783
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Markus Lanz polarisiert - ohne Frage! Die einen mögen ihn und seine Art, die anderen nicht. Und wenn man wie er polarisiert, dann hat man eben viele Freunde, aber auch viele Feinde. Zuerst dachte ich aufgrund der Vielzahl der schlechten Bewertungen, "das Buch lohnt sich sicherlich nicht". Dann las ich die eine und die andere Bewertung und mir wurde immer mehr klar, dass hier ganz klar die Stimmungsmache rüberkommt, dass man den Moderator eben nicht mag und schon alleine deshalb eine schlechte Bewertung schreibt. Auch ich mochte Markus Lanz vor der absolut politischen Ausrichtung und mit Publikum eher (es war oftmals ein schöner, bunter Mix), was leider mit Corona immer mehr verloren ging. Lauterbach Dauergast ... aber das muss ich hier nicht alles wiederholen. Hier geht es allein um das Buch des Autors Lars Haider über Markus Lanz!
Das Buch ist aufgebaut mit "Auszügen aus der Sendung" mit anschließender Beleuchtung der Sendung. Und das wieder im Wechsel mit einem Kapitel Biografie. Ich empfinde es als sehr abwechslungsreich und durchaus interessant zu lesen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch - oder gerade -, weil ich doch in vielem bestätigt wurde, was ich auch über seine Ansichten dachte.
Derjenige, der sich mit einem gut geschriebenen und recherchierten Buch auseinandersetzen möchte, hat mit diesem Buch sicherlich viel Freude. Alle anderen - speziell die, die Markus Lanz sowieso nicht mögen oder gar hassen - sollten lieber die Finger davon lassen.
Gut so, weitermachen! Er war…
LichtundSchatten am 02.10.2022
Bewertungsnummer: 2781647
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Gut so, weitermachen! Er war Tellerwäscher, 2 Jahren lang, und hatte sich damals zum Barkeeper hochgearbeitet. Markus Lanz sagte neulich, es sei unerträglich gewesen, dabei den politischen Gesprächen der Gäste zuzuhören. Unfasslich, welche Dummheiten aus diesen Mündern kamen, meinte er heute. Mit dieser Geschichte ist im Grunde alles zum Phänomen ML gesagt. Noch immer ist er der Barkeeper, jetzt aber mit der Möglichkeit, Gespräche mit seinen Gästen zu führen, sie auszuhorchen und geschickt zu deichseln. Statt dem Mixer schüttelt er ab und an seine Gäste ordentlich durch. Ich muss zugeben, die belehrende Funktion hat seit dem Gespräch mit Jörges gegen Wagenknecht 2014 nachgelassen, ML kann inzwischen sogar zuhören. Und seine Meinung ändern. Er ist älter und klüger geworden, ein geschickter Frager. Seine durchaus positive Wandlung beschreibt dieses Buch zutreffend und ML dürfte sich gebauchpinselt fühlen. Tatsächlich glaube ich, er ist eine ehrliche, wirklich gut aussehende Haut, die es aufrichtig meint. Er will etwas bewegen, verändern und wundert sich immer noch, dass man ihn lässt. Interessant finde ich seine Gespräche mit Richard David Precht bzw. den gemeinsamen Podcast. Tatsächlich komme ich hier ins Spiel, weil mich ein alter Bekannter ähnlich nervt wie Precht das mit Lanz tut. Precht weiß einfach alles besser, er ist völlig unabhängig und nimmt es gerne auch mit der versammelten Journaille auf. Lanz sieht hier im Grunde nicht so gut aus, greift aber immer wieder mutig an. 80:20 für Precht, so meine Zählweise. Oft und gerne gehen sie aber auch Hand in Hand. Das Ergebnis: ein wirklich in weiten Strecken sehr kontroverser, sehr hörenswerter, erkenntnisreicher Podcast, der neulich vermittelte, dass man nicht alle AfD Wähler als rechtsradikal titulieren und sie wieder in die Mitte der Gesellschaft stellen solle, so Precht. Ziemlich mutig vom unterlegenen Lanz, ehrlich seine Bildung zu offenbaren, wenn er nur etwas weniger „wahnsinnig, aufregend und unfasslich“ sagen würde. Ich muss den ZDF Lanz nachts ab und an „mitnehmen“, weil ihn meine Frau zum Einschlafen gerne im Hintergrund hat. Was muss ich sagen: es trifft zu, er ist nicht mehr klar berechenbar, die Themen und Gäste sind spannend, interessant, er lädt auch Abweichler ein. Mehr und mehr höre ich interessiert zu. Immer wieder denke ich an J.B.Kerner, den Lanz damals um 2008 unnötig machte. Kerner war wirklich schlimm, dass er jetzt Quiz-Fragen Dritter zuschalten darf, niemand kann es besser. So hat jeder die richtige Fähigkeit, wie Thomas Gottschalk unnachahmlich fest-stellte. Wer Will, Illner oder Plasberg kennt, weiß, es ist leicht, besser zu sein als diese Regierungstreuen. Trotzdem: Lanz macht’s besser, bohrender, tiefer schürfend. Gut so, weitermachen!
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