Produktbild: Bewölkt aber trocken

Bewölkt aber trocken Roman

9

22,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.05.2021

Verlag

Leykam

Seitenzahl

456

Maße (L/B/H)

21/14/4 cm

Gewicht

670 g

Farbe

Hellblau / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7011-8176-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.05.2021

Verlag

Leykam

Seitenzahl

456

Maße (L/B/H)

21/14/4 cm

Gewicht

670 g

Farbe

Hellblau / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7011-8176-6

Herstelleradresse

Leykam Buchverlag
Dreihackengasse 20
8020 Graz
AT
office@leykamverlag.at

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  • PPA

    aus Judenburg

    5/5

    12.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im Roman „Bewölkt aber…

    Im Roman „Bewölkt aber trocken“ von Marion Zechner wird die berührende Geschichte der alkoholkranken Gymnasiallehrerin Lucy erzählt, die sich - nach einem Autounfall mit ihrem zweijährigen Sohn Jakob - mit Unterstützung ihrer Freundin Marie einer Entziehungskur unterzieht. Der ständige Wechsel von Handlungsfortgang und Rückblenden, von „Jetzt“ und „Früher“ (gekennzeichnet durch unterschiedliche Schriftarten) verweist auf Lucys ruhe- und zielloses Denken, Handeln und Fühlen. Ihre Geschichte kann nicht als zeitliches Kontinuum erzählt werden, weil in Lucys Leben Vorstellung und Wirklichkeit durcheinanderkommen. Das für Lucy Unaussprechbare, ja Undenkbare kann nicht benannt werden, drängt sich aber dem Leser gerade wegen seiner Abwesenheit umso mehr auf. Lucy erliegt nicht ihrem Selbstmitleid, sie will stark sein und keine Schwächen zeigen. Genau dieses Verhalten stellt sich in der Therapie als ein Grund ihres Alkoholismus heraus. Ein weiterer ist die problematische Beziehung zur Mutter, die ihrerseits Alkoholikerin war. Lucy hat Angst um ihre Ehe mit Lars, auch wenn dieser sie zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Jakob für Wochen verlässt. Die Liebe zu Lars, zu Sohn Jakob und zu ihrer vorehelichen, 14-jährigen Tochter Freya steht nie in Frage, auch wenn sie diese Liebe immer weniger zu leben in der Lage ist. Die Wiederholung von Schlüsselsätzen und -begriffen zeigt auf eine Lucy, die aus einem emotionalen Teufelskreis nicht ausbrechen kann: „Hauptsache der Wein geht nicht aus“ (15-jährige Tochter Freya hält Lucy den Spiegel vors Gesicht) Die „Sockenkommode“ (Versteck für allerlei Suchtmittel) Der „Drache“ (das ewig alkoholverlangende, unüberwindbare Ungeheuer in Lucy) Sonnenblumenkerne „durchweichen, knacken, kauen, ausspucken“ (damit übersteht Lucy Krisenmomente) Die Therapie wird im Laufe des Romans konkreter, steuert nicht ohne Risiko auf vorerst unbekannte Ziele zu. Die Therapeutinnen bauen zusammen mit anderen Alkoholikern fast unmerklich einen Kontext um Lucy auf, der es ihr ermöglicht, seit Kindestagen verdrängte Gefühle nicht nur zu erkennen, sondern auch zu akzeptieren, und ihre Schwächen anzuerkennen. Der Roman hat 450 Seiten, ist detailliert in der Alltagsbeschreibung einer Alkoholikerin, für die Nebensächlichkeiten von großer Bedeutung sind. Das erfordert Disziplin vom Leser, wenngleich die Handlung mit fortschreitendem Text immer mehr an innerer Dramatik gewinnt. Die Lektüre lohnt sich, weil man das Elend eines alkoholkranken Menschen verstehen lernt. Die Realitätsverweigerung muss aufhören, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen reichen aber nicht, um trocken zu werden. Das Verstehen der eigenen Situation, die schmucklose Selbsterkenntnis sind ebenso wichtig, und das ist nur mit fachkundiger Hilfe von außen möglich. Ich habe das Buch mit zunehmender Empathie gelesen. Es hat meine Vorstellung von Sucht verändert. Die Lektüre dieses Romans, der mit hoher Sachkenntnis und literarischem Schliff verfasst wurde, macht eindrucksvoll klar, dass der Mensch ohne eigenes Verschulden in eine emotional schwierige, destruktive Lage kommen kann. Der Roman ist nicht gesellschaftskritisch. Doch kann man schon zur Erkenntnis kommen, dass die Welt, in der wir leben, Opfer fordert, die vielleicht nicht notwendig wären.

