Zehn Jahre Albtraum. Zehn Jahre voller Ängste. Eine Krankheit, bei der das ganze Leben aus den Fugen gerät. Die Diagnose Schizophrenie verbreitet gemeinhin Schrecken, und das nicht ohne Grund. Jens Jüttner berichtet aus eigener langer Erfahrung über seine paranoide Schizophrenie. Offen erzählt er über seinen langen Weg mit vielen Tiefen, und wie er es am Ende geschafft hat, aus der Krankheit herauszufinden. Das Buch klärt auf, wirbt um Verständnis und will anderen Betroffenen und deren Umfeld eine Hilfestellung sein und Mut machen - informativ, emotional, spannend, authentisch geschrieben.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
06.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Ehrlich, aufklärend und hoffnungsvoll
In das Buch von Jens Jüttner bin ich richtig reingekippt und habe die Welt um mich herum fast vergessen. Ein autobiographisches Sachbuch! Spannend, ehrlich und informativ gleichzeitig. Es geht wunderbar daraus hervor, was die Krankheit Schizophrenie mit dem Betroffenen selbst, mit seiner Ehe und mit seinen Eltern macht! Ein wertvolles und einzigartiges Werk! Und das beste von allem: ein strahlender Hoffungsschimmer, denn er hat es nach langem Leidensweg in ein stimmiges und zufriedenes Leben geschafft! Absolut lesenswert!
Bewertung
aus Landsberg
5/5
13.03.2024
Buch (Taschenbuch)
"Wechselspiel"
Das Buch "Als ich aus der Zeit fiel" umfasst 143 Seiten auf 8. Kapiteln.
Kurzer Plot:
"Schizophrenie" - die psychische Erkrankung steht (meist) mit einer Stigmatisierung und Diskriminierung in Verbindung.
Um Betroffenen Mut zu machen, und nicht Betroffene über die Erkrankung aufzuklären bzw. diese näherzubringen, hat Jens Jütter seine Krankheitsgeschichte in autobiografischer Form aufgeschrieben.
Jens Jütters "paranoide Schizophrenie" begann mit seinem 27. Lebensjahr und hielt ihn bis zu seinem 38. Lebensjahr fest im Griff.
Der/die Auslöser bzw. die Trigger sind bei jedem Betroffenen anders, Genetik, Infektionskrankheiten, Stress. Es ist nicht vorhersehbar wer eine Schizophrenie in sich trägt. Schizophrenie ist eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn, und es kann jeden treffen.
"Es ist für die Genesung hilfreich, sich selbst anzunehmen und Geduld mit sich selbst zu entwickeln. - Seite 11
Jens Frühsymptome während seiner Unizeit waren z. B. innere Unruhe, Schlaflosigkeit, die sich zu einer Wahrnehmungsverschiebung und Beziehungsidee (Umwelt wird anders wahrgenommen, Reize werden nicht mehr ausgefiltert) entwickelt.
Der Verlauf einer Schizophrenieerkrankung kann sehr verschieden sein. "Ein vertrauensvolles stabiles Umfeld vermeidet eine Wahrnehmungsverschiebung." - Seite 35
Zum Krankheitsbild gehört auch die Verfestigung von Wahnideen, Halluzinationen - man ist sozusagen im Dauerstress!
Der erste Gang zum Psychiater, war für Jens der Beginn der Behandlung. Denn auch sein Umfeld merkte, dass etwas nicht stimmte.
Tagesklink, stationäre Klinikaufenthalte, die richtige Medikamenteneinstellung... bis zur BEFREIUNG mit der Erkrankung offen umzugehen...
"Ich bin mit der Erkrankung im Reinen. Die Krankheit war und ist ein Teil von mir, den ich angenommen habe." - Seite 132
Fazit:
Der Autor Jens Jüttner erzählt über seinen langen und schwerer Weg mit der Erkrankung "Schizophrenie".
Er möchte der Diagnose den Schrecken nehmen, und aufzeigen, dass es Behandlungsmöglichkeiten gibt um die Schizophrenie zu kontrollieren, anstatt sich von ihr bestimmen zu lassen.
