Isabelle Steinmann ist schwer krank und hat nur noch einen Wunsch: die große, einsame Villa in Frankfurt hinter sich zu lassen und eine letzte Reise anzutreten. Nach Frankreich, wo sie während des Krieges aufwuchs und wo sie die Liebe ihres Lebens verlor. Kurzerhand heuert die exzentrische, alte Dame den Ex-Sträfling Ben Bäcker als Privatpfleger und Reisebegleiter an. Und obwohl Isabelles vernunftbegabte Tochter Carole ihrer Mutter nie nahestand, bangt sie nun um deren Verstand und Sicherheit. Notgedrungen schließt sie sich der seltsamen Truppe an. Sie kann nicht ahnen, dass die Reise in Isabelles geheimnisvolle Vergangenheit ihrer aller Leben für immer verändern wird ... Nominiert für die DELIA für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Jahres.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
5/5
17.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Von der letzten Reise die mehr bedeutet als das Leben selbst
Nach der Diagnose Krebs setzt Isabelle Steinmann alles daran noch ein letztes Mal in ihre alte Heimat zu reisen. In dem Ex-Häftling Ben findet sie einen möglichen Begleiter für die beschwerliche aber für sie sehr bedeutungsvolle Reise ins Elsass, ganz zum Missfallen ihrer Tochter Carole, zu der sie seit jeher leider ein weniger enges Verhältnis hat. Was diese Reise für die ungleiche Gruppe jedoch bedeutet und wohin sie wirklich führt, das konnte niemand ahnen ...
Durch das Cover mit den Feldern, Bergen und dem namensgebenden Lavendel bekommt man direkt Fernweh und es passt richtig gut zu der Geschichte. Der Klappentext zeigt einen Teil dessen auf, was den Leser erwartet, aber es wird dennoch einiges ausgelassen, was mich während des Lesens dann positiv überrascht hat.
Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen, er ist leicht verständlich und der Lesefluss ist gut, so dass man gut in das Buch reinfindet. Die Zeiten- und auch Ortswechsel innerhalb eines Kapitels sind gut überschrieben, so dass man zu jeder Zeit weiß, wo man sich gerade aufhält, und sie sind wunderbar ausgeglichen, ich konnte mich wirklich nicht entscheiden, welchen Handlungsstrang ich interessanter finde, weshalb ich immer weiterlesen wollte.
Die drei Hauptprotagonisten Isabelle, Carole und Ben sind mir wirklich sehr schnell ans Herz gewachsen, auch wenn Carole mit ihrer unnahbaren Art etwas kühl wirkt, aber es wird schnell klar, wieso sie so ist wie sie ist, und sie macht eine tolle Entwicklung durch. Man taucht auch schnell in die Nachkriegszeit und in Isabelles Jugend ein, und fiebert mit, wie es mit ihr und ihrem Leben wohl weitergeht.
Die Seiten sind durch die beiden zeitlich versetzten Handlungsstränge nur so an mir vorbeigeflogen und ich wollte wissen, was Isabelle alles erlebt hat und wieso sie unbedingt nochmal ins Elsass reisen möchte. Rückblickend muss ich sagen, dass ich mich tatsächlich etwas in die Irre führen habe lassen, was sicherlich beabsichtigt war und mich dann wirklich nochmal überrascht hat. Aber ich will nicht spoilern, nur mein Lob aussprechen für diesen Twist in der Handlung.
Das war wieder ein tolles Buch von Sonja Roos, das mich berührt und aufgewühlt hat, mich aber auch zufrieden und selig zurückgelassen hat. Absolute Empfehlung dieser tollen Autorin!
Bewertung
aus Oberursel
5/5
16.03.2023
Buch (Taschenbuch)
emotionale Reise in die Vergangenheit
Von der Autorin hatte ich noch nie etwas gehört, aber hier haben mich ausnahmsweise Cover und Titel gecatched: ich liebe Lavendel. Der Klappentext klang auch recht interessant, also: ich musste dieses Buch lesen. Meine bisherigen Cover-Käufe hatten des Öfteren durchwachsene Endergebnisse, aber hier muss ich sagen, das hat sich gelohnt . Das war ein wirklich schöner, herzerwärmender, teils trauriger und nachdenklich machender, teils spannender, teils witziger Roman. Hat mir sehr, sehr gut gefallen. Das schicke ich jetzt mal vorab.