  • bdriver

    aus Berlin

    5/5

    31.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Es gibt immer einen Ausweg.…

    Es gibt immer einen Ausweg. Wie konnte Lucy in diese Abhängigkeit rutschen? Es fängt ganz harmlos an. Hier mal ein kleines Gläschen, um "runterzukommen", aus einem werden zwei, dann drei, dann regelmäßig. Schleichend, heimlich, verfängt sie sich in dieser Spirale, bis es fast zur Tragödie kommt. Ein sehr intensives, berührendes und auch erschreckendes Buch. Die Autorin hat ihrer Hautfigur die Rolle perfekt auf den Leib geschrieben! Für Außenstehende meist schwer verständlich, aber wenn man sich mit diesem Thema befasst, wird klar, wie schwer es für die Betroffenen ist, aus dieser Sucht wieder herauszukommen. Das alles wird hier sehr intensiv beleuchtet und an die Leser weitergegeben. Die Geschichte wurde aus Lucys Sicht geschrieben, was den Schreibstil erklären mag, der manchmal etwas ungewöhnlich erscheint. Es spiegelt auf jeden Fall Lucys Seelenleben wider. Interessant, unterhaltsam, mit einer Prise Humor. Würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen.

  • Bewertung

    aus Wertingen

    5/5

    07.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bewölkt aber trocken

    Ein Buch, das dem Leser richtig an die Nieren geht und ich mußte beim Lesen immer wieder einmal absetzen, denn ich kann absotut nicht verstehen, wie ein Mensch (zudem sogar ein geistig sehr intelligenter) so weit abrutschen kann und sein Leben ganz vom Teufel Alkohol bestimmen läßt. Lucy ist 35 Jahre alt, Lehrerin, sie hat eine 14jährige Tochter aus einer früheren Beziehung und einen zweijährigen Sohn mit ihrem Mann Lars, einen Unternehmensberater. Die täglichen Arbeiten, der Beruf, der Haushalt die Kinder fressen Lucy auf, sie fühlt sich überfordert und in einem Hamsterrad. Zur Beruhigung trinkt sie abends ein Gläschen Wein, dann eine ganze Flasche und dann kommt noch ihr Freund Wodka hinzu. Die Flaschen versteckt sie in der Sockenschublade. Doch bald merkt man im Beruf, dass mit ihr etwas nicht stimmt, sie hat viele Fehlzeiten, schmeißt UnmengeTabletten gegen ihre Kopfschmerzen, dem Kater ein, Ihr Tochter merkt, dass die Mutter trinkt. Als sie dann im trunkenen Zustand einen Autounfall mit ihrem kleinen Sohn auf dem Rücksitz verursacht und ihr der Führerschein genommen wird, zieht ihr Mann die Konsequenzen und zieht aus. Bei ihrer Freundin Marie macht sie den kalten Entzug und die meldet sie dann auch in einer Suchtklinik an. Lucie fällt das Leben und die Einschränkungen dort schwer, ich selbst mußte beim Lesen immer wieder staunen, wieviel Selbständigkeit den Patienten genommen wurde, wie das Besuchrecht geregelt ist und wie die Therapien ausgearbeitet werden. Doch dann hat Lucie einen Rückfall, in einer Gastwirtschaft betrinkt sie sich total. Aber in dieser Entzugsklinik findet sie bald Freunde, alle haben die gleichen Probleme, sind irgendwie komisch, aber halten dennoch zusammen, Am Schluß kehrt Lucie zu ihrer Familie als trockene Alkoholikerin zurück. Mich hat das Buch sehr nachdenklich werden lassen. Vor allem das Leben der Kranken in der Klinik wird hier so genau geschildert, die Empfindungen und die Sorgen der Patienten, die alle sehr schwere Schicksalsschläge hinter sich haben. Und dennoch habe ich mich immer wieder gefragt, wie tief ein Mensch so sinken kann. Haben diese Leute denn überhaupt kein Scham- oder Selbstwertgefühl. Sie zerstören mit dem Alkohol ihr Leben, ihre Familien, ihren Beruf und bleiben nicht zuletzt einsam und wirtschaftlich ruiniert zurück. Die Autorin schreibt derart intensiv, man meint, mit am Tisch in der Klinik zu sitzen. Trotz aller Widrigkeiten und Abstürzen zum Trotz endet das Buch wirklich gut. Das Cover ist hellblau und mit Regentropfen versehen, an der oberen Ecke schleicht sich eine drohende, dunkle Wolke ins Bild. Das Bucht hat mich sehr aufgewühlt und ein paarmal war ich versucht, nicht weiterzulesen

