Die 19-jährige Mary MacLane wünscht sich Napoleon oder am besten gleich den Teufel als Liebhaber. Sie träumt von einer Revolution, während sie mit ihren Mitmenschen in dem tristen Bergarbeiterstädtchen in Montana genauso wenig anfangen kann wie mit ihren häuslichen Pflichten und der kargen Landschaft. MacLane war völlig unbekannt, als sie 1902 ihr erstes, im Tagebuchstil verfasstes Buch veröffentlichte. Es wurde zum Skandal und seine Autorin zum Star. Ihr Name wurde zum Inbegriff für rebellische junge Frauen. – Mit einer kompakten Biographie der Autorin.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für eine Entdeckung! Bereits 1902 erschienen, kommen wir hierzulande erst jetzt in den Genuss dieser Kampfschrift gegen Isolation, Entfremdung und Bigotterie. Mary MacLanes Prosa ist scharf wie ein Seziermesser, ihr Hohn und Spott zuweilen kaum auszuhalten. Und doch fasziniert gerade ihr Biss und ihre gnadenlose Selbstüberzeugung. Sie zu lesen macht staunen und zittern, berührt und stößt ab. Eine Feier des freien, wilden Lebens und der rebellischen Jugend.
Magische Farbwelt
5/5
27.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Frau, die mehr vom Leben will
Am Ende des Buches weißt Du immer noch nicht so genau, wo die Reise jetzt hingegangen ist. Zumindest erging es mir so. Du weißt nur, dass Du in Deinen Händen ein Werk hältst, was niedergeschrieben wurde von einer scheinbar verzweifelten, jungen Frau in einer scheinbar verzweifelten Welt. „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ ist von Mary MacLane im Stil eines Tagebuches verfasst worden. Man spürt ihre Verzweifelung, denn sie scheint für Größeres geschaffen. Und ja, wenn man sich in eine Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts hineinversetzt, mag man Mary MacLane jedes Wort, und sei es noch so wirr, glauben. Denn als Frau ist sie scheinbar nicht viel wert, sei sie noch so klug, noch so hübsch, noch so genial. Ich bin übrigens sehr dankbar für das Nachwort der Übersetzerin Ann Cotten und den Ausführungen von Juliane Liebert. Denn somit kann man als Leser noch mehr in die Gefühlswelt der jungen Mary MacLane eintauchen. Einige Fragen nach dem Warum werden im Nachwort beantwortet. Und im Nachhinein habe ich das Gefühl, jetzt Einiges besser zu verstehen, und gleichzeitig müsste ich das Buch mit diesem Wissen noch einmal lesen für ein besseres Verständnis. Mary MacLane schreibt atemlos, teilweise widersprüchlich, so dass der Leser merkt, in welchem Zwiespalt sie sich befindet. Sie bezeichnet sich als Genie und gleichzeitig als Närrin. Und sie ist unheimlich einsam. Beinah lese ich Phasen depressiven Verhaltens aus ihrer Darstellung, so offenherzig gibt sie sich dem Leser. Für mich ist „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ mehr als nur eine Darstellung. Es ist ein Abbild, eine Reise in ein vergangenes, wahres Ich. Es zeigt die Gefühlswelt einer Frau von 1901, die mehr von ihrem Leben erwartet, als einfach nur Frau zu sein. Und Mary MacLane setzt mit ihrer Darstellung, wie sie es nennt, alles auf eine Karte und hat Erfolg. So lassen sich auch Analogien bis in die heutige Zeit ziehen: Nicht sein Dasein fristen, auch mal was riskieren, sich mal was trauen und aus sich herauskommen.
Bewertung
aus Essen
5/5
27.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
historisches Tagebuch eines rebellischen Teenies von 1901
Das Buch „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ von Mary MacLane beinhaltet die authentischen Tagebuch-Aufzeichnungen einer 19-jährigen im Jahr 1901. Mary lebt mit ihrer Familie in einer Bergarbeiterstadt in Montana, die vom Arbeiterleben ohne gesellschaftliche oder kulturelle Höhepunkte geprägt ist.
