“Die letzte Kosmonautin” ist der neue Science-Fiction-Thriller von Brandon Q. Morris.
Wir schreiben das Jahr 2029, und die DDR feiert ihren 80. Jahrestag. Die Kosmonautin Mandy Neumann befindet sich seit mehreren Wochen an Bord der Raumstation „Völkerfreundschaft“. Eigentlich wartet sie auf ihre Ablösung, doch als die ersten unerklärlichen Unfälle passieren, beschleicht sie der Verdacht, dass jemand ihre Mission sabotiert. Kurz darauf bricht der Kontakt zur Bodenstation ab, und sie muss um ihr Leben kämpfen.
Der einzige Mensch, der ihr dabei helfen kann, ist Tobias Wagner, ein Leutnant der Volkspolizei in Dresden. Er ist auf der Suche nach einem verschwundenen Physiker, der am Bau der Raumstation beteiligt war, und die Spur führt ihn in ein militärisches Sperrgebiet in der Lausitz. Schon bald gerät er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten.
Harte Science Fiction für Fans von Andy Weir, Andreas Brandhorst, Andreas Eschbach, Cixin Liu oder “The Man in the High Castle”.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
08.04.2022
Buch (Paperback)
Großartig!
Die letzte Kosmonautin ist ein grandioser Mix aus Science Fiction, Dystopie, Krimi und Satire! Vielleicht war letzteres vom Autor nicht beabsichtigt, aber ich habe es so empfunden. Die DDR wird 80, und sie hat eine eigene Raumstation! Herrlich. Einige Komponenten der "Völkerfreundschaft" stammen aus dem VEB Sachsenring Zwickau, Super! Nein, mehr wird nicht verraten! Man sollte das Buch schon selber lesen. Einzig das spätpubertäre Verhalten von Tobias war manchmal nervig und nicht nachvollziehbar. Ansonsten wird man mit diesem Buch einfach großartig unterhalten!
deaf_Leseratte
aus Köln
5/5
05.04.2022
Buch (Paperback)
Sehr sehr spannend
Zuerst bin ich skeptisch über das Inhalt. Aber nachdem ich das Buch ausgelesen habe, in Rekordzeit, bin ich doch davon begeistert. Das Schreibstil gefällt mir. Und einige Hintergrundwissen sind für mich sehr neu. zB Das Wort Wiomanaut bedeutet indischer Astronaut. Für diese Namen gibt es verschiedene Namen in verschiedene Länder. Ihr könnt gerne im Internet nachschauen. Im Roman wird über die Zeit geschrieben, wo die Mauer nie gefallen ist. DDR ist da größtes sozialistischen Staat, nachdem die Sowjetunion zerfallen war. Und DDR hat eigenen Raumstation und dort lebt nur eine Kosmonautin und eine Roboter. Die ISS gibt es immer noch und wurde umfunktioniert. Darüber schreibe ich nicht. Der Autor hat das Buch sehr verständlich gemacht und auf Dauer spannend gemacht, daher habe ich es in Rekordzeit ausgelesen. Freue mich auf weitere Bücher.
Bewertung
4/5
24.04.2024
Buch (Paperback)
Die DDR und ihre Raumstation: Vorwärts immer mit „Handtelefon“, „Tragrechner“, und „Kybernetz“
"Die letzte Kosmonautin" ist ein außergewöhnlicher Roman, der in einem alternativen Universum spielt, in dem die DDR nicht nur überlebt hat, sondern auch technologische Meilensteine erreicht, einschließlich der Betreibung einer eigenen Raumstation. Brandon Q. Morris schafft es auf meisterhafte Weise, Elemente von Science Fiction, Dystopie, Krimi und eine Prise Satire zu einem packenden Leseerlebnis zu verweben.
Der Roman startet mit der verblüffenden Prämisse, dass die DDR das Jahr 1989 überdauert und weiterhin existiert. Diese alternative Geschichte bietet einen fruchtbaren Boden für eine tiefgehende Exploration von "was wäre wenn" Szenarien, die sowohl unterhaltsam als auch intellektuell stimulierend sind. Besonders faszinierend ist die liebevolle Detailtreue, mit der der Autor die DDR-Welt ausstattet – von der Verwendung originärer DDR-Begriffe wie "Plaste" und "Mutti" bis hin zu Neuschöpfungen wie "Handtelefon" und "Tragrechner", die sich nahtlos in das Setting einfügen.
