Arno Camenisch erzählt von den Jahren, als er in seinen Zwanzigern war, sein Leben auf den Kopf stellte und über die Kontinente zog, die Sorgen fern waren und das Leben um die Liebe kreiste. Es waren die Nullerjahre, die Welt war im Wandel, die Orte wechselten sich ab, und die Tage wurden zu Nächten, Moby und die Rolling Stones lieferten den Soundtrack zu dieser Zeit. Und immer wieder waren da dieses Gefühl der Enge und die Neugier auf die Welt, die am Anfang jedes neuen Aufbruchs standen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus Laax GR
5/5
12.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hervorragendes Buch
Leichtfüssig und liebevoll erzählt der Autor über eine intensive Phase seines Lebens. Es ist eine Reise, bei der stehts die Menschen im Vordergrund stehen. Das Buch macht süchtig - ich habe es in einem Zug durchgelesen. Grossartig!
Bewertung
5/5
10.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbedingt lesen, immer wieder auf's Neue...
Erneut zeigt sich Arno Camenisch als grandioser und subtiler Betrachter der Welt. Beeindruckend, wie der Autor durch seine feine Sehweise und Sprache, die Menschen, Orte und Dinge, auf seiner Reise, lebendig und den Leser, hellhörig werden lässt. Es ist Arno Camensichs klare, direkte Sicht auf die Dinge, die Tiefe schafft und das Bewusstsein für neue Möglichkeiten eröffnet. Der Autor zitiert John Lennon: «the more I see, the less I know for sure».
Der Rhythmus der Sprache, mit welchem uns der Autor an seinem Neubeginn und zugleich an seinen Erinnerungen, teilhaben lässt, ist von unglaublicher Schönheit und Leichtigkeit.
Das Werk inspiriert, die Welt, im Grossen und Kleinen, mit Neugier zu betrachten, zu erforschen und mutig, neue Wege zu gehen. Auch in Momenten, wo die Welt uns entrückt, oder wir ihr. Dann erst recht. Unbedingt lesen, immer wieder auf’s Neue.
yellowdog
5/5
27.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Drang zum Reisen
Arno Camenisch neuer Roman ist anders als seine früheren.
Der Icherzähler ist ein Getriebener mit Freiheitsdrang, der viel auf Reisen ist.
Hongkong, Australien, Südamrrika, Spanien
Ich hatte den Autor bisher nicht als Reiseschriftsteller wahrgenommen, aber hier ist er es bis zu gewissen Grad. Doch dann kehrt er schliesslich in die Schweiz zurück. Den Alltag in Chur hält er aber nur schwer aus. Dann trifft er Amelie. Eine vorübergehende Liebesgeschichte. Und die Unrast bleibt. Camenisch gelingt es gut, dieses schwer zu definierende Gefühl deutlich zu machen.
Er ist ein Autor, der mich schon in vielen Büchern überzeugen konnte. Man bekommt leicht eine Draht zu ihm und seine Weltsicht finde ich menschlich wie sympathisch und kann ihr folgen.
Arno Camenisch schafft es auch in diesem Buch, den Leser ohne viel Spektakuläres gefangen zu nehmen.
Bewertung
4/5
27.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flucht aus der Enge
Unzweifelhaft gelingt es Camenisch das Lebensgefühl seiner und meiner Generation einzufangen in den 80er-Jahren. Vergessen wir nicht, das Tor zur grossen Welt war enger, noch waren wir nicht vernetzt. Es gab Fernsehen, ja, aber das war sehr brav. Es lief vieles nach dem Prinzip der Gewohnheit, der Weg in die Zukunft erschien vorgespurt. Und hier hakt Camenisch ein. Er erzählt von seinem Ausbrechen aus der Enge in Chur, er erzählt von seinen Reisen, seinen Begegnungen mit Frauen, die seinen Drang nach Unverbindlichkeit mittrugen. Am meisten berührt das Buch dort, wo er mit seiner psychisch kranken Mutter Ausflüge unternimmt, um sie aus dem Klinikalltag heraus zu holen. Die kleinen Dinge, die der Mutter wieder ein Stück Lebenskraft spenden könnten, das gemeinsame Essen eines Eisbechers, in der Schweiz Coup genannt. Sich dem normalen Wahnsinn zu entziehen, Freiheit dahin zu gehen, wo die Seele atmen kann, das treibt ihn an. Er wiederholt sich oft, während er da rauchend auf seiner Terrasse über diese Jahre sinniert, so wie wir das oft tun, wenn wir uns erinnern. Die Sprache ist typisch Camenisch schlicht authentisch und erinnert an jene Zeiten, als uns alternde Onkel Geschichten aus ihrer Jugend aufgetischt haben.
Bewertung
3/5
27.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wirklich abenteuerliche Reise für zwischendurch
Ich hatte das Gefühl, immer wieder in andere Gefilde abzuschweifen. Stilistisch großartig umgesetzt, gewöhnungsbedürftig, aber wirklich außerordentlich. Eine leichte, lebensfrohe Geschichte, wie ich sie noch nie gelesen habe. Der Leser schwelgt mit dem Autor in den Erinnerungen seiner Jugend, wird öfter aus dem Kontext gerissen, weil dem Erzähler doch wieder eine andere spannende Geschichte eingefallen ist, die er unbedingt noch davor erzählen muss. Dann wird eben das neue Thema aufgegriffen und eine halbe Weltreise in einem Satz berichtet, was soll's, als junger Mensch ist man eben sprunghaft und unbedarft. Eine wirklich abenteuerliche Reise für zwischendurch.
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