Das Tagebuch bildet zum einen die gesellschaftlichen Zwänge, denen insbesondere die Frauen im Amerika des fin de siècle unterworfen waren, ab. Zum anderen lässt die Gedankenwelt der Autorin aber auch interessante Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit zu. So zeigt Mary typische Merkmale einer pubertierenden Jugendlichen, die zwischen gefühlsbezogenen Extremen hin- und herspringt. Auch ihr völlig überzogenes Selbstbild der Überlegenheit lässt Rückschlüsse auf ihr Alter zu. Im Zentrum ihres Daseins steht die unendliche Langweile und intellektuelle Unterforderung, auf die sie mit Provokation reagiert. Tatsächlich wurde ihr Tagebuch damals veröffentlicht, was einen Skandal heraufbeschwor. Letztlich gelang es ihr dadurch, ihrem Leben eine andere Richtung als dem vorgezeichneten Weg zu geben.
Mein Fazit:
Ein hochspannendes Psychogramm einer Jugendlichen, die zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort unter anderen gesellschaftlichen Randbedingungen gelebt hat. Mir hat es sehr gefallen. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die gerne Biographien oder Individualschicksale lesen oder geschichtlich interessiert sind. Ich wünsche dem Verlag viel Erfolg!
Bewertung
aus Cottbus
5/5
24.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr Emotional!
Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Ich erwarte die Ankunft des Teufels " testlesen.
Autor : Mary Maclane
Handlung :
Die 19-jährige Mary MacLane wünscht sich Napoleon oder am besten gleich den Teufel als Liebhaber. Sie träumt von einer Revolution, während sie mit ihren Mitmenschen im provinziellen Montana genauso wenig anfangen kann wie mit ihren häuslichen Pflichten und der kargen Landschaft. Mary fühlt sich einsam auf der Suche nach sich selbst und dem guten Leben – und feiert trotzdem kraftvoll das eigene Ich.
MacLane war völlig unbekannt, als sie 1902 ihr erstes, im Tagebuchstil verfasstes Buch veröffentlichte. Es wurde zum Skandal und seine Autorin zum Star. Reporter aus den Metropolen pilgerten in ihre Heimatstadt, Cocktails und Sportmannschaften wurden nach ihr benannt. Ihr Name wurde zum Inbegriff für rebellische junge Frauen.
Auch über 100 Jahre später fasziniert es ungemein, wie virtuos und selbstverständlich Mary MacLane sämtliche Konventionen über den Haufen wirft, wie sie zwischen Größenwahn und Todessehnsucht, Resignation und Euphorie tänzelt.
Zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.
»Mary MacLanes Werk gleicht einem Zug, der mit Höchstgeschwindigkeit durch eine verstaubte, erstarrte Welt rast.« L’EXPRESS
Mein Fazit :
Das Cover sieht super aus , die Farbeauswahl fällt auf und die Schriftgröße ist ideal.
Das Coverbild : Mary Mclane
Der Roman " Ich erwarte die Ankunft des Teufels " , vor über 100 Jahren durch Mary geschrieben und zum Bestseller geworden . Zur damaligen Zeit ein absolutes Skandalbuch. Geschrieben im Tagebuchstil , ist es ein Meisterwerk an Poesie, Prosa, Drama und Größenwahn. Eine rebellische junge Frau , die macht was sie will , steht zu dem was sie denkt und tut.
Wer aber war Mary Mclane ?
" Mary MacLane war in ihrer Zeit eine berühmte Autorin. Ihr schockierend ehrliches literarisches Debüt sorgte für einen Skandal und wurde zum Bestseller, auch ihre zwei folgenden Werke verkauften sich gut. Sie galt als wild und unbezähmbar, und diesen Ruf pflegte sie auch, zumal sie offen bisexuell lebte und eine feministische Haltung vertrat. In ihren Werken vergleicht sie sich mit einer ähnlich freimütigen Tagebuchautorin, der Malerin Marie Bashkirtseff, die einige Jahre nach MacLanes Geburt mit 25 Jahren verstorben war. "
Mclane vergleicht sich gern mit Marie Bashkirtseff.Wer war Sie?
" Bekannt wurde sie einer breiteren Öffentlichkeit durch ihr exzentrisches Tagebuch, das nach ihrem frühen Tod von ihrer Mutter veröffentlicht wurde. Über einen längeren Zeitraum dokumentiert Marie Bashkirtseff, sich bewusst an eine Leserschaft richtend, ihre Kolleginnen, ihre Kunst, ihre Malerei, ihr Äusseres, und ihre Auseinandersetzungen mit dem nahenden Tod. Mit 25 Jahren starb Bashkirtseff an Schwindsucht.
