Überfällige Kritik einer gefährlichen und unterschätzten Ideologie
Es werden die theoretischen und philosophischen Grundlagen, die aktuellen Auswirkungen und die möglichen zukünftigen Folgen der "social justice theory" klar nachvollziehbar und bestens belegt dargestellt. Viele der Ausführungen und Themen sind für einen liberalen Geist erschreckend. Die Autoren weisen nach, wie diese Denkrichtung infiltrativ und dogmatisch unser tägliches Leben durchsetzt und zwingend zu Willkür und individueller Unfreiheit führen muss. Besonders positiv ist der Versuch der Autoren, einen Lösungsansatz zu bieten, indem tatsächlich bestehende Mißstände unserer Zeit, etwa hinsichtlich Diskriminierung auf verschiedenen Ebenen, mit der einzig möglichen Methode angegangen werden sollen: Einem auf Aufklärung und Humanismus fußenden Liberalismus im freien Austausch der Meinungen. Hilfreich auch die Argumentationsempfehlungen bei potentiellen Diskussionen mit Vertreten der social justice theory.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass echter Fortschritt in Bezug auf Gerechtigkeit und Gleichheit nur durch einen respektvollen Dialog und einen offenen Meinungsaustausch erreicht werden kann. Während die "woken Bewegung" einige wichtige Themen anspricht und auf Missstände aufmerksam macht, muss auch beachtet werden, dass es immer verschiedene Perspektiven und Ansätze gibt, um Probleme anzugehen.
Letztendlich sollten wir uns als Gesellschaft darauf konzentrieren, eine offene und tolerante Kultur zu fördern, in der verschiedene Meinungen und Perspektiven respektiert werden. Nur so können wir gemeinsam eine bessere Zukunft gestalten, die von Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit geprägt ist.
RC
aus Weilheim
5/5
26.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Klare Analyse
Die Autoren zerlegen nach allen Regeln der Kunst die Themen der „Erweckten“ (woken). Man kann nur hoffen, dass die abartigen Auswirkungen dieser Bewegung niemals bei uns Einzug halten. Meine Hoffnung hierfür ist leider gering. Dass ein anderer Rezensent diese nüchterne Analyse als rechtsradikal etikettiert, ist ein deutliches Zeichen für das Totalitäre der woken Ideologie.
Sandra von Siebenthal
aus Romanshorn
5/5
10.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Für mehr Sachlichkeit
Ein neuer moralischer Kanon erobert die Universitäten und breitet sich in der Gesellschaft aus: Das System ist strukturell schlecht und gefährlich, Menschen sind historisch geprägt und damit in ihren Rollen festgeschrieben – Weisse sind per se Rassisten (und nur sie), Männer toxisch, Heterosexuelle rückständig und andere Formen der Sexualität unterdrückend und Sprache ist sexistisch und abwertend. Mit aggressiven Ansätzen und halbwissenschaftlichen Methoden versuchen Vertreter der sogenannten Social-Justice-Bewegung unter dem Deckmantel des Strebens nach mehr sozialer Gerechtigkeit und weniger Diskriminierung ein Weltbild zu zementieren, das keinen Widerspruch duldet.
Helen Pluckrose und Janes Lindsay nehmen sich in diesem Buch dieser Thematik an, analysieren die vorgebrachten Theorien und setzen sie in Bezug zu einem Liberalismus, welcher sich die gleichen Ziele auf die Fahnen schreibt, dies aber mit einem realistischeren Menschenbild und einer freiheitlicheren Methode, welche mit Dialog statt mit absolutistischen Argumenten agiert.
Herausgekommen ist eine tiefgründige Analyse des postmodernistischen Gedankenguts der Social-Justice-Bewegung, die sich auf die Fahnen schreibt, sich für die soziale Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung (in Bezug auf Race, Gender und Identität) einzusetzen, dabei die Deutungshoheit für sich proklamiert und der Sache an sich einen Bärendienst erweist auf diese Weise.
Weitere Betrachtungen
„Wenn beispielsweise von „Rassismus“ gesprochen wird, bezieht sich das Wort nicht auf rassistische Vorurteile, sondern vielmehr, nach Definition der Social-Justice-Bewegung, auf ein grundlegend rassistisches System, das die gesamte Gesellschaft durchzieht und weitgehend unsichtbar und unbemerkt bleibt; es kann nur von denjenigen erkannt werden, die Rassismus selbst erfahren oder die richtigen „kritischen“ Methoden erlernt haben, mit deren Hilfe sich dieser allgegenwärtige, versteckte Rassismus aufspüren lässt.“
Alle Weissen sind per se Rassisten. Ihre Hautfarbe macht sie dazu. Wenn sie sich einsetzen gegen Rassismus, wenn sie sich stark machen für Opfer von Rassismus, sind sie umso mehr Rassisten, da sie mit dem Einsatz nur (unterbewusst) ihre Schuld zu verdecken suchen. Jeder Weisse muss sich schämen. Das sind die Ansichten in Bezug auf Rassismus, wie sie von der Social-Justice-Bewegung vertreten werden. Analog argumentieren sie bei anderen Themen wie Gender und Sexismus. Sie argumentieren vordergründig sachlich und nachvollziehbar, oft mit akademischem Anspruch (dem Postmodernismus verpflichtet), allerdings immer unter Ausklammerung von Gegenargumenten, die sie nicht nur nicht berücksichtigen, sondern auch nicht hören wollen. Jegliche Art von Widerspruch wird als Rassismus, Sexismus oder Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung ausgelegt.
„Dessen [Liberalismus] wichtigsten Grundsätze bestehen in politischer Demokratie, in der Einhegung und Begrenzung der Regierungsmacht, der Entwicklung universeller Menschenrechte, rechtlicher Gleichheit erwachsener Bürger, Meinungsfreiheit, dem Respekt für die gesellschaftliche Bedeutung von Meinungsvielfalt, offenen Debatten, Evidenz und Vernunft der Trennung von Kirche und Staat und der Religionsfreiheit.“
Soziale Gerechtigkeit ist ein Ziel, das schon der Liberalismus anstrebt und zwar mit Argumenten, die auf einem Menschenbild von Freien und Gleichen basiert, die wissenschaftlich fundiert und zielorientiert sind. es geht beim Liberalismus darum, dass Individuen im Zentrum stehen und gemeinsam für eine Welt kämpfen, in welcher gleiche Rechte und keine Diskriminierung vorherrschen. Der Postmodernismus geht weiter:
„Es geht um die Rekonstruktion der Gesellschaft nach dem Vorbild einer Ideologie, die sich selbst als „Social Justice“ bezeichnet.“
Der Postmodernismus unterstellt, dass die Gesellschaft unterlaufen ist von althergebrachten Strukturen, die nur von den Eingeweihten wahrgenommen und von den anderen geglaubt werden müssen. Die Argumentation des Postmodernismus zeichnet nicht nur das Bild des Menschen als ein für allemal festgeschrieben ohne eigene Möglichkeit des Hinterfragens und sich Positionierens, sie ist auch zutiefst demokratiefeindlich, da sie einen Dialog per se ausschliesst. Sie weist totalitäre Ansprüche auf und ist nur schon deswegen höchst bedenklich.
Bewertung
1/5
25.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Wirre Ideen eines Rechtsradikalen, nicht mehr.
Buch lässt sich auf wirre Ideen und Aussagen des Rechtsradikalen und Homophoben James Lindsay reduzieren, der alle queeren Menschen für Pädophile hält. Kann getrost ignoriert werden.
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