Tim Bergling war ein musikalisches Ausnahmetalent und prägte mit seinen Melodien eine Ära, in der schwedische und europäische House Music die Welt eroberte. Doch zugleich war er ein zurückgezogener und verletzlicher junger Mann, der mit unmenschlicher Geschwindigkeit erwachsen werden musste. Nach mehreren Zusammenbrüchen und Krankenhausaufenthalten folgte 2016 das überraschende Tour-Aus - und kaum zwei Jahre später nahm Tim sich das Leben. Für "Tim. Die offizielle Avicii-Biografie" führte der vielfach ausgezeichnete Journalist Måns Mosesson Gespräche mit seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kollegen im Musik-Geschäft. Das Hörbuch ist ein ergreifendes Porträt, das Tims unbändigen Antrieb ebenso beleuchtet, wie die dunkelsten Seiten seines Lebens.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Martina Suhr
aus Salem
5/5
29.11.2021
Hörbuch-Download
Einfach großartig
Als die Nachricht, Avicii würde nicht mehr leben, das Internet und die Zeitungen flutete, konnte ich es kaum glauben. Ein so junger Mann, ein musikalisches Ausnahmetalent und auch noch so jung, zerbrochen am Leben. Natürlich fragt man sich, was hinter den Kulissen abging, was dazu geführt haben mochte.
Genau diesen Fragen und noch viel mehr widmet sich der Autor, der mit diesem Buch einen unglaublich gut recherchierten und damit intimen Einblick in das Leben des Musikers bietet. Man begleitet ihn von seinen Anfängen über die ersten Erfolge. Man durchlebt die Höhen, aber auch die vielen Tiefen. Die ständigen Zweifel wurden greifbar und durch die Worte hat man das Gefühl, ein stiller Beobachter auf einer ganz besonderen Reise zu sein, die sehr oft an eine Achterbahnfahrt erinnert und leider viel zu früh und irgendwie auch unerwartet endet. Besonders gelungen finde ich, dass in dieser Hörproduktion zwei Sprecher gemeinsam agieren und man so die Erzählungen leicht von den tatsächlichen Aussagen Tims unterscheiden kann.
Mich hat diese Geschichte tief berührt und letzten Endes habe ich sogar ein paar Tränchen verdrückt. Obwohl ich jetzt kein großer Fan war, der sein Wirken zu Lebzeiten aktiv verfolgt hat – natürlich habe ich seine Songs gern gehört – hat mir dieser persönliche Einblick in sein Leben das Gefühl gegeben, ihn besser zu kennen und besser zu verstehen, warum er diesen Weg gewählt hat – auch wenn sein Handeln rational vielleicht nicht wirklich zu erklären ist. Er war ein Kämpfer, hat so viele Hürden gemeistert und ist am Ende doch an den Herausforderungen des Lebens gescheitert. Ich werde seine Lieder zukünftig anders wahrnehmen und ich bin froh, durch dieses Werk ein bisschen mehr über einen außergewöhnlichen Künstler erfahren zu haben, der mit seiner Musik Zeichen gesetzt hat.
Furbaby_Mom
5/5
28.09.2022
eBook (ePUB 3)
Bewegende Biografie
Puh, diese Rezension fällt mir wirklich schwer. Ich wusste von Anfang an, dass die Avicii-Biografie keine leichte Kost für mich werden würde, aber selbst jetzt, Tage nach der Lektüre, habe ich noch immer einen Kloß im Hals, wenn ich an Tims Schicksal denke. Erst heute habe ich zufällig einen seiner Hits im Radio gehört und schwankte zwischen Musikgenuss und Wehmut, letzteres aufgrund der Tragik, welche die ohnehin bedeutungsschweren Zeilen umgibt:
»He said, "One day, you'll leave this world behind
So live a life you will remember"«.
