Das Einzige, was Anikas tristen Joballtag als Altenpflegerin auflockert, sind die heimlichen Pokerrunden mit dem alten, griesgrämigen Hermann. Als dieser einen längst vergessenen Brief seiner Tochter findet und beschließt, in Paris nach ihr zu suchen, soll Anika ihn begleiten. Spontan türmen die beiden aus dem Altenheim in Richtung Frankreich. Doch unterwegs stranden sie in dem kleinen elsässischen Ort Aubure in der gemütlichen Pension von Olivier. Bei Wein und Flammkuchen, zwischen Weinbergen und neuen Freunden erscheint ihnen die Weiterfahrt plötzlich gar nicht mehr so erstrebenswert. Dabei ist Anika natürlich klar, dass es völlig absurd ist, von einer Zukunft im Elsass zu träumen – oder?
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
aus Herzogenrath
5/5
20.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsamer Generationenroman
„Ich habe jetzt sechsunddreißig Jahre gewartet, da halte ich auch noch eine Nacht länger aus“, sagte er schließlich. „Sie suchen uns für heute Abend ein vernünftiges Hotel in diesem Ding da“, er deutete auf ihr Telefon, „und nach Paris fahren wir dann morgen.“ (Auszug S. 64)
Die Altenpflegerin Anika und der schrullige Hermann sind abgehauen – einfach so weg aus dem Pflegeheim, in dem Anika für die Bewohner immer ein paar Minuten mehr Zeit hat als erlaubt und Hermann sich von der Pflegeleitung schikaniert fühlt. Nach einer schlimmen Diagnose verweigert Hermann die Zustimmung zu weiteren Therapien und bringt Anika dazu, Hals über Kopf mit ihm nach Paris zu fahren. Dort hat er noch etwas familiäres zu erledigen...
Der Roman handelt nun von der Reise des ungleichen Pärchens, die erst auf einem Rastplatz ein quirliges Frauen-Dreiergespann kennenlernen und schließlich im Elsaß hängen bleiben. Ein bisschen hat mich die Geschichte bzw. die Pannen an „Honig im Kopf“ erinnert... sie ist genauso liebenswürdig, aber oft auch unrealistisch erzählt. Und dennoch hat mich die Story von Anfang an mitgenommen.
Es passiert viel in dem Roman, denn es gilt nicht nur die Tochter in Paris zu besuchen, sondern auch das Gasthaus in elsäßischen Aubure zu retten. Mehr und mehr treten die Vorzüge der einzelnen Personen & landestypischen Eigenarten zutage und nehmen einem so u.a. das Vorurteil, daß „Alte einfach nur alt und unnütz sind“, wie einem dies am Anfang suggeriert wird. Mir gefällt diese Wandlung sehr – es sind die Schwingungen zwischen den Zeilen, die diesen Roman meines Erachtens lesenswert machen.
Die einzelnen Mitwirkenden sind wunderbar bildlich skizziert, die Sprache der Autorin passt sich gekonnt jedem einzelnen Charaktere an und so fühlte ich mich beim Lesen mitgenommen. Natürlich darf eine kleine Liebesgeschichte nicht fehlen – mir hätte sie nicht gefehlt, aber letztendlich macht sie den Roman rund ;)
Alles in allem ist „Weinbergsommer“ ein unterhaltsamer Sommerroman mit Generationengeschichte, den ich als leichte Urlaubslektüre gerne empfehlen kann.
U. Pflanz
5/5
28.05.2020
eBook (ePUB)
Aufbruch nach Paris
Annika ist Altenpflegerin. Sie ist mit ihrem Leben zufrieden und auch nicht. Denn ihr fehlt das gewisse Extra. Hermann, einer der Senioren den sie pflegt, ist der Einzige, der ihr Leben wenigstens Berufsleben etwas aufpeppt.
Allerdings bekommt er eine negative Nachricht und ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Er verspürt den Wunsch nach vielen Jahren seine Tochter wieder zu sehen und beschließt sie in Paris zu suchen.
Natürlich soll Annika ihn begleiten. Unterwegs stranden sie in Ribeauville, einem Städtchen im Elsass. Mit neuen Freunden, Wein und Flammkuchen, zwischen wunderschönen Weinbergen, rückt die Weiterfahrt in den Hintergrund.
Die Geschichte lässt sich sehr schnell weg lesen. Ich konnte sie nicht zur Seite legen und war dann auch schnell durch. Die Autorin hat eine schöne Geschichte gezaubert, die ohne Klischees auskommt, wichtige Themen beinhaltet, Humor enthält und auch noch realistisch rüber kommt.
