In einer urigen Rumbrennerei auf Madeira lauert ein tödliches Geheimnis
Endlich Ruhe! Eigentlich wollte die deutsche Krimiautorin Laura Flemming auf Madeira gerade anfangen, ihr neues Buch zu schreiben. Da bittet Comissário Mauricio Torres sie um Unterstützung: In der Rumbrennerei seines Bruders Alexandro wurde ein Toter gefunden. Alexandro soll das Opfer, einen deutschen Aussteiger, ermordet haben, weil dieser die Apparate der Brennerei sabotierte. Offiziell darf Mauricio nicht an dem Fall arbeiten, doch er muss seinem Bruder helfen. Kurzerhand engagiert er Laura als Übersetzerin. Als ein weiterer Mord geschieht, beginnt auch Laura zu ermitteln: Wer hat es auf Mauricios Familie abgesehen? Und was hat Mauricios anderer Bruder mit dem Fall zu tun?
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Ein unterhaltsamer Kriminalrom…
Circlestonesbooks.blog am 04.06.2022
Bewertungsnummer: 2772274
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein unterhaltsamer Kriminalroman mit Fernwehgarantie „Ich weiß, dass er kein Mörder ist, doch im Augenblick ist er der Hauptverdächtige. Ich muss herausfinden, was wirklich geschehen ist, aber alle offiziellen Wege sind mir versperrt. (Zitat Pos. 1311) Inhalt Laura Flemming kehrt auf die Insel Madeira zurück. Es ist April, der Sommer liegt vor ihr und der Verlag wartet auf ihren nächsten Kriminalroman. Sie hatte gehofft, dass sie vom Flughafen in Funchal abholen würde, doch dieser wurde gerade zu einem neuen Mordfall gerufen. Sabotage und ein Toter in einer Brennerei in Prazeres und Laura hofft sofort auf Ideen für ein neues Buch. Doch die Brennerei gehört Mauricios älteren Bruder Alexandro und dieser ist in den Augen der neuen Staatsanwältin der Hauptverdächtige. Damit wird Mauricio der Fall entzogen. Rasch zeigt sich, das jemand es auf die gesamte Familie Torres abgesehen hat und Mauricio braucht Lauras Hilfe, um verdeckt weiter ermitteln zu können. Thema und Genre Dieser Kriminalroman, Band zwei einer Serie, spielt auf der bekannten portugiesischen Insel Madeira. Es geht um Geschäftsbeziehungen, Familie und natürlich auch um die Liebe. Charaktere Comissário Mauricio Torres und die Krimiautorin Laura Flemming sind auch in diesem zweiten Fall ein engagiertes Ermittlerteam. Die Figuren wirken authentisch, ihre Handlungen nachvollziehbar. Leichte Längen ergeben sich durch Lauras sich zu oft wiederholende, sich wie im Kreis bewegende Überlegungen, die Ehe mit ihrem untreuen Ehemann zu retten, einen Neubeginn zu versuchen. Persönlich zögerliche Frauenfiguren wie Laura finden sich sonst eher bei Autorinnen und kaum bei Autoren. Handlung und Schreibstil Die Handlung spielt in einem knappen, aktuellen Zeitraum auf Madeira und wird durch erklärende Rückblenden ergänzt. Die Geschichte ist spannend, entspricht dem Genre Kriminalroman und regt zu eigenen Überlegungen, die Tatperson betreffend, an. Lebhafte Beschreibungen des Frühlings auf der Blumeninsel Madeira, der portugiesischen Lebensart und Gastfreundschaft malen sofort Urlaubswünsche in die Gedanken. Der Schreibstil entspricht dem Unterhaltungsgenre und ist angenehm zu lesen. Bei dem Autor Tomás Bento könnte es sich auch um ein Pseudonym zu handeln, denn seine Identität beruht ausschließlich auf den Angaben des Verlages. Fazit „Doch mit ein paar atmosphärisch dichten Beschreibungen war es ja nicht getan. Ihr Genre war zwar der locker erzählte Urlaubskrimi, doch auch dieser brauchte eine solide Kriminalgeschichte.“ (Zitat Pos. 576) Besser als mit Laura Flemmings Aussage kann man diesen Kriminalroman nicht beschreiben.
Konventionell gestrickter Krimi
Elke aus Vaihingen an der Enz am 17.06.2022
Bewertungsnummer: 1731467
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Madeira, das schroffe Kleinod im Atlantik, früher ein Geheimtipp, mittlerweile fest in touristischer Hand. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Verfasser von Urlaubskrimis dieses Eiland als Handlungsort für sich entdeckt haben. Aber ist eine quasi exotische Lokalität ein Garant für einen spannenden Kriminalroman? Und hat der Autor die Fähigkeit, die besondere Atmosphäre diese Insel zum wesentlichen Bestandteil der Handlung zu machen?
Es ist Frühling, und Laura Fleming, die wir bereits aus dem Vorgänger „Tod auf Madeira“ kennen, hat ihre Koffer gepackt. Der Abgabetermin für ihren neuen Krimi steht ins Haus, und sie hofft, auf Madeira Ruhe zum Schreiben zu finden. Aber sie freut sich auch auf ein Wiedersehen mit einem Freund, Comissário Mauricio Torres, den sie bei ihrem letzten Aufenthalt auf der Insel kennengelernt hat. Aber ehe sie sich versieht, steckt sie mitten in einem Mordfall, in dem Mauricio die Hände gebunden sind, denn der Hauptverdächtige ist sein Bruder.
Bereits der Vorgänger war ein mehr als konventionell gestrickter Krimi, weder atmosphärisch noch sonderlich spannend. Und auch „Mörderisches Madeira“, der zweite Band der Reihe, ist voller Klischees, die nur jemand verbraten kann, der auf den ausgetretenen Pfaden der Pauschaltouristen wandelt. Das fängt bereit bei der Auswahl des Handlungsortes an. Prazeres? Wirklich? Natürlich wieder in der Nähe des touristischen Hotspots Calheta. 700 Einwohner, landschaftlich schön gelegen, aber jede Menge Ferienwohnungen, Hotels und Apartmentanlagen, die dem Ort die Einzigartigkeit genommen haben. Und auch die Rumbrennerei, hier der Tatort und das nächste Alleinstellungsmerkmal der Story, hat auf der Insel längst an Bedeutung verloren.
Auch bei der Beschreibung der Protagonisten ist kein Fortschritt festzustellen. Klar, alles läuft darauf hinaus, dass Laura und Mauricio ein Paar werden. Aber braucht es dazu die gebetsmühlenhaften Wiederholungen? Laura hat Eheprobleme, Mauricio trauert noch immer um seine tote Frau, beides ist hinlänglich bekannt und trägt nicht zum Fortgang der Krimihandlung bei. Genau so wenig wie die das Erwähnen von Saudade und Fado. Nein, die Madeirer sind kein Volk von lebensmüden Melancholikern, offenbar hat der Autor noch nie die ausgelassene und lebensfrohe Atmosphäre bei einem Dorffest auf der Insel erlebt.
Weder zeugt dieser Kriminalroman von Ortskenntnis noch bietet er eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Und Werbung für die Blumeninsel ist er schon zweimal nicht, dafür uninspiriert und langatmig. Ein Ärgernis!
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