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Produktbild: Blaue Frau
Artikelbild von Blaue Frau
Antje Rávik Strubel

1. Blaue Frau (Ungekürzt)

Blaue Frau

Gesprochen von
14

19,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Antje Rávik Strubel

Spieldauer

11 Stunden und 59 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

11.08.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

174

Verlag

Argon Digital

Sprache

Deutsch

EAN

9783732456819

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Antje Rávik Strubel

Spieldauer

11 Stunden und 59 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

11.08.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

174

Verlag

Argon Digital

Sprache

Deutsch

EAN

9783732456819

Herstelleradresse

Argon Verlag AVE GmbH
Waldemarstraße 33A
10999 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@argon.de

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  • Bewertung

    5/5

    03.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    für mich eines der besten Bücher

    Der Roman "Blaue Frau" von Antje Rávik Strubel ist ein literarisches Meisterwerk. Es geht inhaltlich tief unter die Haut und macht keinen Halt vor Tabus. Ich lege dieses Buch wirklich allen, die an kritischer Literatur interessiert sind, ans Herz - es ist eine wahre Bereicherung!

  • Bewertung

    5/5

    04.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Roman, der in Atem hält - wenn man ihn lässt.

    Zugegebenermaßen hatte ich "Blaue Frau" noch nicht gelesen, als es den deutschen Buchpreis gewann - erst nach der Auszeichnung beschloss ich, mir ein eigenes Bild des Gewinnerromans zu machen, die Rezensionen gingen ja teilweise doch sehr auseinander. Mich persönlich hat Adinas Geschichte gefesselt und begeistert. Mit jedem Kapitel entdeckt man eine weitere Schicht ihrer Persönlichkeit und ihrer Geschichte, denn Adina ist genauso vielschichtig, wie die Themen des Romans. Es geht um den Umgang mit sexualisierter Gewalt -persönlich und in der Gesellschaft, um Machtgefälle zwischen Männern und Frauen, um Ost und West (Deutschland und Europa), um Erinnerungskultur, um Sprache und Sprachlosigkeit und Geschlechterrollen. Ich kann mir vorstellen, dass Einige Schwierigkeiten mit der Struktur des Romans haben, der zeitliche Ablauf ist nicht linear, man muss ihn sich im Kopf selber zurechtrücken und rekonstruieren. Für mich hat sie aber total Sinn ergeben, liest man den Roman, wie vorhin erwähnt, als eine Spirale, die sich immer weiter auf Adinas Trauma zubewegt und gleichzeitig immer mehr ihrer Geschichte freilegt. Was mich auch absolut überzeugt hat, war die Entscheidung Antje Ravik Strubels, die eigentliche Gewalttat, die Adina erleben muss, nicht zu beschreiben. Man muss dieses Gräuel nicht reproduzieren, um zu beschreiben, welche fatalen Folgen damit einhergehen. Strubel sagt selbst, es ging ihr darum, die Sprachlosigkeit in Worte zu fassen - und das ist ihr meiner Meinung nach mehr als gut gelungen. Neben Adinas Geschichte gibt es außerdem die Kapitel, in der eine Ich-Erzählerin der titelgebenden Blauen Frau begegnet. Beide Erzählstränge scheinen sich manchmal zu überschneiden, manchmal widersprechen sie sich, manchmal verschwimmt alles miteinander. Beim Lesen wusste ich erhlich gesagt zunächst nicht, was ich mit dieser Blauen Frau anfangen sollte. Aus irgendeinem Grund, war ich fest davon überzeugt, eine Person aus Adinas Geschichte, oder Adina selbst, zu finden, die der Blauen Frau entspräche und war dabei offensichtlich nicht erfolgreich. Erst nachdem ich einige Interviews mit der Autorin gelesen und sie bei unserer Lesung erlebt habe, glaube ich, diese Figur etwas besser verstanden zu haben, als etwas nicht ganz Greifbares, Frau Strubel bezeichnet sie selbst als "Luft- und Wasserwesen der Literatur". Abschließend kann ich den Roman aber wirklich nur von Herzen weiterempfehlen, mir hat er sehr viel gegeben.

  • bookslove1511

    5/5

    25.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mehr als eine #MeToo Geschichte

