Ein Buch, das unsere Annahmen über Gleichberechtigung erschüttern wird. „Souverän, scharfsinnig, lustig und analytisch“ Theresia EnzensbergerPlötzlich sind alle Feminist*innen. Bloß kann von echter Gleichberechtigung keine Rede sein. Warum wirken überholte Strukturen fort? Wie lassen sie sich abwracken? Ann-Kristin Tlusty betrachtet die inneren und äußeren Zwänge, die das Leben von Frauen auch heute prägen: Noch immer wird ihnen abverlangt, „sanft“ die Sorgen und Bedürfnisse der Gesellschaft aufzufangen. Jederzeit sollen sie dabei auf „süße“ Weise sexuell verfügbar erscheinen, gern auch unter feministischem Vorzeichen. Und bei alldem angenehm „zart“ niemals zu viel Mündigkeit beanspruchen. Klug und persönlich, befreiend und neu: Diese Streitschrift wirbelt die Geschlechterordnung für immer durcheinander. Enjoy, Sweethearts!
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
19.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich wünschte alle würden dieses Buch lesen.
Ausgezeichnete Gedankengänge in einer präzisen und zugänglichen Sprache.
Zusätzlich zu der Analyse der bestehenden Probleme zeigt die Autorin auf woher bestimmte Vorstellungen herstammen.
Bewertung
5/5
20.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gar nicht so zuckersüß, diese Frauenbilder.
In letzter Zeit habe ich sehr viele feministische Bücher gelesen. Und irgendwann bin ich zu dem Punkt gekommen, dass ich mir gedacht habe: Jetzt ist die Luft raus. Irgendwie können mir viele Bücher nicht mehr so viel Mehrwert bieten, wie ich gerne hätte.
Aber mit “Süß” von Ann-Kristin Tlusty war es dann ganz anders – und ich hab’s geliebt.
Die Autorin grenzt drei unterschiedliche Frauenbilder voneinander ab, die Sanfte, die Süße und die Zarte. Und, ohne zu spoilern: alles ergibt Sinn.
Die sanfte Frau erledigt aufopferungsvoll und fürsorglich un- oder zumindest schlecht bezahlte (Care-) Arbeit, sie ist die Aktive, wenn auch die Unauffällige.
Die süße Frau ist immer verfügbar, immer “konsumierbar”. Eigentlich ist sie eher “Eye Candy” - nett anzusehen. Sie ist da, um begehrt zu werden.
Die zarte Frau ist unschuldig und unselbstständig, eine “Femme Fragile”, die grundsätzlich abhängig von (männlicher) Anerkennung ist – Hauptsache ständige Legitimation von außen.
Ich fand es so spannend, diese unterschiedlichen Verhaltensmuster zu erkennen und die Ursprünge zu erfahren. Ann-Kristin Tlusty schreibt wissenschaftlich und dennoch verständlich und nicht trocken – genau so einen Schreibstil wünsche ich mir in einem Sachbuch. Toll!
Bewertung
5/5
10.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Süße. Die Sanfte. Die Zarte.
Ann-Kristin Tlusty erfindet das Rad in dieser feministischen Kritik gewiss nicht neu. Tlusty hinterfragt den Potenzfeminismus und warum es nicht einfach ausreicht sich zu „empowern“, denn eine gläserne Decke (und manchmal sogar Wände) verhindert, dass Frauen in höhere Sphären von gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Macht aufsteigen können. Ok, kennt man schon.
Neu und interessant war aber die eingeteilte Betrachtung von süßen, sanften und zarten Frauen. Die süße Frau passt sich auf Kosten ihrer eigenen Bedürfnisse denen ihrer Umwelt an aus Angst zu enttäuschen und lässt sich dabei zu Dingen verleiten und überreden, die nicht in ihrem persönlichen Sinne sind. Die sanfte Frau schultert die Sorgen und das Leid der übrigen Welt auf ihre Schultern und übernimmt den Großteil unbezahlter (teils ungewürdigter) Care-Arbeit zusätzlich zu einer bezahlten Tätigkeit. Die zarte Frau ist jene mit ambivalenten Seiten: Sie ist in feministischer Hinsicht durchaus gebildet und weist dennoch Rudimente einer veralteten Epoche auf, nach denen sie unschuldig, lieblich und damit harmlos und abhängig scheint.
