Die schüchterne June Jones lebt in dem britischen Dorf Chalcot und ist mit Leib und Seele Bibliothekarin. Ihre besten Freunde sind die Menschen, denen sie Tag für Tag bei ihrer Arbeit begegnet: der alte Stanley, dem sie mit dem Computer hilft, Chantal, eine Schülerin, die zu Hause keine Ruhe zum Lernen hat, Leila, eine geflüchtete Frau, für die sie Kochbücher heraussucht. Außerhalb der Bibliothek bleibt June allerdings gern für sich - und in Gesellschaft ihrer Bücher. Junes wohlgeordnetes Leben gerät aus den Fugen, als die Gemeinde mit der Schließung der Bücherei droht. Und dann trifft sie auch noch Alex wieder, einen alten Schulfreund, für den sie bald ganz neue Gefühle entwickelt. Während June alles tut, um ihre Welt aus Büchern zu retten, lernt sie viel über sich selbst - und darüber, wie wichtig Freundschaft, Gemeinschaft und nicht zuletzt die Liebe sind ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Galladan
aus Niederrhein
5/5
19.10.2021
eBook (ePUB)
Ein Buch für Buchbesessene
Die letzte Bibliothek der Welt von Freya Sampson, erschienen im DUMONT Buchverlag am 1. Juli 2021.
June Jones ist sehr schüchtern, liebenswert und geht ganz in ihrem Beruf als Bibliothekarin, die den Kunden immer weiterhilft und von jedem die Buchvorlieben weiß. Dadurch wird die Bücherei im britischen Chalcot für viele der Mittelpunkt ihres Lebens und sie tauchen täglich dort auf und verbringen viel Zeit nicht nur mit Büchern. Es ist ein Ort, wo jeder ins Internet kann, Schüler die nötige Ruhe finden, um zu lernen und es sind auch immer Menschen da mit denen man ein Gespräch führen kann. Die Gemeinde will nun prüfen, ob die Ausleihen und Besucherzahlen in 6 umliegenden Bibliotheken deren Erhalt noch rechtfertigen. Für June bricht von heute auf Morgen die Welt auseinander.
Auf der einen Seite beschäftig sich die Autorin mit einer jungen Frau, die ihr Leben an das Leben der Mutter ausgerichtet hat und nach deren Tod einfach so weiter gemacht hat. Die Protagonistin ist dabei aber so herzensgut und liebenswürdig, dass man sie zwar manchmal gerne in die richtige Richtung schupsen würde, aber die Autorin schafft das auch ohne unser Zutun.
Ein wunderbares Buch, dass davon handelt über sich hinaus zu wachsen, wie wichtig die jede Form der Liebe ist und wie Gesellschaft zusammenhalten sollte. Klare Leseempfehlung.
Barbara T.
aus Hagen i.Bremischen
5/5
19.08.2021
eBook (ePUB)
Ein Roman über Bücherliebe…
Ein Roman über Bücherliebe „Wir müssen um unsere Bücherei kämpfen, als wäre es die letzte Bibliothek der Welt“ (184) verkündet laut Mrs. B., als von der Kreisverwaltung in Chalcot offiziell bekannt gegeben wurde, dass die kleine Bücherei im Ort demnächst geschlossen wird. Denn die Bewohner des Ortes leihen hier nicht nur ihre Bücher aus. Die Bücherei ist auch ein beliebter Treffpunkt für viele Bewohner von Chalcot, die Hilfe oder Unterstützung brauchen. Hier kann Jackson seine Schulaufgaben machen, Chantal für die Abschlussprüfungen lernen, die Flüchtlingsfrau Leila Kochbücher ausleihen, Mrs. B. ihren Unmut über alles loslassen, der 82-jährige Stanley Hilfe bei Kreuzworträtseln und Internetsurfen bekommen. Die 28-jährige June Jones ist eine Bibliothekarin mit Leib und Seele: „manchmal, wenn sie die Augen schloss, stellte sie sich vor, dass die Bücher sich gegenseitig ihre Geschichten zuflüsterten.“ (26) June hat für jeden Besucher ein passendes Buch parat und auch sonst steht sie immer hilfsbereit jedem zur Seite. Bücher bestimmen das Leben der jungen Frau, die ihre Zeit entweder mit Lesen oder sonst mit Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter verbringt. Erst der Kampf um die Bücherei und die unerwartete Unterstützung von ihrem früheren Schulfreund Alex verändern das Leben von June. Mit Begeisterung habe ich diesen wunderschönen Roman gelesen. Mit viel Witz und Humor erzählt die Autorin nicht nur über die einfallsreiche Protestaktion gegen die Schließung der Bücherei. Auch manche Protagonisten, vor allem die schüchterne June, müssen ihre persönlichen Kämpfe ausfechten, um ihren eigenen Träumen nachzugehen, eigene Pläne zu verwirklichen. Liebevoll skizziert Freya Sampson die unterschiedlichen Charaktere, erzählt ihre Lebensgeschichten, die oft zu Herzen gehen. Es gibt auch traurige Ereignisse, und so habe ich dieses Buch mal lächelnd mal mit Tränen in den Augen gelesen. „Die letzte Bibliothek der Welt“ von Freya Sampson ist ein wunderschönes Buch über eine kleine Bücherei, die für viele Besucher ein Zufluchtsort ist. Es ist ein Roman über Bücherliebe, Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch über Gefühle und Liebe. Absolut lesenswert!