    Adina wächst in einem abgelegenen tschechischen Dorf in der Region Riesengebirge auf. Ein Örtchen, die mit Armut gekennzeichnet ist und überwiegend vom deutschen Skitourismus lebt. Ohne Altersgenossen, vaterlos, nur mit ihrer Mutter und mit den seelischen, gleichsam materielle Überbleibsel von ihren Großeltern lebt Adina zwischen einer Schule und einem Glühweinstand, wo sie Teilzeit arbeitet und Deutsch lernt, chattet in ihrer Freizeit mit Leuten aus Rio über Gott und die Welt. In dem Chatraum heißt sie „Der letzte Mohikaner“. Wo am 18. September 2006 zum ersten Mal eine Frau für die Deutsche-Bundesregierung gewählt wurde, reist die 21-jährige Adina mit schwer erspartes Geld in der Gürteltasche, eine Tüte Apfelspalten und mit seit Kindheit geliebtes grünen Pullover nach Deutschland ein. Mit den Ohren Frau Merkels Rede: „Niemand kann uns daran hindern, neue Wege zu gehen.“ Im Gedanken: Deutschland ist meine Zukunft. Denn Adina möchte hier Naturwissensschafen studieren. In Berlin angekommen, lernt sie nicht nur Deutsche-Grammatik, sondern auch eine Fotografin kennen und Dank ihr bekommt sie ein bezahltes Praktikum in Uckermark. Weil sie jeden Cent für ihr zukünftiges Studium braucht, ertrugt sie den Namen, die ihr Chef aus Vergessenheit ihr gegeben hat. In Brandenburg heißt sie „Nina“. Doch es ist nicht der letzte Name, den sie bekommen hat. Die Geschichte fängt in Helsinki an. Eine junge Frau sitzt in einem Plattenbau, in von einem fremden möblierten Wohnung, und beobachtet die Bäume vor dem Fenster. Dabei versucht sie eine Anzeige gegen Sexualgewalt zu formulieren und erinnert sie sich an den letzten zwei Jahren. Mittlerweile hat Adina drei Grenzen und drei Sprachen hinter sich, schwer traumatisiert aber ein bisschen verliebt ist sie auch. Denn als sie nach Finnland flüchtete, lernt sie Leonides, einer estnischer Professor und EU-Abgeordneten, kennen, der sie liebevoll „Sala“ nennt. Und es ist der vierte Name, den sie bekommen hat... Adina, kleine Mohikaner, Nina, Sala... Eine junge Frau mit vier Namen, die in 21. Jahrhundert innerhalb EU flüchten und in der europäischen Gesellschaft um eigener Identität kämpfen musste. Schnörkellos und rätselhaft nimmt Strubel ihre LeserIn auf eine Zugreise. Langsam aber sicher gleiten wir zwischen drei Staaten, halten wir an um die neuen Gäste einsteigen zu lassen, fahren wir eine weile mit denen, machen wir neue, teilweise unangenehme Erfahrungen und in der nächsten Haltestelle lernen wir neue Fahrgäste kennen. Allerdings wer hier eine schnelle Fahrt wünscht, ist in dem falschen Zug einstiegen. Denn unsere Zugführerin Adina fährt gemächlich und nimmt ihre Umgebung sehr detailgetreu wahr. Doch wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit unaufgeregte aber künstlerisch fein gemalte #MeToo Bilder belohnt. Eine Geschichte wie ein Moor. Steckt man erst mal drin, kann man sich nicht mehr befreien! Wohl verdiente Deutschen Buchpreis 2021!

  • Miss.mesmerized

    5/5

    28.08.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Antje Rávik Strubel - Blaue Frau

    In ihrem tschechischen Dorf ist Adina die letzte Jugendliche, außer den russischen Touristen kommt auch nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs kein wirkliches Leben mehr in die abgelegene Region im Riesengebirge. Nach der Schule fährt sie nach Berlin mit dem Ziel, dort erst die Sprache zu lernen und dann zu studieren. Mit der Fotografin Rickie lernt sie eine Frau kennen, die ganz anders ist als sie, offen, gewandt, die einfach tut, was sie tun möchte. Sie ist es auch, die ihr weiterhilft und ein bezahltes Praktikum mit freier Kost und Logis vermittelt, das jedoch im Desaster und einer neuerlichen Flucht endet. Nun versteckt sie sich in Helsinki, schuftet in einem Hotel, wo sie in einer Dachkammer hausen kann. Als sie dort den estnischen Professor Leonides Siilmann kennenlernt, könnte sich die Chance auf einen Neubeginn ergeben. Doch davor liegen noch Abgründe, die es zu überwinden gilt und Schluchten, die sich unerwartet auftun. „Ich schlage deshalb vor, wie gehabt zu verfahren. Jeder von uns hat seine Schwachstellen, jeder macht Fehler. Wenn der jungen Frau etwas Schlimmes widerfahren ist, in Deutschland wohlgemerkt, muss sie sich an die entsprechenden Behörden wenden. Lasst uns aber nicht das große Ganze aus den Augen verlieren.“ Antje Rávik Strubels Roman eröffnet mit Fragezeichen. Man weiß, dass sich die junge Protagonistin versteckt, warum bleibt jedoch lange unklar. Sie ist offenkundig in einem fremden Land, sie benötigt einen Anwalt, was sie erlebt hat, muss schlimm gewesen sein. Sie will für Gerechtigkeit kämpfen und ahnt, dass dies ein ungleicher, unfairer und kaum zu gewinnender Kampf werden wird. Immer wieder taucht die blaue Frau auf, ein Geist, ein Gedanke offenbar, der Adina begleitet und leitet und Mut macht, auf dem Weg, der nicht steinig ist, sondern auf dem Felsen stehen. Das Bild lichtet sich bald und nach und nach wird klar, dass es sich bei „Blaue Frau“ um die Geschichte einer missbrauchten, traumatisierten Frau handelt, die sich mächtigen älteren Männern gegenübersieht. Sie findet Unterstützer, doch auch diese erleben Hilflosigkeit ob der Machtstrukturen. Im großen Getriebe ist Adina nur ein Rädchen, ein ganz kleines, das keine Rolle spielt für die Maschinerie der Wirtschaft und Kultur und das doch bitte einfach funktionieren und den Betrieb nicht stören soll. Es ist jedoch nicht nur das Einzelschicksal, das die Autorin schildert, sie setzt es in einen größeren Kontext, denn es ist Adinas spezifische Herkunft als Osteuropäerin, die jenen, die sie missbrauchen, zusätzliche Macht verleiht. Sie ist nicht Mensch zweiter Klasse – Frau – sondern dritter oder vierter Klasse, Mensch, dem keine Rechte und keine Würde zugesprochen werden. Dass sie einmal Träume hatte und ein Leben vor sich, darauf kann leider keine Rücksicht genommen werden. Inhaltlich greift Strubel sowohl das Private wie auch europäische Fragen auf, offene Grenzen reißen nicht Mauern in Köpfen ein, ebenso wenig wie rechtliche Gleichberechtigung selbige auch in den Köpfen herstellt. Nicht chronologisch erzählt transferiert sie literarisch das Gedankenmäandern, das ganz typisch ist für Opfer von Gewalt, die sich in einem Strudel befinden und wo sich bisweilen Realitäten überlagern. Folglich ist die Nominierung auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2021 keine wirkliche Überraschung, sondern notwendige Konsequenz.

