Keine andere deutsche Künstlerin der Klassischen Moderne hat einen solchen mythischen Status erreicht wie Paula Modersohn-Becker (1876–1907). 120 Werke aus allen Schaffensphasen wie Themenbereichen geben einen Überblick über ihr eigenständiges und selbstbewusstes Werk, das der frühen Vertreterin der Avantgarde in Deutschland schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts und vor dem Expressionismus zu ihrer Sonderrolle verhalf.Wie und warum hat Paula Modersohn-Becker zu ikonenhaften Bildern gefunden, die bis heute berühren und faszinieren? Die außerordentliche Radikalität ihrer Haltung und ihrer Arbeiten, stilistische Modernität wie quasi fotografische Ausschnitthaftigkeit zeigen sich in prägnanten Serien und Bildmotiven, ihrem individuellen Umgang mit Farbe und Form wie ihrem Malduktus. Die Bandbreite ihres opulent präsentierten, in nur einem knappen Jahrzehnt entstandenen Œuvres reicht von Selbstporträts, frühen Akten, Porträts, Kinderbildnissen, Mutter-und-Kind- bis hin zu Bauerndarstellungen, Stillleben und Landschaften, die in ihrer zeitlosen Direktheit beeindrucken.
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MaWiOr
aus Halle
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11.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Paula Modersohn-Becker (1876…
Paula Modersohn-Becker (1876 - 1907) war eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. Als Malschülerin von Fritz Mackensen kam sie erstmals 1897 nach Worpswede und wurde später in der dortigen Künstlerkolonie ansässig. In ihrer kurzen Schaffensperiode entstanden rund 750 Gemälde und 1000 Zeichnungen. 1927 wurde in der Bremer Böttcherstraße ein Museum der Malerin gewidmet. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der Ausnahmekünstlerin nun eine repräsentative Übersichtsausstellung (8. Oktober 1921 – 6. Februar 2022). Anhand von 116 Gemälden und Zeichnungen wird Paula Modersohn im großen Rahmen nochmalig zur Diskussion gestellt und auf ihre Aktualität befragt. Im Hirmer Verlag ist der reich illustrierte Begleitkatalog zu dieser ambitionierten Ausstellung erschienen. In sechs Essays beleuchten renommierte KunstwissenschaftlerInnen Leben und Werk der bekannten Figur der Klassischen Moderne. Die Herausgeberin betont in ihrem Beitrag, dass das Werk von Paula Modersohn-Becker „wie ein Brennglas auf die formalen wie auch inhaltlichen Debatten wirkt, nicht nur allgemein zur Kunst in Deutschland um 1900, sondern exemplarisch zur Kunst einer Malerin in einer für Frauen äußerst schwierigen Epoche.“ Inge Herold widmet sich der Mutterschaft im Werk von Paula Modersohn-Becker, Anna Havemann anschließend den Lehr- und Wanderjahren sowie der Studienzeit der Künstlerin. Weitere behandelte Aspekte sind die parallelen Erscheinungen von Modersohn-Becker in der Moderne und die ausstrahlende Ruhe in ihren Gemälden – im Gegensatz zur allgemeinen Hektik um die Jahrhundertwende. Abgeschlossen wird der Essayteil mit einer ausführlichen Zeittafel, die die wichtigsten Lebensstationen der Künstlerin dokumentiert. Besonders hervorgehoben werden muss nochmals die üppige Illustration des Begleitkataloges, die mit zahlreichen Selbstbildnissen beginnt. Fazit: In großformatigen farbigen Abbildungen zeigt der Katalog das Schaffen von Paula Modersohn-Becker, das bis heute eine zeitlose Anziehungskraft ausstrahlt.
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