Nach dem Tod der Eltern haben sich die drei Geschwister der Familie Gabel auseinandergelebt. Während die alleinerziehende Sidsel in einem Kopenhagener Museum arbeitet, schlägt sich Niels als Plakatierer durch. Ea, die älteste der drei, lebt in San Francisco und versucht, Kontakt zur verstorbenen Mutter aufzunehmen. Doch dann müssen die Geschwister auf einmal Stellung zueinander und zu ihrer Vergangenheit beziehen. Ein beglückendes Buch über das Wagnis, alte Hüllen abzustreifen und Veränderung zuzulassen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
aus Bühne
5/5
26.08.2021
eBook (ePUB 3)
Ein spezieller Familienroman
Die Geschichte um die drei Geschwister Ea, Sidsel und Niels, die exemplarisch für 5 Tage beschrieben wird, ist kompliziert. Ein wenig schwer tat ich mich mit den verschiedenen Erzählsträngen, in die dann auch noch die Geschichte um die, früh verstorbenen Eltern der drei hineinragte. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich das Buch zwar bis zum Ende gelesen, war aber manches Mal von der sehr genauen Schilderung der Autorin etwas unangenehm berührt.
Das offene Ende hat auch mit dazu geführt, dass ich nicht völlig begeistert von dem Buch bin.
Nichts desto trotz, weiß die Autorin gut zu schreiben, lebendige Bilder im Kopf des Lesers/ der Leserin zu erzeugen und das Innenleben der Personen zu beleuchten.
Es ist ein leises, unaufgeregtes Buch und für den, der kein erklärendes Finale erwartet, ist es gut. Mir war es dadurch ein wenig zu farblos. Aber trotzdem ist es lesenswert
inya
5/5
14.08.2021
eBook (ePUB 3)
sehr gut
Mich hat der Titel und das Cover des Buches direkt angesprochen. Jedoch hat sich mir der Titel beim Lesen des Buches nicht weiter erschlossen, aber das ist mir nicht weiter wichtig. Das Buch handelt von den drei Geschwistern Sidsel, Niels und Ea. Die Drei haben schon sehr jung beide Elternteile verloren und sind so mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Das Buch beleuchtet die drei Leben der Geschwister. Dabei sind manche Leben mehr miteinander und manche weniger miteinander verwoben. Das Buch zoomt sehr nah in die Leben herein und es beleuchtet auch die Leben von Personen, die die Geschwister treffen. Ich finde das Buch sehr gut zu lesen. Obwohl nicht viel passiert, möchte ich trotzdem wissen wie es mit den einzelnen Personen weitergeht und ob sich die Wege wieder kreuzen werden oder wie sich noch die Leben ineinander verweben werden.
Rabbelina
aus Berlin
5/5
27.07.2021
eBook (ePUB 3)
Zarte Familienbande
Das Cover hat mich angesprochen, denn es hat zur Beschreibung des Buchs gepasst: für mich hat es die Geschwister gezeigt, die keine enge Verbindung miteinander haben. Ich habe die drei Geschwister gern durch die individuellen Konstellationen ihres Lebens begleitet. Die stetigen Perspektivwechsel im Buch haben das Lesen sehr abwechslungsreich und kurzweilig gemacht - ich habe das Buch sehr schnell beendet. Dabei war jede Geschwister-Geschichte für sich sehr einfühlsam und interessant geschrieben. Geschickt fand ich auch, wie die einzelnen Geschichten miteinander verwoben waren. Die Hinweise waren nur rar gesäht und wurden erst mit der Zeit deutlich, das hat mir gut gefallen. Es hat viele popkulturellen Anspielungen gehabt, auch das fand ich unterhaltsam und leicht zugänglich. Ich vergebe 3 Sterne für das Buch.
lielo99
aus Bad Münstereifel
4/5
26.08.2021
eBook (ePUB 3)
Ein Buch, das lange nachhallt
"Der Panzer des Hummers" schildert fünf Tage aus dem Leben der Geschwister Niels, Sidsel und Ea. Die drei haben kaum Kontakt, wobei Niels doch schon mal auf Sidsels Tochter aufpasst. Ea lebt in den USA und sieht ihre Geschwister nur selten. Wie auch im realen Leben üblich, sind die Kinder der verstorbenen Eheleute Gabel sehr unterschiedlich.
