Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Verlag
Musaicum BooksSeitenzahl
80
Maße (L/B/H)
0,4/16/22 cm
Gewicht
132 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-80-272-5439-2
Ödön von Horváths Roman "Jugend ohne Gott" ist eine präzise, beklemmende Analyse moralischer Verwahrlosung im Zeitalter totalitärer Erziehung. Im Zentrum steht ein Lehrer, der in einer von Rassismus, Militarismus und Denunziation geprägten Gesellschaft seine eigene Feigheit erkennt und zur Wahrheit findet. In nüchterner, lakonischer Prosa verbindet Horváth Kriminalhandlung, Gewissensroman und politische Parabel; der scheinbar einfache Stil enthüllt die ideologische Verrohung einer Jugend, der Gott, Humanität und Verantwortung abhandengekommen sind. Horváth, 1901 in Fiume geboren und als österreichisch-ungarischer Kosmopolit geprägt, beobachtete früh den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Sprache der Mitläufer. Seine Dramen und Romane untersuchen Kleinbürgertum, Opportunismus und die zerstörerische Macht leerer Phrasen. "Jugend ohne Gott", 1937 im Exil erschienen, verarbeitet diese Erfahrungen unmittelbar: Der Autor schreibt aus der Perspektive eines moralisch wachen Zeugen, der die geistige Katastrophe Europas erkennt. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die Literatur als Erkenntnisform schätzen. Es ist historisch konkret und zugleich erschreckend aktuell, weil es fragt, wie Gewissen, Wahrheit und Mitmenschlichkeit gegen Anpassung verteidigt werden können.
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