Ein außergewöhnliches Debüt von Kolumbiens literarischem Shooting-Star.
Eine junge Mutter und ihr Sohn durchqueren in einem kleinen Boot den strömenden Fluss Atrato in Kolumbien. Sie ist weiß, er ist schwarz. Die beiden sind auf dem Weg zur leiblichen Mutter und im Laufe der Fahrt erfahren wir ihre gemeinsame Geschichte. Dabei fließt die Erzählung wie der Fluss, der sie trägt. Er ist die Ader der Landschaft, eines Urwalds voller Früchte, Tiere und Düfte, aber auch die Ader des menschlichen Lebens. Als der Junge entscheidet, bei wem er leben möchte, nimmt der Roman eine unerwartete Wendung ... Eine literarische Reise von großer Sinnlichkeit über die Zartheit des Mutterseins, die Kraft der Freundschaft und über die Abgründe, die unsere Herkunft mit sich bringen kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
BücherBummler
5/5
11.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lorena Salazar - Der Fluss ist eine Wunde voller Fische
Das Boot ist unterwegs auf dem Fluss Altrato in Kolumbien. Unter den Passagieren sind eine Frau und ihr kleiner Sohn. Nichts Ungewöhnliches, außer, dass die Mutter weiß, der Junge aber schwarz ist. Und die Frau eben nicht die biologische Mutter des Kindes. Einige Jahre ist es her, dass die leibliche Mutter der Frau den Jungen, damals noch ein Baby, in die Arme drückte und verschwand. Und die Frau den Kleinen aufzog, als wäre er ihr eigenes Kind. Aber jetzt ist ein Brief von jener „echten“ Mutter gekommen, der sagt, dass sie ihr Kind sehen möchte. Und so hat sich die Frau aufgemacht zu einer Reise auf einem Fluss, der sie in die Erinnerungen der Vergangenheit und die Schrecken der Zukunft führen wird.
„Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ von Lorena Salazar ist ein Buch, dass ich mir allein wegen seines bizarren Titels fast hätte entgehen lassen. Aber zum Glück nur fast. Dieser Roman hat mich in erster Linie durch seine Sprache beeindruckt. Dass eine junge Autorin schon in ihrem Debüt eine ganz eigene Ausdrucksweise findet, erlebt man nicht so häufig. Noch dazu eine, die sich dem Leser nicht anbiedert, sondern ein Stück weit seine Aufmerksamkeit fordert. Ohne aber je anstrengend zu werden. Eine poetische Sprache mit Ecken und Kanten, ähnlich einem Fluss, der gleichmäßig dahin strömt, aber durch viele kleine Hindernisse Turbulenzen verursacht. Und auch die Geschichte selbst passt sich der Fluss-Metapher an. Lange fließt sie, wiegt einen in Sicherheit, bis die Ereignisse sich plötzlich überschlagen und kalt erwischen.
„Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ ist einer jener Schätze, die noch nach der Beendigung der Lektüre in einem nachklingen. Die ihre Wirkkraft dann sogar erst richtig entfalten. Eines jener Leseereignisse, die man nur schwer in Worte fassen kann. Lorena Salazar wird man jedenfalls im Auge behalten müssen. Eine große Leseempfehlung!