Der Humor des Buches, ob beabsichtigt oder nicht, verleiht der Geschichte eine leichte Note, die besonders in der ersten Hälfte des Buches zum Tragen kommt. Hier sorgt der satirische Unterton für zahlreiche Schmunzelmomente. Der Übergang in die zweite Hälfte des Buches markiert einen Wechsel zu einem deutlich spannenderen Ton, als die Haupthandlung – eine weitreichende Verschwörung – sich entfaltet und den Leser tief in ihre Verstrickungen zieht.
Trotz einiger überzogener Elemente und gelegentlich nervig wirkender Charakterzüge, wie dem spätpubertären Verhalten von Tobias, bietet das Buch eine solide Erzählung, die sowohl Fans von gut konstruierten Alternativwelten als auch Liebhaber deutscher Geschichte ansprechen dürfte.
Die Erzählung endet offen, mit verschiedenen Handlungssträngen, die auf eine mögliche Fortsetzung hoffen lassen. Diese Offenheit mag einige Leser unbefriedigt zurücklassen, trägt aber auch zum Nachdenken und zur Diskussion bei.
Insgesamt ist "Die letzte Kosmonautin" eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die ein Faible für durchdachte Alternativgeschichten mit einer starken Prise deutscher Kultur haben. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, unterhält und den Leser bis zum Schluss fesselt. Ein Muss für Fans von Science Fiction und historischen Spekulationen.
Dark Rose
aus Troisdorf
4/5
10.08.2022
Buch (Paperback)
Die Auflösung war nicht meins - den Rest fand ich super!
Mandy ist stolz darauf DDR-Bürgerin zu sein und noch stolzer ist sie darauf, Kosmonautin zu sein. Zum 80. Geburtstag des Arbeiter- und Bauernstaates soll sie jetzt auf der Raumstation ein paar besondere Aufgaben erledigen. Doch kurze Zeit danach häufen sich die merkwürdigen Vorkommnisse, die bald schon Mandys Leben bedrohen. Aber warum kann sie die Bodenkontrolle nicht mehr erreichen?
Auf der Erde geht Tobias seinem Job nach, er nimmt seine Aufgaben sehr ernst und erledigt sie immer gewissenhaft. Bis sich eine Frau aus seiner Vergangenheit meldet, die er einst geliebt hat und die jetzt verzweifelt ihren Mann sucht – der einst am Bau der Raumstation beteiligt war.
Ich persönlich kenne die DDR nur aus Filmen und Erzählungen, ich habe sie nicht selbst erlebt, aber auf mich wirkte die Beschreibung in diesem Buch sehr glaubhaft. Ich habe es vor allem geliebt, wie erklärt wurde, warum die DDR den Zerfall des Ostblocks überlebt hat und wie moderne Technik auf DDR Einzug gehalten hat.
Ich kam sehr schnell ins Buch rein und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Ich mochte die Protagonisten und fand die Handlung sehr spannend und mysteriös.
Beide Mandy und Tobias sind keine Quertreiber. Sie leben in der DDR und wollen nicht weg. Sie sind glücklich und zufrieden. Natürlich haben auch sie ihre Probleme, aber an denen ist nicht der Staat schuld.
Beide dienen der DDR auf ihre Art.
Ich mochte es, wie langsam Spannung aufgebaut wurde, bis es plötzlich Schlag auf Schlag ging. Vor allem war hier toll, die die Rädchen ineinandergriffen.
Was mich allerdings sehr enttäuscht hat, war die Erklärung dafür. Für mich hätte es dieses Sci-Fi-Element nicht gebraucht. Das war mir zu weit hergeholt. Ich hätte mir eine "normalere" Erklärung gewünscht. Da hätten auch genug zur Auswahl gestanden. Mich hat das leider ziemlich aus dem Buch geworfen und dem Ganzen die Glaubwürdigkeit geraubt.
Fazit: Ich fand die Idee mega und auch die Umsetzung bis zur Auflösung. Leider hat mir Letztere aber dann so ein bisschen den Spaß genommen, weil ich sie als zu weit hergeholt und zu Sci-Fi für diesen Roman empfand. Ich hätte mir da eine bodenständigere Erklärung gewünscht.
Trotzdem hat mir das Buch bis dahin und auch noch danach sehr gut gefallen, nur diese Erklärung eben nicht und die Handlung die direkt da drumherum gespielt hat. Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.