Beim Lesen ist man ganz nah an der Krankheitsgeschichte dran, das macht das Krankheitsbild der "Schizophrenie" (für nicht Betroffene) nachvollziehbar.
Ein wichtiges Buch um die Bedrohlichkeit der Schizophrenie abzubauen!
5. Sterne!
Bewertung
5/5
02.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Sehr empfehlenswert
Das Buch zeigt deutlich, wie ein Mensch sich fühlt, wenn er an schizophrenie erkrankt ist. Ich habe das Buch gleich weitergegeben zum Lesen. Den Aufklärung über die Krankheit ist sehr wichtig.
Bewertung
aus Heidelberg
5/5
28.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine Krankheit mit vielen Vorurteilen
Für mich ist Mental Health ein wichtiges Thema, da ich davon ausgehe, dass mein Handeln davon abhängt, wie ich die Welt um mich herum wahrnehme.
Und das auch wortwörtlich, wie es Jens Jüttner mit seinem Buch “Als ich aus der Zeit fiel” gezeigt hat.
“Als ich aus der Zeit fiel” von Jens Jüttner ist ein Sachbuch, welches 2020 durch den Pinguletta-Verlag veröffentlicht wurde und Jütters Umgang mit der eigenen Schizophrenie thematisiert.
Dabei ist Jüttners Herangehensweise interessant: Während Jüttner seine Erfahrungen und den Umgang mit seiner Schizophrenie teilt, ergänzt er seine Erfahrungsberichte mit allgemeinen Erklärungen und versucht so, seine Krankheit zu entstigmatisieren.
So macht Jüttner schnell klar, dass Schizophrenie kein Schicksalsschlag ist, den man hinnehmen muss, sondern es sich auch bei der Schizophrenie um eine Krankheit handelt, gegen die gekämpft werden kann.
Die Ursachen für das Auslösen dieser Krankheit sind nicht eindeutig bestimmbar - zu den Auslösern können traumatische Erlebnisse, aber auch Drogenkonsum, fallen. Klar ist aber, dass die Betroffenen in einer Welt gefangen sind, die sich nur um sie dreht und aus der es nur schwer ein Entkommen gibt.
Aber Jüttner zeigt, dass es ein Entkommen geben kann: Der Weg ist steinig und beginnt mit der Feststellung, dass man krank ist, ehe man mit der Suche nach den richtigen Medikamenten und der richtigen Therapie richtig Fahrt aufnimmt. Dieser Weg setzt aber auch voraus, dass man mit sich selbst und den Menschen um einen herum ehrlich ist - zu schnell kann es passieren, dass man aus Scham oder Stolz nicht die Hilfe in Anspruch nimmt, die man so dringend benötigt.
Besonders Jüttners persönliche Perspektive fand ich verdammt spannend: Psychische Krankheiten werden noch immer stigmatisiert oder klein geredet - so hat man keine Depression, sondern ist einfach faul und vegetiert vor sich hin. Und es gibt kein ADHS, sondern nur schlechte Erziehung. Auch Trauma bedeutet nur, dass man verweichlicht ist und Triggerwarnungen sind nur dazu da, dass man nicht mehr alles sagen darf. Das Outing als psychisch krank kann somit einen beruflich und sozial ins Aus führen - wenn das Outing überhaupt ernst genommen wird.
Durch Jüttners persönliche Erfahrungen, die er selbstreflektiert teilt, wird klar: Nein, psychische Krankheiten bedeuten nicht, dass man verrückt oder sozialer Dreck ist. Psychisch krank zu sein bedeutet, dass man sich selbst sein größter Gegenspieler ist und man sich ständig fragt, wieso man nicht das Gleiche kann wie alle anderen auch. Das wird dadurch gesteigert, dass man psychische Krankheiten nicht sehen kann, weswegen das Umfeld nur eingeschränkt unterstützen kann und es auch den Betroffenen selbst schwer fällt, sich ihre Krankheit einzugestehen und therapieren zu lassen.
Deswegen ist “Als ich aus der Zeit fiel” für mich ein wertvolles Buch, das ich weiterempfehlen will - nicht nur, weil sich Jüttner präzise und authentisch artikuliert und schwierige Konzepte niedrigschwellig erklären kann, sondern auch um das Verständnis für Mental Health zu fördern.
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