»Wir leben in schwierigen Zeiten. Und es ist nicht immer einfach, gut zu sein.« Dies muss Marshall McEwan feststellen, als er nach fast 30 Jahren wieder in seine Heimatstadt Bienville, Mississippi, zurückkehrt.
Nach wie vor wird das Wohl und Wehe der Stadt durch den »Bienville Poker Club« gelenkt - ein zwielichtiger Zusammenschluss der Reichen und Mächtigen, der noch aus den Tagen des Bürgerkriegs stammt. Genau dort fängt Marshall mit seinen Nachforschungen an, als Buck Ferris, Archäologe und Ziehvater von Marshall, unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt.
Denn seine Ausgrabungspläne gefährdeten das Bauvorhaben der neuen chinesischen Papiermühle. Und es sind die Mitglieder des Poker Clubs, die das größte Interesse an diesem Deal haben. Dass ausgerechnet Max Matheson, Schwiegervater von Marshalls Highschool-Liebe und Vater seines Jugendfreundes, Mitglied des illustren Clubs ist, macht seine Ermittlungen noch brisanter.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
02.01.2021
Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)
Ein Thriller der Extraklasse!
Verpackt in einen spannenden Thriller nimmt der Autor den Zeitgeist des heutigen Amerika aufs Korn. Geldgier, Skrupellosigkeit und Korruption bestimmen den Alltag in Bienville, einer Kleinstadt im Süden der Staaten. Als ein Mord geschieht, wittert der nach 30 Jahren zurückgekehrte Journalist Marshall McEwan die Story seines Lebens...
Greg Iles gelingt es wieder meisterhaft den Leser von der ersten Seite an, in seinen Bann zu ziehen. Spannend, brachial und zeitweise verstörend, legt er den Finger in die Wunde und zeigt, wo Ursachen und Gründe für die heutige "Schieflage" der Nation zu suchen sind.
Bewertung
aus Köln
5/5
21.08.2020
eBook (ePUB)
Greg Iles Verratenes Land
Wieder einmal ein mitreißendes Buch dieses besonderen Schriftstellers. Alles scheint käuflich zu sein in der amerikanischen Politik. Das macht Angst,vor allem,solange ein Donald Trump Realität ist.
Feuerland
aus Zella-Mehlis
5/5
25.06.2020
eBook (ePUB)
make America great again
Für mich war dieser Roman seit längerer Zeit endlich wieder mal ein Lesevergnügnen.
Und ich denke, die Bezeichnung Roman wird dem Buch eher gerecht als das vordergründige Label eines Krimi's.
Das erste Drittel des immerhin beinahe 700 Seiten starken Wälzers erschien mir mitunter etwas langatmig, trägt aber seinen Teil zur Geschichte bei.
Das so oft gebrauchte Motiv des Heimkehrers in die Kleinstadt seiner Jugend, voller Erinnerungen an eine frühe familiäre Tragödie, dem klassischen Vater-Sohn-Konflikt und einer schwärmerischen Jugendliebe wächst sich hier zu einem gallebitteren Epos über die Korruption hinter den biederen Fassaden aus. Dabei ist dieses Buch so ur-amerikanisch wie es nur sein kann. Nirgendwo anders könnte diese Geschichte sich genau so abgespielt haben. Der aufrechte, (alte) weiße Mann mit der permanent präsenten Waffe, bereit, die Welt und seine Freiheit im großen wie im kleinen zu verteidigen (und dabei gerne auch noch Geld zu verdienen), die smarten Anwälte, die Gesellschaftsladys - mitunter fühlt man sich in jedem einzelnen Klischee, welches man sich über dieses Land zu eigen gemacht hat, auf das garstigste bestätigt. Es fehlt weder an Pathos noch an Großspurigkeit, Themen wie Moral, Schuld und der im prüden Amerika anscheinend permanent präsente Sexismus, aber auch die durchaus fragwürdige weibliche Vorteilsnahme werden gleich mit abgehandelt.
Mitunter erscheinen einige Personen zu klischeehaft, manchen Handlungsstrang hätte es so nicht gebraucht, besonders zum Ende springt das Buch auf eine doch sehr überzogene Action-Achterbahnfahrt auf - und doch - es ist ein gut geschriebenes, lesenswertes und durchaus spannendes Werk. Vor allem spiegelt es ein Land, dem man nur wünschen kann, dass es auf einen anderen, besseren Weg finden möge.