Ein Buch der leisen Töne, das am Anfang für meinen Geschmack sogar langweilig war. Da ich aber kein Buch abbreche kämpfte ich mich durch und siehe da, es wurde viel unterhaltsamer. Jedoch muss der Leser konzentriert sein. Die Autorin widmet nämlich jedes Kapitel einem Familienmitglied und dabei kommen sogar Stimmen aus dem Jenseits zu Wort. Es ist ein munters Hin und Her im Leben der Kinder und hier fällt es nicht leicht, der Geschichte zu folgen.
Die Stimmen der Vergangenheit verdeutlichen, wie der Weg der drei Geschwister war. Dass auch das Elternhaus und der Umgang dort bei der Entwicklung eines Kindes beteiligt ist, zeigt sich hier ebenfalls. Für oberflächliche Leser ist das Buch nicht geeignet. Es geht sehr in die Tiefe, wobei das für meinen Geschmack zuweilen nicht notwendig war.
LaberLili
4/5
29.07.2021
eBook (ePUB 3)
(Für) Ruhige Momente
Warum ist das Buch denn nun so plötzlich vorbei? Ich wollte doch noch weiter lesen, wie ich schmollend feststellen möchte! „Der Panzer des Hummers“ erzählt quasi Momentaufnahmen; hier werden nur die Geschehnisse während weniger aufeinanderfolgender Tage abgebildet und auch das Wort „Geschehnisse“ ist schon zu viel ausgedrückt; eigentlich wird hier nur das Alltagsleben der Figuren widergespiegelt.
Von der Kurzbeschreibung her hatte ich auch Anderes erwartet: Der Einschub, dass die Geschwister „erneut Stellung zueinander beziehen müssen“, hatte mich denken lassen, dass es hier zu einem Aufeinandertreffen der Geschwister käme, die womöglich z.B. unerwartet noch etwas Erbrechtliches oder Ähnliches klären müssten. Tatsächlich bleibt Ea hier aber sehr außen vor; da spielte zu meinem Erstaunen die Seherin eine wesentlichere Rolle und auch wenn es zwischen deren Tochter und Niels eine Zufallsverbindung gab, fand ich die Präsenz der Familie Wallens hier arg irritierend, und musste mir häufig in Erinnerung rufen, dass es definitiv nur drei und keine vier Geschwister gab.
Zudem kamen auch die Eltern, bzw. grad die Mutter, immer wieder aus dem Jenseits heraus zur Sprache; tatsächlich startet das Buch auch mit einem entsprechenden Monolog, der stilistisch an ein Dramastück erinnerte, und zudem noch sehr holperig war. Ich lese Theaterstücke eigentlich auch mal sehr gerne, aber hier dachte ich in der Mitte dieser Eingangssequenz doch, dass „Der Panzer des Hummers“ wohl nur intellektuell klingen sollendes Gefasel wäre. Da stand ich tatsächlich schon kurz davor, die Erzählung noch vor ihrem eigentlichen Beginn abzubrechen. Im Folgenden ließen sich aber auch diese Monolog-Parts sehr viel flüssiger lesen, wobei ich sie grad stilistisch zwar interessante Einschübe fand, sie aber inhaltlich eher als nichtssagend empfand.
Dennoch war ich im weiteren Verlauf eben doch ziemlich angetan von diesem insgesamt sehr ruhigen Buch, das allerdings eben keine eindeutige Geschichte erkennen lässt und eher ein ziemliches Breitband an meiner Meinung nach gewöhnlichem Leben abspult, auch wenn hier ganz unterschiedliche Lebenswirklichkeiten dargestellt werden. Es ist wunderbar geschrieben, die Sprache kommt sehr poetisch rüber und irgendwie fand ich es fast schon beruhigend, diesen Roman zu lesen, auch trotz der diversen durchaus angesprochenen Schwierigkeiten. Aber er bot für mich nun kein Potential, mich in irgendeiner Form aufwühlen zu lassen, und das fand ich sehr angenehm, dieses Buch quasi als kleine friedliche Oase zu erleben.
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