Dieses Werk beleuchtet in aller Ausführlichkeit Tim Berglings Leben, das mit einer Bilderbuchkindheit in einer liebevollen, wohlhabenden Familie begann und mit seinem Suizid im Jahr 2018 endete. Wir erleben Tims musikalischen Anfänge, erfahren von seinen Ängsten und Träumen. Er war ein schüchternes, nachdenkliches, kluges Kind, dennoch auf charmante Weise eigensinnig und verschmitzt. Als Teenager wagte er sich aufgrund starker Akne kaum aus dem Haus, nahm zahlreiche Medikamente; als Shootingstar der Musikszene ist der introvertierte junge Mann dann plötzlich rund um die Uhr von Menschenmassen umgeben, jettet unter heftigem Termindruck um die Welt, absolviert an die 300 Auftritte pro Jahr. In Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen, Alkohol und einer perfektionistischen Arbeitseinstellung stellt dies eine fatale Kombination dar.
Der Schreibstil des Autors ist eindringlich und zugleich sachlich-distanziert, speziell im Hinblick auf die schonungslose Ehrlichkeit, mit der er die hässlichen Seiten von Social Media und dem knallharten Musikbusiness anprangert sowie die Wichtigkeit von Mental Health hervorhebt. Besonders überrascht haben mich die detailreichen musiktechnischen Beschreibungen (zur Entstehung von Tims unvergesslich-prägnanten Melodien) sowie die vielen zusätzlichen Perspektiven bzw. Einblicke in die Gefühlswelt und Lebenshintergründe sämtlicher Personen, deren Weg Tims gekreuzt hatte. Wir erhalten somit einen Rundumblick, und ich kann nur erahnen, welch immens intensive Recherchearbeit hinter all dem steckt.
Als Mutter trafen mich vor allem die Passagen von Tims Eltern sowie seine Kinderbilder mitten ins Herz. Es ist sonderbar, da vergieße ich Tränen um jemanden, der mir nie persönlich begegnet ist - und doch, nach der Lektüre hatte ich das Gefühl, Tim Bergling irgendwie gekannt zu haben.
Fazit: 5 Sterne!
Unheimlich berührend und meisterhaft recherchiert.
Bewertung
aus Regensburg
5/5
02.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Avicii vs. Tim
Ich war nie ausgesprochener Avicii-Fan. Den Dokumentarfilm "Avicii - True Stories" habe ich mir damals mehr oder weniger aus Langeweile angeschaut. Heute würde ich mich immer noch nicht als Avicii-Fan bezeichnen, eher als Bewunderin von Tim Bergling!
Avicii war die Maschine, die aus industriellen Zwecken funktionieren musste. Tim hingegen war der Mensch hinter der Maschine, voll künstlerischer Energie und - was es umso schwerer macht, sein Schicksal zu akzeptieren - in meinen Augen einer großen Portion Lebenslust. Wie uns seine Biografie zeigt, war Tim bereits als Kind vielseitig interessiert und voller Leidenschaft für das, was er getan hat. Er hat Gedichte geschrieben, gezeichnet, sich für den Weltraum, Literatur und Filme interessiert. Die Musik war es schließlich, die ihm Erfüllung geben konnte. Diese Erfüllung wollte er mit der Welt teilen.
Das Buch zu lesen, schmerzt auf gewisse Art und Weise. Je tiefer Måns Mosesson uns in Tims Welt blicken lässt, desto wütender und trauriger wird man. Darüber, dass ein junger Mensch langsam am Leben zerbricht, trotz aller Warnungen aus seinem Umfeld, das - so mein Eindruck aus der Erzählung - nicht mangelte an Familie und Freunden, die ihm stets liebend und unterstützend zur Seite standen.
Eine Szene aus "Avicii - True Stories", die es auch ins Buch geschafft hat, hat sich mir nachhaltig eingebrannt:
Tim entdeckt über einen Persönlichkeitstest das Konzept der Introversion von C. G. Jung, in dem er sich auch selbst wiederfindet. Diese Erleichterung und Freude, mit der er anschließend einer anderen Person davon erzählt, haben mich sehr ergriffen. Zu sehen, wie ein Mensch, der bereits sein ganzes Leben lang rastlos und getrieben ist von einer unerklärlichen Angst, eine Art Zufluchtsort für seine Seele findet. Es waren nur ein paar Worte irgendwo im Internet, die ihm gesagt haben: Du bist okay so wie du bist. Und du bist nicht allein.