  • Bewertung

    aus Lichtenstein

    5/5

    01.07.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Teufel Alkohol

    Der Alkohol ist bei uns die Volksdroge Nummer Eins. Das sollte doch zu denken geben. Aber er ist auch immer verfügbar, preiswert bis billig, selbst wenn er durchaus teuer sein kann. Aber wer Masse statt Klasse bevorzugt, eben weil er abhängig ist, kann sich noch günstig täglich betrinken. Es fängt immer harmlos an, steigert sich aber manchmal schnell bis zum endgültigen Absturz. So auch hier, denn die Lehrerin und junge Mutter Lucia verfällt ihrem nun schon größten Feind, bringt nicht nur sich, auch das Leben ihres jüngsten Kindes in größte Gefahr. Von da an heißt es endgültig aufhören zu trinken, allerdings ist das bekanntlich leichter gesagt als getan. Die Autorin schildert auf sehr anschauliche, empathische Weise den Weg der Protagonistin zum Alkohol und wieder zurück. Als Leser hofft man mit ihr und ihrer Familie, dass sie es für immer schaffen möge, denn ein Leben im Rausch ist nicht ewig und für niemanden zu ertragen.

  • Bewertung

    aus Luckenwalde

    5/5

    28.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Suchtgefahr

    "Bewölkt aber trocken" von Marion Zechner ist ein Roman zu einem Thema, dass sehr oft noch als Tabuthema behandelt wird und es doch so wichtig ist, darüber zu reden. Es geht hier um Alkohol und die Folgen seines Mißbrauchs. Im Mittelpunkt hier steht Lucy, Lehrerin, glücklich verheiratet mit Lars und Mutter zweier Kinder. Ich könnte hier noch Alkoholikerin mit anführen, aber das ist ihr zum Beginn selber noch nicht so ganz bewußt. Dafür mußte erst ein Unfall geschehen, sie hatte Alkohol getrunken und ihren kleinen Sohn mit im Auto. Nach diesem Ereignis ändert sich ihr Leben, ihr Mann zwingt sie zu einer Entscheidung. Der Schreibstil hier ist etwas ganz Besonderes, teilweise wirr und unsortiert, so wie Lucys Gedanken und Gefühle. Dadurch kann man ihre Reaktionen hautnah nachvollziehen. Das Gesagte bleibt dabei aber jederzeit verständlich. Es wird Lucys Gegenwart erzählt und abwechselnd in die Vergangenheit geblickt, diese Mischung liest sich sehr gut, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es fesselte mich von Anfang an. Nachdem man erfährt, wie Lucy in diese Lage geraten ist, begleitet man sie in den Alltag in der Entwöhnungsklinik mit allen Höhen und Tiefen. Für Lucy kein einfacher Weg, schön dass hier viel mit Humor beschrieben wird. Für mich kam der Schluß des Buches schon fast zu schnell, hätte Lucy gerne noch weiter außerhalb ihrer geschützten Umgebung begleitet. Im Buch gab es heitere Szenen und auch Augenblicke, die schwer zu ertragen waren, man hatte aber immer das Gefühl eine ehrliche und aufrichtige Sicht zu erfahren. Ein absolut gelungenes Buch über ein so wichtiges Thema mit einer Protagonistin, die im Gedächtnis bleiben wird.

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