Wenn du bei einer Hinrichtung nicht die Wahrheit sagen kannst, wann wirst du sie jemals sagen können? England 1536: Mit der Hinrichtung Anne Boleyns ist Thomas Cromwell mehr denn je der engste Vertraute Henrys VIII. Loyal gegenüber dem König, gerissen im Umgang mit Verbündeten, gnadenlos gegen Feinde triumphiert der Mann aus einfachen Verhältnissen über alle. Doch was wird geschehen, wenn seine Feinde erstarken und sie den König auf ihre Seite ziehen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
02.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nichts währt ewig
Hillary Mantel war bekannt für ihre sehr akribische Recherche. Und auch in diesem Roman wird die Zeit Cromwells und HeinrichVIII so beschrieben, dass man als Leser:in dort alles miterlebt und sich sowohl die Personen als auch die Orte sehr gut vorstellen kann. Die Machtspiele am Hof sind spannend und die ständige Bedrohung durch den Größenwahn des Königs wird anschaulich dargestellt. Wer einen historischen Roman auf hohem Niveau sucht, ist mit dieser Lektüre bestens versorgt.
Anne Felchner
aus Meißen
5/5
26.07.2020
Hörbuch (CD)
Gutes Hörbuch
Wenn man ein wenig über die Geschichte von Heinrich den VIII bescheid weis kann man dem Hörbuch auch ziemlich gut Folgen, falls man doch den überblick bei den vielen Personen verliert, hilft die kleine Übersicht, die in der CD Hülle beiliegt.
Die Stimme von Frank Stieren ist sehr angenehm und macht Lust zum zuhören.
Ich mag es sehr und war sehr begeistert von dem Hörbuch. Nur mit 37 Stunden Hörzeit ist das Hörbuch nicht so schnell fertig zu bekommen.
Gavroche
5/5
18.05.2020
Hörbuch (CD)
Cromwells letzte Jahre
Sommer 1536 - das Buch beginnt mit dem Tag von Anne Boleyns Ermordung und endet vier Jahre später mit dem Tod Cromwells. Über 37 Stunden Hörgenuss. Detailliert wird über das Leben Thomas Cromwells berichtet, über seine letzten Jahre, in denen er kometenartig zu immer mehr Macht gelangt, wie er mit diplomatischem Geschick England und dem König zu besserem Ansehen und zu besseren Geschäften verhilft. Immer in Verhandlungen mit dem Kaiser und dem König der Franzosen. Eine Fülle an Personen, Rückblicke und Gedankenspiele. Ein Leben mit Vorsichtsmaßnahmen zur sich ausbreitenden Pest lässt viele Parallelen zu heute aufblitzen. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man sich in der englischen Geschichte schon zumindest ein wenig auskennt. Hilary Mantel bietet dann ihren Lesern oder hier den Hörern - die dank des großartigen Vortrags von Frank Stieren der Geschichte lauschen können - einen kenntnisreichen Einblick, sicherlich immer persönlich gefärbt aus Sicht Cromwells, der jedoch auch seine Schwächen kennt. Trotz der Länge kam bei mir keine Langeweile auf und mit etwas Wehmut lasse ich Cromwell nun in Frieden ruhen.
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
15.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer hoch steigt, wird tief fallen
Englische Geschichtsschreiber/Historiker sind schon eine seltsame Spezies. Beeinflusst vom Zeitgeist wurde ein Richard I. (Löwenherz) jahrhundertelang idealisiert, Richard III. hingegen in Grund und Boden verdammt. Ähnliches widerfuhr auch Thomas Cromwell, dem schillernden Staatsmann und mächtigen Ratgeber Heinrichs VIII., der in Hilary Mantels Tudor-Reihe im Mittelpunkt steht.
„Spiegel und Licht“ ist der abschließende Band der Trilogie und richtet den Fokus auf die letzte Lebensjahre Cromwells, beginnend nach der Hinrichtung Anne Boleyns 1536, an deren Sturz er maßgeblich beteiligt war. Zuerst gilt es für ihn, denn sein König braucht eine neue Gefährtin, eine die ihm endlich den ersehnten Thronfolger schenkt. Cromwells Hilfe ist wieder einmal gefragt. Jane Seymour erfüllt die Erwartungen hinsichtlich der Geburt des männlichen Nachkommens, aber sie stirbt im Kindbett. Anna von Kleve, Ehefrau Nr. 4, erfüllt Heinrichs Erwartungen allerdings nicht, und diesen „Missgriff“ verzeiht er Cromwell nicht. Dessen Macht schwindet nun Tag für Tag, aber man fragt sich, ob er, geblendet von Aufstieg und Position, das nicht sieht oder nicht sehen will. Sich nicht vorstellen kann, dass sich sein König, gegen ihn wenden wird. Wie es endet ist bekannt. Die Gunst seines Königs verloren, der für ihn „Spiegel und Licht der Christenheit“ ist, wird er des Hochverrats und der Ketzerei angeklagt und schuldig gesprochen und muss schließlich 1540 den Gang zum Schafott antreten.
