Produktbild: Ökotopia

Ökotopia Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2022

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

284

Maße (L/B/H)

20,5/13/2,4 cm

Gewicht

366 g

Farbe

Anthrazit / Lichtgrau

Auflage

Neuübersetzung

Übersetzt von

Holger Hanowell

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-011417-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2022

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

284

Maße (L/B/H)

20,5/13/2,4 cm

Gewicht

366 g

Farbe

Anthrazit / Lichtgrau

Auflage

Neuübersetzung

Übersetzt von

Holger Hanowell

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-011417-9

Herstelleradresse

Reclam Philipp Jun.
Siemensstr. 32
71254 Ditzingen
DE

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Erstaunlich, auch wenn teilweise...

Bewertung am 23.10.2022

Bewertungsnummer: 1811205

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Erstaunlich, auch wenn teilweise etwas naiv, hat der Autor schon 1975 viele der ökologischen Entwicklungen und Reaktionen vorausgeahnt. Gerade deshalb macht die Lektüre Spaß.

Erstaunlich, auch wenn teilweise...

Bewertung am 23.10.2022
Bewertungsnummer: 1811205
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Erstaunlich, auch wenn teilweise etwas naiv, hat der Autor schon 1975 viele der ökologischen Entwicklungen und Reaktionen vorausgeahnt. Gerade deshalb macht die Lektüre Spaß.

Eine Reise ins Unbekannte

Christian1977 aus Leipzig am 18.10.2022

Bewertungsnummer: 1807772

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der amerikanische Journalist William Weston reist irgendwann gegen Ende der 1990er-Jahre nach Ökotopia - ein Gebiet im Südwesten, das sich rund 20 Jahre zuvor unabhängig von den Vereinigten Staaten erklärt hatte. Als erster US-Journalist überhaupt soll er in Reportagen über das Leben und Arbeiten der Ökotopianer berichten. Was sind das für Menschen, die ihren Müll recyclen, nur 20 Stunden in der Woche arbeiten und bei denen eine Frau im Präsidentinnenamt die Richtung vorgibt? Ernest Callenbachs utopischer Roman "Ökotopia" stammt ursprünglich aus dem Jahre 1975. Während sich der Autor zunächst vergeblich auf die Suche nach einem Verlag machte, gilt das Werk mittlerweile als moderner Klassiker. Bei Reclam ist nun eine deutsche Neuübersetzung von Holger Hanowell erschienen. Auf knapp 300 Seiten folgt die Leserschaft diesem William Weston und spürt dabei Schritt für Schritt, wie der Journalist seine anfängliche Skepsis überwindet. Rein formal und unter literarischen Aspekten betrachtet, ist das wenig aufregend und recht vorhersehbar. Westons sachliche Reportagen wechseln sich mit seinen emotionaleren Tagebucheinträgen ab. In den Zeitungsartikeln stellt Weston die verschiedenen Bereiche des Lebens in Ökotopia und dessen Hauptstadt San Francisco vor. Diese wirken mal paradiesisch (Verbot von Autos, lediglich Elektromobilität erlaubt), mal albern (Kriegsspiele von erwachsenen Männern, um ihre Aggressionen zu kontrollieren und keinen echten Krieg zu starten) und mal bedenklich (Gettoisierung der schwarzen Bevölkerung in einem Stadtteil namens "Soul City"). In den Tagebucheinträgen gibt Weston hingegen Auskunft darüber, was ihn wirklich bewegt und dass ihn diese insgesamt doch fortschrittliche Idylle offenbar doch gar nicht so abstößt, wie es in seinen ersten Reportagen noch klingt. Diese Tagebucheinträge sind für die eigentliche Handlung des Romans die wichtigeren, wenn sie auch nicht frei von Schwächen sind. Eines der vermeintlich überzeugendsten Argumente für ein Leben in Ökotopia ist aus Westons Sicht nämlich eine Frau namens Marissa, in die er sich während seines Aufenthalts verliebt. Letztlich sind die Figuren aber so blass gezeichnet, dass man das Gefühl bekommt, diese Liebe werde eben nur behauptet. Denn man spürt sie zu keinem Zeitpunkt. Dafür spielt die Sexualität eine große Rolle in nahezu allen sanften und härteren Gangarten. Wobei auffällt, dass es bei allem Fortschritt lediglich heteronormative Beziehungen gibt. Was macht bei aller Kritik also "Ökotopia" dennoch zu einem lesenswerten Roman? Es ist die Kühnheit von Ernest Callenbach und der Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Man sollte als Leser:in immer im Hinterkopf haben, dass dieses damals sicherlich revolutionäre Werk im Jahre 1975 entstanden ist - und eben in den USA und nicht in Europa. Während Deutschland in den 1980er-Jahren langsam begann, den Müll zu trennen, beschäftigen sich die US-Haushalte selbst heutzutage nur im Ansatz mit diesem Thema. Doch Callenbach hatte diese Vision bereits 1975! In Ökotopia trennen die Menschen ihren Müll nach Plastik, Papier und Glas. Callenbach sah das Comeback der Elektromobilität voraus, als E-Autos trotz ihrer frühen Erfindung fast völlig vom Markt verschwunden waren. In Ökotopia haben Frauen zudem einen ungeheuren Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Es ist eine Freude und große Überraschung, diese Visionen aus heutiger Sicht zu lesen. Fast fühlt man sich wie ein Detektiv, der bei jedem kleinsten ökotopischen Fakt herauszufinden versucht, ob und in welcher Form sich diese Vision durchgesetzt hat. Nur um entweder mit Bedauern festzustellen, dass ein Autoverbot in den Städten heute noch genauso undenkbar scheint wie damals oder eben um erleichtert zu sein, dass die Fernsehsender in Demokratien eben doch ihre Neutralität wahren und nicht als bloße Plattform der einzelnen Parteien dienen. US-Ausnahmen bestätigen glücklicherweise die Regel. Sollten Sie also die Reise nach Ökotopia antreten, überlegen Sie sich selbst, welche Vor- und Nachteile ein dortiges Leben haben würde. Seien Sie am Beispiel William Westons aber gewarnt: Es könnte sein, dass Sie nicht zurückkehren wollen...

