Ein Sommer auf dem Land, die erste große Liebe und ein schrecklicher Verdacht
Einen Neubeginn wagen – anderer Ort, andere Leute, alles auf Anfang! Das hofft Vio, als sie mit ihrer Familie in ein kleines Dorf in Süddeutschland zieht. Und als Vio am ersten Tag nicht nur Anschluss an eine nette Clique bekommt, sondern die Pizza auch noch von dem wirklich netten Konstantin gebracht wird, bekommt das Landleben schon mal 5 Sternchen. Bald kann Vio sich gar nicht mehr vorstellen, je etwas anderes gemacht zu haben, als durch leuchtende Maisfelder zu radeln und am sonnenwarmen See zu liegen – den Jungen ihrer Träume neben sich. Wäre da nur nicht die Clique seines großen Bruders Robin mit ihren fremdenfeindlichen Sprüchen, die dann doch einen Schatten ins Sommerlicht werfen. Aber zum Glück hat Konstantin mit denen nichts zu schaffen – oder etwa doch?
Ein fein gezeichneter Roman über Zivilcourage, Loyalität und nicht zuletzt – die Liebe!
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Emma Zecka
5/5
26.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, das ein wichtiges Thema anspricht
Der Titel Wie ein Schatten im Sommer fasst die Stimmung der Handlung ziemlich gut zusammen. Eigentlich sollten unsere Figuren ihren letzten Sommer genießen. Denn danach erwartet sie das letzte Schuljahr und die große Zukunft, von der sie bisher nur träumen. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Die Hauptfiguren Vio und Konstantin müssen sich nämlich mit schwierigen Fragen herumschlagen. Vio ist mit ihren Eltern von München ins fiktive Walddorf gezogen. Kurz vor dem Abi möchte sie einen Neustart. Warum? Keine Sorge, das werden wir natürlich erfahren. Vio weiß was sie will und auf was sie gut und gern verzichten kann. Sie steht zu ihrer Meinung. Doch gerade das ist für einige Leute in dem konservativen Dorf ein großes Problem.
Konstantin hingegen fühlt sich in Walddorf zu Hause. Er engagiert sich ehrenamtlich, ist im Dorf bekannt, wie kein Anderer. Alle mögen ihn und glauben ihn zu kennen. Dabei muss Konstantin erkennen, dass nicht mal er selbst weiß, wer er ist oder wer er sein möchte. Aber in einer Sache ist er sich ganz sicher: Er möchte möglichst viel Zeit mit Vio verbringen und ihr den Einstieg in der neuen Heimat erleichtern.
Als eines Tages die Freunde seines älteren Bruders beschließen, Konstantin in ihre Clique mit aufnehmen zu wollen, muss er sich entscheiden und sich über Themen Gedanken machen, die ihn bisher noch nicht beschäftigt haben.
Was ich an Wie ein Schatten im Sommer interessant finde sind vor allem zwei Aspekte: Hinter Aspekt Nummer 1 versteckt sich das zentrale Thema des Jugendbuches. Nämlich Rassismus, insbesondere Alltagsrassismus. Wie im Klappentext beschrieben gibt es die Clique mit den fremdenfeindlichen Sprüchen und Ansichten. Allerdings gibt es auch die ein oder andere Nebenfigur, die manche Dinge in Nebensätzen platziert, aber nicht bemerkt, dass genau diese Kommentare ebenfalls verletzend sein können. Was gut herausgearbeitet wurde ist, dass es nicht immer der "stereotypische" Rassismus sein muss, sondern es eben viele Punkte im Alltag gibt, die Menschen, die nicht von Rassismus betroffen sind, gar nicht auffallen.
Im zweiten Aspekt geht es um die inneren und äußeren Konflikte, die anhand der Hauptfiguren dargestellt werden.
Die meisten Personen in Walddorf kennen und mögen Konstantin. Er ist hilfsbereit, kommunikativ und bringt sich in vielen Vereinen ein. Er scheint also integriert. Von außen betrachtet führt er ein ganz normales Leben. Doch das was in ihm vorgeht, bekommt niemand mit. Er fragt sich, wo sein Platz ist und sieht nicht, dass er schon längst Teil einer Gruppe ist. Hier treffen innerer und äußerer Konflikt aufeinander. Dadurch, dass Konstantin auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist, sucht er Wege, in der Hoffnung den Anschluss zu finden, den er sich wünscht.