Hilary Mantel lässt uns mit ihrer Cromwell/Tudor-Trilogie tief in die englische Renaissance eintauchen. Natürlich hält sie sich an die verbrieften Daten und Ereignisse, vermeidet aber dabei das kitschig-romantisierende Klischee, das fast allen historischen Romanen anhaftet. Ihr Cromwell ist zwar ein Mann ohne Skrupel, wenn es um die Unterstützung des Königs geht, hat aber auch eine Vision, die sich aus dem Erlebten speist. England soll besser werden, und deshalb bedarf es einer Erneuerung der Kirche, um damit den Einfluss des Papstes zurückzudrängen.
Da die Autorin im Präsens schreibt und die Ereignisse aus Cromwells subjektiver Sicht schildert, kann der Leser hautnah teilhaben, ist mittendrin, bewegt sich mit dem Protagonisten in dieser spannenden Epoche, teilt dessen Gedanken.
Allen nachdrücklich empfohlen, die sich, wenn auch nur ein bisschen, für die englische Geschichte interessieren. Momentan gibt es im Bereich des literarischen Historienromans nichts Besseres!
Und ich lehne mich jetzt nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass auch dieser abschließende Band, wie bereits die beiden Vorgänger, mit dem Booker Prize ausgezeichnet wird.
Havers
5/5
15.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Englische Geschichtsschreiber/…
Englische Geschichtsschreiber/Historiker sind schon eine seltsame Spezies. Beeinflusst vom Zeitgeist wurde ein Richard I. (Löwenherz) jahrhundertelang idealisiert, Richard III. hingegen in Grund und Boden verdammt. Ähnliches widerfuhr auch Thomas Cromwell, dem schillernden Staatsmann und mächtigen Ratgeber Heinrichs VIII., der in Hilary Mantels Tudor-Reihe im Mittelpunkt steht. „Spiegel und Licht“ ist der abschließende Band der Trilogie und richtet den Fokus auf die letzte Lebensjahre Cromwells, beginnend nach der Hinrichtung Anne Boleyns 1536, an deren Sturz er maßgeblich beteiligt war. Zuerst gilt es für ihn, denn sein König braucht eine neue Gefährtin, eine die ihm endlich den ersehnten Thronfolger schenkt. Cromwells Hilfe ist wieder einmal gefragt. Jane Seymour erfüllt die Erwartungen hinsichtlich der Geburt des männlichen Nachkommens, aber sie stirbt im Kindbett. Anna von Kleve, Ehefrau Nr. 4, erfüllt Heinrichs Erwartungen allerdings nicht, und diesen „Missgriff“ verzeiht er Cromwell nicht. Dessen Macht schwindet nun Tag für Tag, aber man fragt sich, ob er, geblendet von Aufstieg und Position, das nicht sieht oder nicht sehen will. Sich nicht vorstellen kann, dass sich sein König, gegen ihn wenden wird. Wie es endet ist bekannt. Die Gunst seines Königs verloren, der für ihn „Spiegel und Licht der Christenheit“ ist, wird er des Hochverrats und der Ketzerei angeklagt und schuldig gesprochen und muss schließlich 1540 den Gang zum Schafott antreten. Hilary Mantel lässt uns mit ihrer Cromwell/Tudor-Trilogie tief in die englische Renaissance eintauchen. Natürlich hält sie sich an die verbrieften Daten und Ereignisse, vermeidet aber dabei das kitschig-romantisierende Klischee, das fast allen historischen Romanen anhaftet. Ihr Cromwell ist zwar ein Mann ohne Skrupel, wenn es um die Unterstützung des Königs geht, hat aber auch eine Vision, die sich aus dem Erlebten speist. England soll besser werden, und deshalb bedarf es einer Erneuerung der Kirche, um damit den Einfluss des Papstes zurückzudrängen. Da die Autorin im Präsens schreibt und die Ereignisse aus Cromwells subjektiver Sicht schildert, kann der Leser hautnah teilhaben, ist mittendrin, bewegt sich mit dem Protagonisten in dieser spannenden Epoche, teilt dessen Gedanken. Allen nachdrücklich empfohlen, die sich, wenn auch nur ein bisschen, für die englische Geschichte interessieren. Momentan gibt es im Bereich des literarischen Historienromans nichts Besseres! Und ich lehne mich jetzt nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass auch dieser abschließende Band, wie bereits die beiden Vorgänger, mit dem Booker Prize ausgezeichnet wird.
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