Eine größere Orgel besteht aus der Zusammenfassung mehrerer, ursprünglich getrennt aufgestellter Orgelwerke (Teilwerke). Diese Unterteilung erfolgt nach dem Klangcharakter und speziellen spieltechnischen Aufgaben (zum Beispiel dem Plenum-, Cantus-firmus- oder triomäßigen Orgelspiel) unter anderem als Hauptwerk (HW), Pedalwerk (PW) oder Schwellwerk (SW), Echowerk (der Funktion nach benannt) oder Oberwerk (OW), Brustwerk (BW), Rückpositiv (RP) und Fernwerk (den Standort bezeichnend). Bei der Orgel wird vom Spieltisch aus durch Tastendruck über eine Traktur ein Ventil in einer Windlade geöffnet. Beim Öffnen des Ventils strömt Wind, der von einem Blasebalg erzeugt wird, in die auf der Windlade stehenden Pfeifen, sofern ihr Registerzug gezogen ist. Die zugeführte komprimierte Luft, der sogenannte Wind, wurde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch große Blasebälge (Schöpf- und Keilbälge) erzeugt, die mit den Füßen getreten oder mit Seilen aufgezogen wurden. Je nach Orgelgröße benötigte man bis zu zwölf Kalkanten (Balgtreter). Danach wurden zunehmend elektrische Gebläse (Winderzeuger) eingesetzt. Seitdem erfolgt die Regulierung und Stabilisierung des Winddrucks in der Regel durch einen Magazinbalg. Von diesem Balg aus wird der Wind durch meist hölzerne Windkanäle weiter in die Windladen geleitet. Auf einen Magazinbalg kann bei Orgeln mit Falten- oder Keilbälgen unter Umständen auch verzichtet werden (bei Nachrüstung mit elektrischem Winderzeuger), oder wenn (bei kleineren Orgeln) die Stabilisierung des Spielwindes durch Ladenbälge unter den Windladen erfolgt. (Wiki) Nachdruck der historischen Originalausgabe aus dem Jahre 1896.
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