Hierum geht es: Isabell Steinmann aus Frankfurt ist alt und schwerkrank. Und reich. Und leider auch nicht wirklich glücklich. Sie hat noch ein paar offene Punkte in ihrer Vergangenheit zu klären und beschließt, kurz vor ihrem Tod noch eine letzte Reise anzutreten. Es soll nach Frankreich gehen, nach Straßburg und in die Provence, dort wo sie nach dem Krieg aufgewachsen ist. Den Job als Reisebegleiter, Fahrer und Gesellschafter ergattert der frischentlassene Ex-Häftling Ben Bäcker. Dies wiederum bringt Tochter Carole auf den Plan: die Beziehung zu ihrer Mutter war zeitlebens nicht die Beste, aber sie kann unmöglich Isabelle mit Ben auf einen Roadtrip schicken. Carole schließt sich den beiden kurzentschlossen an, und die Reise kann beginnen…..
Zwischendurch sind wir aber auch immer wieder in einer anderen zeitlichen Ebene und wickeln Isabelles Vergangenheit ab. Und so wechseln wir zwischen dem hier und jetzt und der Reise nach Frankreich und den 40er, 50er und 60er Jahren, in denen Isabelle heranwächst. Peu a peu lernen wir als Leser Isabelle kennen, aber auch Carole kommt ihrer Mutter endlich näher.
Jetzt wird es schwierig, mehr zu erzählen, ohne zu spoilern. Vielleicht so viel: Isabelles Leben war wirklich hart. Als deutsch-französisches Kind war sie weder in Frankreich noch in Deutschland jemals wirklich zu Hause, und sie hat echt eine Menge durchgemacht und schon früh große Verluste erfahren. Und ihre große Liebe endete in einer Tragödie. Man kann sich jetzt natürlich denken, dass die Frankreichreise kurz vor ihrem Tod natürlich dazu dient, der Liebe und der Tragödie auf die Spur zu kommen, und dabei kommen sich am Ende nicht nur Mutter und Tochter, sondern auch Carole und Ben näher.
Die Autorin hat hier emotional aus dem Vollen geschöpft. Hier sind wirklich alle großen Gefühle verarbeitet: Liebe, Freundschaft, Verrat, Verlust, Krieg und Frieden – das ganze Paket. Der Klappentext zitiert eine Kritikerin wie folgt: „ Was für eine spannende, aufwühlende, überraschende, herzergreifende und ganz wundervolle Reise!“, und dem kann ich nur zustimmen. Es gab tatsächlich einige Überraschungen und Twists, mit denen ich nicht gerechnet habe, und ich habe die ganze Zeit mit den drei Reisenden mitgefiebert.
Ich persönlich finde es immer sehr spannend, was am Ende des Lebens für die Menschen wirklich zählt. Das sind nicht Geld oder Status, sondern die Personen, die man liebt, und die offenen Fäden, die man noch zu knüpfen hat, solange man noch Zeit hat. Das wurde hier eindrucksvoll gezeigt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig, bildhaft, niemals kitschig, oftmals mit feinem Humor und Ironie, sehr, sehr gut zu lesen.
Ach ja, und was ich immer gerne mag: es gibt einen kleinen Epilog, der zwei Jahre später spielt. Finde ich gut. Ich will nämlich immer wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht. Und genau so hätte ich mir das auch gewünscht . Ein befriedigendes Ende!
friederickes Bücherblog
aus Berlin
5/5
15.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch das unter die Haut geht
Das Cover:
Ein Bild der Provence, Lavendelzweige. Auf den ersten Blick sieht man daher, wo die Reise hingeht. Gemeinsam mit dem Klappentext wird bei mir sofort die Leselust erweckt. Eine sehr stimmige Buchpräsentation.
Die Geschichte:
Die schwer kranke Isabel Steinmann, sucht eine Pflegekraft, die sie auf ihrer letzten Reise nach Frankreich begleiten soll. Unter anderen bewirbt sich der aus dem Gefängnis entlassene Ben Bäcker, für den sie sich entscheidet. Das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Tochter Carole ist mehr als nur kompliziert. Als diese hört, dass sie ausgerechnet einen Ex-Häftling für die merkwürdige Reise eingestellt hat, versucht sie das Vorhaben zu verhindern. Als das nicht gelingt, schließt sie sich kurzerhand der Reisegruppe an. Nicht ahnend, dass eine geheimnisvolle Vergangenheit, auch ihr eigenes Leben völlig verändern wird.
Meine Meinung:
Ich hatte aufgrund der Beschreibung eine Reise in die Provence und eine unterhaltsame Liebesgeschichte erwartet. Bücher der Autorin kannte ich noch nicht. Und dann treffe ich auf so ein emotionales, sehr tiefgehendes Schätzchen, das mich völlig überraschte und in seinen Bann gezogen hat. Fein ausgearbeitete Protagonisten, haben mich mit ihren Charakteren schwer beeindruckt. Sie ließen es zu, dass ich jedes Gefühl, jeden Gedanken, hautnah miterleben konnte.