Bewertung
aus Maulburg
5/5
31.10.2019
Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)
Wie immer gut
Das Cover ähnelt irgendwie sehr seinem anderen Werken , daher war ich anfangs sehr skeptisch. Doch auch in diesem Buch schafft es der Auto mit nur wenigen Worten hervorragende Kulissen auszubauen. Ich mag den Autor ich das Gefühl habe an seinen Büchern länger meine Freude zu haben. Es liest sich gut aber halt nicht schnell. Wieder schafft er es mit verstrickten Geschäften und konkurrierenden Gruppen einen Spannungsgeladenen Roman zu schreiben. Vor allem das Milieu der Pokerspieler gab mir Anreiz immer weiter zu lesen. Alles im allem möchte ich Garnicht zu viel verraten, wer seine anderen Werke für gut befindet wird auch dieses mögen. Ich bin zumindest abgesehen vom Cover voll und ganz zufrieden.
claudi-1963
aus Schwaben
5/5
22.10.2019
Modernes Antiquariat (Gebundene Ausgabe)
Wen Mächtige nicht vor Mord zurückschrecken
"Verrätereien begeht man öfter aus Schwäche als in der ausgesprochenen Absicht, zu verraten." (François de La Rochefoucauld)
Nach fast 30 Jahren kehrt Marshall McEwan wegen der Erkrankung seines Vaters, wieder in die Heimatstadt Bienvielle zurück. Da wird der Archäologe Buck Ferris unter mysteriösen Umständen tot im Mississippi gefunden. Journalist Marshall McEwan für den Buck wie ein Ziehvater war, ist sich sicher, dass man ihn getötet hat. Nachdem er Bucks eingeschlagenen Kopf gesehen hat, weiß er das dieser sicher nicht einfach ertrunken ist. Er ist sich fast sicher, dass dieser Ausgrabungen auf dem Gelände, bei dem demnächst die Chinesen eine Papierfabrik errichten wollen, getätigt hat. Sicher wollte er dort Hinweise auf eine ehemalige indianische Kultur feststellen, um den Bau der Fabrik abzuwenden. Wer könnte das wohl verhindern wollen außer der Pokerclub der das größte Interesse an einem Deal mit den Chinesen hat? Das zudem Max Mathesen der Schwiegervater von Marshalls Jugendliebe Jet und Mitglied beim Pokerclub ist, macht das ganze noch gefährlicher. ---
Meine Meinung:
Das düstere, geheimnisvolle Cover lässt einen sofort in die Region am Mississippi eintauchen. Bisher kannte ich den Autor noch nicht, doch seine guten Rezensionen haben mich neugierig auf ihn gemacht. Das fast 900 Seiten lange Buch ist wahrlich eine Herausforderung für jeden Leser. Jedoch der detaillierte, bildhafte, spannende und unterhaltsame Schreibstil hat es mit leicht gemacht am Buch dranzubleiben. Wahrlich ist dies nicht unbedingt ein Thriller, wie man ihn sonst kennt, den dazu geht Greg Iles zu sehr ins Detail. Jedoch gerade, weil der Autor immer wieder in die Vergangenheit der Protagonisten eintaucht, besonders bei Marshall und Jet, kommt man diesen Figuren sehr nahe und fühlt viel mehr mit ihnen mit. Gerade der Tod von Marshalls Bruder und seinem Sohn hat mich doch sehr bewegt. Der Pokerclub von Bienville hat nichts mit Karten zu tun, so wie man sich das vorstellen könnte. Nein viel mehr regieren diese 12 Männer, die dem Club zugehören die Stadt Bienville. Durch Geld, Macht, Intrigen und Einflüsse haben sie so die Bank, Justiz und sogar den Senat unter ihrer Kontrolle. Diese Einflüsse machen es auch fast unmöglich bei Buck einen Mord nachzuweisen. Doch Marshall setzt alles daran um für seinen ehemaligen Pfadfinderführer und dessen Witwe Gerechtigkeit das Beste herauszuholen. Leider hat Marshall nicht mit der großen Macht des Pokerclubs gerechnet und besonders nicht mit Max Matheson, seinem ehemaligen Baseballtrainer und Vater seines Freunds Paul. Dass Marshall seitdem er wieder in Bienville ist, eine Affäre mit Jet seiner Jugendfreundin und Pauls Ehefrau hat, macht das Ganze noch gefährlicher. Dieser außergewöhnliche Thriller bei dem es um Macht, Einfluss, Verrat und viele Geheimnisse geht, hat mich innerhalb kurzer Zeit regelrecht in den Bann gezogen. Man hat das Gefühl nach jedem Kapitel ein weiteres lesen zu wollen, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Mein Kopfkino war bei diesem Buch ständig am Arbeiten. Das Lokalkolorit mit der Nähe zum Mississippi, in dem der Autor heute selbst lebt, wird hier sehr gut beschrieben, so das ich mir sofort alles gut vorstellen konnte. Die Protagonisten waren sehr gut durchdacht, besonders Marshall hat es mir angetan. Seine sympathische, natürliche, motivierte Art hat mich sofort begeistert und so habe ich regelrecht mitgefiebert, dass ihm nicht ebenfalls etwas zustößt. Bei Jet war ich mir nie ganz sicher, ob ich ihr trauen kann, selbst wenn sie mir schnell sympathisch war. Nadine dagegen wirkte auf mich von Anfang an ehrlich, zuverlässig und vertrauenswürdig. Beim aggressive Paul und Max dagegen hatte ich immer kein gutes Gefühl. Alles in allem war dies ein Thriller, mit sehr viel literarischem Inhalt, dessen Länge man aushalten sollte, weil man am Ende mit viel Spannung belohnt wird. Ich jedenfalls werde mir diesen Autor sehr gut merken, den ich kann, dieses Buch nur empfehlen und gebe 5 von 5 Sterne. Chapeau dieser Autor ist wahrlich ein literarisches Genie.
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