Trotz der Gewissheit über Tims Schicksal, keimt kurzzeitig Hoffnung auf. Er schien auf dem richtigen Weg zu sein, ging zur Therapie, verließ die Überholspur und sagte Auftritte ab. Doch er war weiter auf der Suche, nach sich selbst und der einzigen Sache, die dem Leben in seiner Essenz Sinn verleiht. Er hat stundenlang meditiert, sich mit seinen Gefühlen auseinandergesetzt und spirituelle Lehren verinnerlicht. War es einfach zu spät? Waren sein Körper und seine Seele bereits von all den Drogen, dem Stress und der ständigen Angst zerfressen? Saß der Schmerz bereits zu tief, hat er nach all den Jahren ohne Stillstand zu schnell und zu tief gegraben, bis er keinen Weg zurück mehr gefunden hat?
Letztendlich können wir nur mutmaßen. Wie Måns Mosesson selbst am Anfang des Buches schreibt, sollten wir uns nicht damit beschäftigen, welche Details Tims Ende umgeben, sondern uns stattdessen fragen, was wir aus seinem Schicksal lernen können. Ich denke, dass wir vergessen, wer wir sind. Menschen, die geboren sind, um Mensch zu sein. Nichts weiter. Warum hatte Tim das Gefühl, nie irgendwo reinzupassen? Warum dachte er, er darf nicht auf die Bremse treten? Warum sah er sich zu einem Leben gezwungen, das seiner Natur so sehr zuwider war? Das sind Fragen, über die wir als Gesellschaft, nachdenken müssen. Denn es handelt sich nicht um einen Einzelfall.
Niemand von uns ist für das Leben auf der Überholspur gemacht. Es bleibt vielleicht nicht jeder auf der Strecke, doch für viele gibt es kein Zurück mehr. Manche kriegen gerade noch die Ausfahrt, haben aber möglicherweise bereits massiven Schaden davongetragen.
Wir müssen aufeinander Acht geben und, noch viel wichtiger, endlich eine Gesellschaft schaffen, in der Menschen ohne Angst vor Ausgrenzung die Lebensweise finden können, die für sie richtig ist. Sonst verlieren wir noch mehr Menschen wie Tim. Seine Kunst ist so besonders, weil er sie um ihrer selbst willen erschaffen hat, nicht wegen Geld oder Fame. Er war nicht nur unsäglich talentiert, sondern hatte noch dazu ein unvergleichliches Arbeitsethos. Er wollte seine Liebe zur Kunst und die Botschaften, die er versuchte auszudrücken, mit uns teilen.
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Abschließendes Fazit:
Ich war gespannt, ob Måns Mosesson die richtigen Worte finden würde, um Tims Geschichte zu erzählen. Meiner Meinung nach hat er den richtigen Ton getroffen! Dabei zeigt er uns Tims Leben nicht nur aus dessen persönlicher Perspektive anhand von Tagebucheinträgen und persönlichen Nachrichten, sondern wir dürfen ihn auch durch die Augen seiner Familie, Freunde oder anderer Personen sehen, die mit ihm gearbeitet haben und mit denen der Autor selbst viele Gespräche geführt hat.
Von den fehlenden Kapitelüberschriften war ich zunächst genervt. Jetzt im Nachhinein finde ich es passend. Das Leben hat keine Kapitel. Es ist chaotisch, manchmal bricht es über uns herein und es passen 1000 Dinge gleichzeitig. So muss sich auch Tim zeitweilig gefühlt haben, für ihn gab es lange Zeit kein Unten oder Oben. Es gab nur Avīci (gem. Sanskrit und Pali die tiefste Ebene der buddhistischen Hölle) - einen Ort ohne Stillstand und Zuflucht.
Ob Fan oder nicht, ich empfehle jedem, Tims Geschichte zu lesen und darüber nachzudenken, was wir aus seinem Schicksal lernen können!
Sally N
aus Kohfidisch
5/5
27.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein herausragendes Buch
Tim - The Official Biography of Avicii von Måns Mosesson erschienen bei Droemer Knaur, hat jede meiner Sinne berührt. Ich habe über Tim Genialität gestaunt, seine Erfolge gefeiert, seine Ängste und seine Schmerzen gefühlt, ich hatte ständig einen Ohrwurm, habe seine Lieder gesummt und am Ende bitterlich geweint.