Bewertung
aus Neu Wulmstorf
5/5
14.08.2021
eBook (ePUB)
Ein großartiges Buch über die Liebe zu Büchern
Inhalt: Seit dem Tod ihrer Mutter lebt die Bibliothekarin June Jones ausschließlich für die Arbeit in der Bücherei. Sie kann sich für nichts begeistern, außer für Bücher. Tagtäglich begegnen ihr dieselben Menschen, denen sie hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite steht. Dem alten Stanley hilft sie am Computer, sie hört sich die Sorgen von Chantal an, die zu Hause keine Ruhe zum Lernen hat und erträgt das ewige Genörgel von Mrs Bransworth, die jedes gelesene Buch einfach nur schlecht findet. Dieser geordnete Ablauf gerät ganz plötzlich aus den Fugen, als die Bibliothek geschlossen werden soll. Für alle Buchliebhaber*innen bricht eine Welt zusammen, so auch für June. Gemeinsam beschließen sie für den Erhalt der Bibliothek zu kämpfen. Aus Angst vor ihrer Chefin und der Kreisverwaltung versucht June aus dem Hintergrund zu agieren, doch schon bald merkt sie, wie wichtig ihr die Gemeinschaft der Gleichgesinnten ist. Sie legt ihre Schüchternheit ab und gibt sich ganz offen und selbstbewusst. Gestärkt wird sie von ihrem früheren Schulfreund Alex, für den sie vielleicht sogar mehr als nur Freundschaft empfindet.
Meine Meinung: Dieses Buch macht definitiv süchtig, am liebsten hätte ich es in einem Rutsch durchgelesen. Ich fühlte so eine enge Verbindung zu den Mitgliedern von FEKL (Freundeskreis für den Erhalt von Kultur und Literatur), dass ich ihnen gerne meine Unterstützung angeboten hätte. Das Buch macht deutlich, wie wichtig und wertvoll Bibliotheken in vielerlei Hinsicht sind und einige der beschriebenen Situationen sind mir richtig nahe gegangen, beispielsweise dass June einem älteren Herrn noch seinen letzten Lebenswunsch erfüllt hat, in dem sie ihm das Lesen beigebracht hat, damit er seinen Enkelkindern endlich etwas vorlesen kann. Die Handlung ist durchweg rührend, mit der Gemeinschaft aus unterschiedlichen Charakteren, die gemeinsam für eine Sache kämpfen die ihnen wichtig ist. Es bilden sich tolle Freundschaften und die Hauptfigur June spürt nach langer Zeit der Zurückgezogenheit, wie sehr sie geschätzt und gebraucht wird. Einfach wunderbar! Ich werde dieses Buch bestimmt öfters lesen, denn die Figuren sind mir allesamt ans Herz gewachsen.
Fazit: Freya Sampson schreibt unglaublich gut, die Story hat mich sehr gefesselt, so witzig und voller Gefühl. Eine richtig tolle Liebeserklärung an das Buch!