Bei Vio kehrt sich das Ganze um. Sie zieht mit ihren Eltern aus München nach Walddorf und lässt keine leichte Zeit hinter sich. Was sie daraus mitnimmt? Sie weiß, was sie will und was sie nicht will. Sie hat eine Meinung, die sie lautstark vertritt. Es scheint also so, dass sie mit sich im reinen ist. Allerdings gibt es auch hier die äußere Dimension. Vio wird nicht von allen mit offenen Armen empfangen. Sie muss sich fragen, wem sie vertrauen kann und ob Walddorf wirklich ein neues Zuhause werden kann. Es passieren Dinge, die sie ins Zweifeln bringen. Somit stellt das, was im Außen passiert, Vio auf eine harte Probe.
Adriana Popescu hat mit ihrem Schreibstil wieder eine neue Perspektive von sich gezeigt. Im Gegensatz zu den vorherigen Jugendbüchern der Autorin wird es hier etwas ernster und weniger leicht. Was mich an ihrem Schreibstil aber beeindruckt hat, war wie gut sie die Zwischentöne mancher Sätze herausgearbeitet hat. Sätze, die man in zwei Richtungen deuten kann, was mir zuvor nicht in dem Ausmaß bewusst war.
Gut gefallen haben mir auch die Beschreibungen von Walddorf. Ich konnte mir das verschlafene Dorf förmlich vorstellen und wären manche Vorkommnisse nicht gewesen, hätte ich mich dort auch direkt zu Hause fühlen können.
Gesamteindruck
Wie ein Schatten im Sommer ist ein Jugendbuch, das ein wichtiges Thema anspricht, denen sich viele Menschen nicht bewusst sind. Vios und Konstantins Geschichte lädt ein, sich bewusster mit der eigenen Sprache zu befassen.
Bewertung
5/5
21.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Wie ein Schatten im Sommer
Als Vio weg von München, in ein kleines Dorf zieht, hofft sie auf einen Neuanfang.
Schnell findet sie Freunde, allen voran Konstantin.
Doch die Clique seines Bruders begegnet ihr mit fremdenfeindlichen Sprüchen. Schnell wird klar, dass es dabei nicht bleibt.
Eines meiner persönlichen Highlights dieses Jahr, ein aufrüttelnder und so wichtiger Roman ab 14 Jahren.
Anna W.
5/5
12.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Große Empfehlung
Wie ein Schatten im Sommer…
Der Titel wie ein Schatten im Sommer beschreibt dieses Buch wohl perfekt. Denn über Vios Sommer hat sich ein Schatten gelegt. Erst der Umzug von München nach Walddorf und dann auch noch die Anfeindungen in ihrem neuen Zuhause. Die Idee des Buches an sich hört sich sehr schwer an, doch der leichte Schreibstil der Autorin lässt einen lockerleicht durch die Seiten fliegen. Es wird nicht viel umschrieben, sondern genau erzählt, was gerade passiert. Deswegen bin ich wirklich leicht in der Geschichte versunken.
Vio ist eine starke Protagonistin. Sie trägt ihr eigenes Päckchen mit sich herum, ist ehrlich, offen und auch sie trifft teilweise Entscheidungen, die für mich teilweise etwas fragwürdig waren. Aber genau deshalb ist sie mir ans Herz gewachsen. Vio ist eine authentische 17-Jährige, die neben den typischen Problemen einer Jugendlichen mit Hass und Anfeindungen zu kämpfen hat. Konstantin, der Protagonist, legt wohl eine der steilsten Charakterentwicklungen hin, von denen ich je gehört habe. Erstmal will ich für die klasse Umsetzung seines Charakters ein Lob an die Autorin aussprechen. Konstantin macht einen sauer, dann fühlt man sich in ihm durch seine Ängste so gelesen, nur damit er im nächsten Kapitel einen wieder zur Weißglut treibt. Seine Entwicklung war sehr greifbar. Ich will nicht sagen, dass ich ihn verstanden habe, jedoch wurde er so so gut umgesetzt, dass ich teilweise mit ihm mitfühlen musste. Seine Zukunftsängste, auch bezogen auf das Dorf in dem er lebt, kommen mir so bekannt vor. Es sind die Ängste über die ich mit meinen Freund*innen im Sommer rede. Die Ängste, die mich tagtäglich beschäftigen.
Das Buch hat mich oft an meine Grenzen getrieben, weil ich so unfassbar sauer war…aufgrund der Sprüche, der Aktionen mancher Charaktere und dann habe ich mir in den Kopf gerufen, dass so etwas wirklich passiert, leider tagtäglich. Dass diese Aussagen und Anfeindungen für viele Alltag sind. Dann wurde ich traurig, nachdenklich und habe viele Dinge hinterfragt. Was mir das sagt? Dieses Buch hat etwas mit mir gemacht und wie. Das Buch glänzt nicht durch einen krassen Plottwist, sondern durch die Ehrlichkeit hinter den Worten, die die Autorin gewählt hat.