Eine Reise ins Unbekannte

Christian1977 aus Leipzig am 18.10.2022
Bewertungsnummer: 1807772
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der amerikanische Journalist William Weston reist irgendwann gegen Ende der 1990er-Jahre nach Ökotopia - ein Gebiet im Südwesten, das sich rund 20 Jahre zuvor unabhängig von den Vereinigten Staaten erklärt hatte. Als erster US-Journalist überhaupt soll er in Reportagen über das Leben und Arbeiten der Ökotopianer berichten. Was sind das für Menschen, die ihren Müll recyclen, nur 20 Stunden in der Woche arbeiten und bei denen eine Frau im Präsidentinnenamt die Richtung vorgibt? Ernest Callenbachs utopischer Roman "Ökotopia" stammt ursprünglich aus dem Jahre 1975. Während sich der Autor zunächst vergeblich auf die Suche nach einem Verlag machte, gilt das Werk mittlerweile als moderner Klassiker. Bei Reclam ist nun eine deutsche Neuübersetzung von Holger Hanowell erschienen. Auf knapp 300 Seiten folgt die Leserschaft diesem William Weston und spürt dabei Schritt für Schritt, wie der Journalist seine anfängliche Skepsis überwindet. Rein formal und unter literarischen Aspekten betrachtet, ist das wenig aufregend und recht vorhersehbar. Westons sachliche Reportagen wechseln sich mit seinen emotionaleren Tagebucheinträgen ab. In den Zeitungsartikeln stellt Weston die verschiedenen Bereiche des Lebens in Ökotopia und dessen Hauptstadt San Francisco vor. Diese wirken mal paradiesisch (Verbot von Autos, lediglich Elektromobilität erlaubt), mal albern (Kriegsspiele von erwachsenen Männern, um ihre Aggressionen zu kontrollieren und keinen echten Krieg zu starten) und mal bedenklich (Gettoisierung der schwarzen Bevölkerung in einem Stadtteil namens "Soul City"). In den Tagebucheinträgen gibt Weston hingegen Auskunft darüber, was ihn wirklich bewegt und dass ihn diese insgesamt doch fortschrittliche Idylle offenbar doch gar nicht so abstößt, wie es in seinen ersten Reportagen noch klingt. Diese Tagebucheinträge sind für die eigentliche Handlung des Romans die wichtigeren, wenn sie auch nicht frei von Schwächen sind. Eines der vermeintlich überzeugendsten Argumente für ein Leben in Ökotopia ist aus Westons Sicht nämlich eine Frau namens Marissa, in die er sich während seines Aufenthalts verliebt. Letztlich sind die Figuren aber so blass gezeichnet, dass man das Gefühl bekommt, diese Liebe werde eben nur behauptet. Denn man spürt sie zu keinem Zeitpunkt. Dafür spielt die Sexualität eine große Rolle in nahezu allen sanften und härteren Gangarten. Wobei auffällt, dass es bei allem Fortschritt lediglich heteronormative Beziehungen gibt. Was macht bei aller Kritik also "Ökotopia" dennoch zu einem lesenswerten Roman? Es ist die Kühnheit von Ernest Callenbach und der Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Man sollte als Leser:in immer im Hinterkopf haben, dass dieses damals sicherlich revolutionäre Werk im Jahre 1975 entstanden ist - und eben in den USA und nicht in Europa. Während Deutschland in den 1980er-Jahren langsam begann, den Müll zu trennen, beschäftigen sich die US-Haushalte selbst heutzutage nur im Ansatz mit diesem Thema. Doch Callenbach hatte diese Vision bereits 1975! In Ökotopia trennen die Menschen ihren Müll nach Plastik, Papier und Glas. Callenbach sah das Comeback der Elektromobilität voraus, als E-Autos trotz ihrer frühen Erfindung fast völlig vom Markt verschwunden waren. In Ökotopia haben Frauen zudem einen ungeheuren Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Es ist eine Freude und große Überraschung, diese Visionen aus heutiger Sicht zu lesen. Fast fühlt man sich wie ein Detektiv, der bei jedem kleinsten ökotopischen Fakt herauszufinden versucht, ob und in welcher Form sich diese Vision durchgesetzt hat. Nur um entweder mit Bedauern festzustellen, dass ein Autoverbot in den Städten heute noch genauso undenkbar scheint wie damals oder eben um erleichtert zu sein, dass die Fernsehsender in Demokratien eben doch ihre Neutralität wahren und nicht als bloße Plattform der einzelnen Parteien dienen. US-Ausnahmen bestätigen glücklicherweise die Regel. Sollten Sie also die Reise nach Ökotopia antreten, überlegen Sie sich selbst, welche Vor- und Nachteile ein dortiges Leben haben würde. Seien Sie am Beispiel William Westons aber gewarnt: Es könnte sein, dass Sie nicht zurückkehren wollen...

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