Bücherbummler
5/5
11.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Boot ist unterwegs auf…
Das Boot ist unterwegs auf dem Fluss Altrato in Kolumbien. Unter den Passagieren sind eine Frau und ihr kleiner Sohn. Nichts Ungewöhnliches, außer, dass die Mutter weiß, der Junge aber schwarz ist. Und die Frau eben nicht die biologische Mutter des Kindes. Einige Jahre ist es her, dass die leibliche Mutter der Frau den Jungen, damals noch ein Baby, in die Arme drückte und verschwand. Und die Frau den Kleinen aufzog, als wäre er ihr eigenes Kind. Aber jetzt ist ein Brief von jener „echten“ Mutter gekommen, der sagt, dass sie ihr Kind sehen möchte. Und so hat sich die Frau aufgemacht zu einer Reise auf einem Fluss, der sie in die Erinnerungen der Vergangenheit und die Schrecken der Zukunft führen wird. „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ von Lorena Salazar ist ein Buch, dass ich mir allein wegen seines bizarren Titels fast hätte entgehen lassen. Aber zum Glück nur fast. Dieser Roman hat mich in erster Linie durch seine Sprache beeindruckt. Dass eine junge Autorin schon in ihrem Debüt eine ganz eigene Ausdrucksweise findet, erlebt man nicht so häufig. Noch dazu eine, die sich dem Leser nicht anbiedert, sondern ein Stück weit seine Aufmerksamkeit fordert. Ohne aber je anstrengend zu werden. Eine poetische Sprache mit Ecken und Kanten, ähnlich einem Fluss, der gleichmäßig dahin strömt, aber durch viele kleine Hindernisse Turbulenzen verursacht. Und auch die Geschichte selbst passt sich der Fluss-Metapher an. Lange fließt sie, wiegt einen in Sicherheit, bis die Ereignisse sich plötzlich überschlagen und kalt erwischen. „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ ist einer jener Schätze, die noch nach der Beendigung der Lektüre in einem nachklingen. Die ihre Wirkkraft dann sogar erst richtig entfalten. Eines jener Leseereignisse, die man nur schwer in Worte fassen kann. Lorena Salazar wird man jedenfalls im Auge behalten müssen. Eine große Leseempfehlung!
Kaffeeelse
5/5
20.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gefühlsdschungel, Zugehörigkeit, Schwesternschaft und Dunkelheit
Wieder ein Buch, welches in Südamerika handelt. Diesmal entführt Lorena Salazar die Leserschaft nach Kolumbien, an den Rio Atrato im Chocó Department. Und hier ist sie wieder die blumige und etwas verträumte und ebenso etwas mystische Sprache der Lateinamerikaner. Lorena Salazar hat mit ihrem Roman in Kolumbien viel Aufmerksamkeit erfahren und ich kann dies nachvollziehen nach der Lektüre dieses wunderbaren Buches. Denn da ist eine ganz eigene Kraft, ein ganz besonderer Lesesog.
Eine Mutter besteigt mit ihrem Sohn als Ich-Erzählerin ein Kanu, sie wollen auf dem Rio Atrato reisen, zur leiblichen Mutter des Jungen. Diese hatte den Jungen als Baby der Ziehmutter überlassen, weil sie ihn nicht versorgen konnte, jetzt möchte sie ihn sehen. Das ruft natürlich Ängste bei der Ziehmutter hervor, sie fühlt sich als Mutter des Jungen und hat Angst ihn zu verlieren. Aber nicht nur die Mutterschaft ist ein Thema. Die Mutter ist weiß und der Sohn ist Afrokolumbianer, das erzeugt Blicke, eine zerstörerische Aufmerksamkeit. Die Ich-Erzählerin ist sich ihrer Nichtzugehörigkeit zur afrokolumbianischen und indianischen Bevölkerung Kolumbiens bewusst, sollte in der Schule, im schulischen Theater den Part des weißen Eroberers übernehmen, was sie nicht wollte. Sie wollte eher der Mehrheit angehören, nicht marginalisiert sein, nicht weiß sein, nicht zu den Bösen gehören. Und dieses Denken in der Schulzeit ist immer noch bei der Ich-Erzählerin zu finden, sie bemerkt immer noch bei sich einen Mangel, ein Manko. Als ich im Netz gelesen hatte, dass der Autorin vorgeworfen wurde rassistisch zu sein, weil sie die schwarze Hautfarbe erwähnt und sehr in den Vordergrund stellt, war ich verblüfft und fragte mich, ob die Ankläger das Buch gelesen und auch verstanden haben. Auch wurde ihr vorgeworfen über etwas zu schreiben was sie nicht kennt, weil sie nicht im Chocó Department geboren wurde, sondern in Medellín. Aber ihre Mutter stammt aus dem Chocó Gebiet, von daher kennt sie vielleicht doch einiges und mal ganz ehrlich. Schreibt eigentlich jeder Autor von Dingen, die er kennt und müssen Autoren dies tun? Wäre da die literarische Welt nicht ärmer? Nun gut, zurück zum Thema, ich konnte die Gedanken der Ich-Erzählerin verstehen. Dazu sollte man auch wissen, im Chocó Department lebt eine Bevölkerung, die aus 82 % Afrokolumbianern, 13 % Indianern und 5 % Weißen besteht.