Die Nebencharaktere, wie Mone oder Robin z.b, wurden auch allesamt sehr gut dargestellt und waren allesamt sehr facettenreich. Dadurch konnte man unfassbar viele Einblicke in das Geschehen kriegen.
Ich kann dieses Buch klar empfehlen. Diese Geschichte ist so wichtig, besonders für die die selbst nie Hass aufgrund ihrer Herkunft oder der ihrer Eltern empfunden haben. Für Menschen, wie mich, denn ich habe durch dieses Buch sehr viel gelernt und hoffe, dass es anderen genauso gehen wird
_Sophia_
aus Bad Wildungen
5/5
10.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Es gibt nicht nur schwarz und weiß
Da mir von Adriana Popescu "Mein Sommer auf dem Mond" schon so gut gefallen hatte, landete auch ihr neustes Werk direkt auf meiner Wunschliste.
Ihr Schreibstil ist wirklich einzigartig und sehr angenehm. Man fliegt nur so durch das Buch und ist viel zu schnell am Ende angelangt.
Vio und Konstantin, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd verfasst wurde, sind mir beide ans Herz gewachsen. Beide konnte ich an vielen Stellen gut verstehen und sie sind der Autorin wahnsinnig gut gelungen. Durch die Ich-Erzählform sind ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehbar und das verleiht der Geschichte nochmals mehr Tiefgründigkeit.
Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt der Roman von einem Sommer, der eigentlich wunderschön sein sollte, über den sich aber doch ein Schatten wirft. Und das ist die Ausländerfeindlichkeit, die sich, nicht zuletzt durch zwei junge Männer, langsam verbreitet. Viele können es nicht verstehen, weshalb ausgerechnet in Walddorf ein Flüchtlingsheim gebaut wird, wo das dafür verwendete Geld doch auch gut für den Kindergarten verwendet werden könnte.
Die Thematik des Buches ist hochaktuell und betrifft vermutlich jeden früher oder später. Genau wie Konstantin werden auch wir Leser damit konfrontiert, wie wichtig es ist, eine eigene Meinung zu haben und auch zu dieser zu stehen.
Aus diesem Jugendbuch nimmt man viel für das eigene Leben mit und es erweitert den Horizont.
Mich hat "Wie ein Schatten im Sommer" voll und ganz von sich überzeugt. Ich habe Konstantin, Vio und ihre Freunde ins Herz geschlossen und hätte mich nicht daran gestört, wenn das Buch doppelt so dick gewesen wäre. Doch leider hat ja jede Geschichte irgendwann ein Ende. Dafür freue ich mich umso mehr darauf, mehr Werke von Adriana Popescu zu lesen.
Greift zu diesem Buch, ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!
_Sophia_
aus Nordhessen
5/5
10.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Da mir von Adriana Popescu…
Da mir von Adriana Popescu "Mein Sommer auf dem Mond" schon so gut gefallen hatte, landete auch ihr neustes Werk direkt auf meiner Wunschliste. Ihr Schreibstil ist wirklich einzigartig und sehr angenehm. Man fliegt nur so durch das Buch und ist viel zu schnell am Ende angelangt. Vio und Konstantin, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd verfasst wurde, sind mir beide ans Herz gewachsen. Beide konnte ich an vielen Stellen gut verstehen und sie sind der Autorin wahnsinnig gut gelungen. Durch die Ich-Erzählform sind ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehbar und das verleiht der Geschichte nochmals mehr Tiefgründigkeit. Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt der Roman von einem Sommer, der eigentlich wunderschön sein sollte, über den sich aber doch ein Schatten wirft. Und das ist die Ausländerfeindlichkeit, die sich, nicht zuletzt durch zwei junge Männer, langsam verbreitet. Viele können es nicht verstehen, weshalb ausgerechnet in Walddorf ein Flüchtlingsheim gebaut wird, wo das dafür verwendete Geld doch auch gut für den Kindergarten verwendet werden könnte. Die Thematik des Buches ist hochaktuell und betrifft vermutlich jeden früher oder später. Genau wie Konstantin werden auch wir Leser damit konfrontiert, wie wichtig es ist, eine eigene Meinung zu haben und auch zu dieser zu stehen. Aus diesem Jugendbuch nimmt man viel für das eigene Leben mit und es erweitert den Horizont. Mich hat "Wie ein Schatten im Sommer" voll und ganz von sich überzeugt. Ich habe Konstantin, Vio und ihre Freunde ins Herz geschlossen und hätte mich nicht daran gestört, wenn das Buch doppelt so dick gewesen wäre. Doch leider hat ja jede Geschichte irgendwann ein Ende. Dafür freue ich mich umso mehr darauf, mehr Werke von Adriana Popescu zu lesen. Greift zu diesem Buch, ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!
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