Alais
5/5
10.08.2021
eBook (ePUB)
Ein Wohlfühl-Pageturner mit…
Ein Wohlfühl-Pageturner mit vielen Büchern, einer kleinen Liebesgeschichte und der Geschichte eines Aufstands Dieses Buch beginnt bescheiden, still und leise mit June, einer Bibliothekarin, die in ihrer Bücherei vor sich hinträumt, und entwickelte sich im weiteren Verlauf für mich zu einem fesselnden Wohlfühl-Pageturner, den ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte: Angesichts einer drohenden Schließung der Bibliothek beginnt eine bunte Mischung ihrer Stammbesucher:innen, sich zu mobilisieren, die schüchterne June wird vor große Herausforderungen gestellt ... und, nein: Dieser Roman mit seinem feinen Humor ist keineswegs so vorhersehbar, wie es nun den Anschein hat, zumindest nicht in allen Punkten ... Die Erzählung ist eine schöne Liebeserklärung an Büchereien und die Rolle, die sie innerhalb einer Gemeinschaft spielen können – als Stütze und Zufluchtsort für einsame Menschen, Menschen in Not oder einfach nur auf der Suche nach einem ruhigen Ort zum Lernen ... Die Autorin lässt in ihrer Geschichte viele faszinierende, starke und zuweilen auch etwas kauzige Charaktere verschiedener Altersklassen auftreten. Sie miteinander agieren zu sehen ist eine helle Freude. So hatte ich viele Lieblingsfiguren - die resolute Mrs B, die schroffe Vera oder auch Stanley, ein älterer Herr und typisch britischer Gentleman, der mehr als ein Geheimnis hat. Ausgerechnet June selbst ist mir nicht hundertprozentig sympathisch, da es ihr nicht gelingt, einen Zugang zu Alan Bennett, dem Kater ihrer verstorbenen Mutter zu finden. Das missmutige Gesicht des Katers, wenn ihn wieder einmal eine Nachbarin nach Hause zurückträgt, entwickelte sich zwar fast schon zu einem gelungenen kleinen Running Gag, aber er tat mir auch, auch wenn sich June durchaus Mühe gab, fürchterlich leid. Was ich aber bei June als Romanfigur gut fand, war die Thematisierung von Schüchternheit bei Erwachsenen und die Probleme, die diese für die Betroffenen bewirkt. Ein besonders wichtiges Thema in diesem Roman ist auch Trauer, der Umgang mit Verlust. Dieser eher schweren Thematik werden aber auch manchmal eine sanfte Heiterkeit und natürlich die für Wohlfühlromane typische Liebesgeschichte entgegengesetzt. Letztere hat mir tatsächlich gefallen, obwohl ich kein Liebesgeschichtenfan bin, viel erhebender war es für mich allerdings, von den Wundern zu lesen, die Zusammenhalt unter völlig verschiedenen Menschen bewirken. Es ist immer wieder schön, wenn Menschen über sich hinauswachsen ... Ein Mutmachbuch, das nichts beschönigt, aber zeigt, wie sich manchmal trotz Dunkelheit ein Licht erkennen lässt.
Bewertung
5/5
06.08.2021
eBook (ePUB)
Wenn das Leben vorbeizieht
Nach dem Tod ihrer Mutter hat June Jones ihr Leben verpasst. Sie lebt in einem kleinen Ort in England, in dem sie geboren wurde. Die Bibliothek des Ortes bildet nicht nur das Zentrum ihres Lebens, sondern ist auch wesentlicher Bestandteil der Ortsgemeinschaft. Diese wird in ihrer Vielseitigkeit sehr schön im Buch dargestellt. June kümmert sich hingebungsvoll um die Bücherei und ihre Besucher, denn sie sind ein Vermächtnis ihrer Mutter. Auch alte Schulfreunde zieht es zurück in ihre Heimat.
Als wegen Etat-Kürzungen die Bibliothek geschlossen werden soll, ist die Dorfgemeinschaft empört und gründet eine Protestbewegung. Junes Leben erfährt Veränderungen. Doch sind Veränderungen immer etwas schlechtes?
Das Buch erzählt eine schöne Geschichte über Trauerbewältigung und die persönliche Weiterentwicklung der Protagonistin. Es zeigt, wie schwer es sein kann, los zu lassen und welche Möglichkeiten ein Neuanfang bieten kann.
Der Schreibstil ist wirklich sehr schön. Das Buch lässt sich super flüssig lesen. Hin und wieder hätte die Geschichte noch mehr Details für mehr Charaktertiefe bei Nebencharakteren verdient, aber die Geschichte war wirklich schön und sehr berührend. Leseempfehlung - nicht nur für Buchliebhaber.
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