Das Ende ist dann einerseits interessant, wenn man das Miteinander von Mutter, Ziehmutter und Sohn betrachtet und andererseits wieder absolut schockierend, aber im Titel des Buches ist das Wort Wunde enthalten, dass ich immer als Wunder lesen wollte und gelesen habe und diese Wunde offenbart sich am Ende. Und damit ist in diesem Buch auch noch eine weitere Gesellschaftskritik enthalten.
Und das ganze Buch hat diesen wunderschönen lyrisch-poetischen Klang, der die der Autorin zuteil gewordene Aufmerksamkeit in meinen Augen vollkommen rechtfertigt.
begine
aus Lemwerder
5/5
14.03.2022
eBook (ePUB 3)
Dramatik
Die kolumbianische Schriftstellerin Lorena Salazar hat mit ihrem Debütroman „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ eine erschütternde Geschichte geschrieben.
Ihre Dialoge und Beschreibungen der dramatischen Geschehens ist detailliert und brillant. Ihre Erzählkunst bringt uns alles bildhaft real.
Ich sah die junge Weiße mit ihrem schwarzen Sohn genau vor mir. Der Junge wird von ihr so liebenswert erzogen. Das ist wunderschön.
Die Reise auf dem Floß und die vielen Eindrücke sind einfach gut.
Das Ende ist dann erschütternd. Ich war erst mal total traurig.
Es ist eine realistische Geschichte, die den Leser mitnimmt.
Die Autorin hat großes geleistet. Lesenswert.
Die kolumbianische Schriftstellerin Lorena Salazar hat mit ihrem Debütroman „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ eine erschütternde Geschichte geschrieben.
Ihre Dialoge und Beschreibungen der dramatischen Geschehens ist detailliert und brillant. Ihre Erzählkunst bringt uns alles bildhaft real.
Ich sah die junge Weiße mit ihrem schwarzen Sohn genau vor mir. Der Junge wird von ihr so liebenswert erzogen. Das ist wunderschön.
Die Reise auf dem Floß und die vielen Eindrücke sind einfach gut.
Das Ende ist dann erschütternd. Ich war erst mal total traurig.
Es ist eine realistische Geschichte, die den Leser mitnimmt.
Die Autorin hat großes geleistet. Lesenswert.
yellowdog
5/5
14.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Rufe der Seeadler der…
Die Rufe der Seeadler der fluss ist eine wunde voller fische ist ein poetischer Titel. Der Roman wurde aus dem Spanischen von Grit Weirauch übersetzt und ist bei Blumenbar erschienen. Eine weiße Frau ist mit ihrem schwarzen Sohn auf einer Reise, um das Kind wieder mit der leiblichen Mutter zusammenzuführen. Diese hat den Jungen geboren, ihm aber nicht gegeben und die weiße Mutter hat ihn nicht geboren, ihm aber alles gegeben. Als sie schließlich zusammentreffen merkt man, es geht auch viel um Lebensbedingungen. Es folgt ein dramatisches Finale. Die Handlung des Romans ist in Kolumbien in der Region Chocó mit seiner üppigen Natur und vielen Flüssen und der Hauptstadt Quibdo angesiedelt. Dort ist die Autorin Lorena Salazar aufgewachsen und es geht ihr viel um Zugehörigkeit. Die Umgebung prägt auch die Sprache, die dieses Buch zuallererst ausmacht. Es ist Lorena Salazars erster Roman und bietet dem deutschen Leser Exotik ohne Klischees.
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