Und für die Liebe hat sie natürlich auch Platz gelassen.
Die Protagonisten mochte ich sehr, sogar den alten griesgrämigen Herrmann. Sie wirken sehr authentisch. Das mag ich persönlich gerne.
Es machte Spaß die beiden auf ihrer Reise zu begleiten. Das Ende ging mir dann doch etwas nah und ich musste ein Taschentuch zücken.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, da die Autorin auch ernstere Themen, wie die Situation in Altenheimen z.b., mit eingearbeitet hat, ohne dass es störend wirkt, aber der Leser es bewusst wahr nimmt.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und volle 5 von 5 Sternen
Katjuschka
5/5
23.05.2020
eBook (ePUB)
Freunde sind Familie, die man sich ausgesucht hat!
Das Buch "Weinbergsommer" fällt für mich in die Kategorie "Kleines Juwel"!
Nach "Der Weg ist das Ziel" hat Harper Collins erneut einen wunderbaren literarischen Roadmovie der besonderen Art im Programm.
Annika ist nicht wirklich unglücklich. Aber auch nicht wirklich glücklich. Ihr Leben ist ohne Höhepunkt, belanglos, glanzlos.
Ohne Partner, ohne echte Freunde und einer eher kühlen, ja fast gefühlskalten Mutter hat sie lediglich zu Hermann eine Art "Beziehung".
Hermann ist Bewohner des Seniorenheimes in dem Annika arbeitet.
Nach der Krebsdiagnose und dem Hinweis "nur noch ein paar Monate" denkt nicht nur er über sein Leben nach.
Und so ist es Annika, die den Vorschlag macht nach Paris zu fahren, um Hermanns Tochter aufzusuchen, die dieser nie getroffen hat.
Und auf dieser Reise machen Annika und Hermann nicht nur interessante Bekanntschaften, sondern lernen etwas über das Leben, Familie und die Tatsache, dass Freunde zu Familie werden kann.
Ich habe die Geschichte um Annika und Hermann an einem Tag durchgelesen.
Und die ganze Zeit habe ich die beiden nicht nur auf ihrer Reise begleitet. Es war eher so, dass sie sich klammheimlich in mein Herz geschlichen haben!
Ich mochte sie beide so unglaublich gern und wäre gern in der kleinen Pension im Elsass dabei gewesen!
Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Annika und Olivier war wie ein kleines Trostpflaster, denn das es für Hermann kein Happy-End geben konnte war ja abzusehen.
Obwohl... auch wenn ich tatsächlich am Ende ein paar Tränchen verdrückt habe...
Freunde sind die Familie, die man sich ausgesucht hat.
Und irgendwie hat sich Hermanns letzter Wunsch ja doch erfüllt. Und sogar noch ein wenig mehr....
Bewertung
aus Werther
5/5
02.05.2020
eBook (ePUB)
Wohlfühlbuch
Ein richtig schönes Cover das einfach Lust auf das Buch gemacht hat und auch beim Lesen wurde ich nicht enttäuscht. Eine interessante Mischung der Charaktere und des Settings, bildlich toll beschrieben und ein klasse Schreibstil- haben dieses Buch zu einem richtigen Wohlfühlroman gemacht. Johanna Frost war mir bis zu diesem Buch unbekannt, ich hoffe allerdings auf viele weitere!
J. Kaiser
5/5
24.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Sehr Empfehlenswert
Annika arbeitet in einem Altersheim. Sie ist dort als Altenpflegerin angestellt. Ihr Job ist manchmal eintönig und trist. Die Auflockerung ist nur die heimliche Pockerrunde mit Hermann. Er ist ein griesgrämiger alter Mann. Er findet per Zufall einen Brief seiner Tochter. Er entschliesst sich diese zu suchen. Was Hermann als einziges weiss, dass sie in Paris lebt. Spontan türmen Annika und Hermann aus dem Altersheim. Die Fahrt endet Richtung Frankreich in einem Ort mit dem Namen Ribeauville. Doch das ist erst im Elsass. Der Weg nach Frankreich noch lang. Die beiden übernachten bei Oliver. Dieser ist der Besitzer der Pension. Bei Flammkuchen und Wein zwischen den Rebbergen ist die Weiterfahrt nicht mehr oberstes Ziel. Für Annika ist der Traum Elsass keine Zukunft. Oder etwa doch? Das Buch erhält eine Empfehlung von mir.
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