Klaus
Thalia Book Circle Community
3/5
07.07.2026
Buch (Paperback)
Die DDR der Zukunft
Im Jahr 2029 feiert die Deutsche Demokratische Republik ihren 80. Geburtstag und natürlich plant die Staatsführung ein Schauspiel für die Massen, ein Signal an den imperialistischen Klassenfeind im Westen und ein Symbol für das eigene Volk, Mandy Neumann, die erste Kosmonautin der DDR soll die Raumstation “Völkerfreundschaft” wie einen Stern erstrahlen lassen. Hilfe bei ihrer Mission hat sie einzig von Bummi dem KI gesteuerten Bordroboter. Zeitgleich wird Tobias Wagner von einer alten Schulfreundin kontaktiert, die sich von ihm als ABV Hilfe bei der Suche nach ihrem verschwundenen Ehemann erhofft, der zuletzt an der Entwicklung einer hochmodernen Kamera beteiligt war, die von der “Völkerfreundschaft” aus Bilder der Erdoberfläche macht.
Obwohl ich ein Kind der DDR bin, lese ich eigentlich ungern Bücher, die diese Zeit in irgendeiner Weise behandeln, dabei könnte ich nicht mal genau sagen, warum das so ist. Vielleicht will ich nicht erinnert werden, vielleicht mag ich die Verklärung, die Ostalgie, die oft dahinter steckt nicht, vielleicht mag ich aber auch die schlimmen Dinge, die leider unleugbar sind, nicht an mich heranlassen. Hier hat mich die Grundidee allerdings direkt angesprochen, auch, oder gerade weil sie in einer fiktiven Zukunft spielt und somit vollkommen frei erzählt werden kann.
Was Brandon Q. Morris geschaffen hat, ist trist, grau und irgendwie so gar nicht das, was ich mir gewünscht hätte, hätte die DDR tatsächlich eine Zukunft gehabt. Er beschreibt ein Land, eine Nation, die sich trotz großer Möglichkeiten der Weiterentwicklung nur wenige Schritte voran bewegt hat und das macht mich irgendwie sprachlos, enttäuscht, fast wütend, ich will das eigentlich so nicht glauben. Ich will nicht daran denken, dass ich vielleicht tatsächlich in einem Land weitergelebt hätte, in dem, was die Kontrolle und Bespitzelung der eigenen Bevölkerung angeht, alles nur noch schlimmer hätte werden können. Natürlich ist das Ganze für die Dramatik hinter der Story sehr auf die Spitze getrieben, gleichwohl ist die Vorstellung allein so beklemmend, dass es fast körperliches Unbehagen bei mir auslöst. Was das angeht hat der Autor erstmal alles richtig gemacht.
Schwieriger wird es dann aber schon bei den Figuren. Während ich bei Mandy wirklich Sympathie entwickelt und um sie gebangt habe, bleibt Tobias mir seltsam fremd und distanziert, er trägt die Geschichte zwar über eine große Strecke, schafft es aber nicht mich mitzunehmen. Ob das allein an seiner Persönlichkeit liegt, oder aber an der Geschichte an sich, kann ich dabei nicht abschließend sagen. Die Story verläuft in zwei Handlungssträngen, einmal die Geschehnisse auf der Raumstation und dann jene um das Geheimnis des millitärischen Sperrgebiet in der Lausitz. Im Weltraum war ich voll dabei, das ist absolut mein Element, ich liebe solche Geschichten und Morris erzählt den Überlebenskampf der Kosmonautin wirklich spannend. Das was zeitgleich auf der Erde passiert hingegen war mir zu zusammengewürfelt und verwirrend, auch wenn Morris hier viel eingebaut hat, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Zudem konnte ich mich auch nur schwer mit der Ausdrucksweise anfreunden, die Morris gewählt hat, um das Beharren der DDR auf ihrem Status zu verdeutlichen. Wir sind ja mittlerweile daran gewöhnt, dass irgendwie zu allem ein Anglizismus vorhanden ist, im Buch gibt es das aber eher in die andere Richtung, da heißt das Handy eben Handtelefon und das Internet Kybernetz und wärend ich das anfangs noch ganz witzig fand, hat es mich irgendwann fast schon genervt.
Letztlich konnte mich das Buch nur teilweise mitreißen, die eine Hälfte der Story fand ich Klasse, die Andere leider nur so lala. Irgendwie hat da einiges nicht richtig für mich gepasst.
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