Produktbild: Die Königin von Troisdorf

Die Königin von Troisdorf Wie der Endsieg ausblieb

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27,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.03.2022

Verlag

Eschen 4 verlag

Seitenzahl

473

Maße (L/B/H)

21,9/15,1/4,4 cm

Gewicht

770 g

Auflage

6

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-00-070369-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.03.2022

Verlag

Eschen 4 verlag

Seitenzahl

473

Maße (L/B/H)

21,9/15,1/4,4 cm

Gewicht

770 g

Auflage

6

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-00-070369-0

Herstelleradresse

eschen 4 verlag
Eschenstraße 4
12161 Berlin
DE

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Pflichtlektüre

Bewertung aus Rösrath am 28.08.2023

Bewertungsnummer: 2009659

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Andreas Fischers Roman "Die Königin von Troisdorf" - gemeint ist in diesem Titel die 'Generalsstabs-Oma' Lena, die Mutter des Ich-Erzählers Andreas - ist eine Pflichtlektüre für alle Babyboomer, denen daran gelegen ist, sich selbst in ihrem Verhalten und Fühlen besser zu verstehen. Seit Sabine Bode und ihren Büchern zum Thema 'Kriegskinder' und 'Kriegsenkel' haben wir Babyboomer eine Ahnung davon, wie sich die Mitgift der traumatisierten Kriegsgeneration über Generationen hinweg auswirkt. Und genau darüber schreibt Andreas Fischer in beeindruckender und gleichzeitig auch bedrückender Weise. Über knapp 500 Seiten hinweg erschließt sich in dramaturgisch geschickten Zeitsprüngen die Lebensgeschichte von Andreas, Jahrgang 1961. Dabei spannt der Autor die Familiengeschichte vom Ersten Weltkrieg hin bis zum Tod der Eltern in den 2000-ern. Schwerpunkt seiner dokumentarfilmartigen Beschreibungen sind die frühen Jahre von Andreas - die prägenden Jahre also. Was ist das Typische an den Biographien der Kriegsgeneration? Wohl vor allem der Selbstverzicht, die Anstrengung, ein fast schon unmenschliches Ordnungsbewusstsein und die Unterdrückung von Emotionen. Über die traumatisierenden Kriegserlebnisse muss geschwiegen werden, die nicht geleistete Trauer äußert sich in ihrer pathologischen Form im Mantel der Depression und der Sucht (so bei Andreas Vater Reinhold). Wenn aber die 'bösen Emotionen' weggesperrt werden müssen, dann betrifft das nahezu automatisch auch die 'guten Emotionen' wie die Freude am Leben. Im Krieg sind Hoffnungen zerstört und Träume frustriert worden - so hat der Krieg auch die Überlebenden zu Opfern gemacht... und dies offensichtlich weit über die Generation der unmittelbar Betroffenen hinaus. Die fatale Botschaft des schweigenden Teils der Kriegsgeneration an ihren Nachwuchs: Du als Individuum zählst nicht und musst dir deinen Wert erst hart erarbeiten; deine Wünsche und Bedürfnisse sind nicht wichtig; sei misstrauisch gegenüber allem Fremden; nur die Arbeit zählt; man müsse ständig auf der Hut sein, weil immer etwas passieren könne; Träume sind Schäume und besitzen keinen Eigenwert; der Individualismus ist moralisch verwerflich und unbedingt der Anpassung und und der Disziplin zu opfern. Das sind die psychischen Folgekosten. Und wo die Sehnsucht nach dem 'schönen Leben' nicht existieren darf, da muss das schöne Leben der anderen abgewertet werden - was bei mir nicht leben darf, das bekämpfe ich bei anderen. Gut also, dass wir alle, vor allem auch angeregt durch derart wichtige Bücher wie ebendieses von Andreas Fischer, langsam beginnen, darüber zu reden, worüber ein Großteil der Kriegsgeneration nicht zu reden vermochte. Gut also, dass dem Schweigen endlich ein Ende bereitet wird und die psychischen Kosten der Weltkriege nicht weiter an die nachfolgenden Generationen durchgereicht werden!

Pflichtlektüre

Bewertung aus Rösrath am 28.08.2023
Bewertungsnummer: 2009659
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Andreas Fischers Roman "Die Königin von Troisdorf" - gemeint ist in diesem Titel die 'Generalsstabs-Oma' Lena, die Mutter des Ich-Erzählers Andreas - ist eine Pflichtlektüre für alle Babyboomer, denen daran gelegen ist, sich selbst in ihrem Verhalten und Fühlen besser zu verstehen. Seit Sabine Bode und ihren Büchern zum Thema 'Kriegskinder' und 'Kriegsenkel' haben wir Babyboomer eine Ahnung davon, wie sich die Mitgift der traumatisierten Kriegsgeneration über Generationen hinweg auswirkt. Und genau darüber schreibt Andreas Fischer in beeindruckender und gleichzeitig auch bedrückender Weise. Über knapp 500 Seiten hinweg erschließt sich in dramaturgisch geschickten Zeitsprüngen die Lebensgeschichte von Andreas, Jahrgang 1961. Dabei spannt der Autor die Familiengeschichte vom Ersten Weltkrieg hin bis zum Tod der Eltern in den 2000-ern. Schwerpunkt seiner dokumentarfilmartigen Beschreibungen sind die frühen Jahre von Andreas - die prägenden Jahre also. Was ist das Typische an den Biographien der Kriegsgeneration? Wohl vor allem der Selbstverzicht, die Anstrengung, ein fast schon unmenschliches Ordnungsbewusstsein und die Unterdrückung von Emotionen. Über die traumatisierenden Kriegserlebnisse muss geschwiegen werden, die nicht geleistete Trauer äußert sich in ihrer pathologischen Form im Mantel der Depression und der Sucht (so bei Andreas Vater Reinhold). Wenn aber die 'bösen Emotionen' weggesperrt werden müssen, dann betrifft das nahezu automatisch auch die 'guten Emotionen' wie die Freude am Leben. Im Krieg sind Hoffnungen zerstört und Träume frustriert worden - so hat der Krieg auch die Überlebenden zu Opfern gemacht... und dies offensichtlich weit über die Generation der unmittelbar Betroffenen hinaus. Die fatale Botschaft des schweigenden Teils der Kriegsgeneration an ihren Nachwuchs: Du als Individuum zählst nicht und musst dir deinen Wert erst hart erarbeiten; deine Wünsche und Bedürfnisse sind nicht wichtig; sei misstrauisch gegenüber allem Fremden; nur die Arbeit zählt; man müsse ständig auf der Hut sein, weil immer etwas passieren könne; Träume sind Schäume und besitzen keinen Eigenwert; der Individualismus ist moralisch verwerflich und unbedingt der Anpassung und und der Disziplin zu opfern. Das sind die psychischen Folgekosten. Und wo die Sehnsucht nach dem 'schönen Leben' nicht existieren darf, da muss das schöne Leben der anderen abgewertet werden - was bei mir nicht leben darf, das bekämpfe ich bei anderen. Gut also, dass wir alle, vor allem auch angeregt durch derart wichtige Bücher wie ebendieses von Andreas Fischer, langsam beginnen, darüber zu reden, worüber ein Großteil der Kriegsgeneration nicht zu reden vermochte. Gut also, dass dem Schweigen endlich ein Ende bereitet wird und die psychischen Kosten der Weltkriege nicht weiter an die nachfolgenden Generationen durchgereicht werden!

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von Andreas Fischer

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