Tlusty hat für jede dieser Seiten Beispiele, anhand derer sie differenziert aufzeigt, dass auch die größten Feministinnen immer wieder in erlernte Skripte davon zurückfallen, was gesellschaftlich als Frau-sein angesehen wird. Freitag.de artikelte dazu passend, „Warum also emanzipierte Frauen plötzlich flirty und süß auftreten, obwohl sie dies unangenehm finden“.
Tlusty argumentiert aber nicht mit der Abschaffung des Süßen, des Zarten und des Sanften, sondern plädiert für eine offenere Gesellschaft, in welcher diese Komponenten auch für Männer, Non-Binäre und alles dazwischen optional sind und sich niemand mehr in erwarteten Rollenbildern bewegen sollte.
Trotz des zuckrigen Titels schreibt Ann-Katrin Tlusty sehr sachlich; allzu viel Sarkasmus, wie in manchen anderen Büchern, die ich bisher gelesen habe, bin ich hier nicht begegnet. Es ist tatsächlich mehr eine Kritik und weniger eine Streitschrift, regt zum Reflektieren an und ist somit durchaus lesenswert.
Bewertung
5/5
24.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Direkt, verständlich und kein bisschen niedlich.
Ehrlich, brutal realistisch und wunderbar durchdacht. Alle "Figuren" und Begriffe, die sie erklärt spiegeln das gesellschaftliche Problem der Festsetzung der Frauen in ihre "süße Rolle". Ein Buch für alle, die Feminismus noch nicht verinnerlicht haben oder es noch nicht verstehen.
Bist mit mir gefallen, dass die unschönen und schwierigen Situationen, in denen Frauen und weibliche Personen hinein gezwungen werden, ohne verschönerungen faktisch dargestellt werden. Das Vorwort und den Epilog sollte man als Leser auf keinen Fall verpassen, da sie dort erklärt wieso sie genau diese Formulierungen und bestimmte Begriffe verwendet.
Eine klare Empfehlung!
merlinxbooks
4/5
23.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bereichernde feministische Analyse
Das Buch "Süß: Eine feministische Kritik" von Ann-Kristin Tlusty ist eine herausragende feministische Analyse, die einen tiefgreifenden Einblick in die Thematik bietet. Mit großer Expertise und einer beeindruckenden Bandbreite an Informationen entfaltet die Autorin eine fesselnde Argumentation, die uns Lesende von Anfang bis Ende in den Bann zieht.
Tlusty zeigt ein außergewöhnliches Verständnis der feministischen Theorie und schafft es, komplexe Konzepte auf eine zugängliche und ansprechende Weise zu vermitteln. Ihre klare und präzise Schreibweise erleichtert das Verständnis und ermöglicht es auch Lesende ohne umfangreiche Vorkenntnisse, sich mit den verschiedenen Aspekten des Feminismus auseinanderzusetzen.
Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der behandelten Themen. Tlusty geht über die gängigen feministischen Diskurse hinaus und erweitert den Fokus auf weniger beachtete Bereiche. Sie betrachtet nicht nur die traditionellen Geschlechterrollen, sondern nimmt auch Aspekte wie Rassismus, Klassismus und Queerfeminismus in den Blick. Dadurch gelingt es ihr, ein umfassendes Bild der sozialen Ungleichheit zu zeichnen und die verschiedenen Facetten der Unterdrückung aufzuzeigen.
Ein weiterer Höhepunkt des Buches ist die fundierte Recherche. Tlusty stützt ihre Argumente auf eine breite Palette an Quellen und Studien, die ihre Schlussfolgerungen untermauern. Dadurch wirkt ihre Analyse überzeugend und glaubwürdig. Gleichzeitig lässt sie Raum für eigene Gedanken und Diskussionen, indem sie verschiedene Standpunkte beleuchtet und auch auf kritische Stimmen eingeht.
Neben der inhaltlichen Qualität ist auch die Struktur des Buches lobenswert. Die Kapitel sind gut gegliedert und bauen aufeinander auf, was zu einem flüssigen Lesefluss führt. Zudem sind die Gedanken der Autorin gut nachvollziehbar und werden durch Beispiele und Fallstudien veranschaulicht. Dies ermöglicht es, die behandelten Themen in einen realen Kontext zu setzen und ihre Relevanz zu erkennen.
Instagram: merlinxbooks
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