Sonja Ross schreibt in einer bildhaft starken, leicht verständlichen und flüssigen Sprache. Die Schauplätze sind wunderbar geschildert. Ich konnte sehr gut mitreisen. Die wunderbar eingearbeitete Zeitgeschichte, besonders die des Elsass, zeigt den Schmerz der Menschen in dieser Zeit.
Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen geschildert. Zahlreiche Perspektivwechsel, sowie unvorhersehbare Wendungen halten den Spannungsbogen bis zum Schluss hoch. Die Geschehnisse sind so berührend, dass mir des Öfteren die Tränen in den Augen standen.
Mein: Fazit. Die besondere Geschichte einer Liebe, die nicht gelebt werden durfte. Tiefgründig und zu Herzen gehend. Eines meiner Lesehighlights 2022, das man unbedingt gelesen haben sollte. Meine Leseempfehlung ist gewiss.
Heidelinde von friederickes bücherblog
Bewertung
aus Magdeburg
5/5
26.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein bewegendes Schicksal
Die schwer kranke Isabelle Steinmann möchte noch einmal nach Frankreich reisen, wo sie ihre große Liebe verloren hat. Da sie dies nicht mehr allein bewerkstelligen kann, stellt sie den Krankenpfleger Ben Bäcker an, der eine Haftstrafe verbüßt hat. Isabelles Tochter Carole bangt deshalb um die Sicherheit ihrer Mutter und fährt kurzerhand mit.
Sonja Roos, Jahrgang 1974, wollte schon immer Schriftstellerin werden. Sie hat Germanistik und Anglistik in Koblenz studiert, als Redakteurin gearbeitet und eine Familie gegründet, bevor sie sich der Schriftstellerei widmete.
Schon das Cover entführt die Leserin nach Frankreich und macht Lust, Isabelle, Ben und Carole auf ihrer Reise zu begleiten. Sonja Roos nutzt hier zwei Zeitebenen, um Isabelles Lebensgeschichte lebendig werden zu lassen. Alles beginnt mit Isabelles Geburt, die die erste Wendung bringt. Damit ist Spannung vorprogrammiert, denn sofort zieht die Geschichte die Leserin in ihren Bann. Nach und nach wird Isabelles durchaus nicht einfaches Schicksal deutlich und ihr Wunsch nach dieser letzten Reise verständlich.
Die Charaktere sind authentisch und lebendig beschrieben. Sofort hatte ich zu den drei Hauptpersonen ein Bild vor Augen: die hinfällige, in auffällige Farben gekleidete Isabelle, die verwöhnte, ehrgeizige Business-Frau Carole und Ben, der Ex-Sträfling, der nicht den Eindruck eines skrupellosen Straftäters macht. Sehr gut beschreibt Sonja Roos auch die Stationen der Reise, die Anstrengungen für Isabelle, die offensichtlich nur noch der Wille aufrecht hält und die Annäherungen sowohl von Isabelle und Carole als auch von Carole und Ben. Viele Emotionen sind im Spiel, sowohl bei den Protagonisten, nicht nur den genannten Hauptfiguren, sondern auch von denen, die mit Isabelles Schicksal verwoben sind als auch bei der Leserin. Es wird einmal mehr deutlich, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Autorin ein perfektes Ende gelungen ist, eines, das absolut glaubwürdig ist.
Fazit: ein bewegender Roman eines besonderen Schicksals und einer großen Liebe
Bewertung
5/5
21.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Sehr berührende Geschichte
Isabelle ist unheilbar krank und wird mit ihrem Privatpfleger sowie ihrer Tochter eine letzte Reise antreten. Diese führt sie nach Frankreich, wo sie ihre Kindheit im Krieg verbrachte. Die Erinnerungen an diese Zeit sind immer noch präsent und Isabelle möchte ein letztes Mal an diesen Ort. Doch wird diese Reise auch so, wie die drei es sich vorgestellt haben?
In zwei Zeitebenen nimmt die Autorin den Leser in eine sehr emotionale Geschichte. Beide Erzählstränge sind sehr spannend und voller Ereignisse. Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Stets habe ich mitgefiebert und auch mitgelitten. Der flüssige Schreibstil ist einfach wunderbar.
Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der Familiengeschichten mag. Ich werde die Geschichte so schnell nicht vergessen.
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