Måns Mosesson hat dieses Buch aus Tagebucheinträge, E-Mails, persönlichen Chat und WhatsApp-Nachrichten uns aus Gesprächen mit der Familie, Freunde und Wegbegleiter von Tim Bergling zusammengestellt.
Wir lernen Tim in seinen letzten Schülerjahren kennen. Ein Junge wie jeder andere. Er spielt nächtelang Computerspiele und hängt mit seinem Freund ab. Da er ein Nachzügler und das einzige gemeinsame Kind seiner wohlhabenden Eltern war, genoss er jede Menge Freiheiten. Vielleicht, weil die Eltern so das Leben ihres sensiblen Sohnes erleichtern wollten.
Tim hätte schon als Kind gewisse Ängste, die ihren Eltern eher harmlos erschien. Wahrscheinlich hätte ich mir in ihrer Stelle keine großen Sorgen darüber gemacht. Wir begleiten ihm auf dem Weg zum Erfolg bis zum traurigen Ende.
Ich war kein wirklicher Fan von Avicii, aber es bedeutet nicht, dass ich seine Musik nicht mochte. Er wurde in einer Zeit weltbekannt, als ich als junge Mutter nicht auf Partys ging. Einige Jahre zuvor lief Tiesto in Dauerschleife in meinem Auto, aber er war ein Künstler, die für House-Liebhaber bekannt war, aber man seine Musik nie in Radios hörte bzw. nur in speziellen Sendungen, weil er einer Subkultur angehörte. Avicii hingegen, mit seinem instrumentellen Klang die House-Musik revolutionierte. Man hatte das Gefühl, als er einen Hit nach dem anderen rausgehaut hatte, dass egal was er angreift, ein Erfolg wird. Er hat mit 23 alles erreicht. Dann als in 2016 zu einem plötzlichen Tour-Aus kam, wurde die Welt noch immer nicht wach genug.
Tim war ein introvertierter junger Mann, der Musik über alles liebte, aber er war nicht der Star, den die Welt anhimmelte, über 300 Auftritte im Jahr auf der ganzen Welt gab.
Was als Schüchternheit anfing, entwickelte sich durch Zufall zu einem ernstzunehmenden gesundheitlichen Problem, das am Ende fatalen Folgen hatte.
Tim war ein Genie, aber sein Perfektionismus tat seine Gesundheit nur wenig Gutes. Er schlief und aß nicht, er konnte Termine nicht einhalten und isolierte sich teilweise von seiner Umgebung.
Seine Familie und Freunde erkannten Tims Problem und taten alles Erdenkliche, ihm zu helfen.
Aber was macht man, wenn alles nicht hilft? Sichtlich war er auf dem Weg der Besserung, seine Medikamentensucht in Griff bekommen, aber über seine Ängste wurde er nie Herr.
Aviciis war ein Weltstar, aber Tim ein hochsensibler Mann, dessen Schicksal mich recht mitgenommen hat.
Die Biografie ist eine gute Mischung aus privaten Rückblicken und Einblicke in das Musikgeschäft. Ein Leben alt weltberühmten DJ, wo der Mensch dahinter nur ein Teil der Maschinerie ist. Ein Mensch, dessen Wesen es widersprach.
Das Buch ist keine leichte Kost, aber definitiv ein herausragendes Werk des Genres.
Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Musikfans.
Mimi
5/5
04.01.2022
eBook (ePUB 3)
Sehr erhellende, dramatische Geschichte
Habe das Hörbuch gekauft. Es ist erschreckend, was "Fans" über die (a)sozialen Medien ihrem Idol an den Kopf knallen. Der verwendete Begriff "Kreativ-Industrie" trifft es haargenau. Berührend, wie sich die Eltern/Geschwister um ihn kümmerten. Auch die Verbindung zu C. G. Jung und Eckhard Tolle fand ich sehr treffend. Leider zu früh gestorben, RIP.
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