Am 25. Mai 1878 notiert sie: „Und all meine Zärtlichkeit, die im Innersten meiner Seele verborgen ist, was sagt sie zu dieser Hochmütigkeit welche ich zur Schau trage? Nichts sagt sie... Sie murrt nur und verbirgt sich noch mehr, beleidigt und bekümmert wie sie ist.“
Zwei Frauen in der Rivalität? Mary Mclane fühlt sich leidenschaftlicher , denkt sie ist philosophischer , ist noch eitler wie B. und sie ist ein Genie der Extraklasse. Aber allein mit ihren Gedanken, Nöten, Sehnsüchten !!!
Sie lebt in einer Art Traumwelt , fühlt sich Mißverstanden von ihrer Familie und Umwelt. Fühlt sich betrogen um Liebe die eigentlich jeder Mensch bekommt von seiner Familie. Aber niemand liebt Sie. Und so erschafft sie sich ihre Traumwelt......
Zu dieser Zeit ist der Platz der Frau am heimischen Herd. Sie hat dem Mann unterwürfig zu sein, ihn bedienen, Kinder gebären und erziehen, Frauen haben keinerlei Rechte, der Mann ist das Oberhaupt und bestimmt. Damit kann Mary nichts anfangen und rebelliert........
Sie sucht nach einer Erlösung aus ihrem tristen , langweiligem Leben und beschwört den Teufel herbei. Er soll ihr helfen ein aufregendes Leben zu führen, geliebt zu werden...
Ihr Leben ist eine Mischung aus Größenwahn, tiefen Depressionen und verschiedenen Manien. Was Mary vor über 100 Jahren versucht hat, ist für uns heute Selbstverständlich. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft, emanzipiert und stark.
Als Frau unsichtbar , vergleicht sie sich mit Napoleon. Er ist ein Mann, ein Genie, ein weltoffener Mensch , er hat Ruhm - sie möchte auch berühmt sein !!
( Berühmtheit erlangt sie später dich das Schreiben dieses Skandalbuch )
Am Schluss hadert Mary mit ihrem Leben .
Zitat : " Es gibt Menschen, die Leben und genießen. Aber meine Seele und ich - wir finden das Leben zu bitter und zu schwer, um es alleine zu tragen. Zu bitter und zu schwer. Oh, könnten meine Seele und ich jetzt in diesem Moment verschwinden , für immer! "
Das Buch ist auf jeden Fall keine leichte Kost und mal schnell für zwischendurch zu lesen. Die tiefsten Gedanken von Mary kann man nachvollziehen, sobald man sich auf die Geschichte einläßt.
Mary Mac Lane erzählt ihr Leben mit einem Hauch poetischer Saga und auf eine ganz bewegende und berührende Art und Weise. Man taucht in eine ganz andere Welt ein und ist gefangen von Marys Leben .
Bewertung
aus Südharz
5/5
16.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Faszinierend, beeindruckend, ein Muss
Vor mehr als 100 Jahren schrieb die 19-jährige Mary MacLane ein Tagebuch der etwas anderen Art, denn sie wartet nicht auf den Ritter in schillernder Rüstung, wie viele andere Frauen ihrer Zeit. Sie sagt von sich: „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“.
Absolut kompromisslos ehrlich, reflektierend setzt sich Mary mit sich selbst auseinander und stellt fest: Ich bin nicht wie die anderen Frauen meiner Zeit. Für sie besteht kein Reiz darin einen wohlsituierten Mann zu heiraten, ihm Kinder zu gebären und den Haushalt zu führen. Mary, die sich selbst als Genie bezeichnet, erwartet mehr von ihrem Leben. Sie will das, was normalerweise den Männern ihrer Zeit vorbehalten ist: Bildung, Ruhm, Aufmerksamkeit. Sie will eine leidenschaftliche Liebe, keine wohl überlegte. Sie will alles oder nichts. Dabei schwankt sie zwischen einer gnadenlos realistischen Einschätzung ihrer individuellen Lage und Träumereien und Sehnsüchten, die typisch sind für ein gerade 19-jähriges Mädchen. Doch gerade die Gesellschaftskritik, die Mary MacLane immer und immer wieder übt und mit der sie klassische Rollenbilder anzweifelt bleiben im Gedächtnis und hinterlassen prägenden Eindruck.
Faszinierend, beeindruckend, ein Muss.
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