Sie war eine schüchterne Teenagerin – und plötzlich im Rampenlicht. Medaillengewinnerin an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Sportlerin des Jahres. Everybody’s Darling. Trotzdem war Giulia Steingruber längst nicht immer wohl dabei. Auch wenn sie stets nahbar blieb, hielt sie Privates privat – so konsequent es ging. Zu nah gingen ihr die schlechten Erfahrungen am Anfang ihrer eindrucksvollen Karriere. Jetzt, nach ihrem Rücktritt, gewährt sie einen tieferen Einblick in ihre Seele. Zum Tod ihrer älteren Schwester Désirée etwa, die schwer behindert zur Welt gekommen war und 2017 verstarb. Sie erinnert sich an ihre schlimmsten Momente, ihre Rückschläge und die schwere Verletzung, die sie 2018 fast die Karriere gekostet hätte. Vor allem aber an die Siege, die Auszeichnungen, die Ehrungen. Mit ihrem eisernen Willen setzte sie Massstäbe, erfand Elemente und trotzte schliesslich auch der Corona-Pandemie – mit einer EM-Goldmedaille vor ihrem Rücktritt sorgte sie im Frühling 2021 für einen letzten Höhepunkt. Und wie sie das tat, war ihr persönliches Geheimrezept.
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