  • Libertine Literatur

    4/5

    29.11.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Von all dem Ungesagten

    Adina arbeitet in Antje Rávik Strubels Roman ›Blaue Frau‹ schwarz in einem Hotel. Tag für Tag sieht sie die unterschiedlichsten Gäste, die sie zwar sehen, aber doch nicht ahnen, was für ein Leben sie lebt. Sie weiß, wie man sich unsichtbar macht. Wie man unbemerkt in Gebäude schleicht und Geheimnisse wahrt. Vieles ändert sich, als sie bei ihrer Arbeit Leonides kennenlernt. Der estnische Professor verliebt sich in sie. Während sein Leben klar und geordnet scheint, ist ihres voll des Ungesagten. Nach und nach kommen Einzelheiten aus ihrem Leben an die Oberfläche, doch das Gefühl bleibt bestehen, dass viel mehr noch im Verborgenen liegt. Nicht nur vor Leonides hält sie ihre Vergangenheit im Dunkeln – auch die Leser:innen machen nur langsam und leise Stück für Stück ihre Bekanntschaft. »In ihrer Vorstellung hat sie das Recht, in der Vergangenheit zu sein. Es fällt Schnee dort. Es ist Winter und sie noch ein Kind.« Der Text in ›Blaue Frau‹ scheint sich um das Ungesagte zu schließen. Nach und nach tastet sich Adina an es heran, gibt den Leser:innen Einblick in die Schatten ihrer Vergangenheit. In ihre Kindheit und jüngere Ereignisse, die zwischen den Zeilen warten. Antje Rávik Strubels Sprache ist poetisch, aufmerksam und angenehm schlaftrunken. Dadurch erschafft sie eine einzigartige Atmosphäre, in der Adina zu wandeln scheint. Doch hinter der schönen Sprache liegen Themen, denen dadurch weder der Ernst noch die Wichtigkeit genommen wird. »Sie weiß nicht, wie man eine Aussage macht. Sie wird vor ein Gericht müssen. In Helsinki gibt es ein Gericht.« Immer wieder findet die blaue Frau Einlass in den Roman. Als würde der Roman versuchen, Sprache für etwas zu finden, das oftmals unausgesprochen bleibt. Mitsamt all der Zwischentöne und Details, die den Roman ›Blaue Frau‹ ausmachen. Der Roman ›Blaue Frau‹ erinnert an ein Meer, dessen Wellen aus Buchstaben bestehen. Adina gleitet in diesem, der Meeresboden zu dunkel, um bis in die Tiefe blicken zu können. Immer wieder geht sie darin unter, kommt wieder hoch, sucht sich einen Weg in all der Buchstaben. Und hin und wieder scheint es, als gelänge es ihr, das Meer zu bändigen. »Auf den Felsen am Ufer, jenseits der Birken, am Ende der Bucht erscheint die blaue Frau. Sie ist so deutlich, dass ihre Gestalt alles überstrahlt.« Der Deutsche Buchpreis gehört zu den Literaturpreisen, denen ich wirklich vertraue. Bereits die Gewinner:innen der letzten beiden Jahre haben mich nicht enttäuscht, weder ›Herkunft‹ noch ›Annette – ein Heldinnenepos‹. Und auch ›Blaue Frau‹ hat mich schnell von sich überzeugt. Eine wunderbare Sprache und das Schicksal einer packenden Frau bereiten jede Menge angenehmer und zum Nachdenken anregender Lesestunden.

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Bewertungen (14)

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